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(sc). Irakli hatte vor einigen Tagen ein Video von einem dramatischen Bail-out vorgestellt. Ich war nun in der glücklichen Lage einen „Ladder Bail-out“ selbst zu üben.

Hier habe ich nun noch zwei Videos gefunden, die den „Ladder Bail-Out“ zu Trainingszwecken zeigen:

Es war eine ungewöhnliche Erfahrung für mich, die Leiter zuerst kopfunter zu besteigen. Beim ersten Versuch empfand ich etwas Zurückhaltung, denn die Bewegungen und Handgriffe waren ungewohnt.

Wichtig beim „Ladder bail-out“ ist, dass man die Arme gut durchdrückt und beim Fallenlassen Körperspannung hat. Während man fällt sollte man zudem die Hand, mit der man die Leitersprosse von hinten gegriffen hat, lockern, damit diese rausrutschten kann. Den Rest erledigt die Schwerkraft.

Um als FA aus einem Raum zu flüchten, wenn als Rückzugsweg nur noch das Fenster übrig bleibt, ist das sicherlich die schnellste Methode. Denn beim klassischen Selbstretten dauert es ggf. schon ein wenig, bis man Leine und Knoten unter Kontrolle hat. Im direkten Vergleich von Selbstretten (Abseilen) und Selbstretten (Bail-out), habe ich nun selbst erlebt, dass letztere schneller ist – und ich bin alles andere als ein geübter Abseiler.

Kommentare

23 Kommentare zu “Selbstretten kopfunter: Ladder bail-out” (davon )

  1. pmew am 24. März 2010 12:36

    Diese Technik funktioniert aber nur, wenn die Leiter nicht (wie in D üblich) übersteht. Oder gibt es hier vergleichbare Techniken?

  2. Stefan Cimander am 24. März 2010 12:42

    Mit einer überstehenden Leiter geht das nicht. Gedacht ist diese Variante anders:

    – FA muss sich zurückziehen

    – geht ans Fenster

    – lehnt sich aus dem Fenster. Hüfte auf den Fensterrahmen

    – von unten wird die Leiter unter den Fa geschoben, sodass die Leiter nicht übersteht

    – dann kann es losgehen

  3. Jan Ole Unger am 24. März 2010 13:11

    Moin,

    der Notausstieg (Bail-Out) ist für die Rettung aus engen Fenstern gedacht, bei denen ein 3-Sprossenüberstand wie eine Gefängnisvergitterung wirken würde.
    Das Trainingsvideo ist gut, auch wenn gerade aus diesem Fenster ein normaler Ausstieg auf die tragbare Leiter machbar und sicherer ist.

  4. Towae M. am 24. März 2010 13:12

    …funktioniert aber nicht mit deutschen Steckleiterteilen oder ? ( denke hier an die FEdersperrbolzen )

    … wird auch nicht in deutschen Lehrgängen Seminaren gelehrt oder gar angesprochen !!

  5. Jan Ole Unger am 24. März 2010 13:28

    @Towae M.: Sagt ja keiner, dass du rutschen musst. Wichtig ist die Drehung. Danach kann man auch normal absteigen. Sieht nur nicht so gut aus ;-)

  6. Max60 am 24. März 2010 13:47

    Hinkt der Vergleich mit dem Abseilen nicht etwas? Wenn ich annähernd genügend Zeit habe, mich abzuseilen (inkl. der Such nach einem Festpunkt), werde ich auch Zeit haben, eine Leiter richtig herum zu besteigen, oder nicht?

  7. Irakli West am 24. März 2010 15:25

    Hätte aber liebend gern Fotos + Video von Dir gesehen :) Regt zum machen an!

  8. Cimolino am 24. März 2010 15:31

    Hallo,

    ich hab schon mal was dazu geschrieben, gern nochmal.
    Es ist VIEL wichtiger ALLE anderen Basics VORHER sicher zu beherrschen, als etwas zu üben – geschweige denn zu trainieren, das nur in Grenzbereichen funktioniert, – und mit unserer Technik auch Probleme macht.
    (Steckleiter wurde schon angesprochen: bleibt der Abrutschende an den Einsteckösen (A- und B-Teil) oder weiter unten an den Sperrbolzen (nur B-Teil) hängen, z.B. mit der PA-Begurtung, der Jacke, dem „Fw-Gurt“) ist bis zur Erhängung alles drin!)

  9. Stefan Cimander am 24. März 2010 15:41

    @Irakli k.a. ob jmd. mit dem Handy geknipst hat, aber es sah alles andere als grazil aus. Stell Dir einen vollen Kartoffelsack vor, der an einer Schnur hängend die Leiter runtergeschupst wird, und dann auf der Leiter hängen bleibt. ;-)

     

    @UC bei der Geschichte ging es weniger um die konkrete Anwendung, als eher darum es mal gemacht zu haben. Ich muss auch Selbstretten per Seil über mich ergehen lassen, obwohl ich das genausowenig benötige bzw. in Anwendung bringen kann.

    Ich hate eher Probleme damit, dass mich mein Feuerwehrgurt behindert hat und ich in deshalb abgelegt habe. Wir haben das ohne PA gemacht – und da bin ich froh drüber – sonst wäre der blaue Fleck in meiner Ellbogenkehle bestimmt größer.

  10. Solgull am 24. März 2010 17:40

    Wenn man tragbare Leitern sicher und schnell aufstellen kann und bei Einsätzen immer eine Anleiterbereitschaft herstellt. Dann kann man durchaus damit anfangen den Bail Out als alternative vor zu stellen und zu trainieren.
    Ich hoffe mal, dasss es Feuerwehren gibt, die schon die tragbaren Leitern beherrschen. Für diese ist dann dieser Beitrag durchaus interessant und lesenswert.

  11. Cimolino am 24. März 2010 17:46

    Die Basics die VORHER zu beherrschen sind, gehen weit über das Anleitern (oder gar die ALB) hinaus, dazu gehören
    – S&R-Verfahren (für ATr und SiTr – möglichst gleich!)
    – Einsatzstellengliederung inkl. sinnvoller Aufgabenverteilung
    – Atemschutzüberwachung
    – Truppweises Vorgehen
    – Sicheres Beherrschen der vorhandenen Technik (inkl. richtiger Umgang mit der PSA)
    – richtige Brandbekämpfung
    – richtige Kommunikation inkl. deren Organisation
    uvm
    und wenn man das alles kann, kann man darüber nachdenken, ob man mit Bailout o.ä. da weitermacht, wo die meisten anderen schon lang vorher aufgeben, weil „unzumutbare“ Belastung (ich erinnere an viele Diskussionen in diesem Zusammenhang und die gelebte Realität im Lande…)

  12. Solgull am 25. März 2010 00:08

    Ich kann leider nicht einschätzen, ob es Feuerwehren gibt die alle Basics beherrschen. Ich kann nur von meiner ausgehen und hier würde ich weder Bail Out trainieren noch vorschlagen geschweigen denn ausprobieren.
    Ich hoffe trotzdem, dass es Feuerwehren gibt, die weiter sind als meine. Darin begründet sich die Hoffung auch hier etwas zu bewegen.

  13. Christian Lewalter am 25. März 2010 08:17

    Macht es nicht auch die Feuerwehr aus, einfach mal neue Sachen in einer Übung auszuprobieren? Ich glaube nicht, das Stefans Feuerwehr jetzt intensiv die bailout-Technik übt, sondern dass das vorerst eine einmalige Sache war. Einfach mal so.

  14. Cimolino am 25. März 2010 10:53

    Hallo,
    klar lebt die Fw vom „Improvisieren“ und „Ausprobieren“. Ich glaube nur nicht, dass das in so einem Bereich angezeigt ist, weil da jeder Fehler der letzte ist (auch in der Ausbildung!) und das Verfahren nur funktioniert, wenns SICHER beherrscht wird.
    Man kann das machen und üben, wenn man alles andere sicher kann. Vorher sollte die „Otto-Normal-Fw“ lieber da „probieren“, wo man mit dem gleichen Aufwand mehr Sicherheit generiert… => Basics trainieren!

  15. Stefan Cimander am 25. März 2010 11:41

    @UC @Christian es ging nur ums reine ausprobieren – natürlich waren wir dabei gesichert. Das ganze fand auch nicht in der normalen Löschzugausbildung, sondern in einer speziellen Fortbildungseinheit statt, in der man Dinge übt und ausprobiert, die nicht Teil der normalen Ausbildung sind, oder dort aus Zeitgründen nicht durchgeführt werden können.

  16. Cimolino am 25. März 2010 14:37

    Hallo,
    das ist aus dem Betirag mitnichten zu erkennen! So liest sich das für den unbedarften Leser einfach nur als tolle Idee.

  17. René am 25. März 2010 15:07

    Leute jetzt mal alle ganz ruhig! Seit Ihr Euch eigentlich der Verantwortung bewusst, worüber Ihr hier diskutiert bzw. Euch unterhaltet? Also ich finde es schon mehr als grenzwertig solch Filme hier zu veröffentlichen. Denn wir sind nicht beim Film oder Fernsehen sondern bei der Feuerwehr!
    Eigentlich können wir doch auch in Zukunft die Anleiterbereitschaft mit einer „Strickleiter“ herstellen. Werd gleich mal diesen Vorschlag der Unfallkasse der Feuerwehr unterbreiten!

    Bitte nehmt es mir nun hier nicht zu sehr persönlich, wenn ich Euch hier mal eine Vollmeise unterstelle. Alle Ausbilder machen sich einen riesigen Kopf über die Sicherheit in iher Ausbildung und sonst noch was und hier werden Popcorn Gespräche geführt! Bitte vergesst eine Sache nie: Es gibt leider keine 100%tige Sicherheit im Einsatz. Und wer damit nicht klar kommt, der sollte lieber draußen bleiben. Doch selbst dort kann noch genügend passieren… Also bitte vergesst endlich diesen Schwachsinn hier wieder so schnell wie möglich. Wenn Ihr rutschen wollt, dann geht auf den Spielplatz.

  18. jansued am 25. März 2010 15:53

    Hallo!
     
    Ich sehe das differenzierter.
    Das Ladder Bail out komplett ist einfach aufgrund der Gegenbeheiten in D nicht machbar.  UC hat sicher recht, auf die Basics hinzuweisen. Die Frage ist aber, ob die eine oder andere SAche nicht so wichtig ist, dass sie zur „Basic“ gehören muss. Die gleiche Diskussion gab es mal irgendwann beim STK, beim HSR und gibt es immer noch beim Notfalltraining.
    Da Retten und Selbstretten mit Spielzeuggurt und Wäscheleine immer noch als staatlich geforderte Scheinsicherheit existiert und wir alle wissen, dass das nicht klappt, muss die Suche nach Alternativen erlaubt sein.
     
    Und da gehört für mich eine „Headfirst“ Ausstiegstechnik dazu. In kombination mit dem Anschleigseil des FW Gurtes auch recht sicher.
    Und nein, das ist kein Popcorn, Rene.  Da basteln wir schon seit einigen Jahren dran herum,  allerdings sicherer als die US Version.
    Klassische Frage: Es hat durchgezündet, Flammen und heißer Rauch ballern aus der oberen Hälfte das Fensters und die willst raus.
    a) Rene: Verbrennen ;-(
    b) UC: Führung ausschimpfen ;-)
    c) USA: Kopfüber in den Boden rammen
    d) FWDV 1: Mit Wäscheleinen abseilen und abstürzen
    e) FWDV 10: Auf die Fensterbank setzen, übersteigen und dabei den brennenden Helm ignorieren
    Da ist doch das auf die Leiter abrollen keine soo schlechte Idee, oder? Zumindest ist es die Diskussion wert, ob das zu den Basics gehören sollte.
    Falsch ist jedoch die 1:1 Übernahme irgendwelcher Filmchen in den FW-Alltag.
     
     

  19. Julian R. am 25. März 2010 15:56

    @Rene mal abgesehen von deinen markigen Sprüchen, verstehe ich nicht, was du eigentlich sagen möchtest.
    Wie bereits in den vorherigen Kommentaren durch Jan Ole Unger dargelegt, ist der bailout eine Möglichkeit sich bei engem Fenster und somit keinem Sprossenüberstand in Sicherheit zu bringen, falls die Situation dies erfordert. Warum soll ich das ganze nicht bei einer Fortbildung für AGTs anbieten?
    Was ist daran so verwerflich, dass du es als Kindergeburtstag und Popcorn-Diskussion deklarierst

    @jansued ganz meine Meinung!

  20. diggler am 25. März 2010 17:21

    @jansued: Nur ganz schnell zu Punkt c) USA: Kopfüber in den Boden rammen. Dies passiert nur, wenn man nicht weiss was man tut bzw. es nicht geuebt hat, oder man keine ALB hat denn dann bleibt einem manchmal wirklich nix anderes uebrig.

    Zum Bail out im Allgemeinen:

    Ich bin mir sicher, das meine 5 (!) Kollegen am letzjaehrigen zweiten Weihnachtstag ueber eine ALB sehr erfreut gewesen waeren (ist in EDM leider kein Standart). Da dies nicht geschehen ist, kamen zwei mit leichten verbrennungen und prellungen davon,zwei waren fuer mehrere Tage krankgeschrieben und leiden heute teilweise noch unter schmerzen (Knieverletzungen) und ein Kollege und guter Freund von mir war mit schweren Rueckenverletzungen in Krankenhaus gebracht worden und muss sogar heute noch Behandelt werden.

    So, egal wie man die Technik des „Aussteigens“ durchfuehrt, ohne Leiter gehts nicht.

    PS: Die Kollegen wurden von einer Rauchgasdurchzuendung im 2.OG eines Einfamilienhauses ueberrascht.

  21. Cimolino am 25. März 2010 21:57

    Hallo Jan,

    ich wiederhole mich ungern, aber VORHER müssen wesentliche andere Dinge beherrscht werden, die leider – und das weißt Du genauso gut wie ich – viel zu häufig vielleicht in Ansätzen klappen.

    STK:
    Im Vorgehen gleiche Taktik wie mit den Schlauchhaspeln nur viel ökonomischer!

    HSR:
    Zum effektiven IA unweigerlich nötig.
    Anwendung und Effekt ist aber ganz anders wie mit CM – und wieviel haben das immer noch nicht drauf – und erzeugen so vielleicht ein Problem, dass sie mit dem Hintergrundwissen und Training gar nicht bekommen hätten?

    Und nochmal:
    Solange man – wie aktuell wieder im FwM – bei Éinsätzen in relativ normaler Bebauung liest, dass man mehrere Abschnitte gebildet hätte,
    1 Atemschutzüberwachung
    1 Brandbek. vorn
    1 Brandbek. hinten
    1….
    ist der Rest eh wurscht…. weil das ggf viel zu lang dauert, bis einer merkt, dass ein Problem da ist….

  22. René am 25. März 2010 22:15

    Nun was ich zum Ausdruck bringen wollte ist ganz einfach.
    Wir haben hier von der Sache  genügend Konzepte zum Thema Innenangriff und Selbstrettung. Nur werden diese nur leider sehr schleppend auf Kreis- und Standortebenen umgesetzt. Dann kommt noch hinzu dass man mit dieser Variante der Selbstrettung Leute dazu animiert, über bisherige Grundlagen großzügig hinweg zu sehen.  Kurz um: Ich vermisse hier das gewisse Feingefühl zu diesem Thema. Denn ich habe das Gefühl, dass hier einfach blind ein Themen reingestellt wurde. Und daher mein Komentar von heut Nachmittag!

  23. Firefighter BLN am 19. September 2010 00:41

    erstmal:
    Alter Schwede das Thema macht ja hier richtig aufsehen
    aber dazu ist ja so ein Forum da
    ich bin aus der Hauptstadt und selbst hier funktioniert nicht alles so einfach
    einerseits sollte man schon so trainieren das man in eine solche Situation garnicht erst geraten muss
    aber man sollte auch ernsthaft darüber nachdenken was wenn es doch mal so dumm läuft
    (Strahlrohrtraining, Innenangrifftraining, Brandcontainer, Rauch lesen, FwDV 10,SER’s)
     
    ich kann euch ja mal von Hier erzählen
    laut SER Feuer 2 Staffeln  ( hier sind theoretisch alle Autos nur mit Staffeln besetzt
    das erst LHF(heißt hier so):
    der A-Trupp macht die Brandbekämpfung
    der W-Trupp macht die Wasserversorgung und wird danach erstmal Si-Trupp für den A-Trupp von seinem LHF
    der Maschinist bedient die Pumpe und macht die Atemschutzüberwachung
    die DLK:
    die 2 machen dann den Si- Trupp mit ANT Tasche und Schleifkorbtrage und stehen mit Schlauchtragekorb am 3. Rohr des Verteilers oder beim Feuer im 5 OG. oder so dann einen Stock tiefer bereit
     
    das zweite LHF:
    der A-Trupp macht Kontrolle und Belüftung ggf. Personenrettung
    der W- Trupp baut die Wasserversorgung vom ersten LHF zur Wasserentnahmestelle auf
    und soll danach ggf. die Drehleiter bedienen
     
     
    klappt super wenn das alles Fahrzeuge und Kollegen von einer BF Wache sind
    wenn da aber ein FF- LHF dazu kommt imacht sich das alles sehr bescheiden
    denn in Berlin ist die FF nicht an Drehleitern ausgebildet und teilweise brauchst du hier selbst für die Korbbedienung eine Unterweisung vom Fahrzeughersteller
    und hier brennt es zumindest am Rande von Berlin auch nicht wirklich viel öfter als aufm Dorf
    hier fordert zum Beispiel auch die Unfallkasse das einmal im Jahr eine Hitzebeaufschlagte Übung durchgeführt wird
    dazu muss man auch noch einmal im Jahr die Atemschutzstrecke besucht und alle 2 Jahre ein ANT Training gemacht werden
    und nebenbei muss man neue Kameraden anlernen und selbst immer wieder alles üben
     
    dieses Hobby kostet schon verdammt viel Zeit
    so genug ausgeschweift
    ich selbst habe auch schon darüber nachgedacht mal mit meiner Wache das befreien aus solchen lebensbedrohlichen Zwangslagen zu trainieren auch den Ladder Bail Out aber wenn man das hier so liest kann man es sich irgendwo etwas klemmen
    Strahlrohrtraining habe ich auch schon mal gemacht aber auch nur an dem was ich selbst gelesen habe
    und aus 3 mal Brandcontainer weiß
    denn es gibt bei uns kaum jemanden der noch Erfahrung mit Feuer hat
     
    das wars von mir dazu

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