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(sc). Fünf Tage Interschutz – fünf sehr anstrengende, aber auch hochintressante Tage. Ich hätte nicht geglaubt, dass eine Tag, nein, die ganze Woche, so schnell herumgehen kann. Den Zeitrahmen, den ich mir für Standbesuche und Artikel gesetzt hatte, konnte ich spätestens am Dienstag in die Ablage P verschieben. Ab dem dritten Tag hatte ich mich soweit an den Tagesablauf gewöhnt, lässt man die schmerzenden und Blasen werfenden Füße außen vor, als hätte ich nie etwas anders gemacht. Und es hat wirklich Spaß gemacht, trotz der sommerlichen Temperaturen. Ein wenig wehmütig war ich dann am Freitag, im Bewusstsein, dass das mein letzter Tag war. Auch mit zwei Wochen Abstand hat sich an meinem Eindruck und den auf der Rückweg notierten Gedanken wenig geändert.

Sehr interessant war die Vorstellung des Atemschutznotfall-Konzeptes der Berliner Feuerwehr. Ich hoffe, ich komme zeitnah dazu das Konzept im FWnetz.de vorzustellen.

Es fällt mir schwer, rückblickend ein Highlight auszumachen, wenn es das überhaupt gab. Dazu aber weiter unten mehr. Besonders haften geblieben sind mir aber der „Bush Truck“ von Morita – angesichts des futuristischen Erscheinungsbildes auch wenig verwunderlich –, das Engagement bei Mercedes-Benz und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), was die Beantwortung meiner Fragen anging, der Stand der AGF See sowie nach Torschluss der Messe die Diskussion an demselben.

Der Hingucker am Stand von Merceds-Benz, der Zetros. Aber auch daneben standen interessante Konzepte, wie der U20 oder ein TLFA auf Vario-Basis. Gerade das Vario-Konzept könnte für kleinere Feuerwehren interessant sein.

Bush Truck von Morita

"Bush Truck" von Morita war im Außengelände zu finden.

Am ersten Tag der Interschutz hatte ich getitelt „Viel Wind um nix“ – dafür gab es (verhaltene) Zustimmung bzw. auch den dezenten Hinweis auf meine Erwartungshaltung. Angesichts der Tatsache, dass viele Aussteller bereits im Vorfeld ihre Neuentwicklungen per Pressemitteilung oder mit einem Fachartikel bekannt gaben, verlor die Messe an sich ein wenig von ihrer Exklusivität. Von daher hatte ich keine allzu großen Erwartungen, was Produkt-Knüller anging.

Dennoch bot die Messe die Möglichkeit, sowohl Produkte zu vergleichen, als auch mit den Ausstellern zu diskutieren. Gerade die Möglichkeit, mit Herstellern, Produktmanagern, Vertriebsbeauftragten etc. direkt, von Gesicht zu Gesicht zu sprechen, ist einer der großen Vorteile von Messen. In einem persönlichen Gespräch ist es einfacher Informationen abzufragen, weil es ein unmittelbares Feedback gibt. Außerdem, und das ist fast wichtiger, die richtigen Ansprechpartner sind vor Ort – und es sind alle vor Ort.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich aber auch, dass ein Großteil der Messe aus Marketing bestand. Diese Ahnung hatte ich schon vorher. Es war zwar meine erste Interschutz – sozusagen bin ich Spätsünder –, aber die Interschutz unterscheidet sich in dieser Hinsicht nicht groß von anderen Messen. Wie Sebastian bereits in seinem Artikel schrieb, zogen einige Hersteller alle Register, wenn es um das Buhlen um Aufmerksamkeit ging.

Der Stand des BBK war gut besucht, insbesondere die Fahrzeuge der Brandschutz-Komponente im Zivilschutz interessierte die Besucher. Andererseits konnte man sich am Stand einen Überblick über das gesammte Konzept verschaffen - auch wenn ich den Eindruck habe, dass die Behörde in einigen Bereichen noch nicht weiß, wo sie hin will.

In einem riesigen Becken demonstrierte das Havariekommando am Stand der AGF-See die Taktik der Seenotrettung.

Es war, wie in der normalen Werbung auch, eine Versexualisierung der Feuerwehr festzustellen. Angesichts der überwiegend männlichen Zusammensetzung der Feuerwehr wenig verwunderlich. Inwiefern diese Versexualisierung auf das Bild der Feuerwehr in der Öffentlichkeit oder das Verhältnis von Frauen und Männern in der Feuerwehr auswirkt, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden.

Ich denke, ein Großteil der Fachbesucher – nicht der Sammler und Jäger –, war weniger wegen der ausgestellten Produkte dort, sondern eher um Leute zu treffen, die man in den letzten fünf Jahren nicht gesehen hat oder mit denen man es in dieser Zeit nicht geschafft hat, einen Termin zu vereinbaren. So zeigten mir viele Gespräche mit Ausstellern, Fachbesuchern und Bekannten, dass die Interschutz eher als so eine Art Familientreffen zu werten ist.

Mit diesen doch harten Worten möchte ich keineswegs die Legitimation der Messe in Frage stellen, doch bin ich für meine nächste – die zweite Interschutz – dann besser auf das vorbereitet, was mich erwartet. Merken muss ich mir nur, dass ich in fünf Jahren die Halbschuhe besser im Schrank lasse und bequemerem Schuhwerk den Vorzug gebe. (Autor: Stefan Cimander, www.fwnetz.de)

Auch Vierbeiner waren auf der Interschutz am Stand des MHW zu finden, auch wenn diese wegen der Menschenmasse nervös wirkten.

Was genau der Zweck dieses Lösch-Ketten-Panzers sein soll, konnte ich nicht in Erfahrung bringen - der Aussteller war leider schwer beschäftigt.

@fire führte am Stand von Paratech eine Übung vor - ich habe dabei Jan glatt mit seinem Bruder Rolf verwechselt.

Am Stand von Swisscom traf ich meine Ursprungsfeuerwehr - da wo alles begann. Die BF Freiburg stellt ihren neuen ELW 2 vor.

Blinkendes blaues Balkenlicht zieht immer Aufmerksamkeit auf sich.

Der Besuch des FWNetz-Teams auf der Interschutz 2010 wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Resqtec


Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Interschutz. Retrospektiv. Gedanken” (davon )

  1. Sebastian Stenzel am 25. Juni 2010 00:05

    Dem brauche ich nicht mehr viel hinzu fügen. Genauso habe ich die Interschutz auch empfunden. Nach dem ersten oder zweiten Tag hatte man einen Eindruck, wie „die Messe tickt“ und konnte sich entsprechend anpassen…

    Vor allem das „Networking“ auf der Messe empfand ich sehr positiv. Man konnte viele Leute treffen, die man schon lange nicht gesehen oder bisher nur über das Internet gekannt hat.

    Alles in allem hat sich der Besuch – wenn auch eine komplette Woche auf der Messe auch anstrengend ist – wirklich gelohnt :-)

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