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(sc). Der Zetros feierte auf der Messe „Interschutz 2010“ seine Premiere als Tanklöschfahrzeug TLF 30/90-5 (und am Stand von Ziegler als RW 2). Der Zetros ist ein Haubenfahrzeug, das Mercedes-Benz für hohe Nutzlast in schwerem Gelände konzipierte, dabei gleichzeitig straßentauglich ist. Der Zetros setzt dort an, wo der schwerste Unimog (14.000 Kilogramm) aufhört. Damit rundet Mercedes-Benz sein Fahrzeugprogramm nach oben hin ab, und schafft eine interessante Lösung für die Offroad-Brandbekämpfung. Ursprünglich entwickelte Mercedes-Benz den Zetros für das Bau- und Energiewesen als Lastenträger.

Zielgruppe für den Feuerwehr-Zetros sind Feuerwehren, die ein hoch geländegängiges Tanklöschfahrzeug für die Waldbrandbekämpfung und den Wassernachschub benötigen. Hierzu führt der Zetros in seinem GFK-Tank 9.000 Liter Löschwasser und 500 Liter Schaummittel mit.

Drei Feuerwehrleute finden in dem hinter den Vorderachsen gelagerten Fahrerhaus mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung Platz. Der modulare Aufbau ist dreipunktgelagert zur unschädlichen Aufnahme extremer Belastungen im Gelände. Ziegler baute dazu den Gerätekoffer in seiner bewährten ALPAS-Bauweise aus Alu-Paneelen auf.

Ursprünglich entwickelte Mercedes-Benz den Zetros für das Bau- und Energiewesen als Lastenträger in schwerem Gelände. Bild: Mercedes-Benz

Die eingebaute zweistufige Ziegler-Feuerlöschkreiselpumpe FPN 10-3000-2H nach DIN EN 1028-2 verfügt über eine Nennleistung von 3.000 Litern pro Minute bei 10 bar Pumpendruck. Ein mechanisch-automatischer Pumpenvormischer vom Typ MAD 30 ermöglicht den Schaumeinsatz mit Zumischraten von zwei, drei oder sechs Prozent. Auf dem Gerätekoffer ist ein manuell bedienbarer ALCO-Dachwerfer HH 365 mit einer Leistung von 2.000 Litern pro Minute montiert.

Weiterhin verfügt das Fahrzeug über eine Schnellangriffseinrichtung mit 50 Metern formstabilem Druckschlauch S 25. Eine Selbstschutzanlage komplettiert die Beladung des TLF 30/90-5. Dazu gehören z.B. Mittel- und Schwerschaumrohr, Schläuche, Werkzeug etc. Das Fahrerhaus des Zetros verfügt eine Dachluke, über die ein Feuerwehrmann den auf dem Aufbau montierten Dachwerfer erreichen kann. Ein Feuerwehrmann kann die Motorhaube auch begehen, dazu verfügt das Fahrzeug über eine rutschhemmende Beschichtung.

Auf dem Gerätekoffer ist ein ALCO-Dachwerfer HH 365 mit einer Leistung von 2.000 Litern pro Minute montiert. Bild: Mercedes-Benz

Das große Fahrerhaus hinter der Vorderachse verschafft der Besatzung vor allem bei Geländefahrten einen deutlich besseren Fahrkomfort, als dieser bei einem Frontlenker darstellbar ist. Das niedrige Fahrerhaus entlastet aufgrund der spezifischen Fahreigenschaften eines Haubenfahrzeugs den Fahrer. So liegt der Schwerpunkt des Fahrzeuges niedriger und das führt zu einem besseren Fahrverhalten, z.B. in Kurven.

Der Zetros 2733 A – A steht für Allrad – hat drei einzelbereifte, angetriebene Achsen mit Differenzialsperren. Der Antrieb erfolgt durch einen Reihen-Sechszylinder-Turbodiesel (Typ OM 926 LA) mit 240 kW/326 PS und Ladeluftkühlung über das hydraulisch geschaltete 9-Gang-Getriebe G 131 von Mercedes-Benz. Damit erreicht der Zetros bis zu 89 Kilometer in der Stunde. Ein spezieller Kriechgang erlaubt dabei in schwerem Gelände ein optimales Vorankommen. Der Zetros 6×6 fährt bis zu einem maximalen Böschungswinkel von 34° vorne und 32° hinten.

Der Zetros 6x6 fährt bis zu einem maximalen Böschungswinkel von 34° vorne und 32° hinten. Bild: Mercedes-Benz

Der Zetros hat eine Wattfähigkeit bis zu 1,1 Meter. Bild: Mercedes-Benz

Das Fahrzeug verfügt über eine zulässige Gesamtmasse von 25 Tonnen, technisch sind 27 Tonnen möglich. Der Radstand beträgt 4.750 + 1.450 Millimeter. Dies führt zu einem Wendekreis von 23.500 Millimetern. Der Standard-Pritschenaufbau erreicht 6.200 Millimeter Länge. Die zulässige Achslast für die Vorderachse beträgt 7.500 Kilogramm, für jede Hinterachse 9.000 Kilogramm. Deshalb liegt der schwerste Teil des Aufbaus, der Tank, über den Hinterachsen. Um diese Lasten aufnehmen zu können, besitzt der Zetros Außenplanetenachsen. Der Unimog verfügt zum Vergleich über Portalachsen, die dafür eine höhere Bodenfreiheit erlauben.

Die Gesamthöhe des Fahrzeugs beträgt 3.300 Millimeter bedingt durch die Haubenbauweise. Die Länge beträgt 10.000 Millimeter, die Breite 2.500 Millimeter. Niedrige Durchfahrten sind wegen der geringen Höhe also kein Problem. Das Ein- und Aussteigen ist dadurch ein wenig leichter, als bei einem Frontlenker – es sind aber immer noch vier Trittstufen zu überwinden. Weil der Motor nach vorne gewandert ist, fehlt ein Motortunnel. Dies führt zu mehr Bewegungsfreiheit in der Kabine und erlaubt sogar Stauraum. Der vorgelagerte Motorblock erleichtert zudem die Wartung. Der Transport des Zetros, z.B. für den Einsatz in Waldbrandgebieten, ist durch die vergleichbar geringe Höhe auf Autozügen erleichtert. Das blattgefederte Chassis erlaubt serienmäßig eine Wattiefe von 800 Millimeter, bis zu 1.195 Millimeter sind möglich, dazu muss Mercedes-Benz den Zetros jedoch umrüsten.

Niedrige Durchfahrten sind aufgrund der vergleichbar geringen Höhe von 3.300 Millimeter kein Problem. Bild: Mercedes-Benz

Der vorgelagerte Motorblock erleichtert die Wartung des Zetros - auch im Gelände. Bild: Mercedes-Benz

Der Zetros ist eine eigenständige Baureihe, Mercedes-Benz hat jedoch das Rahmenkonzept von der Actros-Baustellenvariante übernommen und auf den Zetros angepasst. Die Techniker haben einen robusten Leiterrahmen mit offenen C-Profil-Längsträgern und geschraubten C-Profil-Querträgern konstruiert. Innen liegende Verstärkungen sollen für höchste Belastbarkeit sorgen. Um Frontgeräte anbauen, das Fahrzeug anzuheben oder abzuschleppen zu können, hat Mercedes-Benz den Rahmenkopf neu und stabil gestaltet. Durch die bauliche Anlehnung des Zetros an die LKW-Baureihen von Mercedes-Benz können Anwender alle vorhandenen An- und Aufbausysteme nutzen. Individuelle Aufbauten sind damit möglich.

Zielgruppe für den Feuerwehr-Zetros sind Feuerwehren, die ein hoch geländegängiges Tanklöschfahrzeug für die Waldbrandbekämpfung und den Wassernachschub benötigen. Bild: Mercedes-Benz

Eine optionale Reifendruckregelanlage erlaubt während der Fahrt vom Fahrerhaus aus den Reifendruck an unterschiedliche Bodenbedingungen wie Straße, Fels oder Sand anzupassen. Durch einen gesenkten Reifendruck vergrößert sich die Aufstandsfläche der Bereifung, gleichzeitig verringert sich der Bodendruck, um ein Einsinken auf weniger tragfähigem Untergrund (z. B. Sand) zu verhindern.

Mercedes-Benz bietet weitere Sonderausstattungen wie Fahrer- und Beifahrerschwingsitz, integrierter Klimaanlage, Automatikgetriebe, Anhängerkupplung, Nebenantrieb Vorgelegewelle, schwenkbarer Dachluke und einem klappbaren Mittelsitz an.

Der zweiachsige Zetros 1833 A 4×4 hat einen Radstand 4.800 mm und ein Fahrgestellgewicht von 8.077 Kilogramm, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 18.000 Kilogramm. Der Standard-Pritschenaufbau erreicht hier 5.100 Millimeter Länge.

Zweistufige Ziegler-Feuerlöschkreiselpumpe FPN 10-3000-2H nach DIN EN 1028-2.

Am Messestand von Ziegler war ein Zetros als Rüstwagen RW 2 ausgestellt.

Das Zetros-TLF am Stand von Mercedes-Benz.

Der Dachmonitor kann über eine Luke aus dem Fahrerhaus ereicht werden. Bild: Mercedes Benz

Bild: Mercedes-Benz

Der Besuch des FWNetz-Teams auf der Interschutz 2010 wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Resqtec.

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