Team | AGB | Impressum | Datenschutzbestimmungen | Kontakt | Bilder | Facebook | Twitter | Werben im FWnetz

(sc). Was spricht für, und was spricht gegen ein Namensschild an der Feuerwehreinsatzjacke bzw. Namenskennzeichnungen auf dem Helm? Es ist gängig Usus, dass Feuerwehren, respektive die Feuerwehrleute, ihre persönliche Schutzausrüstung mit Namenskennzeichnungen versehen. Dagegen spricht ja auch nichts, denn nur so lässt sich im Zweifel die eigene Ausrüstung wiederfinden oder ein Kamerad identifizieren. Aber warum muss das Namensschild für alle nicht am Einsatz beteiligten Personen sichtbar sein? Genügt nicht ein verdecktes Label oder sogar nur eine Nummer?

Gegen ein für alle sichtbares Namensschild spricht, dass auch am Einsatz unbeteiligte einen Feuerwehrmann identifizieren können. Das können zum einen Medien sein, zum anderen aber auch Schaulustige oder Unfallopfer. Verläuft eine Einsatzmaßnahme zum Beispiel subjektiv nicht nach dem Willen der „Zuschauer“, können Feuerwehrleute aufgrund der Namenskennzeichnung identifiziert, und möglicherweise Opfer von Nachstellungen außerhalb des Einsatzes sein. Problematisch gestaltet sich aus dem gleichen Grund auch das Filmen oder Fotografieren der Einsatzkräfte, wenn das Namensschild erkennbar ist. So ist für alle ersichtlich wer am Einsatz beteiligt war und wer – aus Sicht der Zuschauer – gegebenfalls verantwortlich zu machen ist. Nicht zu vergessen sind aber auch Unfallopfer, die, wenn sie den Namen wissen, ihn zum Beispiel für Anzeigen verwenden können.

Daher ist zu fragen, welche Vorteile das Namensschild bringt? Hatte die Identifizierbarkeit im obigen Absatz eher negative Folgen, hat die Identifizierbarkeit auch positive Seiten. Zum einen ist jede Einsatzkraft durch andere Einsatzkräfte identifizierbar, wenn diese z.B. Atemschutzmasken tragen. Andererseits können sich Einsatzkräfte immer korrekt mit dem Namen ansprechen.

Nun kommt es nicht so oft vor, dass sich gänzlich unbekannte Einsatzkräfte gegenüberstehen, wenn nicht gerade eine Großschadenslage herrscht. Und auch die Anzahl der Atemsschutzgeräteträger ist an einer Einsatzstelle in der Regel begrenzt, und die Namen bei der Atemschutzüberwachung bekannt. Aus diesem Grund sehe ich die namentliche Kennzeichnung inzwischen eher kritisch. Zur Identifizierung der eigenen Einsatzkleidung genügt ein von außen nicht sichtbares Label.

Kommentare

12 Kommentare zu “Namensschild an der Einsatzjacke” (davon )

  1. Bolde112 am 7. März 2010 12:57

    Was du da beschreibst ist schon richtig. Aber ich denke, dass die Zusammenarbeit mit einem Opfer vertrauter abläuft, wenn diese Person den Namen seines „Ansprechpartners“ kennt. Außerdem spielt das doch keine Rolle, wenn man im Falle des Falles das etwas schief läuft, die Feuerwehr anzeigt. Es müssen sowieso Einsatzberichte geschrieben werden, in denen die Namen stehen. Ich denke, dadurch dass man identifizierbar ist, schafft man auf irgend eine Art und Weise ein Vertrauen zu seinem gegenüber. Ob dieser das annimmt oder nicht, bleibt offen. Die Bundeswehr hat auch Namenszüge auf der Kleidung, das THW auch, das Rote Kreuz weiß ich nicht sicher, von daher. Außerdem kann ja jeder, der das nicht so möchte, die Namensschildchen abmachen und so Inkognito bleiben.

  2. simon02 am 7. März 2010 12:59

    Hallo,
    ich sehe dieses Problem nicht.
    Gruß
    Simon

  3. Grunemer am 7. März 2010 15:15

    Hallo
    Gab es denn damit jemals Probleme?
    Zu dem Thema mit der Anzeige: Wie ist es denn, wenn jemand einen Feuewehrangehörigen anzeigt? Ich denke da ist es möglich den Name rauszufinden.  Notfalls anhand der Nummer.
    Das würde bei uns im ort bedeuten, dass man den Apserrkreis so groß machen muss, dass man nicht mehr gesehen wird, da man manche leute evtl an der gangart oder ähnlichem erkennt. Wer verantwortlich zu machen ist, ist notfalls der, der die gelbe Weste trägt. Und der wird, falls sich ein Kamerad wirklich einen Shcnitzer erlaubt hat, desen Namen vor Gericht ggf. zu seiner eigenen Entlastung vorbringen.
    Bei uns stehen die Namen auch an dem teil zu As Überwachung, das manchmal sichtbar ist.
    Ich kenne eine Wehr, da steht der Name hinten auf dem Helm, um den Kamerad schneller identifiezieren zu können.
    Zur Presse: Die Presse muss unkenntlich machen. Dabei ist es wohl so, dass es nicht reicht, das gesicht zu verpixeln. sondern auch solche Dinge unkenntlich zu machen,  die ein identifizieren erlauben. Beispiel KfZ-kennzeichen.
    Oder gibt es einen persönlichen grund, dass du den name nicht zeigen willst? Dann einfach den Name abmachen.
    Gruß Thomas
     
     

  4. ro0f am 7. März 2010 15:33

    Bei uns sollen die Namensschilder wahrscheinlich für die neue Atemschutzüberwachung verwendet werden. An den Schlüssel des Totmannwarners kommt ein Schild, auf das das Namensschild aufgeklettet wird. Das wird dann der Atemschutzüberwachung übergeben.
    Ich halte den Gedanken, dass daraus für eine Einsatzkraft negative rechtliche Folgen zustande kommen sollten, doch schon für ziemlich überspitzt.

  5. Max am 7. März 2010 15:40

    @Grunemer:
    Wen oder was muss die Presse unkenntlich machen?

    Es gibt bestimmt Einsätze, bei denen die Emotionen stark hochkochen und den Einsatzkräften z.T. Unterlassung vorgeworfen wird. Siehe Ludwigshafen, wo laut Presse im Nachhinein sogar ein FA zusammen geschlagen wurde.

    Ich weiß auch nicht wie es in einigen anderen „Problemstadteilen“ Deutscher Großstädte aussieht, wo es ja auch öfter mal zu Problemen und Konfrontationen kommen soll und es für die Einsatzkräfte ggf. vorteilhaft sein könnte, namentlich unbekannt zu bleiben? Ich selbst fühle mich jedenfalls nicht unwohl, weil mein Name auf meinem Helm und der Jacke steht.

  6. Sebastian Stenzel am 7. März 2010 20:45

    @Grunemer:

    Als Einsatzkraft zählst Du nach §23 Absatz 1 KunstUrhG als „Person der Zeitgeschichte“ und musst daher von der Presse nicht unkenntlich gemacht werden.

    Anders sieht es da bsp. mit Unfallopfern aus. Aber auch Kennzeichen müssen nicht grundsätzlich unkenntlich gemacht werden, da hier „Normalbürger“ normalerweise keine Rückschlüsse ziehen können.

    Ansonsten sehe ich es mit Namensschilder auch so, dass das „zum guten Ton“ gehört. Jeder Polizist trägt ein Namensschild, um Personen gegenüber Vertrauen zu schaffen. Warum sollte das bei der Feuerwehr anders sein. Zumal man bei 99% der Einsätze nichts zu befürchten hat…

  7. Geza Grün am 7. März 2010 21:18

    Als uniformierte Einsatzkraft stellst du „die Feuerwehr“ dar und vertrittst eine Behörde in der Öffentlichkeit. Da man in diesem Moment nicht als Privatperson gilt, ist eine Veröffentlichung von Bildern von Dir zulässig – insbesondere in der Totalen oder Halbtotalen eine Einsatzstelle.
    @ Sebastian: der von Dir zitierte Paragraph wird auch von der Presse angewendet. Unter Umständen ist jemand, der z. B. für einen längeren Einsatz der Feuerwehr notwendig macht, eine „Person der Zeitgeschichte“. Vielleicht hast du sogar einen X,Y oder Z-Prominenten vor Dir….

    Ich glaube, die Rettungsdienstler stellen sich immer mit dem Namen vor. Mit welchen Hintergrund weiß ich (noch) nicht.

  8. mgrtnr am 7. März 2010 21:37

    Ich denke, spätestens als Führungskraft sollte man namentlich „greifbar“ sein. Das wirkt vertrauenswürdig und professionell.
    Die Sorge vor möglichen negativen Auswirkungen halte ich für berechenbar, zumal wir es ja nicht überwiegend mit „sozialen Brennpunkten“, „konfrontativen Mitbürgern“ und „Querulanten“ zu tun haben.

  9. Ulrich Wolf am 7. März 2010 23:24

    Ich sehe hier auch kein wirkliches „Problem“.
    Für mich gehört das Namensschild zum professionellen Auftreten in der Öffentlichkeit einfach dazu.  Natürlich erleichtert die Kennzeichnung auch die Zuordnung der PSA (Helm, Jacke, etc. ) Weiterhin nutzen wir die Klettschilder auch für die ASÜ. Eher könnte man auf das Rückenschild „Feuerwehr“ verzichten, denn das sieht man uns eigentlich schon von weitem an :-)

  10. Patrik am 8. März 2010 02:04

    Ich persönlich trage kein Namensschild an meiner Einsatzkleidung, weder bei der FF (hier aber möglich und einige Kameraden tun es) noch wird bei  der BF, wo ich meinen Dienst versehe, ein Namensschild an der Einsatzkleidung getragen (Kennzeichnung der PSA durch anbringen der Personalnummer) .
    Bis jetzt hat es bei Feuerwehreinsätzen keine nennenswerten Probleme gegeben, weil jemand ein Namensschild getragen hat oder nicht. Auch Führungskräfte müssen in meinen Augen nicht zwingend namentlich erkenntlich sein. Gegenüber der Polizei, betroffenen Personen oder (soweit notwendig) der Presse werden sich die Führungskräfte schon namentlich vorstellen.
    Anders sieht das bei RD-Einsätzen aus. Hier bin ich eindeutig gegen das Tragen von Namenskennzeichnungen. Der gesunde Menschenverstand gebietet es , dass ich mich beim Eintreffen am Einsatzort vorstelle, meistens sogar namentlich, jedoch nicht immer! Ich weiß aus eigener Erfahrung und der Erfahrung von Kollegen, dass man in Patienten nicht immer gleich den besten Freund gefunden hat. Das geht sicher oft mit kleinen Wortgefechten über die Bühne, endet aber all zu oft auch in Handgreiflichkeiten. Und jeder RDler kennt in seinem Gebiet auch seine Pappenheimer, bei denen er sich nicht sicher sein kann, dass diese nicht mal bei ihm vor der Haustür stehen. Das passiert zum Glück äußerst selten. Aber selbst der eine mir bekannte Fall ist einer zu viel. Auch ist mir nicht wohl dabei meinen Namen auf ein Protokoll zu schreiben, wenn ich einen Patienten zu Hause verlasse und für ihn den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst anfordere. Das Protokoll bleibt selbstverständlich vor Ort, damit der Arzt dann lesen kann, was bereit vom RD gemacht wurde. Warum reicht hier nicht eine Personalnummer? Sollte es Beschwerden oder Rückfragen geben, dann ist auch über eine Nummer die Einsatzkraft eindeutig zu identifizieren.
    Letztendlich muss aber jeder selbst abwägen ob er ein Namesschild tragen will oder nicht. Es gibt wie immer gute Argumente dafür und dagegen.

  11. firebuff911 am 8. März 2010 08:38

    Während ich eine Kennzeichnung von Polizisten (die in Deutschland zur Zeit noch eine Ausnahme ist!) zumindest mit einer Dienstnummer für sinnvoll halte, sehe ich dies bei den nichtpolizeilichen Hilfsorganisationen nicht.
    Der Grund ist, dass es zur Aufgabe der Polizei gehört, im rechtlichen Rahmen Gewalt („unmittelbaren Zwang“ etc.) einzusetzen. Es wird also ggfs. ein Eingriff in die Rechte von Personen vorgenommen, der in einem Rechtsstaat und einer Demokratie rechtlich begründet sein muss. Dazu gehört es auch, dass der Bürger, der die Rechtmäßigkeit eines konkreten Eingriffs anzweifelt, diese rechtlich prüfen lassen kann. Dies ist vor Gericht aber in der Regel nur möglich, wenn der konkret den Eingriff ausübende Beamte eindeutig identifiziert werden kann, und nicht in einer Gruppe von Polizisten anonym bleibt.
    Die Angehörigen nichtpolizeilicher HOs haben demgegenüber Zwang gegen Personen nicht als Aufgabe, sondern üben sie nur ausnahmsweise aus, genau wie jede beliebge Person dies im Rahmen der Notwehr tun könnte. Daher sehe ich hier eine solche Notwendigkeit nicht, und bewerte die Gefahren z.B. durch schlechten Journalismus höher.

  12. nibe am 8. März 2010 23:31

    Ich glaube in dem oben genannten Beispiel muss man eindeutig unterscheiden, wo sich eine Feuerwehr befindet.
    In meiner Stadt gibt es 8 FF und eine BF das wir da nicht jeden kennen können, vor allem die Führungskräfte der BF nicht jeden kennen können, ist selbstverständlich und eine Namenskennzeichnung unerlässlich und wenn jemand inkognito bleiben möchte kann er auch nur seinen Nachnamen verwenden. Auf dem Land bei einer kleinen Ortsfeuerwehr, wo sich jeder kennt ist das natürlich nicht unbedingt nötig, aber auch da ist man nicht inkognito da die Nachbarn einen selber und vor allem die Mitglieder der Feuerwehr bestimmt gut kennen.
     
    Gruß nibe

Bottom