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(sc). Eben lief auf ARTE der österreichische Katastrophenfilm „Der erste Tag“. In dem Film geht es um einen Super-Gau in einem tschechischen Kernkraftwerk. Im Gegensatz zu anderen Katastrophenfilmen verläuft der Film reichlich unspektakulär, ohne dabei zu untertreiben oder gänzlich unkritisch zu sein.

Da es in der Wikipedia eine gute Zusammenfassung des Films sowie ein paar Hintergrundinformationen gibt, verzichte ich auf eine ausführliche Wiedergabe. Der Film spielt auf zwei Ebenen: Der behördlichen Ebene und einer persönlichen, die Einzelschicksale zeigt.

Angenommen wurde, wie damals in Tschernobyl, dass Messstationen zunächst erhöhte Werte anzeigen. Schnell ist klar, dass ein tschechisches Kernkraftwerk die Ursache der Strahlung ist. Der Betreiber des Kraftwerks spielt den Vorfall zunächst herunter. Die österreichischen Behörden lassen daraufhin Messtrupps von Feuerwehr und Bundesheer in das Grenzgebiet einrücken, um gesicherte Messwerte zu bekommen. Dabei stellen die Einheiten eine so hohe Strahlung fest, dass der Aussage des Kraftwerksbetreibers kein Glauben geschenkt wird. Nach und nach wird das Ausmaß des Unfalls klar, bis der Betreiber schließlich zugibt, dass es sich um eine Kernschmelze handelt und der Reaktorkern frei liegt. Aufgrund des radioaktiven Fallout soll ein Gebiet vollständig evakuiert werden. Das zeigt der Film jedoch nicht mehr. Der Film lässt das Ende offen.

Interessant ist jedoch die persönliche Ebene. Sie zeigt, dass Warnung auch im 21. Jahrhundert ein Problem ist. Nicht nur, dass nicht alle Bürger erreicht werden können, sondern auch, dass die Bevölkerung die Warnsignale womöglich gar nicht versteht. Im Film selbst ist immer wieder die Rede davon, eine Panik zu vermeiden, weshalb die Behörden nicht „auf gut Glück“ warnen wollten. Auf dieser Ebene sieht der Zuschauer auch die Dekontaminations- und Vorsorgemaßnahmen.

Übertrieben war der Film nicht. Ich denke in Deutschland würde es nicht anders laufen: Messen, Checkpoints errichten und dekontaminieren – und natürlich: abwiegeln, um Panik zu vermeiden. Insgesamt zeigt der Film, in welchem Zwiespalt sich selbst die Entscheidungsträger befinden, deren Familien ebenfalls betroffen sind. Einzig die Reaktion der betroffenen Bevölkerung empfand ich etwas unrealistisch: Es ging streng gesittet zu. Im Falle einer Strahlenwarnung und der entsprechenden Medienberichterstattung wäre eher mit Panik, Plünderungen etc. zu rechnen. Sozusagen auf die To do-Liste eines jeden Bürgers gehört es, sich eben auf diesen (und andere) Katastrophenfälle vorzubereiten. In Deutschland bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe umfangreiches Informationsmaterial an.

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