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Berlin (hl). Nachdem bundesweit während Weihnachten mindestens zwölf Menschen bei Bränden ums Leben kamen fordert der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) erneut eine generelle Rauchmelder-Pflicht.

„Die meisten Brandopfer der Weihnachtstage waren in den Abend- und den frühen Morgenstunden zu beklagen. Dies ist ein starkes Indiz dafür, dass Menschen vom Feuer überrascht wurden. Der Deutsche Feuerwehrverband sieht sich deshalb in seiner Forderung nach einer gesetzlichen Einbaupflicht für Rauchwarnmelder in Privatwohnungen in allen Bundesländern bestätigt. Bislang ist dies erst in acht von 16 Bundesländern der Fall“, erklärte der DFV-Präsident.

Zu den acht Bundesländern zählen laut Rauchmelder retten Leben Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Vor dem Hintergrund des Gasunglückes in Frankfurt am Main appelliert der DFV auch an die Politik, die Standards bei der Überwachung von Heizungsanlagen nicht abzusenken. „Kohlenmonoxidvergiftungen durch defekte Heizungsanlagen sind im Verhältnis zu anderen Ländern bei uns seltene Ereignisse, weil das Schornsteinfegerhandwerk bei uns vorbildlich organisiert ist“, sagte Kröger.

Abschließend dankte Kröger den Einsatzkräften „Allen Feuerwehrmännern und -frauen, die zu Weihnachten und zum Jahreswechsel rasche Hilfe bringen, danke ich sehr. Meine besondere Achtung gilt den Feuerwehrangehörigen, die bei den schweren Brandereignissen an den Weihnachtstagen im Einsatz waren. Den Angehörigen der Todesopfer bei diesen Bränden gilt auch das Mitgefühl der Feuerwehren.“

Quelle: DFV-Presseinformation vom 27. Dezember 2009

Kommentare

23 Kommentare zu “DFV: Erschreckend viele Brandopfer zu Weihnachten” (davon )

  1. diggler am 28. Dezember 2009 00:17

    In welchen Bundeslaendern gab es denn die Brandtoten? Hätten Rauchmelder was geholfen?
    In Kanada sind Rauchmelder schon seit Jahren vorgeschrieben, aber wir Reden uns jedes Jahr den Mund fusselig, dass die Leute ihre Rauchmelder auch testen und die Batterien regelmässig auswechseln.

  2. Jochen Petzinger am 28. Dezember 2009 01:41

    Unna (5 Tote) – Nordrhein-Westfalen – keine Rauchmelderpflicht
    Herten (1 Toter) – Nordrhein-Westfalen – keine Rauchmelderpflicht
    Wandlitz (2Tote) – Brandenburg – keine Rauchmelderpflicht
    Donzdorf (1Tote) – Baden-Württemberg – keine Rauchmelderpflicht
    Freiburg (1Toter) – Baden-Württemberg – keine Rauchmelderpflicht

    Frankfurt (3 Tote) – Hessen (CO-Vergiftung durch Gastherme) – Rauchmelderpflicht für Neubauten

    Die Märkische Oderzeitung spricht von min. 18 Toten
    http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Aus+aller+Welt/id/309436

  3. diggler am 28. Dezember 2009 05:40

    Na vielleicht werden die Damen und Herrn Polikiter jetzt schlauer und andern die Gesetze in den restlichen Bundeslandern. Leider muss immer erst jemand (in diesem Falle eine ganze Menge) sterben bevor was geändert wird.

  4. Jens Fischer am 28. Dezember 2009 12:37

    Wäre jetzt eigentlich eine super Sache für einen Verband hier massiv eine Kampagne für eine Rauchmelderpflicht zu fahren…

  5. LarsR am 28. Dezember 2009 12:41

    @diggler:
    Das bezweifele ich, siehe Link unten – wer Parallelen findet, darf sich denken, dass schon längst etwas passiert ist …

    Nachdem er 2005 große Töne gespuckt hat, aber die Wirkung ausblieb, ließ es sich unser nordrhein-westfälischer Innenminister auch in 2009 nicht nehmen, nach Moers (4 Tote) und Schwelm (4 Tote) jetzt auch in Unna mit betroffener Miene herumzulaufen.

    http://www.im.nrw.de/pe/pm2005/news_1534.htm

  6. Jochen Petzinger am 28. Dezember 2009 14:06

    ich ergänze nach moz:

    Hannover (1 Tote) – Niedersachsen – keine Rauchmelderpflicht
    Bad Bevensen (1 Toter) – Niedersachsen – keine Rauchmelderpflicht
    Berlin (1 Toter) – Berlin – keine Rauchmelderpflicht
    Bad Wörishofen (1 Tote) – Bayern – keine Rauchmelderpflicht

    Und jetzt die „Rauchmelder-Ausnahme“:
    ?? (1 Tote) Rheinland-Pfalz – Rauchmelderpflicht besteht

  7. Bolde112 am 28. Dezember 2009 19:44

    Verstehe sowieso nicht, dass nicht Bundesweit eine Rauchmelderpflicht besteht. Für Privathaushalte ist es sicherlich verkraftbar, 6 solcher Teile anzuschaffen. Bin selbst wohnhaft in Bayern bzw. Unterfranken und habe mir nun auch zwei angeschafft, mit denen ich Wohn- und Schlafzimmer ausstatten werde. Desweiteren sollte über eine Ausweitung nachgedacht werden, dass man sagt, bei Haushalten ab x Zimmern oder ab x Quadratmetern müssen Funk-Rauchmelder verbaut werden, bei denen sobald einer auslöst alle anderen mitschaltet. So wäre man auf der sicheren Seite und solche hab ich mir nun auch besorgt.

  8. martien am 28. Dezember 2009 20:27

    @ Jochen Petzinger:
    Deine Aufzählung hat ein Problem: die Familie in „Unna (5 Tote) – Nordrhein-Westfalen – keine Rauchmelderpflicht“ hatte einen Rauchmelder verbaut, der den Familienvater geweckt hat. Der Mann hat die Feuerwehr alarmiert und sich selber gerettet.
    Quelle:http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/brand-unna-wohnungsbrand-ID1261738884691.xml

  9. Jochen Petzinger am 28. Dezember 2009 20:49

    Hab ich inzwischen auch gelesen. Bin mal gespannt, ob da noch weiteres herauskommt.
    Weiterhin stammt einer der aufgezählten Toten aus einem Alters-/Pflegeheim, dort halte ich es für SEHR unwahrscheinlich, dass es keine Rauchmelder gab.

  10. simon02 am 28. Dezember 2009 20:55

    Hallo,

    es gibt keine bundesweite Rauchmelderpflicht, da Baurecht nun mal Landesrecht in Deutschland ist. Und somit liegt das im Ermessen der jeweiligen Bundesländer, ob Rauchmelderpflicht ja oder nein.

    In BaWü bzw. die derzeitige Landesregierung äußert zur Rauchmelderpflicht folgendes: (Wurde so in einem Schreiben vom IM mitgeteilt)

    1: in BaWü gibt es weniger Brandtote als in anderen Bundesländern in Deutschland, BaWü hätte da eine positive Spitzenstellung in Deutschland.
    Dementsprechend keine Notwendigkeit der Rauchmelderpflicht.

    2: hat das Land mit dem Sparkassenverbund ?, ein Heftchen zum Thema Rauchmelder verfasst. Diese wären der Bevölkerung durch die örtlichen Feuerwehren (die im ürbigen Aufklärungsarbeit leisten) zugänglich. Somit ist die Bevölkerung ausreichend über den Sinn und Zweck von Rauchmeldern in Privathaushalten informiert.

    Bisherige Gesetzesentwürfe u.a. SPD, wurden bisher immer in BaWü abgelehnt.

    Gruß
    Simon

  11. Bolde112 am 28. Dezember 2009 21:23

    Nun ob Rauchmelderpflicht nun Bundesrecht oder Landesrecht ist, ist ja eigentlich auch nebensächlich. Auch die Äußerung der Landesregierung BaWü, wie Simon02 geschrieben hat in Punkt 1, find ich total arrogant und überzogen. Wollen sie anhand von zehn? Brandtoten weniger wie in anderen Bundesländern daraus schließen, dass sie eine Spitzenstellung in Aufklärungsarbeit leisten? Finde es irgendwie traurig, dass man Tote für solche Zwecke hernimmt. Denke mir, wenn man eine Statistik anschauen würde vor Einführung der Rauchmelderpflicht und heute würde das schon zu Erkennen geben, dass die Einführung ihren Zweck erfüllt hat und schon mehr als genug Leben gerettet hat.
    Vor einigen Monaten hatte es in meiner Nachbarschaft gebrannt. Dieser Mann hat hochgradig Diabetes und auch einen Hausnotruf, welcher bei Betätigung direkt das Rote Kreuz alarmiert. Wenn dieser Mann keinen Rauchmelder in seinem Haus gehabt hätte, hätte er den Alarm nicht betätigen können und wäre nicht von dem Roten Kreuz gerettet worden.
    Würde heißen, dass es in Bayern einen Brandtoten mehr gäbe und einer mehr wäre, der dann für die Einführung eines solchen Gesetzes in Gewicht fallen würde. Armes Deutschland!! Wann wachen die Politiker von Bund und Ländern endlich mal auf und beschließen etwas sinnvolles?

  12. Jochen Petzinger am 28. Dezember 2009 23:03

    Antwort der Landesregierung (Wirtschaftsministerium) zur Aufforderung eine Rauchmelderpflicht in die LBauO einzufügen:
    „Die Frage einer Installationspflicht für Rauchwarnmelder war bereits Gegenstand eines Gesetzentwurfs der SPD aus dem Jahr 2006 (Landtagsdrucksache Nr. 13/5063) und wurde vom Landtag nach parlamentarischer Beratung mehrheitlich abgelehnt. Entscheidend dafür war, dass die notwendige behördliche Kontrolle zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit der Geräte nur mit einem unverhältnismäßigen bürokratischen Mehraufwand und kaum zumutbaren Eingriffen in die Privatsphäre möglich wäre. Deshalb sollte die Installation von Rauchmeldern in die Eigenverantwortlichkeit der Eigentümer und Mieter gestellt werden.“

    Antrag der SPD (und Antwort des Wirtschaftsministeriums): http://www.landtag-bw.de/wp14/drucksachen/4000/14_4786_d.pdf

  13. Bolde112 am 29. Dezember 2009 01:36

    Nunja, das stimmt ja auch irgendwo, mit unverhältnismäßigen bürokratischen Mehraufwand usw. Aber ich denke mir, wenn es ein Gesetz geben sollte, dann werden wohl noch mehr Leute die Melder kaufen und installieren. So entsteht seitens der Landesregierung ein Druck auf die Bevölkerung. Und wenn nur 30-40 Prozent dem Gesetz nachkommen würden und ihr Eigenheim damit nachrüsten. So wären es wieder 30-40 Prozent mehr die im Brandfall wenn es gut läuft am Leben bleiben oder mit geringen Schäden gerettet werden können. Es wird so viel Unsinn besprochen und beschlossen, da schreit keiner von den hohen Herren und Damen nach dem Aufwand und den unnötig anfallenden Kosten. Wenn aber dann doch sinnvolle Dinge, die sogar Leben retten können, beschlossen werden sollen, dann steht alles in keinem Verhältnis und sogar das Gesetz für eine Pflicht von Rauchwarnmeldern ohne Überwachung durch den Staat wäre schon zu teuer.
    Und wenn man sich mit den Versicherungen ein Modell für die Einführung solcher Gesetze überlegen würde und in der Anfangszeit eine Art Prämie für den Ernstfall einrichten würde, dass die Leute einen Reiz in der ganzen Sache sehen.

  14. simon02 am 29. Dezember 2009 01:48

    Hallo,

    laut IM BaWü gibt es in Deutschland noch keine Statistiken, die eine Reduzierung von Brandtoten im Zusammenhang mit der Rauchmelderpflicht sehen.
    In diesem Zusammenhang wurde aber auf eine Statistik aus Neuseeland verwiesen, die wie ich finde nicht uninteressant ist.
    Demnach wird man das Problem mit der Anzahl der Brandtoten, nicht alleine durch die Rauchmelderpflicht lösen können, da eine Vielzahl der Opfer durch falsches Verhalten gestorben sind. (z.B. falsche Fluchtrichtung, Versuch der Brandbekämpfung, keine Flucht mehr möglich, in den Brand gelaufen usw.)
    Insgesamt war der Anteil dieser Brandtoten, höher als die Anzahl der Brandtoten die den Brand überhaupt nicht bemerkt hatten.

    Ich finde dies ist ein nicht gerade unwichtiger Aspekt, den man bei der Diskussion „Rauchmelderpflicht“ beachten sollte.

    Ich war im Oktober 2009 in Mannheim auf einem Seminar eines bekannten Rauchmelderherstellers. Dabei wurde u.a. darauf hingewiesen, da zukünftig -unabhängig ob eine Rauchmelderpflicht besteht oder nicht- die Vorhaltung von Rauchmeldern in Privathaushalten, ein Vertragsbestandteil bei Abschluss einer Versicherung sei.

    In wie weit das bereits aber umgesetzt wurde, ist mir nicht bekannt.

    Gruß
    Simon

  15. Bolde112 am 29. Dezember 2009 11:17

    Hmm…das würde heißen, wenn man diese Pflicht hierfür durchsetzen wollte, dann sollte man auch gezielt Prävention betreiben, wie man sich nach Auslösen der Rauchwarnmelder richtig verhält und was zu tun ist und was zu unterlassen.

  16. simon02 am 29. Dezember 2009 13:45

    Hallo,

    ja, wenn man annimmt das es in Deutschland ähnlich ist. Was vermutlich der Fall sein wird.

    Daher sind in meinen Augen, die Bekundungen nur zur Rauchmelderpflicht (als Problemlösung) auch nicht zielführend.

    Gruß
    Simon

  17. LarsR am 29. Dezember 2009 17:27

    Das mit dem Verhalten stimmt, auch dies sollte der Bevölkerung ins Bewusstsein gerufen werden.
    Dennoch erscheint mir die Mehrzahl der Brandtoten in Deutschland schon im Bett zum Opfer zu werden und nicht erst auf dem Weg nach draußen. Einfach mal die Augen offen halten und entsprechende Berichte lesen. Hier würde eine ausreichende (!) Ausstattung mit Rauchmeldern dann dazu führen, dass die Bewohner so rechtzeitig auf den Brand aufmerksam werden, dass sie das Gebäude noch auf den gewohnten Wegen verlassen können, insofern ist der Verweis auf die Statistik aus Neuseeland auch zu relativieren. Eine Warnung über Rauchmelder führt auch in der Mehrzahl der Fälle von Fehlverhalten zu deutlich besseren Überlebenschancen.

  18. simon02 am 29. Dezember 2009 18:01

    Hallo,

    wer aber soll das richtige Verhalten, der Bevölkerung ins Bewusstsein rufen ?
    Ich denke diese Frage bzw. Problem ist größer, als das Problem mit der Rauchmelderpflicht.
    Da ich mir sicher bin, das sich das Thema Rauchmelderpflicht über kurz oder lang durch die Versicherungen (Verpflichtung von Rauchmeldern in Wohnungen/Häusern als Vertragsbestandteil) von selbst lösen wird.

    Gruß
    Simon

  19. nibe am 29. Dezember 2009 19:10

    Zudem ist das mit dem Verhalten so eine Sache.

    Man stelle sich einmal vor man wacht Nachts auf, weil ein Rauchmelder Alarm schlägt, und ist noch halb verschlafen. Auf einmal sieht man den Rauch und sofort schüttet der Körper Stresshormone aus und man reagiert nur Instinktiv. Dass kann aber auch bedeuten man reagiert falsch. Wenn man sowas verhindern will, dann braucht man Training! Aufklärung ist ja schön und gut, aber wenn man das in einer Stresssituation nicht anwenden kann, nützt einem das auch nichts. Und ein verpflichtendes Training ist unsinn. Deswegen, nur Rauchmelder retten wirklich leben. Aufklärung ist schön und gut, hilft aber nur, wenn die Personen bei klarem (= ausgeschlafenen, nicht gestressten) Verstand sind.

    nibe

  20. MatthiasM am 29. Dezember 2009 20:30

    Ich denke, daß die Leute, die sich jetzt ohne Verpflichtung _bewußt_ mit Rauchmeldern ausrüsten, sich auch mit dem richtigen Verhalten wesentlich bewußter auseinandergesetzt haben, als diejenigen, die sich Rauchmelder (zähneknirschend) kaufen müssen, weil’s Vorschrift ist.

    Das soll jetzt kein Argument für oder gegen Rauchmelderpflicht sein, aber eventuell ein Gesichtspunkt. Aber immer noch, besser vom Rauchmelder aufgeweckt und eventuell untrainiert falsch, möglicherweise aber auch nicht ganz falsch verhalten, anstatt ungeweckt ziemlich sicher friedlich rauchgasvergiftet zu sterben.

    lG Matthias

  21. Philipp am 30. Dezember 2009 12:00

    Vll ist hier jetzt die Aktion der Sparkassen (zumindest in Hessen) ein guter Anfang. Hier bekommt jetzt jedes geborenes Kind einen Rauchmelder überreich, durch die Feuerwehr und diese soll den auch aufhängen.

  22. simon02 am 2. Januar 2010 17:34

    Hallo,

    @nibe

    Es hat keiner von verbindlichen Trainings für die Bevölkerung gesprochen.
    Man könnte aber Veranstaltungen nach dem Muster -wie sie es früher durch den BVS gab- regelmäßig der Bevölkerung anbieten.

  23. Bolde112 am 4. Januar 2010 00:49

    Da finde ich das, was Philipp beitrug, sehr gut. Nur sollte das nicht den Neugeborenen überreicht werden, sondern bei Brandschutzerziehungsveranstaltungen im Kindergarten erledigt werden. Den Kindern erklärt für was ein Rauchmelder gut ist und diesen einen überreicht. Kinder wenn etwas verstanden haben, sind schlauer als Erwachsene und lassen sich nicht so schnell davon abhalten, diesen nicht aufzuhängen. Allerdings müsste hier die Kostenfrage geklärt werden.

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