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Berlin (cl). Der Digitalfunk für die BOS-Organisationen ist, wie wir alle wissen, noch nicht flächendeckend in Betrieb. Erst sollte es zur Fußball-WM 2006 soweit sein, dann 2010, jetzt wird von 2013 gesprochen. Selbst das wird in Frage gestellt, berichtet „Die Welt“ in diesem Artikel ihrer Online-Ausgabe.

Digitales TETRA Funkgerät. Quelle: Feuerwehr Essen

Wegen der immens gestiegenen Kosten soll nun ein vom Bundesrechnungshof  geforderter externer Finanzcontroller bestellt werden. Das Geld für das Projekt ist nun erstmal gesperrt. Weitere Verzögerungen sind damit unvermeidlich.

Die Gewerkschaft der Polizei hingegen reagierte auf die immer wieder auftretenden Verzögerungen und verteilte 68.000 Handys an Mitglieder, damit die Polizisten abhörsicher mit ihrer Dienststelle Kontakt aufnehmen können.

Kommentare

13 Kommentare zu “Mal wieder: Digitalfunk” (davon )

  1. Geza Grün am 25. Februar 2010 19:05

    Versteh einer die Vorgehensweise, bei einem Projekt, dass nicht vorran geht, Gelder zu sperren.
    In dem Kommentaren zu dem Artikel auf welt.de liest man die Ahnungslosigkeit und vorgefertigte Meinungen der Bürger zum Digitalfunk.
    In jedem Landkreis werden für polizeiliche und nichtpolizeiliche BOS zwischen drei und sechs Funkverkehrskreise vorgehalten, Funknetze zur Alarmierung, zuzüglich landesweiter Funknetze, und vielleicht noch Netze von Geheimdiensten. Aus geschätzten 1000 bis 1500 Funknetzen soll eins gemacht werden. Jedes wirtschaftliche Unternehmen hätte dies schon vor Jahren umgesetzt. Die Investitionskosten hätten sich noch vor der Jahrtausendwende amortisiert.
    Wenn in anderen – in allen anderen europäischen Ländern der Digitalfunk schon läuft, liegt es vermutlich an einer zentralen Trägerschaft – in Deutschland will jeder mitreden und jeder will was anderes.
    Ein Wort zu der Datenübertragung:
    Der digitale BOS Funk soll primär ein Sprechfunknetz ersetzen. Wenn jemand sich beschwert, dass damit keine Daten mit Hochgeschwindigkeit übertragen werden können, ist das wie wenn ein Autokäufer moniert, dass sein Neuwagen nicht fliegen kann!

  2. martien am 25. Februar 2010 20:30

    Digitalfunk hat auch seine Haken. Beim Flugzeugcrash in Amsterdam vor genau einem Jahr zeigten sich einige Schwächen: Es gibt sehr sehr viele Kanäle im System, aber wie bei Handys kann der Mast nur eine bestimmte Anzahl verarbeiten. Es waren dreizehn Kanäle verfügbar, es wurden mehr als 30 gebraucht (RTWs von außerhalb melden sich vor Ort auf den Katastrophenkanal, sollen zB auch über den gleichen Mast für die ‚Heim‘-Leitstelle erreichbar bleiben.

  3. Geza Grün am 25. Februar 2010 23:59

    @ martien: 13 Kanäle oder Gruppen sind fast das vierfache, was uns zur Zeit zur Verfügung steht! Zudem baut TETRA bei Auslastung keine neue Sprechverbindung auf – bei bestehenden Verbindungen bleibt die Qualität gut.

  4. martien am 26. Februar 2010 00:18

    @Geza Grün: Keiner wusste laut Untersuchungsbericht, was mit dem Funk das Problem war. Immerhin wissen Leute dann ihre Handys zu finden…

  5. JohnnyKnoxville am 26. Februar 2010 09:59

    @Geza Grün
    Betreffend Deine Meinung zum Datenaustausch. Klar ist der analog Funk ein (fast) reines Sprachkommunikationsmedium. Der Fakt, dass so eine massive Umstellung, bei der jede Menge Geld in die Hand genommen wird sollte doch ausreichend sein, auch ein wenig in die Zukunft schauen zu wollen. Und daß es einen Bedarf an Datenkommunikation gibt, liegt auf der Hand (Patientendaten, polizeiliche Belange etc.).
    Die derzeitigen Übertragungsgeschwindigkeiten für Tetra sind in meinen Augen noch stark ausbaufähig – mal nett ausgedrückt. Ich bin mir aber fast sicher, dass sich das noch ändern wird. Bei GPRS/UMTS klappts ja auch ;-)

  6. Max am 26. Februar 2010 12:45

    Mir fehlt da ein wenig das Hintergrundwissen, aber wenn die Planung des Digitalfunks nun seit 10 Jahren (?) läuft, war die  geplante Technik „damals“ evtl. noch „modern“? Und was ist erst in 10, 20, 30 Jahren, wenn der Digitalfunk (hoffentlich) immer noch läuft? Was wird man dann über die Technik sagen?

  7. zhorin am 26. Februar 2010 12:46

    @JohnnyKnoxville

    Wenn man in Deutschland eine Datenübertragungsfähigkeit braucht die auf heutigem Niveau des Datenvolumens brauchbar ist, bekommt man diese dank der Deutschen Bürokratie vielleicht schon in 10 bis 15 Jahren.

    Im Moment brauch es eine vernünftige Kommunikationsmöglichkeit und nix anderes … wenn das Grundsystem mal läuft kann es ja erweitert werden bei Bedarf … aber so kommt man nie auf einen grünen Zweig .

    Mir ist es eh ein Rätsel wieviel Unfähigkeit man braucht damit sich so ein Projekt so elend lang verzögert und dann auch noch in dem Umfang teurer wird …

  8. Cimolino am 26. Februar 2010 12:55

    @Geza:

    >Versteh einer die Vorgehensweise, bei einem Projekt, dass nicht vorran geht, Gelder zu sperren.

    das macht hoffentlich jeder, wenn Zeiten und Finanzen völlig aus dem Ruder laufen!

    >In dem Kommentaren zu dem Artikel auf welt.de liest man die Ahnungslosigkeit und vorgefertigte Meinungen der Bürger zum Digitalfunk.

    wenns nur die Bürger wären…

    >In jedem Landkreis werden für polizeiliche und nichtpolizeiliche BOS zwischen drei und sechs Funkverkehrskreise vorgehalten, Funknetze zur Alarmierung, zuzüglich landesweiter Funknetze, und vielleicht noch Netze von Geheimdiensten. Aus geschätzten 1000 bis 1500 Funknetzen soll eins gemacht werden. Jedes wirtschaftliche Unternehmen hätte dies schon vor Jahren umgesetzt. Die Investitionskosten hätten sich noch vor der Jahrtausendwende amortisiert.

    Interessant…, aber woher hast Du die Kenntnisse?

    Bisher kennt noch KEINER die echten Kosten für den Digitalfunk, aber langsam wachen die Träumer auf, die dachten, das ganze würde billiger, das Gegenteil wird der sicher der Fall.

    >Wenn in anderen – in allen anderen europäischen Ländern der Digitalfunk schon läuft, liegt es vermutlich an einer zentralen Trägerschaft – in Deutschland will jeder mitreden und jeder will was anderes.

    1. falsch, weil der Digitalfunk in den anderen Ländern mitnichten mit der Leistung des flächendeckenden (!) Analogfunks so ohne weiteres vergleichbar ist – meist ist die Abdeckung SEHR beschränkt auf besiedelte Gebiete…
    2. richtig, aber in Deutschland bewusst und gewollt so – ergo vorher bekannt…

    >Ein Wort zu der Datenübertragung:
    Der digitale BOS Funk soll primär ein Sprechfunknetz ersetzen. Wenn jemand sich beschwert, dass damit keine Daten mit Hochgeschwindigkeit übertragen werden können, ist das wie wenn ein Autokäufer moniert, dass sein Neuwagen nicht fliegen kann!

    Falsch, anfangs wurde der Digitalfunk verkauft v.a. (!) über:
    1. EIN Netz für alle (in Europa) – schon lang vorbei!
    2. Leistungsfähiger als der analoge Funk, damit auch geeignet für Datenübertragung…
    Einfach mal die alten Artikel lesen…

  9. Cimolino am 26. Februar 2010 12:58

    Hallo,

    dazu gibts noch ganz praktische Probleme beim „Endnutzer“: Zwar wird auf Messen viel gezeigt und noch mehr versprochen, gehts um die Umsetzung/Beschaffung/Lieferung erlaubt man abseits der Beschaffung einfacher Endgeräte schnell sein blaues bzw. teures, in jedem Fall max. frustrierendes Wunder.
    Es ist nicht hilfreich, wenn Firmen reihenweise neue Aufträge ergattern und das groß verkünden, aber es nicht hinbekommen, auch nur die aus dem letzten Jahr sauber und termingerecht abzuarbeiten…

    Ansonsten verweise ich auf die alte Gruppe im fw-weglog, wo auf viele der Probleme eingegangen wurde bzw. auf die von mir zum Thema sonst so geäußerten Fachbeiträge der letzten 10 Jahre… Welcome back to reality… :-(

  10. zhorin am 26. Februar 2010 17:09

    Klar zeigen die Hersteller auf Messen und Vorführungen was alles „möglich“ ist – alles eine Frage des Geldes – am Ende wird aber solange von Staats wegen daran herumgestrichen bis es technisch unmöglich ist damit vernünftig zu arbeiten ( deutschlandweit flächendeckendes Funken in Gebäuden z.B. )

    Man sollte sich fragen, warum so etwas nicht früher „bemerkt“ wurde … Warum man nicht auf Erfahrungswerte anderer Länder zurückgreift usw…

  11. simon02 am 26. Februar 2010 17:33

    Hallo,

    hier aus einem Gespräch mit Herrn Blätte, vfdb:

    „H. J. Blätte: Das Ziel, sich von Albanien bezüglich des Technologiestandes abzusetzen, wird man wohl erreichen. Das sollten wir im Rahmen eines sportlichen Strebens nach Fortschritt richtig feiern. Danach sollten wir uns mal überlegen, was wir mit dieser mehrere Milliarden schweren Investition gewonnen haben. Wir sprechen „analog“, senden nun digital und hören wieder „analog“. Die reale Kommunikationsrate hat sich also nicht erhöht, sie beträgt nach wie vor etwa 1 bis 2 bit/s. Das ist menschlich, aber das ist grottenschlecht. Und die Leistungsfähigkeit der Digitalfunksysteme für den BOS-Bereich sind jetzt (und vermutlich auch nicht in Zukunft) nicht geeignet, Datenmengen in größerem Umfang zu übertragen. Also sieht man in der Zukunft an der Einsatzstelle die Einsatzkraft oder den Einsatzleiter mit dem Minicomputer oder dem Handy hantieren, um sich z. B. Einsatzpläne heranzuholen. Der wahre Fortschritt findet also bei UMTS oder bei den IT-Derivaten statt. Problematisch wird wohl sein, dass die öffentliche Hand investiert und dann über 30 Jahre kein Geld mehr hat, die Investition zu modernisieren. Die BOS haben im übertragenen Sinne ein Computersystem gekauft, das heute schon ein paar Generationen auf dem Buckel hat und dann noch viele Generationen halten muss. Würden Sie noch mit einem C64 arbeiten wollen und das noch in 30 Jahren? Hoffentlich liege ich bei meiner (nicht mehr ganz einsamen) Einschätzung völlig falsch, denn es wäre schade um das wunderschöne Geld.“
    Quelle:  http://www.git-sicherheit.de/topstories/brandschutz/herz-und-kommerz?page=1
    bzw.

    http://www.vfdb.de

    PS: Ich hoffe es verstößt nicht gegen Regeln, den Auszug aus dem Gespräch hier einzufügen.

    Gruß
    Simon

  12. Cimolino am 27. Februar 2010 12:28

    Hallo,

    interessant ist, dass damit anscheinend der erste Verband auf Distanz geht… wo waren denn die Stimmen dazu in den letzten Jahren?

  13. simon02 am 28. Februar 2010 11:19

    Hallo,

    mal aus Unkenntnis zum Thema Digitalfunk, vielleicht war es früher noch nicht abzusehen bezüglich den Problemen rund um den Digitalfunk.
    Des Weiteren bezüglich dem Interview, ist es tatsächlich die Meinung von der vfdb oder einer Einzelperson (Herrn Blätte) ?

    Gruß
    Simon

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