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evels2(iw) Dass unser Aufgabenspektrum recht breit ist, steht ausser Frage. Zunächst gibt es die ‚Brot-und-Butter-Einsätze“, kleinere technische Hilfeleistungen (Ölspur, Wohnungsöffnung, Person in Lift) oder Mülltonnenbrände. Größere Brände könnten wir auch recht problemlos bewältigen.

Wird es jedoch komplexer, haben wir Systeme, die die Zusammenarbeit zwischen ersteintreffenden Einheiten und Spezialteams ermöglichen – oder eben nicht. Ich möchte hier  – völlig wertungsfrei – das System aus den USA vorstellen, welches in bestimmten Fällen diese Zusammenarbeit regelt.

Nehmen wir hierzulande einen Scheunenbrand im kleinen Dorf an: das TSA rückt an, Hydrant wird angeschlossen, erste Löschmassnahmen durchgeführt. Die nachrückenden, alarmierten Löschzüge reihen sich in den Einsatz ein. Der eintreffende Zugführer kann problemlos von der TSA-Feuerwehr ein Paar Kräfte einsetzen, beispielsweise um eine Anleiterbereitschaft zu organisieren.

Doch wie sieht es beispielsweise bei einem VU aus? Diejenigen „Kleinwehren“ (nicht abwertend gemeint), die zuerst eintreffen, können schon eine ganze Menge vorbereiten, bis die „Spezialisten“ mit einem Rettungssatz vor Ort sind.

Ich habe allerdings die Befürchtung, dass es bereits hier in der Fläche keine besonders innige Vorbereitung, kein Austausch, oder gar gemeinsame Übungen oder Strukturen gibt, von Ausnahmen abgesehen.

Spezialeinheiten gibt es noch weitere: Taucher, Höhenretter, Kran, Tierrettung, Eisrettung, Boot, Ölsperren, Gefahrgut, usw. Für alle diese Themen ein gesondertes System und Ausbildung aufzusetzen, wäre sicher etwas zu viel des Guten.

In den USA gibt es  – mit unterschiedlichen Ausprägungen – recht klar definierte Systeme von „Service Levels“, vor Allem für USAR: dazu zählt Höhenrettung („Rope Rescue“), Schachtrettung („Confined Space“), Hauseinsturz („Structure Collapse“) und (Bau-)Grubenrettung („Trench Rescue“). Dazu könnte man noch unterschiedliche Formen von „Heavy Rescue“ nehmen, beispielsweise PKW unter LKW.

Das dazugehörige System sieht in etwa so aus:

Levels

Je weiter nach oben kommen, desto höher der Spezialisierungsgrad. Fangen wir unten an.

Awareness könnte mit „Grundkenntnisse“ übersetzt werden und betrifft die komplette Mannschaft am Einsatzort. Bleiben wir bei der Baugrubenrettung: auch hier würde eine kleinere Wehr alarmiert und als erste eintreffen. Sie muss bereits erste Schritte einleiten: beispielsweise Lage stabilisieren (Arbeitsgeräte abstellen, Einsatzstelle absichern, Bodenplatten auslegen, erkundung usw.).

Es ist recht genau festgelegt, was konkret man von der jeweiligen Wehr erwarten kann.

Operations sind Tätigkeiten die bis hin zur Mitwirkung an der Rettung gehen können. Beispielsweise sollten Wehren mit einem Rüstwagen die Möglichkeiten kennen, die ihnen zur Verfügung stehen: Messungen (Explosionsgrenze), Be- und Entlüftung, Entwässerung, evtl, anbringen von Bausützen, Stabilisierung mit Seilwinde, usw. Möglichkeiten gibt es viele.

Technician sind die gezielt ausgebildeten Rettungskräfte mit der entsprechenden Ausrüstung – es kann ein bisschen dauern, bis diese Kräfte vor Ort sind, sind sind jedoch unabdingbar.

Ich finde das System grundsätzlich nicht schlecht, insbesondere die Vorhaltung von Spezialkräften. Natürlich gibt es bei uns längst so etwas, vom CSA-Träger bis hin zum Höhenretter, aber in einigen Bereichen haben wir durchaus nachholbedarf.

Worauf ich hinausmöchte: bei wem geht die Zusammenarbeit über die Vorhaltung von Telefonnummern oder Funkrufnamen hinaus? Dürften denn die „kleinen“ auch mal Einsicht in die „Arbeit“ der grossen bekommen?

Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Awareness, Operations, Technician: Konzepte bei Spezialeinheiten” (davon )

  1. Solgull am 17. Juli 2009 13:39

    Hier sollte die Zusammenarbeit eigentlich deutlich über dem Vorhalten von Telefonnummern und Funkrufnamen hinausgehen. Bei uns steht ein GSG-Zug, der Dekon-Zug steht allerdings in einem anderen Ort.
    Es finden leider weder regelmäßige gemeinsame Übungen noch ein Austausch statt.
    Vielmehr wird es inzwischen immer schwieriger am eigenen Standort ausreichend Feuerwehrmänner vor zu halten die „Technicans“ sind. Der jährliche Aufwand – gerade weil regelmäßig Geräte ersetzt werden müssen und die Bedienung gebübt werden muss – ist recht hoch und das Interesse sehr gering. „Spannend“ wird es dann an der Einsatzstelle, wenn man seinem eigenen Personal erst einmal die Bedienung von bestimmten Geräten erklären muss.

    Grundsätzlich finde ich das System Awareness, Operations … sinnvoll, da nicht jeder in allen Gebieten die volle Ausbildung haben muss, kann ich die knappe Zeit in ein Spezialgebiet investieren und damit eine wesentlich bessere Ausbildung auf diesem Gebiet erreichen.

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