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(iw) Gute Lektüre im PsyBlog: wie Neulinge etablierte Gruppen beeinflussen können. Das Problem ist so alt wie die Menschheit und betrifft ganz sicher nicht nur Unternehmen, sondern auch Feuerwehren: was passiert wenn der Neue einen Vorschlag einbringt?

Kommt man in eine neue Organisation, in unserem Fall in eine neue Feuerwehr, so ist die erste Zeit keine einfache. Mit viel Glück wird man herzlich aufgenommen, mit kleinen Ausnahmen. Aber das ist immer so: es gibt welche, mit denen kommt man besser klar, und mit anderen nicht.

Worum es hier nicht geht: mit der Tür ins Haus fallen und alles pauschal kritisieren: egal wie sehr man Recht haben mag, so befördert man sich garantiert in nullkommanix ins Aus. Viel mehr ist Feingefühl angebracht.

Dennoch ist es so, dass man sich hier und dort einbringen kann. Jede Organisation kann vom frischen Mitglied nur profitieren. Unternehmen holen sich Berater ins Haus, bei den Feuerwehren mag der Neue einige gute Ideen aus der alten Wehr mitbringen.

Doch wie gesagt, keine einfache Kiste. Dies ist in einer privaten Beziehung auch so: heisst es „ich hätte einen vorschlag, wie man das anders oder besser machen könnte“ wird als „was ihr da macht ist Kacke“ interpretiert.

Im Artikel im PsyBlog wird das Ganze etwas konkretisiert bzw. objektiv unterlegt:

Groups resist criticism—especially from newcomers.

Heisst es dort: Gruppen widersetzen sich Kritik, insbesondere von Neulingen. Erstes Beispiel aus einem Krankenhaus: zwei Vergleichsgruppen werden auf gleiche Art kritisiert: einmal von einem Neuling, das andere Mal von einem Veteran. Das Ergebnis:

  • Neulinge erbringen weniger konstruktive Kritik
  • Die Gruppe ist weniger mit den Vorschlägen des Neulings einverstanden
  • Reagieren negativer auf die Kritik

Doch wie schafft man es, dass die (berechtigte) Kritik eher akzeptiert wird? Wenn der Neuling sich von seiner Herkunft, also der alten Gruppe deutlich distanziert, wird seine Kritik eher angenommen.

Um das Ganze als guten Tipp im Feuerwehrbereich zu verpacken: wer wechselt, und etwas unterbringen möchte, kann ruhig seine alte Wehr kritisieren, zumindest einige geschickt ausgewählte Punkte – und schon hat man ein besseres Standing ohne die „Heimat“ schlecht zu machen.

Solche kleinen Kritikpunkte gibt es mehr als genügend: ob ungenügende PSA, fehlerhafte Ausbildung, komische AAO, usw. Auf jeden Fall sollte man sicher stellen, dass die neue Wehr im gewählten Beispiel besser da steht.

Wenn die neue PSA also noch schlechter ist als die der alten Wehr, eignet sich das überhaupt nicht als Beispiel.

Insgesamt ein kleiner, aber feiner Trick, der nicht zu viel Aufwand bedeutet und das Leben wesentlich vereinfacht.

Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Guten Tag, ich bin der Neue und hätte einen Verbesserungsvorschlag” (davon )

  1. udobur am 12. Juli 2009 11:27

    Das Problem der Kritik durch Neulinge ist nur dann ein Problem, wenn die Gruppe wenig offen gegenüber Neuerungen ist bzw. wenig oder nicht über den eigenen Tellerrand hinaus schaut.
    Noch größer ist das Problem, wenn in derartigen Gruppen der „Neuling“ über eine deutlich bessere Qualifikation verfügt. Selbst wenn der Neuling sich zurückhält, sind Konflikte auch noch nach ein, zwei Jahren Mitarbeit vorprogrammiert.

    Das ist die eine Seite der Medaille, die andere ist, das auch Kritik durch „Alteingesesene“ nicht ankommt – weil häufig die Führung / Leitung nicht gelernt hat, mit Kritik umzugehen und der „Alteingesessene“ keine Lust hat, sich Ärger einzuhandeln und somit resigniert hat.

    Doch was tun?

    Zum einen müssen wir, egal in welcher Organisation, lernen, das Kritik nichts negatives ist, sondern Kritik immer auch ein Stück weit „Verbesserung“ beinhaltet.
    Zum anderen müssen wir intern den Umgang mit Kritik suchen und finden.
    Es ist Aufgabe der Führungskräfte / Leitungskräfte, entsprechende Lösungen zu finden und anzubieten.

    Eine Möglichkeit: ein „Vorschlags- und Kritikwesen“, das Kritiken annimmt, diese in einem Gremium sichtet, mit dem Kritiker zusammen prüft, und bei echten Verbesserungen ein Belohnungssystem beinhaltet.

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