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Leipzig (sn), (hl). Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) hatte beim 28. Deutschen Feuerwehrtag zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema „Man(n) wie sich die Zeiten ändern“ eingeladen. In einer Talkrunde sollte eine Standortbestimmung der Frauen in der Feuerwehr stattfinden.

Moderator Willi Donath – Integrationsbeauftragter der Deutschen Jugendfeuerwehr (DJF) – leitete die Diskussion mit einem Statement zur Arbeit mit Mädchen in der Jugendfeuerwehr (JF) ein. Frauke Aretz von der Freiwilligen Feuerwehr Wuppertal ergänzte die Aussagen mit dem Hinweis, dass Mädchen selten allein in die JF eintreten, sondern immer gern ein oder zwei andere Mädchen dabeihaben wollten. Diese Einschätzung konnte auch Peter Kirchengast – Landesbeauftragter Jugend aus Steiermark – bestätigen und fügte hinzu, dass in Österreich die Gruppen grundsätzlich gemischt wären. Es sei gut zu beobachten, dass die Mädchen die Jungen in den Gruppen stärker motivieren könnten.

Susanne Klatt, Führungskraft in der Berufsfeuerwehr Essen und Vorsitzende von Netzwerk Feuerwehrfrauen e.V. berichtete über den hohen Zulauf des Netzwerks. Der Austausch mit anderen Frauen bestärke zum Beispiel bei der Berufswahl zur Feuerwehrfrau, da die Frauen grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen wie die Männer mitbringen würden. Erst im Gespräch würden die anderen Frauen feststellen, dass es nicht nur um das Löschen von Bränden, sondern um ein vielfältiges Aufgabenspektrum gehe, in dem sich jede Einsatzkraft eine spezielle Richtung suchen könne.

Die Bundesfrauensprecherin des DFV, Karin Plehnert-Helmke, stellte die Kampagne „Frauen am Zug“ vor, in der es um die Mitgliederwerbung von Frauen für die Feuerwehren geht. Unter anderem diese Kampagne führte dazu, dass nunmehr acht Prozent der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen Frauen sind. Leider fänden sich diese Quoten nicht in den Zahlen der Landesfeuerwehrschulen wieder, wo nur etwa vier Prozent aller Teilnehmenden an Führungslehrgängen Frauen seien, so Plehnert-Helmke. Gründe seien hier auch in den fehlenden Möglichkeiten zur Betreuung der eigenen Kinder während des Lehrgangs zu suchen. Sie forderte dazu auf, das Thema „Frauen in der Feuerwehr“ präsent zu halten und so die Feuerwehr für neue weibliche Mitglieder attraktiv zu gestalten. Es dürfe nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben, sondern es müsse sich tatsächlich etwas tun.

Frauke Aretz berichtete von Wachen, in denen passive Mitglieder (Ehren- oder Altersabteilung) im Einsatzfall auf die Kinder der aktiven Mitglieder aufpassen würden. Es sei jedoch viel Geduld notwendig, bis sich an den bestehenden Strukturen etwas ändert. Die Frauen in der Feuerwehr müssen ernst genommen und nicht nur geduldet werden.

DFV-Vizepräsident Ulrich Behrendt, der das „Mädchen und Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr“ des DFV in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend begleitet hat, berichtete zum Abschluss, dass Frauen in der Gremienarbeit seines Verbandes schon deutlich sichtbarer geworden seien. Der DFV zöge aus der Podiumsdiskussion jetzt jedoch die richtigen Schlussfolgerungen und würde in Zukunft die Frauen in der Feuerwehr weiter unterstützen und auf dem eingeschlagenen Weg begleiten.

Quelle: DFV-Presseinformation Nr. 50/2010 vom 10. Juni 2010

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