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Winter time in Edmonton

(DJ) Edmonton war gestern der kälteste Ort in Nordamerika (Arktic eingeschlossen) und der zweitkälteste Ort in der Welt (nach Sibirien). Die Tiefsttemperatur von -46.1 Grad Celsius wurde gestern Morgen am Downtown Airport gemessen und mit einer leichten Briese war die gefühlte Temperatur (Wind Chill) sage und schreibe – 58.4 C.

Die Temperaturen losten einige Stromausfalle aus, da viele ihre Fahrzeuge einstecken mussten um die Motoren und Baterien vom Einfrieren abzuhalten. Diese sogenannten „Block Heater“ sind so ziemlich Standart in allen Fahrzeugen in Canada. Ein fehlerhafte „Block Heater“ loste aber auch ein Garagenfeuer auf Edmontons Nordseite aus und PKW Feuer sind in der kalten Jahreszeit nicht ungewohnlich, da viele ihre Fahrzeuge warmlaufen lassen.

Freezing Firefighting

Die Feuerwehr bekommt zu dieser Zeit auch immer eine Menge Brandmelder Einsatze, da vielerorts die Sprinkleranlagen einfrieren und die Leitungen zum Platzen bringen.

Um das Funktionieren der Einsatzfahrzeuge zu gewahrleisten, folgen wir in Edmonton strikten Richtlinien. Alle Schlauchleitungen und Stahlrohre mussen getrocknet werden und alle Pumpenabgange trockengelegt sein. Alle Kupplungen werden mit Spezialfett behandelt um Wasser abzuweisen und alle Pumpen mussen standig mit Wasser gefullt sein. Wenn man dann an einer Einsatzstelle ankommt, wird das Wasser von der Pumpe in den Tank zirkuliert. Alle Fahrzeuge sind mit wenigstens zwei Eimern Streusand und einem Behalter Streusalz ausgestattet. Die Pumpenstande und Pumpenraume sind vom Hersteller mit Heizungen ausgestattet und alle Fahrer haben dieMoglichkeit sogn. „Ice Cleats“ anzuziehen um ausrutschen zu verhindern.Tough on equipment

Wenn es um die Brandbekampfung geht, ist das Geheimniss „Personalrotation“. Es braucht nicht lange, bis unsere Atemanschlusse einfrieren und die Maskenvisire frieren auch in Sekundenschnelle zu. So kann aus einem Standart 1-Alarm Feuer schnell ein 2-Alarm Feuer werden, da man einfach mehr Personal vor Ort braucht. Bei grosseren Einsatzen hilft uns dann „Edmonton Transit“ aus und stellt beheizte Linienbusse fur unsere Leute und evtl. Betroffene zu verfugung.

Erfrierungen (Frostbite)  sind dabei die grosste Gefahr fur Einsatzkrafte und konnen schon nach weniger als 5 Minuten eintreten wenn die Haut den Elementen ausgesetzt ist. Deshalb fur jeder FA auch einen zweiten Satz Socken, Handschuhe, T-shirt und Hosen mit sich.

Die Stadt hat fur die Feuerwehr immer ein paar „Steamer Trucks“ in Bereitschaft. Diese werden eingesetzt um mit heissem Dampf eingefrorene Schlauchkupplungen, oder sogar Fahrzeugreifen wieder frei zu bekommen.

(Sorry, aber mir sind die Umlaute ausgegangen ;-))

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Kommentare

18 Kommentare zu “Zu kalt um Hockey zu spielen- oder Feuer zu löschen” (davon )

  1. Philipp am 14. Dezember 2009 20:21

    Wie sieht das eigentlich mit der sonstigen Technik aus? Vor allem alles was einen Akku besitzt. Soweit ich weiß, haben die meisten Akkus doch Probleme mit sehr niedrigen Temperaturen. (Oder gibt das Problem nicht mehr?)
     
    Und wenn ich mir so die Bilder anschaue muss ich doch schon schmunzeln ;), wird doch bei uns schon gestöhnt, da das Thermometer gerade die 0°C-Marke geknackt hat …

  2. diggler am 14. Dezember 2009 20:38

    Jede Technik hat ihre Grenzen und auch bei den Akkus sind die schnell erreicht vor allem wenn die Funke auch noch nass wird :-(

  3. Sebastian Busch am 14. Dezember 2009 22:55

    Diggler,

    mehr davon!

  4. Harald Laier am 14. Dezember 2009 23:03

    Mann, Diggler. Wenn sich mal ein Kamerad über die aktuellen Temperaturen in Deutschland beschwert, dann zeige ich ihm mal Deinen Bericht. Minus 58,4 Grad Celsius ist kalt! *frier

  5. diggler am 14. Dezember 2009 23:30

    Aus der Edmonton Sun:

    „But the coldest day ever recorded in Edmonton remains unbeaten at -48.3 C with a windchill of -61 C on Jan. 26, 1972“

    Ist also alles realtive ;-)

  6. Florian Sperber am 15. Dezember 2009 14:02

    Interessanter Bericht!
     
    Wie sieht die Belastung für die Einsatzkleidung bei solchen Temperaturen aus (Verschleiß, Schäden etc.)?

  7. JayeM am 15. Dezember 2009 14:46

    Schade das die Fotos nur so klein sind, aber schöner und interessanter Bericht!!

  8. paedsen am 15. Dezember 2009 17:20

    Ich schließe mich meinem Vorredner an. Gibts ne Möglichkeit die Bilder in einer besseren Qualität zu bekommen und als abschreckendes Beispiel für den nächsten Stammtisch verwenden zu dürfen?

  9. diggler am 15. Dezember 2009 20:49

    @Florian Sperber: Mir sind jetzt keine besonderen „Kaeltebeschaedigungen“ bekannt und ich konnte auch noch keinen „sichtbaren“ Mehrverschleiss feststellen.

    Die Bilder sind von mir „gestohlen“ worden. Leider sind die hiessigen Fotografen recht pingelig mit offiziellen Freigaben und Kopien werden nur kostenpflichtig weitergegeben mit der Auflage diese dann auch nicht weiter zu kopieren. Ich hoffe mal, dass mich hier niemand verpfeift;-) Ich bin ja der Ansicht, dass Aufnahmen die ohne die Einwilligung der Abgebildeten waerend der Ausuebung ihrer oeffentlichen Aufagben gemacht wurden, auch oeffentlich gezeigt werden koennen. Aber leider wird das Rechtlich wohl anders gesehen :-(

    Da aber auch die Verbreitung von kleinen Kopien urheberrechtlich bedenklich ist, fuege ich einfach mal die Originalen an. Schlimmer kanns ja nicht werden. Und wenn doch, muesen wir diese halt entfernen, gelle.

    Um Irakli zu beruhigen, moechte ich noch hinzufuegen, dass bisher alle von mir veroeffentlichen Fotos von mir kamen oder mit einwilligung der Besitzer benutzt wurden.

     

  10. Caesia am 16. Dezember 2009 00:12

    Bin zur Zeit in Edmonton und ich kann nur sagen so kalt war mir noch nie. Lucky das ich mir noch nichts abgefroren habe, wobei meine nase kurz davor war und meine Finger und Zehen.
    Über deutsches Winterwetter werde ich mich glaub ich nicht mehr beschweren :)

  11. Schnaeckschen am 16. Dezember 2009 00:26

    Puhhh, gut, dass ich im Sommer in Edmonton war bei angenehmen +20°C  *gg*. An so was da darf ich ja gar nicht denken… mir sind schon die derzeitigen -6°C zu viel :-(.

  12. Timo Ro. am 16. Dezember 2009 14:59

    Sehr interessanter Bericht und eindrucksvolle Bilder! Super

  13. Eiseskälte… « …all about Blaulix am 16. Dezember 2009 20:10
  14. diggler am 17. Dezember 2009 05:28

    @caesia: Wielange wirst du denn hier sein?? Interesse an einem Station Besuch?? Soll ja jetzt waermer werden *LOL*

  15. Caesia am 18. Dezember 2009 00:28

    @diggler: Bin noch ne Weile hier also klar würde mich freuen. Bin aber kein Feuerwehrmann oder -frau *lol*
    Hatte den Bericht bei der Suche nach nem deutschsprachigen Artikel über die Wetterverhältnisse hier (Edmonton) gefunden, den ich meiner Family schicken konnte.

  16. diggler am 18. Dezember 2009 05:32

    @Caesia: Wir geben auch nicht Feuerwehrlern Touren ;-)

    dirkjaniak@firehall.com

  17. plastic_tree am 25. Januar 2010 10:36

    Hallo,
    ich finde den Bericht auch sehr interessant. Als Kind habe ich mal meine Weihnachtsferien in Sibirien verbracht und habe eine Vorstellung, wie so ein Winter sein kann!
    Mal eine sehr ernsthafte Frage: Ich mache gerade den Grundausbildungslehrgang. Da ich eine Frau bin, hat sich unter den Kollegen auf unserer Wache, wo ich später Dienst machen soll, eine massive Gegenwelle aufgebaut. Ich liebe meinen Beruf, und habe nicht vor, aufzugeben. Doch ich kann mir fast nicht vorstellen, mit meinen jetzigen Kollegen zu arbeiten. Deswegen habe ich mir überlegt, auszuwandern. Mein Favorit ist Canada ich lasse mich aber gerne umstimmen. Was meinst du dazu Diggler?
    Vielen Dank für ernsthafte Antworten!

  18. diggler am 11. Februar 2010 01:45

    Erstens: Starte doch mal ein Thema im Forum.

    und zweitens:

    Autsch!

    War das wirklich eine ernsthafte Frage??

     

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