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(sc). Was ist der Unterschied zwischen einem Kindergarten und der Feuerwehr? Na? Weiß das wer? Keine Ahnung? Ich sage es euch! Im Kindergarten hängen die Pissoirs niedriger! Solche und ähnliche Feuerwehrwitze kann man, muss sie aber nicht lustig finden.

Oder kennt ihr den:

Der Kommandant schlurft, ein Liedchen pfeifend, langsam und gemütlich in den Aufenthaltsraum der Feuerwache. Er lässt seinen Blick durch den Raum streifen, und geht dann zielstrebig zur Kaffeemaschine. Dort angekommen gießt er sich eine Tasse frischen und dampfenden Kaffee ein, kippt einen Schluck Milch dazu und verrührt das ganze mit ein wenig Zucker. Vorsichtig nippt er mehrmals an der heißen Tasse. Nach einigen Augenblicken schaut er in die Runde der anwesenden Wachmannschaft und sagt: „Jungs, macht euch mal langsam fertig“, wieder nippt er an seiner Tasse, und fährt dann fort „das Finanzamt brennt.“ [Autor unbekannt]

oder

Der kleine Fritz steht neben einem brennenden Haus und wirft unablässig Papier durch das durch die Hitze zersprungene Fenster. Gierig lecken die Flammen nach der neuen Nahrung. Plötzlich kommt der Löschmeister um die Ecke gestampft. Mit hochrotem Kopf schreit er den kleinen Jungen an: „Was fällt Dir ein Papier in das Feuer zu werfen?“ Daraufhin der kleine Fritz ganz cool: „Aber Herr Löschmeister, das ist doch Löschpapier.“ [Autor unbekannt]

Sicher, lässt sich nun argumentieren, dass hier eine Berufsgruppe verunglimpft werde – immerhin gibt es in Deutschland rund 35.000 hauptamtliche Feuerwehrleute -, aber diese Berufsgruppe, und auch die angeschlossene ehrenamtliche Abteilung, sollen in keiner Weise in ihrem Ansehen herabgesetzt werden.

Der Witz dient der Unterhaltung und Abgrenzung

Witze dienen der Unterhaltung und sind durch ihre Pointe oder durch ihre spitze Formulierung als Übertreibung oder Unwahrheit zu identifizieren. Der Witz dient, wenn man Sigmund Freud glaubt, zur Einsparung von Konflikten und zum Lustgewinn. Der Witz am Witz ist aber ein anderer: „Durch die emotionale Solidarisierung mit Gleichgesinnten wirkt der Witz nach Freud gegen Autorität, gegen Sinn – oder auch gegen Andersdenkende.“*

Auch Ablenkung ist eine Funktion des Witzes

Feuerwehrwitze gehören also eher zur Klasse der Witze gegen die Autorität. Durch das gemeinsame Lachen fordert der Erzählende einen Gruppenkonsens ein, der sich gegen die Autorität wendet. Dieses Gruppenverhalten erlaubt es den Mitgliedern sich vom Ernst eines Themas (oder des Berufes) zu distanzieren. Ein Witz ist also auch eine Funktion um vom Alltag abzulenken oder um auf andere Gedanken zu kommen – gerade in der Feuerwehr ist das oft notwendig.

Feuerwehr + Witz = Insider

Gleichzeitig sind viele Feuerwehrwitze so genannte Insider, die der Zuhörer nur versteht, wenn er selbst einen Bezug zur Feuerwehr hat. Der Feuerwehrwitz ist also eine Erzählung, die nur in einer bestimmten Zielgruppe verstanden werden kann. Damit stärkt der Feuerwehrwitz den Gruppenkonsens – allerdings in negativer Weise nach außen gerichtet: Alle außerhalb der Gruppe verstehen den Witz nicht und gehören damit nicht zur Gruppe. Diese Abgrenzung nach außen senkt gleichzeitig das Konfliktpotenzial innerhalb der Gruppe, weil die Gruppe die „gleiche Sprache“ spricht.

Das wahre Leben als Quelle des Witzes

Sind wir doch mal ehrlich: Viele Witze schreibt das Feuerwehrleben doch selbst! Den eingangs zitierten Satz habe ich in einer Situation von einem Kameraden erzählt bekommen, als es die Absurdität einer Szene während des Feuerwehrdienstes geradezu heraufbeschwor. Dieser lapidare Kalauer war der Grund ein paar Zeilen zum Thema Feuerwehrwitz zu schreiben.

In dem Sinne ist ein Witz also nicht nur gegen die Autorität gerichtet, sondern hält einer (Berufs-)Gruppe den Spiegel vor, damit diese ihr eigens Verhalten als absurd erkennt. Ob auf das Erkennen auch ein Verstehen (im Sinne von Luhmann) erfolgt, sei dahingestellt.

In diesem Sinne darf also über Feuer, Feuerwehr und Feuerwehrleute gelacht werden. Wie im Falle des folgenden Funkspruches:

„Florian Musterstadt von Florian Löschfahrzeug kommen!“
„Hier Florian Musterstadt, kommen!“
„Florian Löschfahrzeug ist auf Status 6, kommen.“
„Florian Musterstadt hat verstanden. Frage: Warum sind Sie auf Status 6?, kommen!“
„Hier Florian Löschfahrzeuge, unser rechter Außenspiegel ist kaputt, kommen.“
„Hier Florian Musterstadt, aber das ist doch kein Grund, um auf Status 6 zu gehen, kommen!“
„Hier Florian Löschfahrzeug, doch, ähm, räusper: Das Fahrzeug liegt drauf!“ [Quelle: Powerpoint-Präsentation, Autor unbekannt]

Unbekannte Feuerwehrwitze gesucht

Nicht jeder Feuerwitz muss so abgedroschen und auch allgemein bekannt sein, wie die bis jetzt zitierten. Aus diesem Grund würde ich mich freuen, wenn ihr an dieser Stelle Feuerwehrwitze zusammentragt, die weniger bekannt sind, oder die sogar dem wahren Leben entsprungen sind. Sachdienliche Hinweise bitte hier als Kommentar nieder schreiben (und bitte die Quelle, sofern bekannt, nicht vergessen)!

Aus dem wahren Leben gegriffen und zu hundert Prozent situativ:

„Florian Musterstadt von Florian Tanklöschfahrzeug kommen!“
„Hier Florian Musterstadt, kommen!“
„Florian Tanklöschfahrzeug mit 1. Lagemeldung aus Einsatzstelle Rauchentwicklung Musterstrasse. Kellerbrand im 2. OG. Ein Trupp unter Atemschutz mit erstem Rohr im Einsatz. Lage unter Kontrolle. Kommen!“
Im Funk war kurze Zeit nur Gelächter zu hören, bis das „Verstanden“ kam. Aber es war tatsächlich ein Kellerbrand im 2. OG – es handelte sich um Etagenkeller, d.h. auf jeder Ebene des Wohnkomplexes befanden sich die Kellerräume – besser wäre natürlich der Begriff Lagerräume gewesen. Aber alle hatten ihren Spaß – und damit konnte man nach einem nächtlichen Einsatz mit einem Schmunzeln im Gerätehaus einrücken.

* Zitiert nach Wikipedia: Artikel „Witz“

Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Lachen bis der Arzt, nein, bis die Feuerwehr kommt” (davon )

  1. Stefan Jurgahn am 21. April 2010 22:35

    Für Funksprüche gibt es doch den Klassiker
    http://www.arnelange.de/links/best-of-bos.html

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