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Gummersbach (Nordrhein-Westfalen) (hl). Vor dem Amtsgericht Gummersbach musste sich ein 63-jähriger Mercedes-Fahrer wegen Nötigung, Körperverletzung und Fahrerflucht verantworten. Am 22. März hatte sich ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person bei Alperbrück ereignet. Angehörige der Feuerwehr Wiehl und der Polizei hatten die Landesstraße gesperrt.

Mit seiner S-Klasse war der Mann „in zügigem Tempo“ in die Straßensperre hinein gefahren. Erst wenige Zentimeter vor einer Feuerwehrfrau hielt er seinen Wagen an. Ein Feuerwehrmann, der das Ganze gesehen hatte, forderte den Rentner auf seinen Wagen zu wenden. „Macht Platz oder ich fahre euch über den Haufen“, verlangte der Mercedes-Fahrer. Das geschah jedoch nicht. Daraufhin fuhr er den Feuerwehrmann an, der dadurch auf die Motorhaube stürzte und sich am Knie verletzte. Der Rentner flüchtete anschließend.

„Es ging Ihnen darum, im Auto ihre Macht zu beweisen“, urteilte der Richter. Ergebnis: Eine Geldstrafe in Höhe von 3.100 Euro und ein zwölfmonatiges Fahrverbot.

Quellen und Links:

Kommentare

7 Kommentare zu “Rentner durchbricht Absperrung – Fahrverbot und Geldstrafe” (davon )

  1. Carlo Schepers am 28. August 2009 19:49

    Ganz ehrlich finde ich dieser Rentner müsste mehr zahlen, wobei natürlich das Fahrverbot schon eine gute Strafe ist.
    Ich selbst habe des öfteren Parkplatzdienst gemacht und bin immer wieder erstaunt wie dreist und aggressiv viele Menschen im Auto sind.

  2. Daniel am 29. August 2009 01:50

    Hmm, also für die Tat finde ich das eine sehr milde Strafe. Weiß jemand, wie da das Strafmaß ist?

  3. jojo1985 am 29. August 2009 10:26

    Also ich finde dass der Fahrer da locker davongekommen ist. Wenn man sich mal überlget was der dort alles gemacht hat. Absperrung ignoriert, vorsätzlich!!! jemanden angefahren und dann zur Krönung auch noch Fahrerflucht. Ich hoffe er muss wenigstens nen MPU machen wenn er wieder fahren will. Die dürfte er ja wohl dann nicht bestehen.
    Ich finde es außerdem schade dass es nur so wenig Strafe gibt, wenn ich mir überlege wie oft Autofahrer immer wieder an Absperrungen einfach vorbeifahren und somit Einsatzkräfte gefährden. Aber das scheint ja wie so vieles einfach zum Risiko zu gehören, dass wir Feuerwehrleute einfach akzeptieren müssen und uns dagegen kaum zur Wehr setzen können.

  4. Harald Laier am 29. August 2009 11:25

    @Carlo @Daniel @jojo1985

    Ob die Strafe gerechtfertigt ist oder nicht – das ist das Ermessen vom Richter und nicht von uns.

    In die „Bewertung“ fließen viele Kriterien ein. Vielleicht war der Rentner bisher nie auffällig gewesen. Das heißt, dass er beispielsweise zum ersten Mal vor Gericht stand. Auch solche Gründe fließen in das Urteil ein.

    Natürlich ist sein „Fehltritt“ massiv. Auch ich sicherte schon öfters Einsatzstelle ab und habe dadurch Erfahrungen mit unseren autofahrenden Mitbürgern gesammelt, die ihren Ärger oder Zorn an mir ausließen.

    Ich persönlich finde, dass gerade das zwölfmonatige Fahrverbot gerechtfertigt ist. Ein Jahr lang kein Auto fahren zu dürfen zu schon hart. Das wirkt manchmal mehr als eine Geldstrafe.

  5. darthvader am 29. August 2009 11:40

    @Harald: Klar, das Strafmaß entscheidet der Richter -ist auch gut so. Trotzdem darf und soll man das kommentieren und diskutieren.
    Ich würde mir für sowas auch empfindlich höhere Strafen wünschen. Für einen Rentner, der S-Klasse fährt sind 3.100 EUR eher ein Taschengeld.
    Abgesehen von der strafrechtlichen Seite: wie sieht es zivilrechtlich aus? Hat der angefahrende Feuerwehrmann Schmerzensgeld und/oder Lohnausfall etc von dem Autofahrer bekommen. Ist da was bekannt?

  6. Harald Laier am 29. August 2009 12:30

    @darthvader

    Ist okay, wenn über das Strafmaß diskutiert wird. Schließlich darf jeder in unserem Land seine Meinung frei äußern. Ich wollte mit meinem Kommentar zur weiteren Diskussion eine Art Hilfestellung geben, damit das Ganze nicht „aus dem Ruder läuft“. Heißt, dass sachlich weiter diskutiert wird.

    3.100 Euro sind für den S-Klasse-Rentner ein Taschengeld – das sehe ich auch so.

    Von der zivilrechtlichen Seite her ist mir derzeit leider nichts bekannt. Interessiert mich nämlich auch. Vermutlich wird jetzt – nach dem bestandskräftigen Urteil –  ein entsprechendes Verfahren angestrengt. So meine bisherigen Erfahrungen in ähnlichen Verfahren.

  7. Stefan Schwarzer am 29. August 2009 17:43

    Hmm… wo sind denn hier die anderen Juristen? Dann also auf zum Erstpost:
     
    Zum Strafmaß 3100 EUR: Das ist schwer einzuschätzen, da aus dem Artikel hervorgeht, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Verstöße mit jeweils eigenen Strafrahmen vom Gericht zu diesem Strafmaß zusammengefasst wurde. Leider ist es unter Laien üblich, nur den Betrag im Auge zu haben, und nicht die Zusammensetzung aus Höhe und Anzahl der Tagessätze. Nur diese Angaben erlauben jedoch eine Einschätzung, wie schwer der Täter getroffen wird bzw. welche Strafwürdigkeit das Gericht gesehen hat.
     
    Zum „Fahrverbot“: Da es hier um ein Jahr geht, handelt es sich nicht um ein Fahrverbot, sondern um eine Entziehung der Fahrerlaubnis mit Sperrfrist für die Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis. Dass das Gericht diese Maßnahme trifft, bedeutet in der Gesetzessprache, dass die Tat gezeigt hat, dass der Täter zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist – ein erheblicher Spruch!
    Die Sperrfrist beträgt mindestens 6 Monate und (grundsätzlich) maximal 5 Jahre, das hier ausgesprochene eine Jahr ist allerdings quasi ein „Standardwert“.
     
    Auf welchem Wege eine neue Fahrerlaubnis erlangt werden kann, wird von der Verkehrsbehörde festgelegt. Kann eine MPU sein, eine neue theroetische und/oder praktische Fahrprüfung, volles Fahrschulprogramm oder eine Mischung aus alledem.
     
    Die zivilrechtliche Haftung für jedwede Schäden ist rechtlich völlig unabhängig von der strafrechtlichen Bewertung.

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