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Wir wurden heute morgen zu einem Brand in einem Gewerbetrieb alarmiert.

Der Betrieb bei dem es brannte, rief nicht die Feuerwehr. Die Nachbarfirma wurde durch die massive Rauchentwicklung aufmerksam.

In einem Zerlegebetrieb hatte ein PKW Feuer gefangen. Alle greifbaren Feuerlöscher wurden eingesetzt, um den Brand zu löschen. Ein Gabelstapler wurde geholt um den PKW aus der Halle zu entfernen.

Dort wurde er dann vom ersten LF mit der S-Anlage entgültig gelöscht.

Nachdem der Rauch aus der Halle entfernt worden war, konnte man ca. 100 kg Löschpulver in der ganzen Halle liegen sehen. Ein 50kg Löscher neben der Brandstelle wurde vermutlich nicht in Betrieb genommen, weil man die außenliegende Flasche nicht bedienen konnte.

Bilanz: 4 Personen mit Rauchgasvergiftung in zwei RTWs ins Krankenhaus. 3 Personen fuhren entgegen allen Warnungen selbst mit dem PKW ins Krankenhaus.

Einsatzende nach gut einer Stunde.

Kommentare

10 Kommentare zu “Statt Feuerwehr zu rufen, lieber Verletzte in Kauf genommen” (davon )

  1. jansued am 13. Juli 2009 14:41

    Dann haben sie sich mit der Entsorgung von 100 kg Pulver selber genug geschadet. Und letztlich gibt es in vielen Brandschutzgesetzen den Passus, dass ein Brand zu melden ist. Wenn dem so ist -Strafanzeige.

  2. MatthiasM am 13. Juli 2009 15:41

    Hmm,
    wäre durch Verzögerung wegen Anruf zuerst oder Verzicht auf eigenen Pulverereinsatz (soweit zum Kommentar wegen der Entsorgung der Pulversauerei) oder durch Verzicht auf die Bergung des Fahrzeugs mit Gabelstapler nicht die ganze Halle dem sicheren Totalschaden geweiht gewesen?

    Klar, daß bei genügender Personaldecke die Feuermeldung parallel zu eigenen Maßnahmen laufen sollte.

    Wenn ich allerdings die Wahl so sehe, daß ich entweder mit _unverzüglichen_ Sofortmaßnahmen die Halle retten kann oder als erstes anrufe, während das Auto so richtig aufbrennt und jeden eigenen Löschversuch zum Scheitern verurteilt, wenn ich damit den Totalschaden der Halle riskiere, den die Feuerwehr bei noch so früher Alarmierung nicht mehr verhindern kann, würde ich vermutlich persönlich selber ähnlich handeln und sogar eine mögliche Rauchvergiftung zur Rettung der eigenen Halle und Existenz billigend in Kauf nehmen.

    Und wegen der Strafanzeige – wenn ich ein Schadenfeuer selbst erfolgreich und 100%ig löschen konnte, bevor ich überhaupt den Telefonhörer in der Hand habe, würde ich eventuell nachher auch nicht unbedingt noch akut die Feuerwehr anrufen.

    Wo ist die Grenze? Beispiel wäre der brennende Fettopf mit griffbereit passendem Deckel sofort erstickt… Ich hatte mal einen qualmenden Überspannungsschutz-Zwischenstecker im Büro (aus dem man dank Totalschaden von etwa 20€ einen Versicherungsfall hätte machen können) und einen brennenden Joghurtbecher in der Mikrowelle (der eine Minute später ein Küchenbrand hätte sein können, Schaden außer Rußflöckchen in der Mikrowelle >> warmes Joghurt essen, Mikrowelle zerlegen, reinigen, geht wieder).

  3. jansued am 13. Juli 2009 16:23

    Da ist es natürlich besser, den unterversicherten Betrieb durch die Inkaufnahme einer Verletzung von 7 Mitarbeitern zu retten.

    Ich denke mal, die Grenze ist hier kilometerweit überschritten und das sollte vor Ort auch deutlich gemacht werden – wie auch immer.

  4. simon02 am 13. Juli 2009 17:14

    Hallo,

    wo steht das der Betrieb unterversichert war ?
    Auch hat keiner eine Ahnung wie der Brandschutz im Betrieb organisiert war.
    Keiner von uns war dabei, deshalb halte ich solche Vermutungen nicht für angebracht.

    Gruß
    Simon

  5. Florian Körblein am 13. Juli 2009 17:46

    Gabs in ähnlicher Form bei uns auch schon, nur zum Glück ohne Verletzte. In einem Metallverwertungsbetrieb brannte eine Halde mit Schleifschlamm. Nach 6-Stunden Löschversuch ohne Erfolg hat der Betreiber dann doch mal die Feuerwehr gerufen. Wir haben dann noch etwa 2 Stunden gebraucht die Lage in den Griff zu bekommen.

  6. jansued am 13. Juli 2009 17:47

    Es ist egal, wie der Brandschutz organisiert ist, denn wenn hier die Gesundheit von 7 Mitarbeitern riskiert wird ohne gleichzeitig einen Notruf abzusetzen, ist das IMHO fahrlässig. Der Erfolg des innerbetrieblichen Bradnbekämpfung war ja keineswegs gesichert…

  7. simon02 am 13. Juli 2009 17:57

    Hallo,

    es ist eben nicht egal wie der Brandschutz im Betrieb organisiert ist, wäre dem der Fall könnte man sich einiges im Betriebsbrandschutz sparen.
    Woher schließen Sie das die innerbetriebliche Brandbekämpfung keinen Erfolg hatte ?
    Und jetzt bitte nicht „die Feuerwehr musste noch mit dem S- Schlauch nachlöschen“.

    Es wäre schön wenn man sich mehr an Fakten orientieren würde und nicht an Vermutungen, natürlich muss man aber hinterfragen warum nicht der Notruf betätigt wurde und warum 7 Mitarbeiter eine Rauchvergiftung haben.

    Das werden wir aber kaum per Ferndiganose hier ermitteln können, daher sollte man sich mit Rufen wie „Strafanzeige“, „fahrlässig“ etc. erstmal zurückhalten.

    Gruß
    Simon

  8. jansued am 13. Juli 2009 18:31

    Sie wollen mir jetzt nicht erzählen, dass es ihrer Meinung nach a) nach vollkommen ausreicht, einen Brand, dessen Rauchentwicklung in der Nacharschaft wahrgenommen wurde, ausschließlich mit Eigenmitteln anzugreifen, ohne gleichzeitig einen Notruf abzusetzen, wie es das Gesetz zumindest in Nds. vorsieht (und was auch einen Grund hat, da ein Brand dieser Größenordnung eben keine „Privatsache“ ist) und b) dass eine Rauchvergiftung von 7 Mitarbeitern verhältnismäßig sei.

    a) ist nur in Ordnung, wenn das eine Werkfeuerwehr ist und b) ist in jedem Fall kritisch, dann kann es nämlich mit der Ausbildung der betrielichen Brandschutzhelfer in dem Zerlegebetrieb nicht so prall sein.

    Wenn für sie a) und b) kein Problem darstellen, sollten wir lieber über was anderes diskutieren.

    Meine Erfahrungen im betrieblichen Brandschutz bei Zerlege- und Recyclingbetrieben weist eher darauf hin, solche „das kriegen wir schon hin“ Tendenzen im Keim und mit allen Mitteln zu ersticken. Mag ja bei ihnen ganz anders sein.

  9. simon02 am 13. Juli 2009 18:49

    Hallo,

    habe ich irgendwo geschrieben das ich die Vorgehensweise dort für sinnvoll halte ??!!
    Nochmal für Sie: Es wäre schön wenn man sich mehr an Fakten orientieren würde und nicht an Vermutungen, natürlich muss man aber hinterfragen warum nicht der Notruf betätigt wurde und warum 7 Mitarbeiter eine Rauchvergiftung haben.

    Ich war nicht dabei und Sie auch nicht (nehme ich zumindest mal an). Dementsprechend werden Sie mir wohl zustimmen, das wir nicht alles Wissen (oder fast gar nichts Wissen) was dort passiert ist.
    Zum Beispiel: Wann wurde der Brand von den Mitarbeitern entdeckt ?, wann von der Firma in der Nachbarschaft ?
    Wie groß war der Brand und die Verrauchung bei Entdeckung ?
    Vielleicht hat die Firma in der Nachbarschaft den Brand zuerst entdeckt und daraufhin wurden erst Löschmaßnahmen durch Mitarbeiter noch eingeleitet.
    Es gibt viele Möglichkeiten wie und was dort passiert ist…..

    Nur Vermutungen werden uns nicht weiterbringen…….

    Gruß
    Simon

  10. jansued am 13. Juli 2009 19:50

    Die Fakten stehen stehen doch am Anfang, es sei denn Kamerad Kotulla hat uns die Hucke vollgelogen. Vielleicht äußert es sich ja nochmal, aber mit meinem bescheidene Intellekt ohne Einbeziehung meiner ebenfalls bescheidenen Phantasie kann man dort folgende Sachen lesen:

    Überschrift:
    Statt Feuerwehr zu rufen, lieber Verletzte in Kauf genommen

    Textstelle 1:
    Der Betrieb bei dem es brannte, rief nicht die Feuerwehr.

    Textstelle 2:
    Alle greifbaren Feuerlöscher wurden eingesetzt, um den Brand zu löschen.

    Textstelle 3:
    4 Personen mit Rauchgasvergiftung in zwei RTWs ins Krankenhaus. 3 Personen fuhren entgegen allen Warnungen selbst mit dem PKW ins Krankenhaus

    Da ist sehr, sehr wenig Raum für Vermutungen. Daraus muss man linear schließen:

    1. Es wurde versucht und ggf. auch erreicht, dass Feuer zu löschen, aber kein Notruf abgesetzt.

    2. Die Rauchentwicklung war so massiv, dass sie vom Nachbarbetrieb wahrgenommen worden ist, der dann den Notruf absetzte.

    3. Es gab 7 Verletzte, vermutlich der betreffenden Firma. (Eingesetzte Feuerwehr und Pasanten schließe ich mal aus).

    Meine bescheidene Vermutung, genährt aus der Erfahrung mit Zerlege- und Recyclingbetrieben, dass hier auf Biegen und Brechen versucht worden ist, die Feuerwehr (und Polizei, AschA, etc.) außen vor zu lassen, diesmal auf Kosten von 7 Mitarbeitern hätten bei mir als Einsatzleiter zu einem entsprechenden Hinweis an die Polizei, ggf. AschA geführt. Und bei Verdacht auf fahrlässiger Körperverletzung besteht bei der Polizei eben die Pflicht zur Strafverfolgung. DAS ist allerdings meine Meinung und wie gesagt Vermutung.

    Kann natürlich auch sein, dass der Brand erst entdeckt worden ist, nachdem 100kg Pulver verschossen worden sind oder der Brand erst ganz klein war und durch die Löschversuche so groß geworden ist, etc. etc.

    Aber jetzt ist genug.

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