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Kusel (RLP) (hl.) Ohne personelle Konsequenzen, jedoch mit der Verkündung, dass ein Mediator helfen soll, endete die Ratssitzung zum Feuerwehrstreit am Montagabend in Kusel. Laut wikipedia steht ein Mediator „in der Psychologie für den Vermittler in einem Kommunikationsprozess“. Bereits am morgigen Donnerstagabend während der Übungsstunde findet das „Coaching“ statt. Der Mediator kommt von der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule des Landes Rheinland-Pfalz in Koblenz.

Abschied an Halloween?
Die Zeit drängt. Laut der heutigen Rheinpfalz-Ausgabe „Westricher Rundschau“ wollen sich am Samstagabend Punkt Mitternacht 43 Männer und Frauen vom Feuerwehrdienst verabschieden, wenn Wehrleiter Manfred Milak im Amt bleibt. Die Kreisstadt Kusel hätte ab diesem Zeitpunkt keine funktionierende Feuerwehr mehr. Zudem haben einige Wehrführer und deren Stellvertreter aus der Verbandsgemeinde Kusel ihre Rücktritte zum gleichen Zeitpunkt angekündigt. Von Seiten der Rheinpfalz wird vermutet, dass aus diesen Einheiten weitere Wehrleute ihren Helm an den Nagel hängen. Dadurch wären auch die Feuerwehren Theisbergstegen, Pfeffelbach, Etschberg und Schellweiler personell geschwächt. Sogar drei Jugendfeuerwehren werden dann die Nachwuchsarbeit einstellen müssen. Die Jugendwarte haben ihren Rücktritt ebenfalls angekündigt.

Keine Details zu Sitzung, Bürgermeister beruhigt
Zum Verlauf der nichtöffentlichen Sitzung äußerte sich Bürgermeister Stefan Spitzer nicht. Er sei mit einem vorgefassten Entschluss in den Rat gegangen. Allerdings wollte er die Meinung der Ratsmitglieder in Erfahrung bringen. Die Diskussion mit den Ratsmitgliedern hätten „sinnvolle Anregungen“ gebracht. Daher habe er – vorerst – von einer endgültigen Personal-Entscheidung Abstand genommen. „Er hoffe noch auf eine Wendung zum Guten ohne Konsequenzen.“, so der heutige Zeitungsbericht. Spitzer betonte jedoch, dass bereits Alarmierungspläne ausgearbeitet seien, damit der Brandschutz in und um Kusel sichergestellt sei – egal, wie sich die Sache entwickle.

Breitere Wehrleitung und Menschenführung für Führungskräfte
Der Rathauschef denkt zudem darüber nach, die Wehrleitung auf eine neue und breitere Grundlage zu stellen. Statt einen könnten es künftig zwei Stellvertreter sein. Zudem könnte man den Mitgliedern der Wehrleitung unterschiedliche Einsatzbereiche und getrennte Aufgaben zuweisen. Auf die Frage, ob das die „Beschneidung der Kompetenzen des Wehrleiters bedeute“, antwortete Spitzer, dass es sinnvoll sei, die Strukturen in einem solch verantwortungsvollen Bereich wie dem Feuerwehrwesen weiterzuentwickeln. Auch der Fachbereich Feuerwehr innerhalb der Verwaltung solle weiterentwickelt werden.

Auch sei auf die Schulung von Führungskräften im Bereich „Menschenführung“ größeren Wert zu legen. Dadurch erhofft sich der Bürgermeister mehr Qualität in der Führung von Untergebenen und werde sowieso immer bedeutender. Unabhängig von den „bereits herrschenden Unzulänglichkeiten“.

Feuerwehrleute demonstrieren vor Rathaus
Vor Sitzungsbeginn hatten sich rund 50 aktive Wehrleute vor dem Rathaus versammelt. Demonstrativ gab der bisherige Kusler Wehrführer Thorsten Schmitt seinen Schlüssel der Feuerwache an den Bürgermeister zurück. Die Szene ist auch bebildert. Verschiedene Ratsmitglieder sprachen mit den Wehrleuten, die ein Flugblatt verteilten. Darauf war zu entnehmen, welche Fertigkeiten bei der Feuerwehr wegfallen könnten. Beispielsweise könnte die DLK aus Kusel nicht mehr eingesetzt werden, weil alle drei Maschinisten ihren Rücktritt erklärt haben. Nicht nur in der Kreisstadt, sondern auch in Teilen des Landkreises kommt das Hubrettungsfahrzeug zum Einsatz.

Aber auch der derzeitige Wehrleiter Milak hatte seine Unterstützer. Nicht nur in der Sitzung selbst, sondern auch vor dem Rathaus. Vor allem aus seinem Heimatort Herchweiler hatten sich Wehrleute versammelt. Auf einem Spruchband forderten sie die „Intrigen“ müssten ein Ende haben. Ein Bild hierzu auf der Startseite von feuerwehr-herchweiler.deDas gleiche Bild auf der Startseite von feuerwehr-konken.de

Zahlen runden Bericht ab
In einem umrandeten Extra-Bericht stellt die Rheinpfalz die Feuerwehr in Zahlen vor. So sind laut Kreisverwaltung Kusel derzeit 1.689 Feuerwehrleute aktiv. Davon in der Verbandsgemeinde Kusel 305. Bliebe es bei den angekündigten Rücktritten sind laut der Feuerwehr Kusel einige Schlüsselpositionen „verwaist“. Darunter auch hochqualifizierte Wehrleute. Derzeit gibt es:

  • sieben Atemschutzgerätewarte,
  • acht Ausbilder für die Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ),
  • drei DLK-Maschinisten,
  • vier Schulklassenbetreuer sowie
  • drei Alarm- und Einsatzplaner.

Aktuell gibt es in der Verbandsgemeinde Kusel drei Kreisausbilder und elf ausgebildete Zugführer. Nach den Austritten wären es nur noch ein Kreisausbilder und fünf Zugführer.

Bisherige Berichte im FWnetz

Kommentare

7 Kommentare zu “Feuerwehrstreit Kusel: Mediator kommt” (davon )

  1. Michael Linkenbach am 28. Oktober 2009 12:39

    Drei DLK-Maschinisten erscheint mir sehr wenig. Und es zeigt wieder wie verwundbar eine Feuerwehr ist wenn sich alle Schlüsselpositionen auf eine Wehr konzentrieren.
     

  2. togl am 28. Oktober 2009 13:57

    Über die Zahl der Maschinisten habe ich mich beim lesen des Artikels auch gewundert.
    Erscheint mir viel zu wenig! Zumal eine DLK idealerweise mit 2 Maschinisten besetzt sein sollte (vgl. Empfehlungen von drehleiter.info). Wir selber haben etwa 20 DLK-Maschinsten um dieses Ziel sicher erreichen zu können.

  3. Tobias am 28. Oktober 2009 15:56

    jepp .. ist mir auch aufgefallen .. 3 Maschinisten bei 305 Angehörigen? kann ja eigentlich nicht funktionieren

  4. Harald Laier am 28. Oktober 2009 18:35

    Anzahl der DLK-Maschinisten

    Ich habe eben in Kusel nachgefragt. Es gibt drei Ausbilder für die DLK-Maschinisten. Mindestens 15 Feuerwehrangehörige dürfen das Hubrettungsfahrzeug bedienen und fahren. Genaue Anzahl wusste mein Bekannter leider nicht. Anscheinend hat der Pressevertreter etwas falsch aufgefasst.

  5. JayeM am 28. Oktober 2009 19:17

    War ja klar, daher darf man solchen Zahlen der Presse zu 90% nie Glauben. Die Presse verwechselt einfach zu viel, sie wissen vieles nicht und meinen teilweise BILD Niveau sei cool und wert, es nach zu machen.
     
    Wie viel Wahrheit in solchen Presseberichten steckt weiß man daher nicht.
     
    Gruß

  6. Gregor Wilcken am 28. Oktober 2009 20:04

    sorry, mal ein ganz doofe frage (ich habe diese geschichte bisher nicht verfolgt!). Was haben die leute gegen ihren Amtsleiter??

  7. JayeM am 28. Oktober 2009 20:27

    da steht etwas:
    http://www.fwnetz.de/2009/10/20/feuerwehr-kusel-details-zu-streit/
    Was davon wirklich wahr ist weiß man natürlich nicht.
     

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