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Hier der vorletzte Teil des Tagebuchs. Mit dem letzten Teil möchte ich noch ein wenig warten, um ein Bisschen Abstand zu gewinnen. Mal sehen, welche Aspekte dann eher hängen bleiben. Eine Auswahl von Pressefotos gibt es vorläufig hier.

Haiti Tagebuch (8) Nordatlantik

Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag, über dem Nordantlantik, in einer Airbus der Belgischen Luftwaffe. Wir haben in Gander frisch aufgetankt,  die A310 schafft die gesamte Strecke von Puerto Plata nach Brüssel nicht in einem Schwung. Nach einer Woche Karibik hat uns die Winter-Realität in Kanada mit minus 9 Grad wieder eingeholt.

Aufgebrochen sind wir eigentlich bereits am Montag. Es hiess, es bestünde die Möglichkeit mit den Belgiern auszufliegen. Tatsächlich, es war auch ausreichend Platz für uns verfügbar. Also gepackt, übriggebliebene Betriebsstoffe übergeben und ab zum Flughafen. Seitdem sind wir auf dem Sprung, denn wir fliegen nach Puerto Plata aus. Der Zeitpunkt der Weiterreise ist unklar, auch ob wir nochmal nach Port au Prince fliegen sollen um weitere Leute aufzusammeln. So bleiben wir den gesamten Dienstag auf Abruf im Hotel. Schliesslich heben wir heute Vormittag Richtung Kanada ab.

Diese letzten drei Tage genauer zu beschreiben ist eher nicht angebracht, denn es könnte als Vorwurf missverstanden werden. Ist es aber nicht. Wir sind mehr als dankbar für eine Transportmöglichkeit, und haben vollstes Verständnis dafür, dass so etwas auch koordiniert werden muss.

Wichtig ist: hauptsache Richtung Heimat. Wir werden um 2 Uhr nachts in Brüssel erwartet, mal sehen ob wir noch eine Nachbesprechung hinkriegen. Wir werden dort abladen, und uns aufteilen. Planmässig soll es nach Frankfurt gehen, ab da mit dem Zug nach München.

Und so wird morgen eine absolut verrückte, oder eher unglaubliche Woche zu Ende gehen, die uns allen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ich versuche daran zu denken, welcher Teil davon nachträglich am ehesten hängen bleiben wird. Schwer zu sagen. Am ehesten belastend ist die Tatsache, dass wir eben wieder nach Hause fliegen, wo es sicher und schön ist. Wir haben gesehen, dass es auch sehr unsicher und sehr unschön sein kann, und diese Welten liegen nur einen Flug auseinander.

Rein fachlich haben natürlich massiv viel gelernt und mitgenommen. Logistik, Kommunikation, Abläufe, Tätigkeiten, und vieles mehr – all das können wir jetzt anhand unserer Erfahrung verfeinern.

Wir haben einen kleinen Beitrag in einer gigantischen Operation geleistet. Wir haben gesehen, wie gleichzeitig humanitäre Hilfe eingeflogen wird, und gleichzeitig eine Basis für tausende von Marines oder Airbornes errichtet wird. Am ehesten jedoch geht der Respekt an die UNO, die hier eine kolossale Arbeit leistet, und das mit einer unglaublichen Passion. Auch sie hat viele Mitarbeiter verloren, und man kann nur erahnen, was das für ein Gefühl sein muss.

Wie es mit dem Land weitergeht, das werden wir sicher mit Spannung verfolgen. Was wir gesehen haben, ist viel zu wenig um eine qualifizierte Äußerung abzugeben. Ich kann nur hoffen, dass die internationale Hilfe anhält und auch den Niedergang auffangen kann.

Zuletzt möchte ich noch dieses loswerden: es war eine Freude, mit den anderen Mitgliedern des @fire-Teams unterwegs zu sein. Wir haben gute, professionelle Arbeit geleistet, und die Gruppe hatte eine extrem hohe Qualität, in allen Belangen. Gerne wieder. Und ein dickes Dankeschön an den Stab, der von Zuhause aus ganze Arbeit geleistet hat: ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen.

Und ganz, ganz zuletzt noch ein Dankeschön an die Angehörigen, die uns mal eben in ein „schwarzes Loch“ haben reisen lassen.

Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Tagebuch Haiti (8)” (davon )

  1. Haiti – Tagebuch (Update) « heyko`s am 24. Januar 2010 17:42

    […] Tagebuch Haiti (8) […]

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