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(sc). Wer sich erinnert, der Gesetzgeber hatte entschieden, dass im Zuge der europaweiten Vereinheitlichung der Notrufnummern nur noch die 112 für nichtpolizeiliche Notrufe zulässig ist. Gerade in Baden-Württemberg und Bayern existierte mit der Nummer 19222 jedoch eine von den Rettungsdiensträgern forcierte, offiziell aber nie als Notrufnummer anerkannte Pseudo-Notrufnummer. Mit einer Frist zum 1.07.2009 sind alle Rettungsdienstträger in Baden-Württemberg durch das Sozialministerium aufgefordert worden, die 19222 als Notrufnummer von Notfallfahrzeugen und anderen Formen der Bekanntmachung zu entfernen und durch die 112 zu ersetzen. Gleichzeitig sollte fortan die kostenpflichtige 19222 ist demnach nur noch für den Krankentransport gelten. Dem kamen die Träger der Rettungsdienste nur sehr widerwillig und unter großem Protest nach. Man bemühte die Keule der Verschlechterung der Versorgung und prophezeite, dass mit der Nummer 112 nun viele Menschen sterben werden.

Ich hatte mich vor einigen Monaten ebenfalls als Orakel betätigt und behauptet, dass uns die 19222 auch 2010 und den folgenden Jahren verfolgen wird. Nun haben wir aber noch 2009 und das Deutsche Rote Kreuz rollt die 19222 vs. 112 Lawine erneut los.

Der DRK-Kreisverband Karlsruhe informierte in der vergangen Woche seine Mitglieder über eine Sitzung bezüglich der ILS in Karlsruhe. Interessant ist dabei das, was unter Punkt zwei bekannt gegeben wird: Dort heißt es, dass man weiterhin darauf hinwirken will, dass es eine eigene Notrufnummer („medizinische Notrufnummer“) für den Rettungsdienst in Deutschland geben soll.

Mir ist schleierhaft, was das soll, denn eine weitere Notrufnummer nach 110, 112 und dem Behördennotruf 115 würde unsere MitbürgerInnen vollends verwirren. Gerade dieses Argument hatten Befürworter der 19222 einst gegen die 112 vorgebracht: Weil den Leuten die 112 nicht bekannt sei (sic!), müssten diese demzufolge mit einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung rechnen, weil man ja unter der bekannten Rettungsdienstnotrufnummer 19222 (sic!) die Notrufe nicht mehr entgegen nehmen dürfe.

Ein neuer Rettungsdienst-Notruf wäre aber noch unbekannter als alle schon existierenden Notruf- und Pseudonotrufnummern! In dem Vorstoß eine eigene medizinische Notrufnummer einrichten zu wollen, sehe ich also nichts anderes als den Versuch, die 19222 hintenrum wieder einführen zu wollen.

Passend dazu berichtet der DRK-Kreisverband Karlsruhe heute auf seiner Webseite, über neue, in Dienst gestellte Fahrzeuge. Gleich im ersten Satz schafft man Fakten: „Gesetzliche 15 Minuten darf es dauern, bis die Rettungskräfte ab dem Notruf 19 222 an gerechnet maximal brauchen dürfen, um beim Notfallpatienten oder an der Unfallstelle einzutreffen.“

In diesem Sinne: 19222 – da werden Sie geholfen!

P.S.: Liebe Kommunen aus BW, das geht auch euch etwas an! Ihr habt jahrelang versagt integrierte Leitstellen zu schaffen und habt euch stattdessen hinter dem Argument der Kosten und dem Verweis auf den vermeintlich optimalen Status quo versteckt.

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Kommentare

2 Kommentare zu “Kommentar: Notruf 19222 – Sie retten Dein Leben” (davon )

  1. Stefan Cimander am 17. Dezember 2009 12:49

    Ein Hinweis: Inzwischen wurder Artikel DRK erhält vier neue Eunsatzfahrzeuge aktualisiert und tritt nun ohne die Notrufnummer 19222 auf. Damit man mir das aber glaubt, habe ich natürlich Screenshots angefertigt. Insofern also keine unwahre Behauptung, falls dieser Kommentar versucht wird auf anderen Wege „anzufechten“.

    Danke auch an die zustimmenden Emails die ich bekommen habe.

  2. Geza Grün am 22. März 2010 00:55

    Wie der Behörden Spiegel berichtet wird der Vorstoß des DRK-Kreisverbandes Karlsruhe nun ebenfalls auf Bundesebene unterstützt.

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