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Endlich war es soweit, ich hatte die Erlaubnis den Gruppenführerlehrgang auf einer bayerischen Feuerwehrschule zu besuchen. Vornweg muss ich sagen, dass Kameraden von mir, die diesen Lehrgang besucht hatten, meine Hoffnung auf viel neues Wissen bereits im Vorfeld zerstört hatten. „Wenn Du bei uns den Truppführerlehrgang geschafft hast, dann machst Du auf der Feuerwehrschule den GF-Lehrgang mit links“ Vielleicht muss ich anmerken, dass ich aus einer größeren Feuerwehr komme (ca. 30.000 EW-Stadt).

So fuhr ich also mit gemischten Erwartungen zur Schule.

Ich war heilfroh, als ich festgestellt hatte, dass ich nicht die einzige Frau im Lehrgang war.

In der ersten Unterrichtseinheit stand ein Einstufungstest an. Die Fragen waren wirklich allereinfachstes Feuerwehr-Grundwissen aus dem Grundlehrgang. Es war ein Multiple-Choice-Test mit drei Antwortmöglichkeiten. Hier stellte sich heraus, dass dieser für einige Teilnehmer bereits eine Hürde darstellt. Keine wirkliche Hürde, denn man sagte uns, dass keiner nach Hause geschickt wird. Auch wenn ein Teilnehmer die geforderten Qualifikationen nicht besitzt, bzw. sein Wissen sehr gering sein sollte.

Der Sinn des Testes war mir demnach erstmal nicht klar, aber man sagte uns, dass die Bay. FW-Schulen seit Jahren darum kämpfen, nur noch Leute auszubilden, die die notwendigen Vorkenntnisse haben. Aber die KBRs etc. schicken immer wieder Leute, die die notwendigen Vorkenntnisse nicht haben, aber von den KBRs als „geeignet“ angesehen werden. Die Auswertungen dieser Tests werden dann als Argumentationshilfe genutzt, um den KBRs zu zeigen, dass es häufig an der Qualifikation der Entsendeten mangelt. Nun gut…

Die Tatsache, dass keiner nach Hause geschickt wird, und die Durchfallerquote gegen Null geht, fanden viele Teilnehmer völlig in Ordnung, denn man mache das ja alles freiwillig, und das wäre doch dann ungerecht. Ob das der Eingeklemmte genauso sieht, wenn er von einer Feuerwehr, unter dem Kommando eines völlig ungeeigneten GFs gerettet wird, wage ich zu bezweifeln.

Es zeigte sich, dass ein Grossteil der Teilnehmer aus kleinen und kleinsten Feuerwehren kommen (TSF ohne AS, od. LF8), mit einer Einsatzfrequenz von 1-10/Jahr. Auch zeigte sich, dass etliche Teilnehmer nur deshalb zum Lehrgang geschickt wurden, weil sie zum Kommandanten gewählt wurden. Hierbei muss angemerkt werden, dass nach dem BayFwG der Kommandant die Einsatzleitung im Ortsbereich innehat. Dazu später mehr.

Dass 60-70% der dort vermittelten Inhalte für mich reine Wiederholung war, mag an der guten Ausbildung in unserer FW liegen, dass aber für Andere vieles, was nachweislich Bestandteil TM1+2 und TF-Lehrgang ist, völliges Neuland war, gibt mir wirklich zu denken. Es gab Teilnehmer, für die CO2 als Löschmittel völliges Neuland war, Anderen waren Begriffe wie Spannungstrichter, Schnellangriffsschlauch, Schwarz/Weiß Trennung oder Atemschutzüberwachung völlig unbekannt. Auch in rechtlichen Fragen, waren etliche Teilnehmer völlig blank (z.B. Pflichtaufgaben vs. Freiwillige Tätigkeiten einer Fw).

Ich zog für mich das Fazit, dass der Lehrgang wohl keine Herausforderung werden dürfte. Es kam also der Tag, an dem das erste Planspiel anstand. Was für alle neu war, war der Führungsvorgang. Anfangs liefen Sachen wie Erkundung, Gefahrenfeststellung, Planung und Befehlsgabe etwas schleppend, aber genau deshalb war man ja auf dem Lehrgang.

Was aber einige Teilnehmer sich beim Planspiel geleistet haben, das spottete wirklich jeder Beschreibung. Folgende Lage: LKW mit umgestürztem und leckgeschlagenem Fass auf der Ladefläche, daneben eine offensichtlich bewusstlose Person. Der Schüler schafft es, sich selbst, seinen Melder und seinen Angriffstrupp „über den Jordan“ zu schicken, weil er offensichtlich von Atemgiften noch nie was gehört hatte. Eine sehr ähnliche Lage hatte der gleiche Kandidat dann auch bei der Übung im Gelände, auch hier schaffte er es, vier Mann (inkl. sich selbst) in „Lebensgefahr“ zu bringen. Natürlich hat der Teilnehmer den Lehrgang bestanden. Wie übrigens alle …

Was mich ebenfalls faszinierte, waren etliche Äußerungen einiger Schüler, die als neu gewählter Kommandant zum Lehrgang geschickt wurde. Sinngemäß:

  • Wenn die Einsatzmeldung etwas Kompliziertes vermuten lässt, dann fahren wir absichtlich einen Umweg, um nicht als erster am E-Ort zu sein, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen.
  • Oder: Wir haben erfolgreich gegen die Installation einer BMA hingewirkt, denn so etwas haben wir bislang nicht im Ortsbereich, und wir kennen uns damit gar nicht aus.
  • Oder: Wir haben es geschafft, dass wir nicht mehr zum Brandmeldealarm des Krankenhauses in der nahe gelegenen Kreisstadt alarmiert werden, denn dort gibt’s ja eh nur Fehlalarme.
  • Oder: Wenn unser „Hilfsschlauchwagen“ zum TÜV muss, dann bauen wir vorher den Innenausbau aus und das Blaulicht ab, denn beides ist nicht offiziell eingetragen. Der Transporter ist erstens gar kein offizielles Feuerwehrfahrzeug, und zweitens mit den Schläuchen auch überladen.

Diese Sachen wurden erzählt, als wären sie das Normalste der Welt. Und nicht nach 6 Weißbier am Abend, sondern völlig nüchtern in der Pause zwischen zwei Lehreinheiten.

Die größte Angst, die viele Feuerwehren auf dem Land haben, scheint die Einführung der ILS zu sein. Denn dann besteht die Gefahr, dass man mit Einsatzsituationen konfrontiert wird, die man bis dato noch nicht kannte. (Gefahrgut, VU-eingeklemmt etc). Es ging sogar soweit, dass ein Kommandant erzählte, dass er an seinen KBR herangetreten ist, um die eigene FW aus bestimmten Alarmplänen heraus zu nehmen, weil man sich mit THL etc. nicht auskennt. Dass man auch ohne TH-Ausrüstung wichtige Erstmaßnahmen (Absicherung, Unterbauen, EH) treffen kann, war vielen Teilnehmern anscheinend völlig unbekannt. Das heißt, dass so etwas bis dato auch nie geübt wurde.

Mein Einwurf, dass mit Einführung der neuen ILS, es auch passieren kann, dass man zu einem medizinischen Notfall alarmiert werden kann, auch wenn man kein HVO/First Responder betreibt, hat wirklich zu erschreckten Gesichtern geführt.

Auch Themen, wie Feuerwehr und Alkohol waren hochinteressant. Mir wurden viele Vorurteile, die ich zugegebenermaßen gegenüber Landfeuerwehren hatte, leider voll bestätigt.

Mein Fazit:
Wenn man sich vor Augen führt, dass diese neuen Kommandanten zukünftig die Einsatzleitung innehaben, dann bekomme ich wirklich Angst, und hoffe, dass ich in diesen Bereichen nie einen schweren Unfall haben werde.
Auch die Feststellung, dass diese neuen Kommandanten zukünftig für die Ausbildung in der jeweiligen FF verantwortlich sind, lasst mich erschaudern.

Der Einwand, dass das Einsatzspektrum einer kleinen Feuerwehr nicht mit dem einer größeren zu vergleichen wäre, kann ich nicht ganz nachvollziehen, denn ein Kellerbrand in einem Dorf, ist das Gleiche, wie in einer Stadt. Der Einzige Unterschied dürfte die Eintrittswahrscheinlichkeit sein.

Was müsste sich ändern?
1. Es muss prinzipiell die Frage erlaubt sein, ob es Sinn macht, hinter jeder Milchkanne eine Feuerwehr zu unterhalten. Gerade im Hinblick auf die weiter zu erwartenden demographischen und sozialen Veränderungen (immer weniger sind bereit und in der Lage sich ehrenamtlich zu engagieren) wird es kaum möglich sein, schlagkräftige und zuverlässig einsetzbare Klein-FFs zu unterhalten. Was kann eine FF leisten, wenn sie an Einsatzerfahrung gerade zwischen 1 und 10 Einsätze pro Jahr liegt, und gerade mal 12 Übungen pro Jahr veranstaltet werden? Teilweise verbergen sich hinter diesen 12 Übungen noch Sachen, wie Hydrantenprüfen und Geräte winterfest machen. Dazu kommt die Übungsplanung für die nächsten Jahre als eigener Übungstermin im Übungsplan. Dann bleiben noch 9 Übungen pro Jahr.

Auch der Steuerzahler würde sich freuen, wenn statt mehrerer kleiner FFs inkl. PSA, Fahrzeuge und Gerätehäusern nur noch ein od. zwei schlagkräftige Einheiten gebildet werden würden. Eine Feuerwehr ohne Atemschutzgeräte und –Träger ist in meinen Augen keine Feuerwehr. Lieber einen LZ, der 5-7 km Anfahrt hat, dafür aber mit Einsatzerfahrung und Wissen am E-Ort ankommt, als eine Löschgruppe, die ihren Namen nicht verdient.

2. Die Macht der Kommandanten muss zugunsten der KBIs und KBRs verschoben werden. Eine kreisweite „Aufsicht“ über Übungsdienst und Ausbildungsstand sollte etabliert werden. So kann man auch besser verhindern, dass weniger geeignete Kandidaten auf die Feuerwehrschulen geschickt werden.

3. Ist es wirklich sinnvoll, dass ein Kommandant einer TSF-Feuerwehr prinzipiell der Einsatzleiter vor Ort ist? (vgl. Art. 18 Abs. 2 BayFwG). Er ist verantwortlich für einen eventuellen Atemschutzeinsatz, hat aber selbst weder einen Atemschutzlehrgang, noch Erfahrung mit Atemschutztaktik.

4. Ein Lehrgang an einer Feuerwehrschule, der mit einer Prüfung abgeschlossen wird, muss so gestaltet sein, dass die größten Nieten durchfallen. Sonst entbehrt solch ein Lehrgang/eine solche Prüfung jeder Berechtigung.

5. Ein ungeeigneter Teilnehmer muss entweder vorzeitig nach Hause geschickt werden, oder spätestens bei der Prüfung durchfallen.

6. Es muss dann bei der entsendenden Feuerwehr nachgefragt werden, wie es dazu kommen konnte, dass eine so mangelhafte Ausbildung durchgeführt wurde. Auch die KBI müsste sich solche Fragen stellen müssen.
7. Planspiel und Einsatzübung beim GF-Lehrgang müssen Prüfungsbestandteil werden (zurzeit sind beides nicht Teil der Prüfung).

8. Das Niveau des Lehrgangs muss den Gegebenheiten im realen Einsatzgeschehen angepasst werden. Das heißt, das Niveau muss steigen.

9. Wenn man im Lehrgang erst mal 16h Wiederholung betreiben muss, dann ist irgendetwas bei den entsendenden Feuerwehren schief gelaufen (siehe Pkt. 2).

10. Die Lehrgangsdauer des Gruppenführers in Bayern müsste der FwDV 2 Punkt 4.1 angepasst werden. Hier steht: „Lehrgangsdauer: 70h“. Und nicht eine Woche, wie auf den Bay. FW-Schulen. Die verlängerte Lehrgangsdauer sollte dafür genutzt werden, mehr Planspiele und Einsatzübungen zu machen. Wozu gibt es eigentlich eine bundesweite Dienstvorschrift, wenn sich einzelne Bundesländer nicht daran halten müssen?

11. Die Inhalte des Lehrgangs sollte den Gegebenheiten angepasst werden. Wenn ich bei uns sehen muss, dass Probleme beim Lesen eines Schleifenplans entstehen können, dann frage ich mich, wieso ein solcher Plan im Lehrgang nicht mal herumgezeigt wurde, geschweige denn, jeder mit Hilfe des Plans einen Melder suchen musste.

Meine Beobachtungen lassen sicher keinen Rückschluss auf das ganze Bayerische Feuerwehrwesen zu. Dies wäre falsch und nicht zulässig, aber sie lassen doch einige Fragezeichen zurück. Die zitierten Äußerungen, sind Einzelmeinungen, wurden aber von anderen Teilnehmern nicht „in der Luft zerrissen“, was doch einige Rückschlüsse zulässt.

Ich verfasse diesen Artikel anonym, da ich mir vorstellen kann, dass sich jetzt etliche auf den Schlips getreten fühlen dürften. Auch mein eigener Kommandant, sollte besser nicht wissen, wer diesen Artikel geschrieben hat, denn sonst wäre das Ansehen der eigenen Feuerwehr beschädigt, da meine (mir sicherlich unterstellte) Arroganz gegenüber vieler kleiner Feuerwehren mit Sicherheit auf die eigene zurückfallen würde.

Kommentare

45 Kommentare zu “Beobachtungen bei einem Gruppenführerlehrgang” (davon )

  1. Markus Held am 2. März 2010 18:01

    hi,

    spontan ein paar Anmerkungen meinerseits

    zu 2: eine kreisweite Aufsicht über Übungsdienst und Ausbildungsstand ist im Prinzip keine schlechte Idee. Doch wer soll das machen? Ist nicht eines unserer größten Probleme, dass besondere FüKr zu viel Macht bei zu wenig Wissen von den Grundlagen haben? Noch mehr Macht für diese ist also eine denkbar schlechte Idee. Dazu müsste sich erstmal an der Ausbildung (und ggf. an der Stellung, z.B. hauptamtliche KBR) der bes. FüKr etwas ändern

    zu 3: mir sind auch Wehren bekannt, bei denen die Kommandanten der Wehren ohne Atemschutz aus diesem Grund zum Atemschutzgeräteträger ausgebildet werden. Welche Lösung besser ist, darüber kann man sicher diskutieren

    zu 4: volle Zustimmung! Eine Prüfung, bei der man nicht durchfallen kann, ist meiner Meinung nach keine Prüfung

    schöne Grüße
     

  2. oschwab am 2. März 2010 18:09

    Hmmm.
    Um ehrlich zu sein, ich kann Deine Gedanken und Postulate verstehen. Wenn ein Gruppenführerlehrgang nur als Mittel zum Zweck und nicht als echtes Hilfs- und Arbeitsmittel verstanden wird, dann ist Polen offen.
    Wir sind schon bei der ILS aufgeschaltet, aber wir fahren dank Stützpunktwehr und vielen Fahrzeugen überörtliche Einsätze, bei denen unser Zugführer oder Kommandant die Einsatzleitung auf Bitten des örtlich zuständigen Kommandanten übernimmt. Wohl auch, weil der keine Ahnung hat, wie er mit dem Wust an Fahrzeugen und Aufgaben umgehen soll.
    Dabei muss er ja eigentlich nur Fahrzeug- oder Zugweise anschaffen, was diejenigen Kräfte machen sollen. Die haben meist sogar einen qualifizierten Gruppenführer oder Zugführer dabei ;-)
    Ist ja eigentlich nicht so schwer, aber die Kameraden sehen halt nur den Berg an Arbeit und Verantwortung und können nicht den Schritt zurück machen, um es distanziert zu betrachten.
    Aber das Können wächst mit den erledigten Aufgaben. War schon immer so und wird auch immer so sein.
    Da es offensichtlich „von oben“ her nicht so gut klappt, müssen wir halt „von unten“ so gut wie möglich damit umgehen, vielleicht spült es dann was Gutes nach oben.
     

  3. Jochen Petzinger am 2. März 2010 18:17

    4. Ein Lehrgang an einer Feuerwehrschule, der mit einer Prüfung abgeschlossen wird, muss so gestaltet sein, dass die größten Nieten durchfallen.
    Das würde ich anders vormulieren: Ein Lehrgang muss so gestaltet zu sein, dass nur die wirklich geeigneten durchkommen. Die Aussage „die größten Nieten“ ist für mich unzureichend. Was ist mit den „normalen Nieten“?

    7. Planspiel und Einsatzübung beim GF-Lehrgang müssen Prüfungsbestandteil werden.
    Ergänzung: und eine Lehrprobe.

  4. zhorin am 2. März 2010 18:20

    Die Situation an der Schule kann man sicher auf fast alle Bundesländer übertragen.

    Problem der ganze Sache ist ja das motivierte Kameraden regelrecht ausgebremst werden von solchen Führern vor Ort … da ist die langfristige Entwicklung ja schon abzusehen … da wird keine leistungsstarke Feuerwehr etabliert sondern eher der örtliche Heimatverein …

  5. simon02 am 2. März 2010 18:20

    Hallo,

    das Phänomen bezüglich fehlendem Wissen, findet man immer wieder.
    Mir ist  ein Fall von einem Truppführerlehrgang (23 Teilnehmer) bekannt, wo von 19 es nicht gepackt haben.
    Oder aus der eigenen Erfahrung als Ausbilder im VB,  es ist immer wieder interessant die Prüfungen von Feuerwehrleuten auszuwerten. Insbesondere wenn es um Fragen aus dem Feuerwehrwesen geht.

    Bezüglich den Änderungen, vielleicht liegt es nicht an den Teilnehmern sondern eher am System. Wenn man sich mittlerweile die Vielfalt der Ausbildungsthemen (von VB, Gefahrgut, Hilfeleistung usw.) ansieht, vielleicht ist dies einfach eine Überforderung.

    Gruß
    Simon

  6. Holzbein am 2. März 2010 18:38

    Ich finde es erschreckend, dass sich so viele ihrer Verantwortung nicht bewust sind.
    Damit meine ich, das man doch sein Hobby bei der Feuerwehr nicht so auf die leichte Schulter nehmen darf, da ich anderen Personen (Hilfesuchenden und Kammeraden) gegenüber eine Verantwortung habe.

    Aber zum Glück kann es auch anders gehen.
    Ich komme auch aus einer ca 30,000 einwohner Stadt, aber aus einem kleinen Löschzug ca 3,000 Einwohner.
    Wir sind auch in Richtung ABC, Wasserrettung,BMA, VU fitt, auch wenn es nur teilweise zum Alltag gehört.

  7. Medevac71 am 2. März 2010 19:00

    Zum letzten Absatz: Also ich lese und erkenne da keine Arroganz in deinem Bericht – keineswegs.
    Ich kann verstehen, dass man sich darüber aufregt, zu Recht wohlgemerkt.
    Allerdings bin ich grade noch in einer Grinse und Schmunzel Einstellung, wie sowas denn überhaupt sein kann =)

  8. Carlo Schepers am 2. März 2010 19:25

    Vorweg: Ich komme aus NRW und habe kaum einen Schimmer von dem System der Bayrischen Feuerwehren.
     
    Ich bin total begeistert das hier jemand so frei über sein (ihr) Missfallen an bestimmten Abläufen und Gegebenheiten schreibt!
     
    Mich stört besonders das von sehr viele Kameraden Missstände in der Ausbildung  und im System hingenommen werden!!
     
    Daher nun mein Appell an alle die etwas an den Gegebenheiten zum positiven ändern möchte: Wenn euch etwas stört, dann sagt es! Wir können nur etwas ändern wenn wir auf das Problem aufmerksam machen und es gemeinsam lösen!

  9. Cimolino am 2. März 2010 19:28

    Hallo,

    treffend einiges der Probleme beschrieben.

    Aber so lange „Masse“ mehr zählt als „Klasse“ ist die notwendige Qualität schon in der nötigen Anzahl nicht ausbildbar.

    Der Rest ist (Verbands-)Politik.

    Stell Dich vermehrt auf Gegenwind ein… ;-)

  10. Philipp am 2. März 2010 19:58

    Wobei man jetzt anmerken sollte, dass das beileibe kein (alleiniges) Problem der GF-Lehrgänge ist.
     
    Wenn ich mir so meinen TF-Lehrgang anschaue, waren da auch einige Leute dabei, bei denen viel Grundwissen inkl. GMV schon nicht mehr im Kopf waren.
    Verschlimmert wurde das ganze dann einige Jahre später, wenn man die Leute wieder trifft und erfährt, dass sie ja schon GF sind und jetzt so lustige Dinge wie FW-Sani oder ZF machen. Alles dank gutem Draht zum lokalen Wehrführer.
     
    Aber auch hier in Hessen wurde ja nicht ohne Grund der TM 2 eingeführt, da man ja gemerkt hat, das zwischen TM1 und TF einiges an Wissen verlohren geht. Vlt. wäre ein TF2 vor dem GF nicht die schlechteste Lösung.

  11. Max am 2. März 2010 20:35

    Meinst Du, das würde etwas am grundlegenden Problem ändern? Bei manchen ist das Interesse für das Fachliche scheinbar einfach nicht so vorhanden.. (Ich würde denen nicht unterstellen, dass sie doof sind..)

  12. ChristianF am 2. März 2010 20:57

    Ich muss auch noch das eine oder andere los werden, weil ich einfach glaube, dass die kleinen Wehren zum Großteil auch schlicht und ergreifend unterschätzt werden…
    Auch ich bin in einer dieser „1-10 Einsätze / Jahr Wehren“, klar ist das nicht die Welt… Aber zum Beispiel 2009 waren 2 der 4 Einsätze zeitkritische Brandeinsätze mit Menschenrettung…
    Ich gehe sogar so weit und werfe die Behauptung in den Raum, dass so ein Einsatz mit dem TSF schwieriger abzuarbeiten ist als mit nem LF 16/12… Dass das TSF da nicht alleine ausreicht ist ganz nebenbei natürlich klar…
    Ich kann dir allerdings in einigen Punkten durchaus zustimmen. Insbesondere, dass die „Bayern-Schnellbleiche“ nicht ausreicht… Das sollte aber meines Wissens nach auch durchaus mitgeteilt werden, dass der zweite Teil des Lehrganges zu absolvieren ist, bevor man „richtig“ GF ist…
    Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass Planübung und Einsatzübung nicht zur Prüfung gehört. In Hessen tun sie das beim GF auf alle Fälle, beim ZF mangels Zeit nur die Planübung. Bei meinem Lehrgang sind da übrigens auch Leute durchgefallen. Und die waren nicht unbedingt von kleinen Wehren…
     
    SO, jetzt Feuer frei auf mich ;-)

  13. Christian Lewalter am 2. März 2010 22:51

    @ChristianF Ich stelle mich 100% neben dich, dann ist die Trefferfläche größer ;-)

    Komme ursprünglich aus einer TSF-Wehr und schätze diese als sehr schlagkräftig ein.

    Es gibt allerdings auch genügend Negativ-Beispiele, die so denken und handeln, wie es die Loeschzwergin beschreibt.

  14. Bolde112 am 3. März 2010 11:25

    Bin auch aus dem Freistaat Bayern und in Franken wohnhaft. Muss dem Verfasser überaus recht geben. Respekt, das so zu schreiben. Komm auch aus einer ländlichen Stützpunktwehr mit ca. 50 Einsätzen im Jahr und fahre zusätzlich noch im Löschzug Gefahrgut mit. Die Problematik kenn ich auch aus unseren Ortsteilwehren. Die älteren Kameraden haben keine Lust auf Fortbildung, die Jüngeren machen sie um zu Prahlen und bekommen aber nix auf die Reihe und sind dann im Ernstfall total überfordert. Ein Wehrführer einer OT-Wehr kam zu einem Einsatz hinzu und hat fast hyperventiliert. Als er dann den Befehl zum Ansaugen aus offenem Gewässer bekommen hatte, war es komplett rum. Es ist halt so, was für Personal soll auf Lehrgänge geschickt werden, wenn nur solche „Nieten“ in der Wehr vertreten sind? In solchen Fällen wäre über eine Zusammenlegung der Wehren nachzudenken. Bei uns in der Wehr ist es aber auch ein wenig seltsam, die Engagierten werden außen vor gelassen und die die nur das Nötigste tun und kaum Erfahrung und Lust haben werden zu Führungslehrgängen gesendet. Irgendwie unfair, aber vll wollen sie so das Interesse bei diesen Leuten wecken und was bewirken?! Und das was einer schon erwähnt hat, mit Mund aufmachen um was zu ändern. Fehlanzeige, wir haben unseren Mund schon oft aufgemacht. Bei Bürgermeister, Wehrführer usw. es wird nix bewegt und verändert. Nun stehen am Samstag Neuwahlen der Kommandanten an und hoffentlich macht der Richtige das Rennen, dass wir endlich was für die Zukunft machen können.

  15. Andreas Wirtz am 3. März 2010 11:38

    Zunächst einmal, prinzipell hast du Recht und obwohl annonym den Mut es anzusprechen, auch wenn es eine ewige Diskussion ist.

    Bin GF in einer ländlichen Wehr (LF16/12 u. LF8)  und fahren ca. 20 Einsätze im Jahr. Natürlich kenne ich auch das Ausbildungsproblem gerade in den umliegenden kleineren Wehren (TSF/TSA).

    Es darf aber nicht vergessen werden, das, also zumindest bei uns, bei jedem größeren (sensiblen) Einsatz immer ein KBM/KBI anfährt der nötigen Falls die Einsatzleitung übernimmt. Deswegen sehe ich hier eig. kein Problem.

    Zur Ausbildungsüberwachung, ganz klar, wer Überwacht, wie Reagieren?

    Wenn die, wie du ausdrückst „Milchkannenwehren“, weg sind wer arbeitet dann im Katastrophenfall (Sturm, Hochwasser etc.) die Lagen ab? Beseitigt jede größere Wehr zukünftig dann die Ölspuren, die Bäume über der Straße, den Stadelbrand, rücken nur noch TLF´s bei Einsiedlerhöfen an, weil die „manpower“ für lange Schlauchstrecken fehlt usw..

    Diese Einsätze sind zumindest bei uns die klare Mehrzahl..

    Das andere ist, das viele bei uns noch aus den „klassischen“ Gründen in der Wehr sind, d.h. wenn der eigene Hof brennt – diese wiederum sind auch die wenigen die auch untertags jederzeit erreichbar sind (Land=>Auspendler!).
    Auf diese Leute wird immer mehr Last umgelegt, zukünftig wohl auch die Alarmierung für First Responder, ist das richtig bzw. verträglich, ist das unsere Aufgabe?

    Von der größe her, muß ein TSA oder TSF GF, wirklich eine THL führen (kein THL Satz) ?? Führt ein TSA od. TSF GF einen Innenangriff (2AG?) ??
    Behält ein solcher Kmdt. / GF die Einsatzleitung?

    Unsere alten GF´s (40) waren nie auf irgendeiner Schulung, das läuft bei uns erst seit ca. 10 Jahren.
    Ein schlecht ausgebildeter GF ist meiner Meinung nach, besser als gar keiner. Trägt er es doch weiter und weiß er sollte eig. mehr tun.. Es „wächst“ sich so hoffentlich über die Jahre heraus

    Ich war auch auf der GF Schulung und fand sie gut, klar zu kurz aber dafür gibt es ja auch die Aufbau Kurse – ideal ist das nicht. Besser wie vor 5 Jahren – denke schon.

  16. Kuebler am 3. März 2010 12:03

    Chapeau!

    Ich ziehe den Hut vor Deiner Analyse und dem Mut, das öffentlich zu sagen.
    Ist sowieso längst überfällig.

    Die Staatlichen Feuerwehrschule trifft dabei kurioserweise die wenigste Schuld.
    Es sind regelmäßig die bayerischen Kreisbrandräte und der Verband die hier gemauert haben.
    Ob es die unsäglich kurze Ausbildungsdauer ist, die oft mangelhaften Eingangsvoraussetzungen oder die Unmöglichkeit, auf dem Lehrgang durchzufallen. Immer wird als Argument gebracht, das könne man den Freiwilligen nicht zumuten.

    Glaubt mir, die Ausbilder würden nur zu gerne das Niveau heben, Eingangsvoraussetzungen kontrollieren und bei mangelhafter Leistung auch mal jemanden nach Hause schicken.
    Gegen die politische Macht des Verbandes schlicht und einfach (noch) nicht durchsetzbar.

  17. MeinungBY am 3. März 2010 17:48

    Ersteinmal vielen Dank für Deinen offenen Bericht.  Du hattest zumindest das „Glück“ an einem Gruppenführerlehrgang teilnehmen zu dürfen.

    In unserer Wehr (Kreiststadt in Bayern) „dürfen“ nur die Kameraden zu einem Gruppenführerlehrgang die dem Kommandanten, dem KBI und/oder KBR in den Hintern kriechen bzw. verwand/verschwägert sind. Dies gilt übrigens auch für den TF-Lehrgang.

    Die einzige Alternative ist es mit ein paar „Stammlern“ regelmäßig (wichtig regelmäßig) auf „Sauftour“ zu gehen. Die legen dann ein gutes Wort für Dich ein.

    Diese Feuerwehr schafft es übrigens 1-2 Minuten nach dem Alarm das erste Löschgruppenfahrzeug rauszujagen. Wer jetzt denkt „Respekt“ bzw. meint es wären vielleicht irgendwelche Hauptamtlichen der IRRT! Da wir in der Wache eine nette „Bar“ haben und die „Stammler“ dort in der Regel mit nem Weizen und ein paar Obstlern abhängen bekommen die natürlich immer schnell den ersten Kübel voll. Übringens inkl. Maschinisten!!! Tja und an der Einsatzstelle wirds dann immer schwierig, da meist nur zwei Leute noch so „nüchtern“ (<= 1,3 Promille) sind um unter PA zur Brandbekämpfung vorzugehen. Naja spätestens nach 10 Minuten kommt ja das zweite Löschgruppenfahrzeug mit nüchternen Kameraden.

    Ich muss echt sagen das mich das Thema Alkohol im Dienst mittlerweile echt ankotzt! Mal nen Bier nach nem Einsatz oder auch gerne mal gemeinsam am Abend in der Wache ABER DANN WIRD NICHT MEHR GEFAHREN BZW. ATEMSCHUTZ GEMACHT! Vor allem dann, wenn sogar der KBM (!!!!!) stockbesoffen an der Einsatzstelle rumtorkelt und absolut idiotische Befehle gibt! Wer jetzt sagt dann geh doch zum KBR und beschwer Dich – Möcht ich ja, nur ist der dummerweise mit der kompletten Führung verwand / verschwägert. Und da sagt noch mal jemand in Bayern gibt es kein Inzest – Sorry war jetzt unpassend.

    Mein Traum wäre es die Kameraden zu „befördern“ welche sich durch besonderes Verhalten auszeichnen (Führungsstärke, Engagement, Charisma) und nicht die, die am meisten Saufen können bzw. die meisten Entscheider kennen.

  18. René am 3. März 2010 18:28

    Ich finde diesen Artikel sehr interessant. Schon alleine daher, dass die oben angesprochene Probleme nicht nur in Bayern anzutreffen sind, sondern auch Bundesweit. Auch im meinen Lehrgängen (GF I + II) gab es den einen oder den anderen, der etwas „Feuerwehrfremd“ war. Doch darf man solche verurteilen, nur weil andere Leute auf Kreisebene Mist gebaut haben? Und ist dass das Problem der Schule? Nun die LFS in Bayern scheint zumindest auf solch Fehler zu reagieren. Und was daraus wird, bleibt abzuwarten. Und solange diese Aktion noch läuft und man nicht einschätzen kann wie dies enden wird, halte ich solche Diskusionen über mögliche Konsequenzen für etwas verfrüht. Aber auch Anregungen Feuerwehren zu schließen, sollte auf einer anderen Ebene Diskutiert werden.
    Nun im Übrigen war die Qualität meines GF Lehrganges relativ hoch und die Ausbilder haben sich jeden Teilnehmer angenommen. So wurden auch die „Feuerwehrfremden“ auf Format gebracht.

  19. Cimolino am 3. März 2010 19:14

    Hallo nochmal,

    erstaunlich, wie viele Posts in kurzer Zeit mal wieder zum altbekannten Thema erzeugt werden…

    Die Frage seit vielen Jahren: Warum schafft die Feuerwehr nicht, das zu drehen?
    Natürlich wurde viel gemacht – und ebenso natürlich kenn ich viele der Ausbilder an den LFS (auch in Bayern) und weiß um deren hohes Engagement, aber das verpufft zu oft an zu vielen im Nirwana von abendlichen Ergüssen in den diversen „Heldenhallen“…

    Ansonsten gilt weiter:
    Es gibt viele, die schon viel bewegt haben, es gibt aber auch (zu) viele, die das nicht oder viel zu wenig geschafft haben. Die Kluft zwischen den beiden „Lagern“ wird immer größer!
    Und die Entwicklung wurde mit der Einführung des Internet natürlich zunehmend schneller…

  20. Flo Weber am 3. März 2010 20:35

    Bei uns im Kreis darf mittlerweile nur der zur LFS der mindestens den Sprechfunker, Truppmann 1&2 und seinen Truppführer gemacht hat.
    Hier sollten doch die KBR´s bzw. die für die Ausbildung zuständigen KBM´s mehr Verantwortung übernehmen oder?
    TSF / LF8 Wehren haben aber meiner Meinung nach durchaus ihre Daseinsberechtigung und es zeigt sich gerade bei Großschadenslagen, dass man froh ist diese Kräfte einsetzen zu können. Ein Kommanant einer kleinen Wehr sollte aber auch wirklich in der Lage sein, einen Einsatz  mit mehreren Zügen leiten zu können.
    Gerade wenn er als erste, ortskundige Wehr vor Ort ist und es schnell gehen muss.
    Aber wo soll er diese Praxis richtig erlernen, wenn nicht auf der Feuerwehrschule? Hier müsste vielleicht mehr in der Praxis getan werden.
    Kleine, übungsintensivere von größeren Feuerwehren in der Ausbildung trennen wird da leider nicht möglich sein.
    Vielmehr sollten doch auch Teilnehmer einer größeren Wehr anstatt die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen, Tipps geben und Erfahrungen austauschen, anstatt sich mit ihrem größerem Fuhrpark zu rühmen.

    Alle über einen Kamm scheren sollte man also nicht, denn viele kleinere Wehren geben sich schon Mühe in der Ausbildung.
    Wie schon erwähnt die Kreise sind hier verantwortlich.

  21. Patrik am 3. März 2010 21:22

    Auch von mir erst mal ein Lob für den kritischen, aber mutigen, Bericht.
    Wenn man das hier oder auf anderen Internetseiten zum Thema Feuerwehr manches mal liest, was in der Feuerwehrwelt so los ist, dann muss einem teilweise Angst und Bange werden, sei es was die Einstellung zum Thema Aus- und Fortbildung angeht, sei es das Thema „Saufen und Feuerwehr“ oder andere Themen, die immer wieder aufgegriffen werden. Aber gleichzeitig freue ich mich auch immer wieder, wenn ich Beiträge von so engagierten Kameraden und Kollegen lese. Wenn wir weiter gute Vorbilder sind, uns mit sinnvollen Beiträgen im Internet und in der eigenen Wehr beteiligen  und weiter alles dafür geben, dass die Feuerwehrwelt besser wird, dann haben wir eine Chance, dass wir vielleicht irgendwann nicht mehr über so erschreckende GF-Lehrgänge oder „Saufen“ reden müssen.

  22. nibe am 3. März 2010 23:48

    Zuerst einmal möchte ich einige Leute errinnern, dass man weniger gebildete Leute nicht als Deppen, Nieten oder sonst irgendwas abstempeln soll. Das ist denen gegenüber unfair. Vor allem wenn es dan in Inzest Vorwürfen ausartet und dies vor allem „ländlichen“ Feuerwehren zugeschoben wird.
     
    Was ich in dem Beitrag vermisse ist der Umgang mit solchen Feuerwehrlern. Warum unterstützen die anderen Kameraden auf dem Lehrgang nicht die schwächeren? Erklären ihnen wozu eine Atemscchutzüberwachung gut ist, was Atemgifte sind und warum man sich besser nicht beschädigten Fässern, mit unbekanntem Inhalt, nähert? Ein Beispiel aus meiner Lehrgangserfahrung: Bei meinem AGT-Lehrgang war ein Mitarbeiter eines Fleischverarbeitenden Betriebes dabei, da in jenem Betrieb eine große Ammoniak-Kühl-Anlage installiert war und er in Zukunft in der Lage sein sollte, diese Anlage zu bedienen. Der Mann hatte keine Ahnung von den Feuerwehr Grundtätigkeiten, keine Einsatzerfahrung und keine Ahnung von Geräten. Aber trotzdem mussten wir mit ihm in einem Team arbeiten. Um bildlich zu sprechen: Wir mussten ihn an die Hand nehmen und zeigen, was wir so machen. Resultat war, dass er sich im Laufe des Lehrgangs mehr und mehr für die Feuerwehr interessiert hat.
     
    Ich hoffe es wird klar was ich meine. In der Gruppe sind wir ein Team. Wenn wir uns dauernd an die starren Strukturen halten GF sagt was zu tun ist und keiner hat ihm zu widersprechen, dann geht das irgendwann in die Hose. Wir alle können irgendwas besser und schlechter. Vielleicht sollten wir denjenigen helfen, die Probleme damit haben und diese nicht ausschliessen.
     
     
    Grundsätzlich sehe ich natürlich auch Probleme in Kommentaren wie „Wenn die Einsatzmeldung etwas Kompliziertes vermuten lässt, dann fahren wir absichtlich einen Umweg, um nicht als erster am E-Ort zu sein, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen.“ Aber auch da muss man doch als Lehrgangsteilnehmer intervenieren. Sagen, dass das nicht richtig sein kann.
     
    Wie Cimolino bereits gesagt hat, wie teilen uns immoment in zwei Lager. Vielleicht wäre es sinnvoll mit der anderen Seite zu reden und zu überzeugen, als hier in Hasstiraden und Vorwürfen mit teils absurden Vergleichen auszuarten.
     
    Gruß nibe

  23. zhorin am 4. März 2010 01:16

    @nibe
    Nunja der GF Lehrgang ist ja nicht dafür da um elementares Grundwissen zu vermitteln und „Leute an die Hand zu nehmen“ – da ist vorher schon was auf Kreisebene gründlich schief gelaufen.

    Ich bin selbst als Kreisausbilder für Truppführer tätig und schicke auch Leute nach Hause, die ohne das entsprechende Vorwissen / Lehrgänge bei mir aufkreuzen. Probleme hatte ich deshalb noch nicht.

    Sicherlich kann man das mit den kleineren Feuerwehren nicht verallgemeinern, aber leider ist es nunmal die Mehrzahl die da aus dem Rahmen fällt und dazu sehe ich in meiner Nähe auch genug Beispiele.

    Der Willen daran etwas zu ändern muss zuallererst von den betroffenen Wehren selbst kommen und dann hat es auch genug Möglichkeiten da Abhilfe zu schaffen ( Teilnahme an den Ausbildungseinheiten in anderen Wehren , Teilnahme an Lehrgängen auf Kreisebene usw. ).
    Leider ist dieser Wille da selten vorhanden, weil man da lieber sein eigenes Süppchen kocht und sich eingestehen müsste das etwas nicht nach Plan läuft. 
    Da man aber es bisher „schon immer so gemacht hat“ und selbst gar nicht das Wissen und Willen  hat um die Missstände zu erkennen wird es da langfristig die Lager immer weiter spalten.

  24. olsen am 4. März 2010 09:46

    Ich muss nibe rechtgeben.
    Das größte Problem ist schlichtweg die Praxis. Eine Wehr mit 1-10 Einsätzen pro Jahr sieht sicherlich auch nicht den Sinn mehr als 12 Übungen zu fahren. Natürlich mangelt es dann an der Praxis, und schauen wir mal genauer hin, eine Übung ist eine Übung und somit künstlich. Die Erfahrung kommt erst bei Einsätzen aber woher sollen die kommen? Praktikas bei größeren Wehren wäre da vllt ein Ansatz, aber wer soll das Stemmen? Es gibt so viele Probleme derzeit in Feuerwehrdeutschland und eines der größten ist sicherlich das Zeit/Arbeitsplatzmanagement. aber das ist eine andere geschichte.
    Da wäre es wirklich nur wünschenwert den Ansatz von nibe nachzueifern und die weniger erfahrenen Kameraden an die Hand zu nehmen und seine eigene Arroganz abzulegen und die Kameraden in NICHT den Tod laufen zu lassen, schließlich sind WIR KAMERADEN!

  25. Cimolino am 4. März 2010 11:34

    Hallo,

    tolle Ideen – und schnell geschrieben. Allerdings hat man damit in der Praxis das Problem, dass die entsprechenden Kollegen sich erst mal „mitnehmen“ lassen müssen. Leider gibt ganz offensichtlich das Problem, dass die jüngeren engagierten Kollegen, die das vielleicht könnten, von den anderen eher belächelt, gemieden oder gar beleidigt werden. Wer soll denn in einem Lehrgang wen mitnehmen, wenn es zu viele sind bzw. die Defizite (oder sagen wir vornehmer „Wissensunterschiede“) zu groß sind?

    Das wiederum führt dann direkt zur nächsten Diskussion, nämlich die, warum es so schwer ist junge, fähige, geeignete (Nachwuchs-)Führungskräfte zu gewinnen UND zu halten… (Alles kein neues Problem, wurde schon vor über 20 Jahren so ähnlich schon beschrieben, vgl. die Zukunftsstudie aus BaWü von 1990…)

  26. René am 4. März 2010 13:19

    Moin zusammen,
    nun ich finde es schon ein klein wenig erschreckend, dass Leute zum GF Lehrgang an der LFS zugelassen werden, die keine entsprechenden Lehrgänge auf Kreisebene nachzuweisen haben. Zum Glück sieht es hier in Schleswig-Holstein doch anders aus. Dies gilt im übrigen auch was die Lehrgangsdauer des GF Lehrganges betrifft. Denn hier sind es nämlich zwei Wochen, die mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Fazit: Ich würde mir wünschen, dass dies in Zukunft überall an allen LFS so geregelt wird.
     
    Ich stimme fireman voll und ganz zu, wenn er sagt, dass es nicht entscheidend ist wie groß eine Wehr ist oder wie viele Einsätze diese im Jahr fahren, sondern dass es letzten Endes auf die Facharbeit ankommt. Doch dazu später mehr.
     
    Auch hinter nibe’s Aussage stehe ich voll und ganz. Denn wenn ein Feuerwehrangehöriger aus einem Lehrgang sieht, dass ein anderer irgendwelche Defizite hat, dann sollte man diesen schon nach Möglichkeit unterstützen. Natürlich setzt es voraus, dass diese Hilfe auch erwünscht und angenommen wird. Doch um dies herauszufinden, kann man ja mal vorsichtig seine Hilfe anbieten. Und daher finde zhorin’s erste Aussage nicht ganz in Ordnung. Denn wir sind Führungskräfte oder wollen dies noch werden. Und daher ist es unsere Aufgabe und unsere Pflicht die schwächeren an die Hand zu nehmen. Denn dies müssen wir später auf Standortebene schließlich als Ausbilder auch. Des Weiteren sind wir eine Gruppe und da wird niemand auf der Strecke gelassen.
     
    Ich selbst komme auch aus einer Wehr, die unter 10 Einsätzen im Jahr liegt. Zum Glück möchte ich nebenbei an dieser Stelle mal erwähnen. Daher leben wir größten Teils auch von Übungen. Nun auch in Übungen kann man eine gewisse „Routine“ erhalten. Denn jede Übung ist nur so gut, wie diese Ausgearbeitet wird. Und auch in dieser Hinsicht ist der GF gefragt und auch gefordert. Ich persönlich halte nicht viel von der Aussage „Eine größere Feuerwehr mit vielen Einsätzen ist besser als eine kleine mit wenig oder gar keine Einsätzen!“ Denn auch bei einer größeren Feuerwehr kann die Qualität der Arbeit an einer Einsatzstelle eine reine Katastrophe sein. Denn der Glaube an den Gedanken „Dies haben wir schon 1000 Mal gemacht also dies arbeiten wir im Schlaf ab“ ist genau so Gefährlich wie die Angst davor zu versagen. Nur beim letzteren kann man noch arbeiten. Und genau hier schleißt sich der Kreis. Denn genau an dieser Stelle werden wir wieder als Führungskraft gefragt und gefordert.

  27. nibe am 4. März 2010 18:18

    @Cimolino
    nachdem ich mir alle Kommentare durchgelesen hatte und es inzwischen 23:48 oder so war, hatte ich keine Lust mehr die Rechtschreibung zu korrigieren. Sorry dafür
     
    @zhorin
    Das ist natürlich die Sicht der Ausbilder, die ihren Lehrgang so rund und effektiv wie möglich durchnehmen wollen. Es spricht auch nichts dagegen aus der Sicht eines Ausbilders jemanden nach Hause zu schicken, der für diesen Lehrgang nicht geeignet ist. Aber und das ist jetzt ein großes „Aber“, ist es für mich nicht verständlich wenn die Teilnehmer sich nicht gegenseitig unterstützen und somit nicht verhindern, dass jemand nach Hause geschickt werden muss. Allerdings ist das, wie du schon bemerkt hast, nicht die Aufgabe der Ausbilder, sondern der Gruppe.
     
    Wenn natürlich der Betreffende sich nicht helfen lassen will, ist er doch selber Schuld. Mit so jemandem würde ich auch nie freiwillig in einem Trupp geschweige denn Gruppe zusammen arbeiten. Wie gesagt, nur wenn ich nicht muss.
     
     
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten ;-)

  28. nibe am 4. März 2010 18:24

    Sorry für den doppelten Kommentar, aber ich habe eben bei der „Konkurrenz“ diesen Artikel gefunden, der glaube ich annähernd das beschreibt, was ich meine: http://www.feuerwehrleben.de/2010/03/04/wie-wird-man-ein-feuerwehr-dream-team/
     
    Gruß nibe

  29. zhorin am 4. März 2010 18:36

    @Rene

    Man kann nunmal net davon ausgehen, dass in einem GF Lehrgang immer Leute von Wehren sind, die eine angemessene Ausbildung machen.
    Wer soll die Leute mit den Defiziten denn dann an die Hand nehmen ?
    Wenn zu einem Lehrgang sehr viele Leute ohne die erforderlichen Grundkenntnisse aufschlagen, wird da am Ende die Qualität der Ausbildung drunter leiden, denn verlängert werden die Lehrgänge nicht, nur weil man noch Grundwissen vermitteln muss eh man mit der eigentlichen Ausbildung beginnen kann.

    Die beschriebenen Ausbildungsmängel sind ja nicht gerade minimal – und jemand mit solchen Ausbildungsmängeln kann entweder nach Hause fahren oder sich jeden Abend hinsetzen und das nacharbeiten – aber Leute trotz solcher „erkannter“ Mängel mehr oder weniger bei einem GF Lehrgang durch zu winken, halte ich für sehr gewagt…  So zeigt man doch nur, dass es auch ohne Ausbildung funktioniert … „Keine Ausbildung ? Kein Problem den GF Lehrgang besteht man auch so !“

    Eine Wehr mit 1-10 Einsätzen im Jahr wird im Einsatz mehr oder weniger die selben Handgriffe und Tätigkeiten durchführen müssen wie eine Wehr mit 50-100 Einsätzen – das ist in meinen Augen eher noch ein Grund mehr zu üben als das als Entschuldigung zu nehmen, da weniger zu machen.
    Jeder der das Pech hat, dass ihm einmal die Feuerwehr helfen muss, hat ja ein Anrecht darauf, dass ihm schnell und fachlich richtig geholfen wird – egal ob nun von einer 1-10 Einsätze Wehr oder der Schwerpunktwehr der nächsten Kreisstadt. Und für sowas brauch man Ausbildung.

    Wie schon gesagt – der Wille was zu ändern muss von der Wehr/ den Kameraden selbst kommen – damit an die Leute heran zu treten habe ich mehr als schlechte Erfahrungen gemacht. Da wird man mal ganz schnell beschimpft und einem der Stinkefinger gezeigt, wenn man mal freundlich anfragt und anbietet mit den Führungskräften mal über Ausbildungen zu sprechen und denen anbietet sie ein wenig „an der Hand zu nehmen“ – und genau an dem Punkt hört für mich dann die Kameradschaft auf.

  30. Cimolino am 4. März 2010 18:44

    @nibe: es ging mir NICHT um die Rechtschreibung, sondern um den Inhalt.

    Auch der Text im „Feuerwehrleben.de“ ist hübsch geschrieben. Schon mal versucht, in so einer Fw wie die, von denen unausgebildete „erfahrene“ FA zum GF geschickt werden, sowas umzusetzen?

    Wer das dort versucht, muss entweder „gesetzt“ sein, einen „Erbhof“ besitzen, oder über eine unglaublich freundliche Begeisterungsfähigkeit gepaart mit erheblicher Frustrationstoleranz verfügen…

    Dazwischen gibts wieder jede Menge Grautöne, aber die Probleme der Feuerwehren kommen ja nicht von ungefähr…

  31. René am 4. März 2010 19:22

    @zhorin: So wie Du die Situation geschildert hast, ist es wirklich ein größeres Problem als ich es zuerst vermutet habe. Denn jemanden vom Bau direkt zur einer LFS zu schicken ist schon heftig (jetzt bildlich gesprochen). Dann liegt wahrlich das Problem nicht am Lehrgangsteilnehmer sondern auf Kreisebene. Also was ich meinte war: für uns war es eine Selbstverständlichkeit, nach dem Unterricht die eine oder andere Lücke bei den anderen Lehrgangsteilnehmer zu schließen. Gemäß die Frage „Wie war das noch gleich?“. Aber so wie Du es hier geschildert hast, bekomme ich es schon mit der Angst zu tun. Dann könnte man „Löschzwerg“ auch verstehen, woher der „Frust“ herkommt! Zumal wie schon angedeutet, wir haben zum Glück solche Probleme hier im Norden nicht! Hätte auch nie vermutet, dass die Feuerwehrwelt auch ein ganz anderes aussehen  kann.
    In den zwei Wochen Lehrgang zum GF haben wir auch nichts anderes gemacht außer das Thema „Gruppenführung“! Da gab es auch keine Wiederholungen. Außer wenn wir uns Abends noch einmal nach dem Unterricht zusammengesetzt haben.
    Aber ich bin mir sicher dass die LFS Bayern mit ihren „Tests“ auf dem richtigen Weg ist! Und ich bin mir auch sicher, wenn die dat so weiter konsequent durchziehen, dass sicher etwas mit der Zeit passieren wird! Nur als einziger Feuerwehrmensch hast Du eine kleine geringe Chance dem Defizit entgegenzusteuern. Denn wie willst Du einen Plan umsetzen, wenn Du keinen Plan hast? Denn woher soll der vom Bau (zum Verständnis: ich habe absolut keine Vorurteile gegenüber Bauarbeiter) denn wissen worauf es an der LFS ankommt? In Harrislee wird eine Teilnahme am Lehrgang Truppführung, Technische Hilfeleistung und Atemschutz für den GF Lehrgang vorausgesetzt! Natürlich kann jeder einfacher Feuerwehrangehörige(r) zum GF gewählt werden. Doch dann muss dieser denn noch erst einmal alle notwendigen Lehrgänge in der KFZ besucht haben, bevor es an die LFS geht!

  32. ChristianF am 4. März 2010 19:54

    @olsen
    es ist doch schön zu pauschalisieren… ;-)
    Ich komme auch aus so einer „1-10 Einsätze“ Wehr, mit in diesem Jahr immerhin über 40 Übungsterminen fürs Fußvolk, unsere FüKr kommen problemlos auf 60 Ausbildungstermine/Jahr. Ohne Seminare, Lehrgänge etc. pp. Und erfahrungsgemäß kommen zum Übungsplan immer noch kurzfristige Übungen dazu (weil z.B. gerade ein Übungsobjekt vorhanden ist, dann wird keine Übung verschoben, sondern eine zusätzliche angesetzt…).
    Logischerweise sind Einsätze was anderes als Übungen, ich kann aber auch die Übungen realistisch aufbauen. Dann fallen die Einsätze auch leicht… Wie schon mal erwähnt, war die Hälfte der wenigen Einsätze im letzten Jahr zeitkritisch und mit Menschenrettung. Und dennoch ging es da im Fahrzeug auf der Anfahrt hektischer oder sonstwas zu. Man hat sich soweit möglich mit PA ausgerüstet und auf den Einsatz vorbereitet… Genauso wie im LF 16/12 der großen Wehr auch…

  33. firechief2 am 4. März 2010 22:23

    Es ist schon richtig mit der Ausbildung, aber es gibt viele kleine Wehren die sich mächtig ins Zeug legen und wenn dann ein Kamerad den Mum hat einen Gf Lehrgang zu machen, dann braucht er die Hilfe von Ausbildern in den LFS und kein „Misstrauen“.  Was ich bei dieser ganzen  Diskussion auch vermisse, ist die Einhaltung von Hilfsfristen, Ortskenntnisse im Schutzbereich, Manpower bei Grossschadenslagen, Kostenersparnis für die Gemeinden, das alles muss und kann eine einigermaßen ausgebildete Feuerwehr liefern. Es hilft einem verletzten wohl nicht, wenn der gut ausgebildete GF mit seiner Wehr 15 Minuten braucht, bis er an der Einsatzstelle ist.

  34. René am 5. März 2010 10:32

    @ firechief2: Bitte entschuldige, aber wir dürfen jetzt hier nicht vom Stock zum Stöckchen kommen. Denn Hilfsfristen und Ortskenntnisse spielen in dieser Diskussion eine eher geringe bis gar keine Rolle. Natürlich kann es nicht passen, dass man  mit Absicht Umwege zum Einsatz fährt um nicht die erste Wehr dort zu sein. Und dann hat eine Großschadenslage eine ganz andere Bewichtung.  Aber dies ist nun eine andere Geschichte.
    Hier geht es um die Grundlagen der GF Ausbildung in Bayern (und auch anderswo)! Und ins Zeug legen müssen sich zudem alle Wehren (siehe unter anderem meinen ersten Beitrag vom 04.03.)

  35. Florian Körblein am 5. März 2010 18:00

    Leider entspricht dieser Bericht den Tatsachen an bayerischen Feuerwehrschulen. Man kann nur hoffen nicht dort in eine Notlage zu kommen, wo die erwähnten „Führungsdienstgrade“ ihren Dienst tun.

  36. isa1980 am 8. März 2010 14:30

    Mich würde mal interessieren, wie der GF-Lehrgang überhaupt so abläuft? Ich hab nämlich nächste Woche Lehrgang an einer Feuerwehrschule in Bayern. Ich hoffe, die trichtern einem nicht nur ne ganze Woche Theorie rein!

  37. Florian Körblein am 8. März 2010 16:30

    Im Moment haben die bayerischen LFS ein ganz anders Problem: die Lehrkräfte laufen scharenweise davon. Es wurden 2010 schon zahlreiche Lehrgänge abgesagt und es sollen noch weitere folgen.
    @ISA1980: wenn du das Verbrennungsdreieck und die Telefonnummer der Feuerwehr kennst kann dir nichts passieren :-)

  38. oschwab am 8. März 2010 17:18

    @Florian:
    Bei den Gehältern, die dort gezahlt werden, ist es ja auch kein Wunder, dass sich die Lehrkräfte Stellen suchen, wo sie angemessen (!) bezahlt werden.

  39. oschwab am 8. März 2010 17:23

    @Isa1980:
    Der GF-Lehrgang (z.B. in Geretsried) teilt sich auf in Theorie und Praxis.
    In der Theorie wird neben den Rechten und Pflichten der GF auch der fortlaufende Lageerkundungs- und Entscheidungsprozess geschult.
    In der Praxis wird das Gelernte anhand von Lagebildern und Übungen vertieft.
    Mir hat er Spass gemacht.

  40. olsen am 9. März 2010 12:35

    @ ChristianF: Das sollte keine Pauschalisierung sein, sondern eine persönliche Beobachtung. Aber sicherlich gilt auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel!
    Es gibt natürlich auch den krassen Gegensatz, dass eine Wehr mit 50-80 Alarmierungen im Jahr ganze 12-15 Termine für Übungen und Ausbildung hat. ( Übrigens auch persönlich erlebt! ;) )

  41. Baxre am 9. März 2010 23:40

    Wo du Recht hast, hast du Recht! Mein GF Lehrgang war ähnlich!!!

  42. JayeM am 13. März 2010 01:28

    Hier mal etwas aktuelles, was wohl auch zu dieser Sache passt – irgendwie zumindest.
     
    http://www.idf.nrw.de/ausbildung/neuigkeiten/wiederholung2010.php
     
    Gruss

  43. shittingbull am 8. Dezember 2010 21:47

    Bin gerade selbst auf GF-Lehrgang in Geretsried.

    Beobachtung:
    Den Teilnehmern muss in den Einsatzübungen erst die richtige Vornahme einer 4-teiligen Steckleiter gezeigt werden (!).

    Stellenweise wirken die Ausbilder demotiviert, gelangweilt (oder frustriert?) – dies ist aber eine Einschätzung meinerseits, dies kann wie bei jeder subjektiven Beobachtung täuschen.

    Zeitgemäße Einsatztaktiken, etwa der Qualifizierte Außenangriff (vgl. Pulm) oder der Einsatz von Rauchvorhängen (vgl. Reick) oder einer koordinierten, zielgerichteten Überdruckbelüftung kann aufgrund der enormen Rückstände der Lehrgangsteilnehmer und der kurzen Lehrgangsdauer nicht oder nur ansatzweise angerissen werden.

    Als relativ einsatzerfahrener FW-Mann einer großen Stützpunktfeuerwehr fühle ich mich stellenweise regelrecht unterfordert.
    Es ist frustrierend, die in Bayern eh schon kurz bemessene Lehrgangszeit mit Wiederholung von Grundtätigkeiten zu vergeuden.

  44. Wassermann am 19. Dezember 2010 03:24

    War gerade auf Gruppenführer-Lehrgang an einer bayerischen Feuerwehrschule.

    Meine Beobachtung:
    -Eingangstest zu leicht und ohne Konsequenzen.
    -Viele Erfüllen die Voraussetzungen nicht (Sprechfunker, Truppführer).
    -Bis Mittwoch fast nur Wiederholungen.
    – Nette und motivierte Ausbilder (trotz teilweiser blöder Fragen von den Leuten).
    – Manche machen lieber Party, als den Lehrgang ernst zu nehmen (besteht ja eh jeder).
    – Prüfung ist für Führungslehrgang ein Witz.
    – Zeit viel zu kurz.
    – Praktische Prüfung fehlt.

    Was sollte meiner Meinung nach geändert werden:

    – wer die Ausbildung nicht mitbringt muss nach Hause geschickt werden.
    – Lehrgang muss länger dauern.
    – Prüfung sollte auch eine Prüfung sein (Praktisch und schriftlich)
    – Wiederholungen für Leute die es nötig haben außerhalb den Lehrgangs anbieten (z.B. abends)
    – Statt Autowaschen lieber Zeit für Ausbildung nutzen.
    – mehr praktische Übungen mit Gerätschaften (nicht nur die Anfahrt üben).

    Bei mir hatten glaube ich die Hälfte keine ausreichende Ausbildung (Truppführer) und ganz viele konnten kein Funkgerät bedienen. Die habe echt versucht mit dem Handfunkgerät auf 4m zu funken.
    Laut den Ausbildern sollen nächstes Jahr doppelt soviele Gruppenführer ausgebildet werden. Da wird das denke ich noch schlimmer, da in meinem Landkreis gar keine Ausbildung zum Sprechfunker mehr läuft und vielleicht ein Truppführer im Jahr.

    Mir hat es zwar Spaß gemacht, aber gefordert war ich nicht.

  45. zhorin am 20. Dezember 2010 14:03

    Warum man sich da dann überhaupt noch die Arbeit macht und die Zertifikate nicht einfach per Post verschickt an alle Angemeldeten…

    Bei mir waren die 2 Wochen im Gruppenführerlehrgang an der BKS Heyrothsberge gut gefüllt – 1. Woche Theoretische Grundlagen ( wenig Wiederholung – 2. Woche überwiegend Praxis — Prüfung war machbar – trotzdem fielen welche durch…

    Einige Verantwortliche sollten sich mal fragen, wem wirklich mit solch einem GF-Lehrgang wie hier von den Leuten beschrieben geholfen ist …

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