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An alle Feuerdetektive: hier ist die Auflösung des Brandursachen-Rätsels. Das Originalbild mit Auflösung (und weiteren Bildern) ist hier auf Flickr zu finden. Weiter unten steht mein Vorschlag, und wie ich (selbst-)zufrieden feststellen muss, lag ich richtig :D

Die Auflösung in aller Kürze:

Mann füllt Benzin aus großen Behälter auf der Pritsche des Pickup in Plastik-Kanister. Dämpfe entzünden sich (vermutlich) am laufenden Motor des Arbeitsgeräts. Mann lässt Kanister fallen, brennendes Benzin läuft aus und setzt zuerst das Arbeitsgerät in Brand, anschliessend Pickup.

Bei diesem brennen nach einer Weile die Bremsen durch, und da N eingelegt, rollt er den Hang runter in das Haus. Dort reisst er die Gasleitung durch, die mit einer ordentlichen Stichflamme das Haus „bearbeitet“.

Danke auch an diejenigen, die sich Gedanken gemacht haben – ich halte es für eine einmalige „Übung“. Eine Einsendung möchte ich hier unbedingt veröffentlichen. Einfach klasse:

Auf dem Parkplatz des städtischen Golfplatzes von Castle Rock – er liegt
außerhalb der Stadt in traumhafter Umgebung – sind
Grundstückspflegearbeiten durchgeführt. Hierzu verwendet der Garten- und
Landschaftspfleger Joe Green neben den üblichen Geräten einen
Minidumper, einen Tiefladeanhänger mit Tandemachse sowie einen schon
etwas älteren Pickup-Truck. Im Autoradio läuft schon den ganzen Tag
lautstark Rockmusik aus den 70-ern.

Nach Beendigung der Arbeiten packt Joe seine Werkzeuge und Geräte
zusammen und will zum nächsten Kunde fahren. Leider hat seine
Fahrzeugbatterie nicht mehr genügend Kapazität um den Motor zu starten.
„No Problem“ denkt Joe: „Auf der Rückbank liegt im roten
Kunststoffkoffer mein brandneues Starthilfekabel und der
grün-gelbe-Minidumper ist auch erst zwei Monate alt. Dessen Batterie
wird den Job schon schaffen. Andere Menschen haben Probleme, ich löse
Aufgaben. Let´s go Joe!“

Gedacht, getan. Joe fährt seinen Minidumper vom Tieflader, parkt ihn
neben der Motorhaube des Pickup-Trucks und kippt die Ladefläche um an
die Batterie zu kommen.

Er öffnet die Motorhaube des Trucks, holt den roten Koffer vom Rücksitz,
legt den Koffer vor den Dumper, entnimmt die Kabel und schließt sie
vorschriftsmäßig an. Danach setzt er sich auf den Fahrersitz seines
Trucks und dreht den Zündschlüssel. Der V8-Benzinmotor startet
problemlos. Das Autoradio erwacht auch wieder zum Leben und Jimi Hendrix
singt gerade „Hey Joe, i heard you shot your woman down …“. Doch Joe
Green denkt nicht im Traum daran seine Frau zu erschießen. Statt dessen
erinnert ihn der Song an ihre erste gemeinsame Nacht in Woodstock vor
40 Jahren und er ist fortan nicht mehr richtig bei der Sache.

Joe lässt den Motor weiterlaufen und entfernt die beiden Starthilfekabel
am Truck. (Den Wählhebel der Automatikschaltung hat Joe gedankenverloren
beim Aussteigen von „P“ auf „D“ gestellt.) Plötzlich ein lautes Krachen,
grellweiße Funken sprühen durch die Luft und Joe lässt reflexartig die
beiden Kabel in den Motorraum fallen. Sofort züngeln zwischen den Funken
Flammen auf. Das Feuerwerk endet ein paar Augenblicke später mit einem
lauten Knall am Minidumper. Dieser steht nun ebenfalls in Flammen und
Joe verspürt sogleich ein starkes Brennen in seinen Augen. In seinem vor
Schreck offenstehenden Mund macht sich ein saurer Geschmack breit. Der
V8 blubbert derweil munter weiter.

Joe taumelt benommen in Richtung Golfhaus um Hilfe zu holen. Leider ist
die Eingangstür verschlossen und er versucht sein Glück am
Hintereingang. Aber auch der ist zu und Joe begibt sich unter Schmerzen
und fast blind wieder zurück zum Parkplatz. Das Prasseln der Flammen und
der dumpfe Knall der zerspringenden Autoscheiben lassen Ihn nichts Gutes
ahnen.

Als er sein Fahrzeug fast erreicht hat, hört er das vertraute Geräusch
einer ins Schloss fallenden Motorhaube und gleich danach wird aus dem
V8-Blubbern ein Röhren das sich schnell nähert.
Joe kann sich gerade noch mit einem Sprung zur Seite retten bevor sein
brennender Pickup mit dem Tieflader im Schlepptau an ihm vorbeifährt.
Den Aufprall auf die Wand des Golfhauses hört Joe nicht mehr. Er ist
bewusstlos auf dem Parkplatz zusammengebrochen.

Als er wieder aufwacht liegt er mit verbundenen Augen im Rettungswagen
des Castle Rock Fire Department. Er hört, wie sich der braungebrannte
Paramedic und die hübsche EMTine über den „Oddjob“ unterhalten und dass
das Golfhaus jetzt wohl eine Zeitlang wegen der schweren Brandschäden
geschlossen sein wird.
Er muss sich eingestehen, dass nun auch Joe Green „serious problems“ hat
und beschließt, vorerst wieder ins Reich der Träume zurückzukehren.

Nachtrag:
Der Brandermittler hat übrigens bei seinen Untersuchungen vor Ort
weitere Feststellungen gemacht:
So waren die Starthilfekabel zwar mit einem Prüfzeichen der Underwriters
Laboratories (UL) gekennzeichnet, geprüft wurden diese Kabel jedoch nie.
Der weltweit agierende asiatische Hersteller von Elektrogeräten hatte
auf die mangelhaft isolierten Klemmen einfach eine Phantasieprüfnummer
und die Zeichen „UL“, „GS“ und „VDE“ aufgedruckt.

Auch die rätselhafte Frage, wieso sich das Fahrzeug selbstständig in
Bewegung gesetzt hatte, konnte vom Brandermittler nach dem Öffnen der
Motorhaube recht schnell gelöst werden:
Die bei älteren Fahrzeugtypen verwendete Metallstange zum Offenhalten
der Motorhaube hatte durch den Brand Ihre Festigkeit verloren und war
eingekickt. Die zuschlagende Motorhaube drückte die Stange dann gegen
den Gaszug wodurch der Vergaser auf „Vollgas“ gestellt wurde. In der
Folge setzte sich das Fahrzeug trotz geschlossener Feststellbremse in
Bewegung.

Ja, so könnte es gewesen sein. Oder auch nicht.
Auf jeden Fall haben die Ermittlungen Spaß gemacht.

Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Brandursachenermittlung: Auflösung” (davon )

  1. ffsto1 am 5. August 2009 14:47

    Die anderen Lösungen waren aber auch Interessant.
    Schade das man diese nicht mehr lesen kann.

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