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(hl). Am 11. März 2010 brannten 531 Schrottfahrzeuge bei einem Autoverwerter in Schönenberg-Kübelberg (rp, Landkreis Kusel). Das FWnetz berichtete bereits darüber. Nun sprach das FWnetz mit Peter Wemmert, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg. Er war Einsatzleiter bei diesem Großbrand.

Herr Wemmert, an was denken Sie im Zusammenhang mit diesem Einsatz zuerst?
Als ich nach dem Alarm die Rauchwolke sah, dachte ich das gibt viel Arbeit für uns.

Wieso breitete sich der Brand so rasant schnell aus?
Das gesamte Gelände circa 1,2 Hektar war mit Fahrzeugen, PKW-Transporter sowie Paletten mit Ersatzteilen zugestellt. Mehrere PKW-Reihen waren dreifach übereinander gestapelt. Die Fahrzeuge waren bis auf Betriebsstoffe und Batterien komplett. Durch die natürlich vorhandenen Zwischenräume war eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff gewährleistet.

Ab welchem Punkt wurde Ihnen klar, dass das eine „größere Sache“ wird?
Da ich die Gegebenheiten kannte war mir nach der ersten Lageerkundung klar, dass dieser Einsatz ein größeres Ausmaß annehmen werde und längere Zeit in Anspruch nimmt. Zu diesem Zeitpunkt brannten circa 20 bis 30 PKW.

Wurden die Großtanklöschfahrzeuge wegen dem Bedarf an Löschwasser oder Schaummittel nachalarmiert?
Die Fahrzeuge wurden aus beiden Gründen alarmiert. Da bekannt war, dass die Löschwasserversorgung für ein solches Schadensereignis nicht ausreichend sei, wurden recht frühzeitig die TLF 24/50 aus der näheren Umgebung nachalarmiert.

Welches waren aus Ihrer Sicht die größten Probleme während dem Einsatz? Wie wurden diese Probleme gelöst?
Das größte Problem war die Wasserversorgung. Deshalb die frühe Nachforderung der Großtanklöschfahrzeuge und von SW 2000, um eine ausreichende Wasserversorgung aus offenem Gewässer sicherzustellen. Was natürlich eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Das zweite Problem war die Enge der Einsatzstelle. Man musste viel Zeit aufwenden um die Fahrzeuge an die strategisch richtigen Stellen zu bringen. Auch der abziehende Brandrauch bereitete Probleme, da er zeitweise die Zufahrtsstraße unpassierbar machte.

Welche Feuerwehren und Organisationen kamen vor Ort zum Einsatz? Wie viele Einsatzkräfte waren es insgesamt? Wie hat die Zusammenarbeit funktioniert?
Es waren 25 Feuerwehren, Polizei, Rettungsdienst, THW und SEG-V alarmiert. Sie kamen jedoch nicht alle zum Einsatz. Insgesamt waren circa 160 Personen eingesetzt.

Wie lange hat der Einsatz insgesamt gedauert?
Die Feuerwehr Schönenberg Kübelberg wurde am 11. März 2010 um 14:17 Uhr durch die Integrierte Leitstelle Kaiserslautern alarmiert. Feuer aus konnte am 12. März 2010 um 08:05 Uhr gemeldet werden. Für die anfallenden Reinigungs- und Aufräumarbeiten im Feuerwehrhaus waren noch zwei weitere Tage nötig.

Gab es für die Brandwache noch viel zu tun?
Die über Nacht anwesende Brandwache (1/5) mit einem LF 10/10 musste immer wieder aufflammende Glutnester ablöschen.

Gab es wirklich große Probleme mit Schaulustigen, wie eine Tageszeitung berichtete? Falls ja, welche genau?
Es war eine richtige Völkerwanderung zur Einsatzstelle zu beobachten. Einige uneinsichtige Schaulustige behinderten das Arbeiten der Feuerwehr massiv und mussten durch Polizeikräfte auf Abstand gehalten werden. Jedoch der größte Teil der Zuschauer verhielt sich vernünftig.

Im Zusammenhang mit den Schaulustigen – Was halten Sie persönlich von den zahlreichen Videos in verschiedenen Portalen, beispielsweise youtube, über den Einsatz?
Von dieser Sensationsheischenden Darstellung auch durch die Feuerwehren halte ich persönlich überhaupt nichts. Oft wird dadurch ein falscher Eindruck erweckt.

Gab es viele beunruhigte Bürger und Anwohner, die sich wegen der „großen und schwarzen Rauchwolke“ Sorgen machten? Wie entkräftete man diese Sorgen?
Wir hatten das Riesenglück dass die Rauchwolke nicht in bewohntes Gebiet, sondern entgegengesetzt auf freies Gelände und Wald abzog. Nur vier Gebäude waren vom Rauch betroffen. Dort wurden Messungen durch den Gefahrstoffzug durchgeführt und anschließend Belüftungen der Gebäude vorgenommen. Weitere Maßnahmen waren durch die Feuerwehr nicht erforderlich.

War es der größte Einsatz in der Geschichte der Feuerwehr Schönenberg-Kübelberg?
Seit ich in der Feuerwehr Schönenberg-Kübelberg bin war dies der größte Einsatz für die Feuerwehr.

War es der erste Feuerwehr- beziehungsweise Brandeinsatz bei dem Autoverwerter?
Es gab in den zurückliegenden Jahren immer wieder einmal kleinere Einsätze die im Zusammenhang mit den Arbeitsprozessen der Firma standen. Im Vergangenen Jahr brannten außerhalb dieses Geländes schon einmal acht PKW.

Gab es Alarmpläne für dieses Objekt? Falls ja, haben sich diese Alarmpläne bewährt oder gibt es wegen neuen Erkenntnissen Änderungen?
Erst im vergangenen Jahr gab es eine Alarmübung für dieses Objekt. Die Erkenntnisse wurden in die Alarmplanung mit aufgenommen was für das Einsatz Geschehen hilfreich war.

Danke an Peter Wemmert für das Interview, das Harald Laier von FWnetz führte.

Bisherige FWnetz-Berichte:

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