Team | AGB | Impressum | Datenschutzbestimmungen | Kontakt | Bilder | Facebook | Twitter | Werben im FWnetz

(iw) Zur Ausbildung „Trench Rescue Technician“ gibt’s auf Flickr nun eine Bilderstrecke, oder nachfolgend eine Slideshow.

Wen das Ganze ein bisschen mehr interessiert, hier ein Paar Infos dazu:Angenommen war ein Unfall in einer ungesicherten Baugrube, die bereits vor einer Woche ausgehoben wurde. Die beiden Verletzten lagen hilflos in einer „L“-Ecke, die (natürlich) besonders fies und aufwändig abzustützen ist.

Bei nur einem Verletzten setzt man die ersten Stützen an der Person unter Druck, um diesen wegzuleiten. Bei zwei Verletzten ist das schon ein bisschen kniffeliger. Dazu gilt es: „catch the corner“, also auch die Ecke zu fangen. Die innere Ecke eines L ist besonders instabil und absturzgefährdet.

Somit zuerst die „Finnboards“ oder Strongbacks abgesenkt, die unteren Stützen in den geraden Stücken zuerst eingelegt, dann die oberen. Schliesslich die Eckstützen, mit „Thrust Blocks“, das sind die abgekanteten Hölzer. An den aussenseiten wurden „inside Walers“ angebracht. Zeitaufwand; ca. 2 Stunden 30 Minuten. Der besondere Trick: komplett von aussen / oben den sicheren Raum hergestellt, ohne dass jemand einsteigt. Dies geschieht später, um die Stützen festzunageln und natürlich die Rettung vorzunehmen, darum geht es ja.

Das Ganze auch eine massive Materialschlacht, insbesondere was Seil angeht.

Die Ausbilder waren sich bei der Größe des Lochs (dieser Baggerfahrer machte das zum ersten Mal) nicht 100% sicher ob das so sauber klappen würde, aber wie bereits erwähnt, diese Gruppe hatte eine besonders gute und schöne Dynamik. Und hier die Bilder:

Created with Admarket’s flickrSLiDR.

Im Rahmen von Heavy Rescue Germany wird es den ersten „Awareness“-Kurs, also Grundlagen der Tiefbaurettung im Juli 2010 in Unterschleissheim geben. Dieser Kurs ist bereits ausgebucht, weitere sind in Planung.

Kommentare

5 Kommentare zu “Bilderstrecke Trench Rescue” (davon )

  1. Marvin am 12. April 2010 19:48

    Also die Ausrüstung beeindruckt mich schon. Hab ich das richtig verstanden 2,5h bis man an die Person herangegangen ist?
    Wenn man davon ausgeht das es ein Baugrubenunfall mit zB einer Pfählungsverletztung ist, dann hab ich doch nach 2,5h eher eine Bergung als eine Rettung?
    Habt ihr da auf 2 Stufen gebaut?
    Schnelle Sicherung das der NA hin kann und dann für den Abtransport den sicheren Verbau?

  2. Irakli West am 12. April 2010 19:53

    Marvin das ist eine ganz fundamentale Herangehsweise, die immer in Abwägung des Einsatzleiters liegt.

    Hauptproblem ist das NICHT-Erkennen der Eigengefährdung. In den meisten Fällen geht’s gut, aber 65% der Verschütteten (UK) sind bzw. waren Rettungskräfte.

    Ich kann lediglich die Option zum planlosen Hineinhüpfen aufzeigen. Persönlich würde ich das in diesem Fall verweigern, egal wie dreckig es der Person da unten geht.

  3. Marvin am 12. April 2010 20:11

    Natürlich stimme ich Dir zu das ein planloses Hineinhüpfen die denkbar schlechteste Variante ist.
    Wobei deine angeführten 65% aber eher dafür sprechen, dass die Meisten dann doch eher handeln ohne vorher zu denken wenn eine Person blutet und schreit.
    Die Gratwanderung des Einsatzleiters möchte ich (noch) nicht machen müssen.

  4. Cimolino am 13. April 2010 13:55

    Hallo,

    wo stammen denn die Zahlen über die 65 % verschüttete Helfer (UK!) her?
    Das haben wir (mit deutlich schlechterer Ausbildung!) in Deutschland niemals, selbst wenn man bedenkt, dass nur ein Teil davon bekannt wird. Aktuell fällt mir nicht ein Fall dazu ein…

    Bauen die soviel schlechter als wir, dass da soviel mehr passiert?

  5. Irakli West am 13. April 2010 19:27

    Hi Uli,

    die Zahl wurde vom FSC genannt. Zeitraum usw. keine Ahnung. Der Hinweis bezog sich auf den Sekundäreinsturz, dem die Rettungskräfte ausgesetzt sind.

    Kann mir vorstellen, dass die Zahl stark rückläufig ist. Allerdings ist die Ausbildungs- und Ausrüstungsqualität in UK keineswegs gleichmässig hoch.

    Was die Qualität der Sicherungsmassnahmen von Baugruben betrifft, kann ich gewiss keine Aussage treffen.

    In den meisten Fällen geht die Rettung gut aus. Wenn man sich allerdings die Einsatzbilder anschaut, ist das eine Katastrophe in spe.

     

     

     

Bottom