Team | AGB | Impressum | Datenschutzbestimmungen | Kontakt | Bilder | Facebook | Twitter | Werben im FWnetz

(sc). Kaum bebte die Erde auf Haiti und kaum gab es die ersten Hinweise auf große Schäden, waren die Vertreter der Medien schon vor den ersten Hilfstrupps vor Ort. Pünktlich zur Prime Time bekommt dann die westliche Wohlstandsgesellschaft die neuesten, aber zum Glück weit entfernten Schreckensbilder serviert. Heerscharen von Medienleuten mit ihrem „leichten“ Gepäck berichten vom Chaos und der schleppend anlaufenden Hilfe. Nur, eine organisierte Hilfsaktion trägt nicht nur eine Kamera und ein Mikrofon mit sich, sondern muss die logistische Herausforderung meistern, Tonnen von Hilfsmaterial vor Ort zu bringen. Erschwert wird diese Herausforderung nicht nur die Straßen- und Transportverhältnisse, sondern eben auch durch die Medien selbst. Nahezu jede Organisation „muss“ ein Interview für die Nachrichten abgeben. Das behindert nicht nur die Arbeit der Rettungskräfte, sondern zeugt auch von einer arroganten Position der Nachrichtenmacher. Die Nachricht selbst wird über das Wohl der Menschen gestellt.

Ich möchte mit diesen nachdenklichen Zeilen nur eine Diskussion oder ein Nachdenken über das Verhältnis von Hilfesuchenden, Helfenden und den Medien anstoßen. Auch sollte sich jeder Nachrichtenkonsument darüber im Klaren sein, unter welchen Bedingungen seine frisch gedruckte Nachricht zu Stande gekommen ist. Denn dort unten leiden Menschen und die meisten Medien sind keine Helfer, sondern – um es in emotionalen Worten auszudrücken – eine gaffende Heerschar von Leideinfängern für eine gaffende Heerschar von Leidkonsumenten.

Über die Rubrik 6 vor 9 auf dem WatchBlog BildBlog bin ich auf einen Artikel von Henrik Schmitz auf der Webseite evangelisch.de: Wenn Helfer Medien helfen müssen aufmerksam geworden. Schmitz beschreibt das ambivalente Verhältnis von Hilfsorganisation und Medien, fragt aber auch nach der Schaffensethik der Nachrichtenmacher vor Ort.

Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Kommentar: Die Katastrophe und die Medien” (davon )

  1. diggler am 18. Januar 2010 06:28

    Einen positiven Effekt hat diese Art von Berichterstattung auf alle Faelle – in Canada gingen die Spenden fuer Haiti um 1300% (!!!) rauf . Kein Druckfehler die Zahl ist eintausenddreihundert Prozent. Manchmal Heiligt der Zweg die Mittel- ob man will oder nicht.

    „Canadian charities saw an increase of 1300% in the number of transactions in the previous two days compared to just last week. The total dollar amount of donations also increased a massive 2336% during the same period. In an overwhelming support for the people and families affected by this devastating human tragedy, Canadians contributed at a rate of 3.5 donations per second in the past few days.“

Bottom