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(sc). Vor dem Hintergrund der gesetzlich festgelegten Straßenbreite in Kalifornien, wird in den USA derzeit die Frage aufgeworfen, ob es sinnvoll sei, Feuerwehrfahrzeuge schmaler zu bauen, um z.B. eine erhöhte Wendigkeit der Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen zu erreichen. Dabei wir die kalifornische Situation und die Konstruktion der Fahrzeuge mit denen in Europa verglichen.

Es wird konstatiert, dass die Größe und das Gewicht von Feuerwehrfahrzeugen von taktischen Überlegungen und der Pumpenkapazität (inkl. Wassertank) abhängig sind. Entwicklungen insbesondere die Motoren betreffend, führten in den letzten Jahren zu einer weiteren Vergrößerung der Fahrzeuge. Im Zuge der Diskussion um schmalere Straße ist nun die Größe von Feuerwehrfahrzeugen ein wichtiger Aspekt. Dabei schaut man über den Teich nach Europa, wo es a) schmalere Straßen und damit b) kleinere Feuerwehrfahrzeuge gibt. Allerdings, so die Autoren des Artikels, gingen kleinere Feuerwehrfahrzeug mit reduzierter Pumpenleistung einher. Dennoch habe das europäische Feuerwehrfahrzeug hinsichtlich Manövrierbarkeit und Kosten Vorteile.

Nachzulesen ist diese Darstellung in dem Factsheet „Emergency Services and Storm Water Management“ (PDF), von dessen Autoren, Timothy Lawrence und Monique Myers, ich um Freigabe eines Fotos gebeten wurde.

Tanker/Pumper (TLF)

Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Kreuzlingen/Schweiz. (Link zum Foto)

Einige Anmerkungen:

Es entsteht der Einruck, dass Löschen mit europäischen Feuerwehrfahrzeugen aufgrund der geringeren Pumpenleistung (und Wassertransportkapazität) schlechter möglich sei. Bestes Gegenargument ist wohl der Verweis darauf, dass seit über 150 Jahren keine europäische Stadt in Friedenszeiten abgebrannt ist (Hamburg 1842). Andererseits wird die Größe der europäischen Feuerwehrfahrzeuge allein an der Straßenbreite festgemacht. Das ist so nicht ganz richtig. Die unterschiedlichen Kapazitäten europäischer und amerikanischer Feuerwehrfahrzeuge bemessen sich auch an der Art des Hausbaus und der vorherrschenden Baumaterialien sowie der tatsächlichen Verfügbarkeit von Wasser in öffentlichen Leitungssystemen. In den USA wird überwiegen mit Holz gebaut, das bedingt einen höheren Bedarf an Wasser.

Natürlich spielt auch die Verfügbarkeit von  Serienchassis bzw. die Fähigkeit Serienchassis für Feuerwehrfahrzeuge verwenden zu wollen eine gewichtige Rolle. In den USA ging der Trend bisher immer dazu eigens für Feuerwehrfahrzeuge entwickelte Chassis zu nutzen, als auf günstige Serienmodelle zurückzugreifen.

Die Diskussion um die Größe der Fahrzeuge zeigt nun, dass man in de USA an einem Punkt angekommen ist, ab dem es kritisch zu werden scheint, das Motto „Größer ist Besser“ also hinterfragt wird. Dieses Motto setzt sich leider auch in Europa fest. Unter dem Zwang Personal und Fahrzeuge zu sparen und möglichst viel Material im Erstzugriff zur Verfügung zu haben, bekommen die Fahrzeuge eine Größe, die es in schmalen Straßen sehr eng werden lässt. Zusätzlich sind europäische Feuerwehren aber auch mit einem gewissen Mangel an für die Feuerwehr geeigneten Fahrzeugchassis konfrontiert. Ergo muss eine Feuerwehr das nehmen, was der Markt hergibt.

Unterm Strich reiht sich die Diskussion in ein grundlegendes Problem ein: Schnelle Verfügbarkeit, bei hoher Wendigkeit und maximaler taktischer Vorteil. (Autor: Stefan Cimander, www.fwnetz.de)

Kommentare

9 Kommentare zu “USA: Diskussion um Größe von Feuerwehrfahrzeugen” (davon )

  1. Cimolino am 15. Oktober 2009 18:12

    Hallo,

    die USA hinken m.E. der technisch-taktischen Entwicklung der HLF um Jahrzehnte hinterher. Verchromte oder vergoldete Stoßstangen, riesige LKW-Fahrgestelle mit auch heute noch (fast) nicht schallgedämmten Kabinen, einer relativ wild verteilten Ausrüstung sind vielleicht traditionell, sinnvoll aber nicht.
    Ist die Pumpleistung (wie in den USA häufig) weit höher als die mitgeführte Wassermenge, der übliche Wasserverbrauch usw. wirds umso fragwürdiger.
    Und das hat auch alles NICHTS mit der anderen Taktik (truckwork) zu tun.

  2. Hubert Schmid am 19. Oktober 2009 16:55

    Vergleicht man die Ausstattung  eines deutschen HLF oder österreichischem RLF mit einem „vergleichbarem“ amerikanischen Produkt fällt die überproportionale Größe dieser Fahrzeuge auf. In Zeiten der Rohstoffknappheit eine längst überfällige Diskussion.  Aber Amerika ist ja derzeit in vielem im Wandel…….

  3. diggler am 20. Oktober 2009 03:52

    Ja, die Zeiten wandeln sich auch in Nordamerika ;-)
    Die verchromten Stossstangen werden wohl seit diesem Jahr weitgehend der Vergangenheit angehoerten, da nach der neuen NFPA fuer Feuerwehrfahrzeuge die sogenannten „Chevrons“ vorgeschrieben sind.
    Die Fahrzeugkabinen sind nunSchallgedaempft und muessen nun sogar „Roll Over protection“ sprich Airbags o.ä. haben.
    Was die Pumpenleistungen angeht, wird sich wohl nichts aendern koennen, da hier weiterhin mit Holz gebaut wird (Renewable Resource) und wir einfach soviel Wasser brauchen um nicht gleicht ganze Häuserblocks zu verlieren.

    Na wir schauen mal was die Zukunft so bringt und was die Feuerwehrfahrzeugindustrie noch ändern muss, vorallem im Hinblick auf den Kraftstoffverbrauch. Diese Monster fressen schliesslich bis zu 1 Liter Diesel auf 1 km (!!).

  4. Cimolino am 20. Oktober 2009 08:17

    @Diggler
    Wieviel Wasser führt Ihr mit?
    Wie dick sind Eure Schläuche zur Speisung und welcher Druck kommt da am Fzg normalerweise an?
    Was leistet nominell die Pumpe?
    Und wieviel Schläuche JE Fahrzeug werden normalerweise vorgenommen? (M.W. ist das Fahrzeug der Verteiler und je Fahrzeug kann nach wie vor normalerweise nur EIN Trupp gestellt werden, der ggf. 2 Rohre vornehmen kann, oder?)

  5. Stefan Cimander am 20. Oktober 2009 08:50

    @Diggler Wäre es möglich, wenn Du ein oder mehrere Fahrzeuge in einem Artikel vorstellst und ggf sogra mit einem dt- LF vergleichen könntest?

  6. Philipp am 20. Oktober 2009 12:34
  7. Stefan Cimander am 20. Oktober 2009 12:40

    @Philipp … der Artikel ist mir bekannt, da ich ja auch das Interview mit ihm gemacht habe. Konkret geht es bei meiner Aufforderung an ihn gezielt bestimmte Fahrzeuge vorzustellen und Vergleiche mit dem entsprechenden d. Fahrzeuge anzustellen und dabei dann die von UC aufgeworfenen Fragen zu beantworten ;-)

  8. Philipp am 20. Oktober 2009 14:12

    Hat er nicht eigentlich noch ein Fahrzeug vorgestellt? Ich hab da irgendwas mit einem Rescue Truck in Erinnerung.

  9. diggler am 21. Oktober 2009 02:13

    Ich werde mich mal an eine Detailbeschreibung unsere Pumps machen, dass Vergleichen ueberlasse ich dann aber jemand anderem, da ich ja doch nicht mehr up to date bin was die neueste Generation der deutschen FW Fahrzeuge angeht (mein Technikstand endete mit LF 16/12).

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