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(sc). Forscher am Freiburger Fraunhofer Institut für angewandte Festkörperphysik (IAF) haben einen Infrarotscanner entwickelt, der in der Lage ist geringste Mengen von Sprengstoffrückständen an Oberflächen durch berührungslose Nah- und Ferndetektion zu erkennen.

Das Prinzip des IRLDEX (Infrarot-Laser gestützte bildgebende Detektion von Explosivstoffen) genannten Geräts ist ähnlich der IR-Spektroskopie. Die Stoffe auf der untersuchten Oberfläche reflektieren den Infrarotstrahl unterschiedlich. Denn wie alle chemischen Verbindungen hinterlassen auch Explosivstoffe einen charakteristischen spektroskopischen „Fingerabdruck“, wenn sie mit Infrarotlicht angeleuchtet werden.  Anhand der Wellenlänge des rückgestreuten Lichts erkennt IRLDEX den Explosivstoff.

Das Prinzip funktioniert dabei auch über größere Distanz. Das IAF verbindet diese spektroskopische Methode mit einem bildgebenden Verfahren.

Das BMBF erklärt die Funktionsweise wie folgt. „Der Sensor basiert auf der Kombination eines kompakten durchstimmbaren Mittelinfrarot (MIR)Halbleiterlasers und einer MIR-Kamera mit nachgeschalteter Bildverarbeitung. Zur Messung wird der zu untersuchende Gegenstand spektral selektiv beleuchtet und die registrierten Infrarotbilder werden analysiert.“ Das heißt IRLDEX beleuchtet einen Gegenstand und zeichnet die Reflektion mit einer Infrarot-Kamera auf. Anschließend erfolgt die Analyse dieser Bilder.

Auf diese Weise soll IRLDEX sowohl kommerziell verfügbare Explosivstoffe, wie z.B. TNT, als auch Selbstlaborate auf Peroxidbasis, wie z.B. TATP (Triacetontriperoxid), nachweisen und direkt sichtbar machen.
Das Bundesministerium für Forschung und Entwicklung finanziert das Projekt. Beteiligt sind außerdem das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) aus Pfinztal, das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik (IPM) aus Freiburg, die Firma Diehl-BGT-Defence aus Überlingen am Bodensee, die Firma Thermosensorik aus Erlangen sowie das Bundeskriminalamt (BKA).

Das Verbundprojekt läuft noch bis Ende 2010. Bis in fünf Jahren will man den ersten „Bombenscanner“ für den Markt bauen. (Autor: Stefan Cimander, www.fwnetz.de)

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