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Interschutz 2010Leipzig (sn), (sst). Um Werbung kommt man heutzutage nicht mehr herum. Ob Fernsehspots, Plakate oder Werbeflyer, nahezu jeder Hersteller wirbt für sein eigenes Produkt, um es zu verkaufen. Auch auf der Interschutz zogen die verschiedenen Hersteller alle Register, um auf sich und ihr Produkt aufmerksam zu machen. Nackte Haut, Werbegeschenke oder Produktplatzierungen auf den Ständen anderer Hersteller – auf der Interschutz 2010 in Leipzig war alles vertreten.

„Der Begriff Werbung bezeichnet die Beeinflussung von Zielgruppen oder einzelnen Personen mit Hilfe von Kommunikationsmitteln zur Veränderung von Einstellungen oder zu Veranlassung von Kaufentscheidungen im Sinne der Unternehmensziele.“

Soweit die nüchterne Definition bei Wikipedia. Die Ziele der Promotionaktionen sind klar: Der Messebesucher soll sich an das Produkt erinnern, mit dem Hersteller etwas positives verbinden. Um das zu erreichen, wurden auch auf der Interschutz zahlreiche Werbegeschenke verteilt.

Der Stand des Sicherheitsschuh-Herstellers Haix wurde jeden Morgen um Punkt 9 Uhr bereits von zahlreichen „Schnäppchenjägern“ überrannt. Bereits im Vorfeld groß angekündigt, wurden jeden Tag 1.000 Rucksäcke kostenlos verteilt. Zahlreiche Haix-Mitarbeiter waren von Nöten, um die Verteilung nicht im Chaos enden zu lassen. „Heros wear Haix“ war der Slogan der Schuhfabrik – dazu nutzte der Schuhfabrikant das Feuerwehr-Heldentum bis an die Schmerzgrenze aus. Der eigens für den neuen „Fire Hero“-Schuh produzierte Song „The Fire Hero of our life“ wurde zum nervtötenden Dauerhit in Halle 3, auch wenn er eigentlich nicht schlecht war.

Interschutz 2010

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Interschutz 2010

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Aber auch andere Hersteller wurden überrannt, wenn es darum ging, Werbegeschenke zu ergattern. Der typische „Jäger und Sammler“ war schon von weitem zu erkennen: Ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Mein Schlauch ist 20 Meter lang…“ oder „Durst-Löschzug“ ziert den wohlgeformten Körper. In der linken Hand ein oder meist mehrere „Löscheimer“ von Iveco Magirus mit zahlreichen ergatterten Postern darin, der Fahrrad-Wimpel von Günzburger Steigtechnik guckt aus dem Haix-Rucksack heraus. In einer der zahlreichen Tüten von Rosenbauer oder anderen Herstellern verstecken sich Matchbox-Autos von Oshkosh, Playmobil-Männchen von Dräger oder „Knautsch-Feuerwehrmänner“ von EADS. Auf dem Kopf dann noch ein Sombrero von Adalit und in der rechten Hand ein Glas Bier. Die Augen scannen schon den nächsten Messestand nach Kugelschreibern, Gummibärchen oder Ärmelabzeichen. Es wird alles mitgenommen – ob es dann am Messeausgang oder im Hotel im Mülleimer landet ist erstmal egal.

Sogar die Fußball-Weltmeisterschaft warf ihre Schatten voraus. Bei Endress wurden Vuvuzelas verteilt. Von Dönges gab es für die Standbesucher einen WM-Planer.

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Vuvuzelas bei Endress

Nackte Haut und Autogrammstunden: „Sex sells“

Einige Hersteller machten sich die Redewendung „Sex sells“ zu eigen und warben mit sexy Plakatmotiven oder nackter Haut für ihre Produkte. Ein Produktname prägt sich besser in das Gedächtnis ein, wenn es in einem emotional erregenden Kontext kennengelernt wird, bestätigt die Psychologie.

Der Helmhersteller Casco, versuchte mit zwei Airbrush-Girls auf sich aufmerksam zu machen. Zahlreiche Messebesucher (meist Männer) blieben am Casco-Stand mit gezückter Handy-Kamera stehen. Die beiden Schönheiten hatte bestimmt jeder Besucher wahrgenommen, ob das allerdings auch mehr Interesse für die Casco-Helme geweckt hat, ist fraglich. Neuste Untersuchungen melden starke Zweifel an der Allgemeingültigkeit der Aussage „Sex sells“ an. Tests mit speziellen Brillen haben gezeigt, dass das Objekt der emotionalen Erregung stark vom Wesentlichen ablenken kann. Das eigentlich beworbene Produkt wird somit gar nicht mehr wahrgenommen.

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Der Softwarehersteller MP-Feuer warb mit einem eigens produzierten Werbespot und Autogrammen des leichtbekleideten „MP-Feuer-Girls“. Auch der Kauf eines FireGirls-Kalenders wurde mit Autogramm und einem Foto mit den beiden „FireGirls“ belohnt. Mit dem Slogan „Geiles Gerät…“ und einem sexy Plakatmotiv warb Lancier Rescue Systems für seine hydraulischen Rettungsgeräte. Die BILD berichtete derweil über eine Dekontaminations-Vorführung auf dem Freigelände, die zeigte, wie „professionell man ein sexy Bikini-Girl ‚löschen‘ kann“.

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Ob die zahlreichen Promotionaktionen erfolgreich waren, wird allerdings schlecht festzustellen sein. Die „Entscheider“ der Feuerwehren liesen sich (hoffentlich) von den zahlreichen Marketingaktionen nicht beeindrucken und lieber bei einem Termin bei den Herstellern persönlich beraten. So kann man die Messe abschließend als eine riesige Marketing-Veranstaltung sehen.

Der Besuch des FWNetz-Teams auf der Interschutz 2010 wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Resqtec.

Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Promotion: Nackte Haut und Werbegeschenke auf der Interschutz” (davon )

  1. Stefan Cimander am 19. Juni 2010 15:10

    Schöne geschrieben mit süffisanten Seitenhieben.

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