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(iw) Diese Lage hat es in sich: auf einem steilen Hang ist der Traktor umgekippt, der Fahrer liegt mit dem Oberkörper eingeklemmt unter der Fahrerkabine. Die Erkundung ergibt, dass der Fassanhänger bis oben mit Wasser gefüllt ist.

Folgende Fragen:

  • Was ist das Hauptziel?
  • Gewicht des Traktors, des Anhängers?
  • Welche Kräfte wirken in welche Richtung?
  • Welche Alternative Geräte, Ansatzpunkte stehen zur Verfügung? (Plan A, B)
  • Was sind die Vor- und Nachteile der Alternativen?
  • Was sind die Hauptgefahren?

Wie immer bei THL gibt es keine Patentlösung, lediglich Alternativen die es abzuwägen gilt. Was ist, wenn genau dieser Unfall bei Euch passiert? Wie geht ihr damit um?

Eine zugegebenermassen etwas verzwickte – und tatsächliche – Lage, die freundlicherweise von der Feuerwehr Oberwildenau zur Verfügung gestellt wurde. Bei diesem tragischen Unglück erlag der Fahrer seinen schweren Kopfverletzungen.

Kommentare

4 Kommentare zu “Szenario Heavy Rescue: Person unter Traktor” (davon )

  1. Strobl Ch. am 27. April 2010 11:23

    Hallo,

    dann versuche ich es mal:
    Das Gewicht des Traktors würde ich zwischen 8 u. 10t einschätzen. Das Gewicht des Anhängers wäre m.M.n. eher nebensächlich, würde ich aber an Hand der Tankgröße (Aufschrift) beurteilen. Das Gelände ist abschüssig. Auslaufende Betriebsstoffe und Feldboden könnten durch heiße Abgasanlage in Brand geraten.
     
    Die Räder des Anhängers müssten sofort blockiert werden (Bremse, Keile) um ein „nachschieben“ zu verhindern.
    Wichtig wäre die Bodenbeschaffenheit (nass / trocken).
    Den Traktor würde ich an der Bodenseite mittels Seilwinde oder Greifzug gegen „nachrutschen“ (vor allem beim anheben) schützen (anschlagen an der unteren Seite).
    Ansatzpunkte am Traktor müssten im Bereich Vorder- Hinterrad erkundet werden.
    Beim anheben ist darauf zu achten, dass nichts in den (evtl. zu weichen) Boden drückt.
     
    Einteilung der Mannschaft:
    1 FA zur Bedienung der Hochdruckkissen, 2 FA zum unterbauen, 1 Safety zur Beobachtung.
    Unterbau mit Kantholz.
    Es müsste wahrscheinlich um 10 – 15 cm angehoben und durch Unterbau entsprechend gesichert werden.

    Freue mich auf Kritik u. Verbesserungsvorschläge! 

    Gruß
    Christof 
     

  2. MatthiasM am 27. April 2010 13:18

    Unterbauen, sichern, unterm Fahrer abgraben?
    Kann der Traktor an der Kabine (ein deutlich als solcher erkennbarer Überrollbügel sollte das Fahrzeuggewicht aushalten können) gelupft werden?

    Wenn der Traktor wirklich auf dem noch lebenden Fahrer liegt, geht das ganze dann schon Richtung Crash-Rettung….

  3. Strobl Ch. am 27. April 2010 23:47

    Hallo,

    wenn es der Patient die 15-20 Minuten bis zum Eintreffen der Feuerwehr überlebt hat, würde ich das Risiko, den Patient durch Bewegung des Traktors zu „zermalmen“ nicht eingehen.

    Gruß
     Tof

  4. Irakli West am 28. April 2010 16:11

    Hier auch mein kleiner Versuch. Wie gesagt, es gibt bei THL keine Pauschallösung, sondern nur eine Reihe an Optionen, die es abzuwägen gilt.

    Ich sehe einen Anhänger mit Fass – wenn der gefüllt ist, schätze ich ihn auf 10 Tonnen ein (6-8k Liter + Gestell + Extra „on top“), dem Traktor gebe ich zwischen 5 und 10 Tonnen, also vorsichtshalber 10.

    Den Spuren nach zu urteilen hat der Anhänger den Traktor nach hinten gezogen bis dieser umgefallen ist. Die Lage dürfte recht instabil sein.

    Würde ich den Traktor einfach so mit einem Kissen an der Fahrerkabine anheben, würde es das Gespann vermutlich talabwärts drücken.

    Deshalb gehört der Anhänger mit Keilen gesichert, und zwar an 4 (!) Seiten (2 Keile pro Rad).

    In der Annahmen, der Boden ist weich, wird eine Seiulwinde von oben schwer anzubringen sein. Ein Greifzug ist eher möglich, aber ob ich ausreichend Erdnägel habe, ist unsicher, und ob die auch noch halten – dazu kommt der Zeitfaktor.

    Man müsste also direkt am Traktor arbeiten, Heben und Stabilisieren. Stabilisieren kann ich auf der „unterseite“ mit Keilen um einen kontrollierten Ankerpunkt zu haben, der mir ansonten fehlt. Deshalb insbesondere Unterbau unter den Rädern.

    Ein Ansatzpukt für Hebekissen bzw. Lufthebern sehe ich am Fahrerhaus nicht (das ist bündig mit dem Boden). Deshalb bleibt mir im Prinzip nur der Motor, bzw. irgendwo „hinter“ der Fahrerkabine.

    Erste Wahl – nur ist das von diesem Winkel nicht einzusehen – wäre ein Luftheber (3t müsste reichen) am Motor, und auf jeden Fall mit Unterbauen. Wir benötigen nicht mehr als 10cm Hub. Ein Spreizer am Motorblock wäre die weniger geeignete Alternative, da der Kräfteansatz zu punktuell ist, sowohl am Fahrzeug als auch in den Boden.

    Zweite Wahl – und die ist deutlich schwieriger – ist der Ansatz hinten. Den Ankerpunkt müsste man vorne setzen, so dass man versucht, den gesamten hinteren Teil des Traktors anzuheben. Kein besonderes leichtes Unterfangen, da man auch den Anhänger mit nach oben zieht. Doch für die 10cm dürfte das uU reichen.

    Es geht also nicht darum, den Traktor zwangsläufig an der Längsachse zu heben, sondern evtl. auch Quer – wie gesagt, alles eine Option.

    Danke an die FF Wildenau für diese interessanten Bilder!

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