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(sc). Keine Frage, die Auseinandersetzung mit der Abwehr von Terrorismus und die Behandlung der Folgen einen Terroranschlags sind wichtige Themen auf der Agenda der Sicherheitsbehörden. Aktuell greift die Stabsrahmen-Übung LÜKEx das Thema auf. Das Thema lässt sich auf der administrativen Ebene anfassen, aber auch Maßnahmen auf der medialen Ebene sind möglich. Man könnte das so zusammenfassen: „Terrorismus braucht die Medien und die Medien brauchen den Terrorismus“.

C-Einsatz einer Feuerwehr

Chemie-Einsatz einer Feuerwehr

Die Medien brauchen Nachrichten (je blutiger, desto besser), während Terroristen Aufmerksamkeit für sich und ihre Ziele brauchen. Diese Aufmerksamkeit bekommen Sie in Form der Medienberichterstattung. Das eigentliche Ziel eines Anschlages ist aber nicht die terroristische Aktion selbst, sondern möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen und damit Angst und Schrecken über die Medien zu verbreiten. Gleichzeitig soll so der Gegner herausgefordert, sozusagen aus der Reserve gelockt werden. Er erlässt neue, schärfere Gesetzte und denkt über Restriktionen der Freiheit nach.

Diese Reaktion ist nun aber selbst wieder Teil der Medienberichterstattung. Der Effekt, Angst und Schrecken zu verbreiten, wird nun durch diese Reaktion verstärkt. Die Art der medialen Verbreitung ist also entscheidend. Verbreitet die mediale Verbreitung tatsächlich Angst und Schrecken oder nimmt sie sich des Themas unter dem Aspekt des Räsonnement an?

Stephan Ruß-Mohl, Publizistik-Professor an der Universität Lugano, hat dazu einen interessantes Gedankenexperiment beschrieben: Was wäre, wenn die Medien weniger über gelungene oder misslungene Anschläge berichten? Er will mit diesen Gedanken eigentlich auf etwas anderes hinaus, nämlich dass die Medien selbst Gegenstand der Berichterstattung (oder Bobachtung) sein sollten. Ziel sollte es sein, das Ziel der Terroristen, die Generierung von Aufmerksamkeit durch die Medien sichtbar zu machen. Als Rezipient der Berichterstattung hat man darauf wenig Einfluss, aber man kann sich das beim Konsum der Nachrichten vor Augen halten. Würde das also jeder machen, wäre das Ziel, Angst und Schrecken zu verbreiten, also gemindert.

Terrorbekämpfung ist also nicht nur eine rein administrativ-taktische oder administrativ-operative Angelegenheit, sondern hat, wie hier beschrieben, auch eine psychologisch-mediale Komponente. (Autor: Stefan Cimander, www.fwnetz.de) [Komplizen: Die Medien und der Terror]

Kommentare

2 Kommentare zu “Komplizen des Terrors” (davon )

  1. ozinder am 1. Februar 2010 15:44

    Scharfsinnige Überlegungen!
    Die These, „Terrorismus braucht die Medien und die Medien brauchen Terrorismus“, kann ich so jedoch nicht ganz sehen. Dies würde ja, “ chemisch “ gesehen, einem Katalysator entsprechen, ohne den die entsprechende Reaktion nicht möglich wäre.
    Für mich entspricht die Beziehung eher einem Brandbeschleuniger, einer wechselseitigen Eskalation.
    (Oh Gott, werde ich philosophisch)

  2. maos am 1. Februar 2010 17:25

    „Die Bürger haben ein Recht darauf, über alles umfangreich informiert zu werden.“
     
    Und die Übersetzung:
    „Die Medien haben das Recht, aus jeder Story den maximal möglichen Gewinn zu ziehen.“
    ;)

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