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cph1(iw) Mehr oder weniger Zufällig über den „Brandvæsenets Dag 2009“ (Tag der Feuerwehr) in Kopenhagen gestolpert: am zentral gelegenen Raadhuspladsen wurde ein grosses Programm aufgefahren.

Dabei ein Paar Bilder geschossen. Ich hätte zwar tausend Fragen gehabt, aber ich kenne das aus eigener Erfahrung: man ist voll auf Kinder eingestellt, und dann kommt einer daher, der selber bei der Feuerwehr ist und a) unbedingt vergleichen und b) erzählen möchte, wie das bei seiner Feuerwehr geregelt ist.

Somit habe ich mich darauf beschränkt, ein bisschen zu beobachten:

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Das Kopenhagener Rathaus, davor die Feuerwehr.

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Zusätzlich zu den „normalen“ FA, die im HLF mitfahren und mitunter PA aufnehmen können, steht rund um die Uhr ein HLF mit extra „Rauchtaucher“ (Rögdykkere) bereit. Diese arbeiten primär mit Regenerationsgeräten. Habe ich erwähnt, dass Rauchtaucher eine unglaublich geniale Bezeichnung ist, weil sie die Tätigkeit beschreibt? Besser als Qualifikations- oder Funktionsbezeichnung :)

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Die Stadt Kopenhagen unterhält sieben Wachen, die neueste wurde kurz nach dem Krieg gebaut, die jeweils mit einem HLF (1/5) und Sonderfahrzeugen besetzt ist. Mehr nicht, und nein, Kopenhagen ist noch nicht abgebrannt. Die Ausrückezeit beträgt 1 Minute, die selbst gesetzte Eintreffzeit bei 10 Minuten. Schnitt: 5 Minuten. Die HLF sind von Rosenbauer und haben auch Hochdruckpumpen.

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Interessantes Detail, hier hätte ich gerne mehr erfahren: B-Schlauchtragekörbe mit Rollwagen. Schön weit unten, vermutlich einfach ausladen, Räder ausklappen und ab!

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Typisch Dänisch: die „BMW“-Felge.

Einen Großaufgebot hatten die Pioniere (Pionertjenesten), also sowas wie „die Technik“. Unter Anderem wurde der neue GW-G vorgestellt:

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Ich weiss nicht, ob die Presslufthörner so Stadtfreundlich angebracht sind :) Aus meiner Sicht viel interessanter jedoch die beiden Pionierfahrzeuge (GW / RW) bzw. die Konzepte dahinter: beides Staffelfahrzeuge, jeweils mit 1/3 und 1/1 besetzt:

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Einmal Econic, Mannschaftsraum mit Bustür

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Bei dem Wagen beachte man die Heckraumbeladung:

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Die drei Sackkarren führen alles mit um einen VU abzuarbeiten, inklusive Hydraulikaggregat:

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Ich werde ehrlich immer mehr zum Freund eines Systems, das spezialisierte Fahrzeug und Geräte vorhält, anstatt ein Bisschen was vom Allem mitzuführen. Hatte neulich ein Gespräch mit jemandem, der auch ein „First Reponder“-System befürwortet, also die lokale Feuerwehr ergreift qualfizierte Erstmassnahmen bist zum Eintreffen einer Spezialeinheit. An sich nichts Neues, aber es fehlt das Gerät (und die Ausbildung sowieso) um dieses abbilden zu können.

Ich sage nicht, dass das Kopenhagener Modell das alleroptimalste der Welt darstellt, ich find’s zumindest recht pragmatisch. Am ehesten dürfte es mit Berlin vergleichbar sein, hier rückt der technische Dienst als Einheit auch bei Bedarf nach. Vergleichbar auch die „Rescue Units“ in den USA, oder die „GW-VU“ aus Frankreich oder Belgien. Nachdenken sei erlaubt.

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Wie gesagt, ich hätte natürlich gerne mehr erfahren, aber vielleicht klappt es beim nächsten Mal. Nächste Woche ist ein Interview bzw. ein kleiner Einblick in Beredskabsstyrelsen angedacht, der erweiterte KatS / Zivilschutz, der allerdings wesentlich operativer aufgestellt ist als bei uns.

Viele Grüße aus Dänemak, dem (vermutlich) entspanntesten Land der Welt!

Kommentare

6 Kommentare zu “Tagebuch: Feuerwehr Kopenhagen” (davon )

  1. R.T.B. am 18. August 2009 01:26

    Interessanter Bericht aus einem interessanten Land, villeicht schaffst du es ja irgendwann mal mit, deine Fragen dort zu stellen ;-)
    Hatte mal eine Woche dort in einem Hotel mit Blick auf die Ausfahrt dieser Wache in der Innenstadt gewohnt und immer beim Ausrücken zugeschaut. Wenn da pro Wache nur ein HLF steht, wie schaut es mit Leitern aus? Meiner Erinnerung nach ist zu dem HLF meist noch ein teleskopmastähnliches Fahrzeug mitgefahren (oder zählst du das zu Sonderfahrzeugen?).

  2. Irakli West am 18. August 2009 08:05

    @R.T.B: hier sind ein ein paar weiterführende Infos zum Kopenhagener System. Ich denke, die „krassen“ AGT sind die mit den Kreislaufgeräten.

    Ich habe nichts von einem TGM oder einer HRB gelesen, denke sie fahren ausschliesslich Leitern (wohl auch Magirus). Interessant ist die Bobcatstige für Stellen, in die eine DL nicht hinkommt.

  3. Finn Peetz am 18. August 2009 08:25

    Die „Bobcatstige“ finde ich sehr interessant! Habe sie einmal in aktion gesehen und war überzeugt davon, dass so ein konzept durchaus auch Zukunft in anderen Ländern hat.  Vor allem in Hinterhöfen mit engen Einfahrten das optimale.

  4. Robert Sims am 18. August 2009 21:31

    Welchen Aufgaben haben denn die „Rauchtaucher“?
     

  5. Hilmar am 16. Oktober 2009 22:12

    Auf fünf Wachen stehen jeweils eine DLK 23-12 n.B. Iveco -Magirus, hinzu kommt noch eine Reserveleiter ebenfalls n.B. (Bj. 1994-2000). Auf den anderen beiden Wachen steht jeweils ein WLF mit Bobbycat ebenfalls + 1 Reservefahrzeug.
    Die Rauchtaucher sind soweit ich weiß auf der Wache Vesterbro stationert. Als Fahzeug haben sie ein TLF Volvo FLL 280 / Rosenbauer, Bj.2008. Sie werden im gesammten Sadtgebiet eingesetzt.
    Die Fahrzeuge der Pinoiertjensten befinden sich auf der Hauptwache und soll es in dieser Form in Dänemark nur in Kopenhagen geben.
    Übrigens haben die Wachen in Kopenhagen Buchstaben und keine Zahlen. Es  gibt die Wachen C (Christianshavns), D (Daemmingens), F (Faelledvejens), H Hovedbrandstation), T (Tomsgården), V (Vesterbro) und Ø (Østerbro).
    Des weiteren fährt / fuhr die BF auch im Rettungsdienst. Allerdings hat es da jetzt zum 01.10.2009 sehr starke Veränderungen gegeben. Deshalb kann ich zur Zeit da keine Einzelheiten nennen.
     

     
     

  6. Hilmar am 18. Oktober 2009 14:45

    Auf der HP von der BF Kopenhagen gibt es eine Auflistung der Einsatzfälle in denen eine oder beide Spezialgruppen (Pioniere + Rauchtaucher) zum Einsatz kommen.
    http://www.brand.kk.dk/neobuilder.php?id=200202011156117900000017400
     

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