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Autor: Ulrich Wolf, Bad Hersfeld.

Schon auf der Anfahrt fallen dem Besucher die verschiedenen Rettungsfahrzeuge auf den Straßen rund um Fulda auf: Es ist wieder Rettmobil-Zeit. Die europäische Leitmesse für Rettung und Mobilität findet in diesem Jahr zum 10. Mal statt.

Im Jahr 2001 kamen 63 Aussteller und 3.500 Fachbesucher auf das ehemalige US-Militärflugfeld in Fulda-Sickels. Inzwischen präsentieren sich hier 358 Aussteller auf einem „richtigen“ Messegelände. Die Veranstalter zählten heuer 19.752 Besucher.

Die Fachmesse mit Fortbildungsprogramm bietet einen einzigartigen Überblick über Rettungs- und Spezialfahrzeuge, moderne Medizinprodukte, Einsatzkleidung und persönliche Schutzausrüstung. Abgerundet wurde die Messe durch ein umfangreiches Fortbildungsprogramm und zahlreiche Workshops.

Besonders zu erwähnen ist die Bundeswehr. Das Sanitätslehrregiment Feldkirchen zeigt Einblicke in den Sanitätsdienst und verschiedene Fahrzeuge. Im Rahmen der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit sind diese Fähigkeiten der Bundeswehr sicherlich interessant.

Sanitätspanzer der Bundeswehr

Sanitätspanzer des Sanitätslehrregiments Feldkirchen

Einige Aussteller boten direkt am Messestand allerlei Ausrüstungen, Kleidung, und Zubehör zum Verkauf an. Allerdings zeigen einige Hersteller ihre Produktneuheiten erst auf der im Juni stattfindenden Fachmesse „Interschutz“. Trotzdem gab es in Fulda einige interessante Fahrzeuge und Ausrüstungen zu sehen.

Gleich im Eingangsbereich war der Rettungsspezialist Lührs-Rescue mit seinen Sonderfahrzeugen zu sehen. Dieser zeigte u.a. das Wassermotorrad „WaveRunner“, und Rettungsdienstfahrzeuge mit Sondersignalanlage und Notfallausrüstung.

WaveRunner VX Rettungsdienst

Wassermotorrad „WaveRunner“ von Lührs-Rescue

Das DRK Jülich präsentierte einen 180 PS starken RTW auf Basis des VW T5, den das DRK auf dem Nürburgring einsetzt.

RTW auf T5 DRK Jülich Team Nürburgring

RTW des DRK Jülich

Ebenfalls fiel dem Besucher der Multifunktions RTW/ITW der Fa. GSF auf. Mit 8,8 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist er nicht gerade leicht, dafür bietet er Patient und Personal viel Platz.

Innenansicht RTW

Multifunktions RTW/ITW der Fa. GSF

Der GW-Rettung des DRK hat eine umfangreiche Beladung zur Versorgung Verletzter bei Großschadenslagen.

GW-Rettung DRK

GW-Rettung des DRK

Hervorheben möchte der Autor noch das Löschgruppenfahrzeug LF-KatS für den Katastrophenschutz. Es ist Teil des Ausstattungskonzeptes des Bundes. Mit einer Besatzung von 1/8 ist es zur Brandbekämpfung, Wasserförderung über lange Wegstrecke und kleiner technischer Hilfeleistung ausgelegt. Ausgebaut hat das ausgestellte Fahrzeug die Fa. Lentner. Ausstattungsmerkmale sind u.a.: Schlauchverlegung während der Fahrt, Lichtmast, Umfeldbeleuchtung, Schnellangriffseinrichtung, zwei Pressluftatmer im Mannschaftsraum, einen 1000 Liter Wasser fassenden Löschwassertank und eine FPN 10-2000. Die Einsatzkräfte können die seitlich eingeschobene portable Pumpe mit Hilfe eines Lifts absenken. Die zulässige Gesamtmasse beträgt 14.000kg.

Seitenansicht LF-KatS

Löschgruppenfahrzeug LF-KatS für den Katastrophenschutz

Neu und erstmals in Fulda zeigte die Kletter-Spezial-Einheit verschiedene Ausrüstungsgegenstände für Industriekletterer und Höhenretter. Eine der wenigen Firmen, die neben der Dienstleistung eigene Produkt wie Seile, Bandschlingen und Karabiner herstellen und vertreiben. Auch kann man sich dort in der ersten Berufskletterschule in Deutschland zum Industriekletterer ausbilden lassen.

Kletter-Spezial-Einheit

Stand der Kletter-Spezial-Einheit

Die Gelsenkirchener-Werkstätten, bereits bekannt für ihr einfaches Rettungs- und Umbettungstuch, haben ihre Produktpalette erweitert. Eine Besonderheit stellt das GERET-BREIT Feuerwehr-Rettungstuch dar. Diese wurde speziell zur Notfallrettung für Atemschutzgeräteträger entwickelt. Es eignet sich wegen der erhöhten Tragkraft (400kg) und der Größe (220x110cm) aber auch zur Rettung von adipösen Patienten. Der umlaufende Gurt an dem Tuch ermöglicht eine einfache und schnelle Fixierung des in Not geratenen Atemschutzgeräteträgers. Nachdem dieser auf das Tuch gerollt wurde, wird der Gurt am Kopfende zusammen gezogen und das Rettungstuch umschließt automatisch die Person. Jetzt kann im Notfall die Rettung durch ein oder zwei Kameraden erfolgen. Verstaut wird das Hilfsmittel in einer praktischen Tasche (40x30cm).

Feuerwehr Rettungstuch geschlossen

Rettungs- und Umbettungstuch der Gelsenkirchener-Werkstätten

Neu vorgestellt wurde „sovika“, ein mobiles Kühlsystem zur Kopfkühlung. Hierbei handelt es sich um eine Haube, die nach erfolgreicher Reanimation durch milde Kühlung des Kopfes die Körpertemperatur absenkt. Durch diese sog. Hypothermie sinkt der Sauerstoffbedarf des Patienten, es werden weniger Hirnzellen zerstört und das Risiko von Folgeschäden soll abnehmen. Die Kühlung wurde bisher nur in einer Klinik durchgeführt. Jetzt ist dies auch schon im Rettungswagen möglich.

sovika Kopfkühlung

„sovika“ ist ein mobiles Kühlsystem zur Kopfkühlung

Ebenfalls für den Einsatz im Rettungsdienst gedacht, sind Schnittschutzhandschuhe, vorgeführt durch eine Dortmunder Firma für Arbeitsschutz. Die Handschuhe in unterschiedlicher Ausführung haben die höchste Leistungsstufe (5) im Schnittschutz und widerstehen selbst einem scharfen Cuttermesser! Beim Zusehen läuft einem der kalte Schauer den Rücken herunter.

Schnittschutzhandschuhe im Test

Schnittschutzhandschuhe

Die Fa. August Penkert zeigte neben dem umfangreichen Sortiment neue Elchlederhandschuhe mit Strickbündchen und auch Lederstulpen für den Feuerwehreinsatz. Für Rettungsdienst und technische Hilfeleistung hat Penkert Handschuhe mit den Leistungsstufen 3343 und 2322. Diese Stufen bewerten die Schutzfunktion in Zahlen von 0 bis 5.

Ein großer Stellenwert im Bereich PSA haben auch die Feuerwehrstiefel. Neben einigen anderen Firmen, zeigte Haix sein großes Sortiment, wenngleich der heiß ersehnte neue Stiefel erst auf der Interschutz in Leipzig präsentiert werden wird. Die kleine, aber feine „Schuhfabrik“ EWS aus der Lutherstadt Eisleben ist in Sachen Feuerwehrstiefel ein echter Geheimtipp. Sie bietet wirklich hochwertige Stiefel, teilweise auch mit Schnittschutz gegen Kettensägen, zu erstaunlich günstigen Preisen (unter 200€). Und die Neuentwicklung gab es auch schon auf der Rettmobil zu sehen: Etwas versteckt auf einer Postkarte war der „Neue“ schon abgebildet.

EWS Feuerwehrstiefel

Stiefel von EWS

Zum zweiten Mal war die schwedische Firma Es Equipment AB auf der Rettmobil vertreten. Mit dem Schneidwerkzeug „S-Cut“ lassen sich absolut schnell und einfach Kleidungsstücke von Patienten entfernen. Dieses Gerät schneidet Leder, Nylon, Gurte, etc. wie Butter. Der Autor konnte das selbst testen, wirklich verblüffend! Dies geschieht ohne das Opfer großen Bewegungen auszusetzen. Die feststehende Rundklinge verfügt über 6 Schnittzonen, die, wenn sie stumpf geworden sind, durch einfaches Weiterdrehen erneuert werden. Das Werkzeug ist so gestaltet, das Schnittverletzungen nicht vorkommen können. Im Holster lässt es sich griffbereit aufbewahren.

S-Cut Schneidwerkzeug

Schneidwerkzeug „S-Cut“ von Es Equipment AB

Im zwei verschiedenen Simulatoren konnten Fahrer von Einsatzfahrzeugen ihr Können unter Beweis stellen. Zum Einen ein Simulator für Motorradfahrer, der seine Tücken hatte. Es sah anfänglich leicht aus, aber die Verkehrssituation wurde schwieriger und so mancher Messebesucher baute einen Unfall, der in der Realität schlimme Folgen gehabt hätte.

Der zweiten Simulator stellte einen PKW dar, mit dem man mit SoSi zur Einsatzstelle fahren musste. Auch hier war es gar nicht so einfach, schnell und sicher ans Ziel zu kommen.
Natürlich sind solche Simulatoren keine Spielzeuge oder Attraktionen für Messen und Jahrmärkte, sondern dienen der Schulung der Einsatzfahrer, denn eine Fahrt unter Nutzung von Wege- und Sonderrechten ist mit besonderen Risiken behaftet. Häufiges Training und Routine vermindern das Risiko deutlich.

Simulator für Motorräder

Motorrad-Simulator

Hiermit beendete der Autor seinen Messerundgang. Wer noch nicht genug von den Rettungsfahrzeugen hatte, konnte sich für heimische Wohnzimmer die Rettmobil in Form von 1:87 Modellen mit nach Hause nehmen. Es gab auch in diesem Jahr wieder die Sondermodelle.

Feuerwehrmodelle 1:87

Modellautos

Die 11. Rettmobil im kommenden Jahr findet vom 11. Bis 13. Mai statt.

Rettmobil 2010 Fulda-Galerie

Rettmobil aus der Luft

Der Dank des Autors geht an dieser Stelle an den freundlichen Drehleitermaschinisten, der ihm das „Luftbild“ aus dem Korb der Fuldaer „DLK 23-12 GL-T“ ermöglichte. (Autor:/Fotos Ulrich Wolf für www.fwnetz.de / edit: sc)

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Kommentare

3 Kommentare zu “Messe im Schatten der Interschutz” (davon )

  1. B.Tschirley am 8. Mai 2010 18:45

    Hey Ulrich, super Artikel, dem ist nichts hinzuzufügen.
    Gruß Benny

  2. Bolde112 am 19. Mai 2010 23:37

    Ich wohne ca. 40 km von Fulda entfernt am Fuße des Kreuzberges und lasse mir seit Jahren keine RettMobil entgehen. Aber dieses Jahr war ich ein wenig enttäuscht. Zu „Rettungsdienstlastig“ und kaum Neuerungen aus dem Feuerwehrbereich. Da ich leidenschaftlicher Feuerwehrmann bin und in den Jahren zuvor auch im Außengelände viele Feuerwehrfahrzeuge von Hersteller, BF usw. ausgestellt wurden war es umso mehr ein Schock, dass der Großteil wirklich nur Rot-Kreuz-Stuff war. Ansonsten aber ein großes Lob an den Ausrichter, dass es überhaupt die Möglichkeit gibt, sich so etwas in der Nähe anzusehen. Wir waren letztes Jahr auf der „Florian“ und waren wahrhaftig enttäuscht als wir sahen, wie klein die Halle ist, in welch geringer Menge die Aussteller vor Ort waren und allgemein wie diese Messe aufgezogen war. Allerdings waren dort die Schauübungen sehr lobenswert!

  3. diggler am 20. Mai 2010 05:35

    Klasse Beitrag! Danke Ulli

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