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(iw) Nachdem die erste Lage uns mit einigen Überraschungen bescherte, ging es nun darum, den unter dem LKW eingeklemmten PKW zu befreien.

Wir hatten den Toyota präpariert, indem die A-Säule durchgeschnitten war, und zwei Entlastungsschnitte in das Dach gemacht wurden, aber  dennoch wurde keine zufriedenstellenden (sprich: dramatische) Verformung erreicht. Nächstes Mal wird mit dem Radlader nachgeholfen und das Ding ein wenig mehr geplättet.

Das nur nebenbei. Ziel der Übung war, den LKW-Anhänger gerade nach oben zu heben, und mindestens 30cm Luft zum PKW zu verschaffen.

Bei solchen Lagen geht es nicht darum, die Fahrzeuge zu bergen, sondern die Insassen zu retten und uns selbst eine sicheren Arbeitsumgebung zu verschaffen – daher die 30 cm als „pi mal Daumen“ um ausreichend Platz zu haben.

Auch hier teilten wir uns in Hebe- und Stabilisierungsteam, und siehe da, es klappte aus meiner Sicht absolut einwandfrei. Nach der Erkundung wurden die „Ankerpunkte“ bestimmt (das sind die Punkte, an denen die Kraft in den Boden geleitet wird) und das Fahrzeug gesichert: einerseits mit Unterbau am Rahmen, um zu verhindern, dass der Anhänger sich weiter nach unten bewegen konnte, andererseits wieder mit Spanngurten: Fixierung der Achse und der Deichsel. Schließlich wurden die Stützen gesetzt und der Hebepunkt für die Kissen bestimmt.

Der dritte Schritt bestand darin, den PKW abzusenken. Durch Auslassen der Luft in den Reifen (wurde hier übrigens nicht gemacht, um den PKW wieder zurück geben zu können) und Niederdrücken mit Spanngurten können so schnell 10-15cm gewonnen werden. Auch wichtig: durch das Niederdrücken der Federn wandert das Fahrzeug später nicht nach, wenn der LKW angehoben wird.

Der Hebevorgang ging dann astrein, hauptsächlich nach oben, und ein wenig zur Seite: das sieht man besonders gut, wenn man die Kissen genauer anschaut:

Wobei die seitwärts-Bewegung noch akzeptabel war. Das Heben ging so gut, dass wir einmal nachsetzten und eine extra Lage Unterbau verbauen konnten. Mit 30-cm Hubhöhe wurde das Ziel erreicht, und zwar ohne „bösen“ Überraschungen. Hier sieht man das Ganze recht gut:

Die Hinterachse ist ca. 20cm vom Boden abgehoben. Der „statische“ Ankerpunkt – oder besser, die Punkte – sind mit zwei Stützen vorne zu finden, wir haben „nur“ das Heck angehoben. Hätten wir die Kissen weiter vorne angebracht, wäre der ganze Anhänger zu heben gewesen. Hier, bei 6-7 Tonnen an sich kein großes Problem (das Stabilisieren eher), aber bei einem voll beladenen Fahrzeug eigentlich nicht so wünschenswert.

So bleibt mir nur, mich bei allen Teilnehmern und Mitorganisatoren ganz herzlich zu bedanken. Das Fazit: macht Sinn. Die ganz, ganz vielen Erkenntnisse können nun in die nächsten Workshops einfließen :)

Der nächste Workshop ist derzeit für Samstag, den 30.1. geplant. Die Teilnehmerzahl ist auf 8 begrenzt. Bei Interesse könnt ihr Euch schon mal bei mir iw (at) fwnetz (punkt) de melden, aber weitere – und genauere – Infos folgen bald.

Bilderstrecke bei Flickr.

Kommentare

4 Kommentare zu “Big Lift Crew Workshop: Erkenntnisse (Teil 2)” (davon )

  1. Markus Held am 30. Dezember 2009 13:08

    Hi,

    zwei Fragen dazu

    1. Sehe ich das richtig, dass zum Niederdrücken der Federn beim PKW einfach ein Spanngurt durch die beiden Reifen ums Fahrzeug gelegt wird?

    2. Könnte man die Absicherung auf der Rückseite auch mit Steckleiter und Spanngurt durchführen oder ist die Steckleiter zu schwach dafür?

    Danke & schöne Grüße

  2. Irakli West am 30. Dezember 2009 13:52

    Hi Markus,

    zu 1: ein kräftiger Spanngurt an den Felgen, dann über die Haube oder alternativ Kofferraum

    zu 2: Ermessenssache des Einsatzleiters.

    Ich persönlich: nie im Leben. Auch wenn ich sonst nix dabei habe, Sicherheit der Rettungskräfte muss Vorrang haben bis geeignetes Gerät zur Stelle ist. Ich finde die Steckleiter beim PKW schon grenzwertig, vor Allem weil der Spanngurt kräftig an der Sprosse zieht.

    Das Problem ist eigentlich ein anderes: die Stützen sollen beim Anheben „mitwachsen“, und das kann eine Steckleiter gar überhaupt nicht :)

     

  3. Sebastian Hodapp am 30. Dezember 2009 19:07

    Hallo Irakli,

    inwieweit habt ihr die Absetzcontainer mit dem Anhänger verbunden/gegen gegenseitiges Verutschen gesichert? (Jetzt von den geschweißten Flacheisen, an denen es in der Realität meist mangelt abgesehen ;-) )
    Bzw. was währe das Konzept gewesen?

    Ansonsten sieht man sehr schön, dass solche Szenarien nicht nur die Retter fordern, sondern auch die Übungsleiter/Vorbereiter. Der Grund warum auch wir (meist) „nur“ auf leere Container zurückgreifen müssen. Jeweils nochmal 5 Tonnen Bauschutt o.ä. stellt auch für die Vorbereitung eine ganz neue Dimension dar.

    Beste Grüße.

  4. Irakli West am 30. Dezember 2009 20:44

    Hi Sebastian,

    in der Realität wären die Dinger, insbesondere wenn sie denn voll geladen gewesen wären, abgehauen und der Anhänger wieder auf alle viere.

    Ansonsten sehe ich wenige andere Möglichkeiten als in aller Schnelle – und bei gegebener Sicherheit – Spanngurte drum herum zu ziehen. UNter Umständen wäre das ganze Konstrukt ähnlich dem Betonmischer zu behandeln. (http://www.fwnetz.de/2009/06/17/gewinne-ein-halligan-wie-fahrer-befreien/)

     

     

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