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Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarak mit einem @fire-Logo

(sc). Ein Einsatzfahrzeug speziell für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung und mit ungewöhnlicher Optik war auf der Interschutz 2010 in Leipzig am Stand von Volkswagen zu sehen. Das Entwicklungsbüro FFT Zawadke konstruierte zusammen mit dem Aufbauhersteller Lentner und der Pumpentechnologie von Callies Brandbekämpfungssysteme ein Pickup-Fahrzeug, das prototypisch auf einem 0-Serien Fahrzeug vom Typ VW Amarok montiert war.    

Die Besatzung nimmt mit den Geräten die Aufgaben einer Art „Task Force“ wahr: Material und Wasservorrat reichen zum Niederschlagen der Flammen, nicht aber für die komplette Brandbekämpfung. Diese ist nach wie vor von dafür vorgesehenen Einheiten und mit anderen Geräten auszuführen. Ziel war es ein Fahrzeugkonzept zu entwickeln, mit dem die Einsatzkräfte vor Ort einfach und schnell mit der Brandbekämpfung beginnen können.

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarak mit einem @fire-Logo

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarok mit einem Logo von @fire. Der Aufbau stammmt von Lentner in Zusammenrabeit mit FFT Zawadke.

Dazu besteht die Löschtechnik aus einer Hochdruckaxialkolbenpumpe, zwei Haspeln mit je 80 Meter Schlauchleitung und einem Tank auf der Ladefläche mit einem nutzbaren Inhalt von etwa 375 Litern. Auf der Pritsche des Amarok lassen sich trotz aufgebautem Tank, Transportkisten bis zur Größe einer Europalette oder Gitterbox mitführen, die unter einer schwenkbaren GFK-Haube vor Witterungseinflüssen geschützt werden können.

Die pulsationsfreie Pumpe stammt von der Callies Brandbekämpfungssysteme GmbH. Pulsationsfrei bedeutet, dass die Pumpe konstant den gleichen Druck liefert und keinen temporären Druckabfall aufweist, wie z.B. bei einem Hochdruck-Reinigungsgerät. Die Pumpe ist selbstschmierend, d.h. das Wasser übernimmt die Funktion des Schmiermittels. Aus diesem Grund dürfen die Einsatzkräfte die Pumpe nur mit sauberem Wasser betreiben. Dazu verfügt das Fahrzeug über eine Filtereinheit, die das Wasser vor Eintritt in den Tank reinigt. Zum Reinigen des Filters muss der Benutzer diesen lediglich durchspülen. Die Reinigung des Wassers ist auch deswegen erforderlich, weil die Hohlstrahlrohre empfindlich auf verschmutztes Wasser reagieren, und weiterhin das Wasser aus dem Tank im „Fronteinsatz“ auch der Trinkwasserversorgung der Einsatzkräfte dienen können muss.

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarak: Auf der Ladefläche des Pickup ist eine "Slip-on-Unit" montiert.

Auf der Ladefläche des Pickup ist unter einer GFK-Haube eine Pumpe fest verbaut. Zusätzlich gibt es Ladefläche für weitere Geräte.

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarak: Hochdruckpumpe.

Die Hochdruckpumpe stammt von Callies Brandbekämpfungssysteme.

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarak mit einem @fire-Logo

Die speziellen Hochdruckstrahlrohre erzeugen einen feinen Wassernebel.

Bei einem Systemdruck von 130 Bar kann die Pumpe pro Strahlrohr ca. 32 Liter pro Minute abgeben. Aufgrund dieses Druckes entfernt das Wassers eventuelle Verschmutzungen am Strahlrohr, die durch den Einsatz im Gelände entstehen können. Die beiden Schnellangriffsvorrichtungen mit einem speziellen Hochdruckstrahlrohr erzeugen einen feinen Wassernebel, der die Flammen erstickt.

Diese spezielle Hochdruck-Wassernebel-Technologie hat eine hohe Effektivität bei der Brandbekämpfung, aufgrund der spezifischen Eigenschaften des Nebels. Das Strahlrohr verfügt über spezielle Düsen, die unter hohem Druck zur Bildung kleiner Tropfen führen. Diese weisen eine in der Praxis bis zu zehnfach höhere Wärmebindungskapazität als die normale Wasserabgabe auf . Das Löschprinzip basiert nicht nur auf Kühlung des Brandgutes sondern auch auf der Verdrängung von Sauerstoff.

Die Oberflächenvergrößerung des Wassers durch das Callies-Höchstdruck-Wassernebel-System führt außerdem zu einer enormen Wasserersparnis. Deshalb kommt die Einheit auch nur mit einem 375 Liter Wasser fassenden Tank aus. Damit ist das System effektiver gegenüber dem Einsatz eines C-Rohres und u.a. ideal für den Wald- und Vegetationsbrandeinsatz im Gelände.

Zudem bietet diese Technik die Möglichkeit wasserhydraulische Werkzeuge wie z.B. Kernborhrgeräte, Tauchpumpen, Betonkettensägen oder Trennschleifer zu betreiben. Anstelle des Strahlrohrs kuppelt der Anwender lediglich das entsprechende Werkzeug an. Über eine Rücklaufleitung wird das Wasser drucklos ins Freie oder in den Tank zurückgeführt. Damit kann ein Anwender das Fahrzeug je nach Bedarf zu einem Waldbrandfahrzeug,Vorauslöschfahrzeug, Vorausrüstwagen oder Notarztwagen umrüsten.

Diese Mehrfachnutzbarkeit und schnelle Umrüstbarkeit ist der eigentliche Clou des Fahrzeugs. Durch das Wassernebeltechnik- und Aufbaukonzept kann das Fahrzeug für die unterschiedlichsten Anwendungen im Feuerwehr- und Rettungsdienst aber auch als Werkstattfahrzeug oder für Energieversorgungsunternehmen eingesetzt werden.

Der auf der Interschutz vorgestellte VW Amarok verfügt über eine stationäre Pumpe, die unterflurig eingebaut ist. Die Pumpe ist dazu im Unterboden eingebaut, verändert aber das Chassis von unten nicht. Um die Pumpe mit dem Fahrzeugmotor antreiben zu können, verbaute FFT Zawadke/Lentner ein Split-Shaft-Getriebe, das die Kraftübertragung zum Heckantrieb nutzt, und zur Pumpe umleiten kann. Damit besteht die Option, dass bei Zuschaltung des Vorderradantriebs ein eingeschränkter „Pump-and-Roll“-Betrieb, also ein Fahren in Schrittgeschwindigkeit während dem Löschen bei Böschungs- oder Rasenbränden möglich ist.

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarak mit einem @fire-Logo

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarok mit dem Logo von @fire.

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarak mit einem @fire-Logo

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarok mit dem Logo von @fire.

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarak mit einem @fire-Logo

Waldbrandbekämpfungsfahrzeug auf VW Amarok mit dem Logo von @fire.

VW bietet seit dem Frühjahr 2010 einen Pickup-Modell für den nicht-amerikanischen Markt an, den Amarok. Der VW Amarok hat ein zulässiges Gesamtgewicht zwischen 2.820 und 3.040 Kilogramm und kann bis zu 1.047 Kilogramm Nutzlast zu transportieren. Die Abmessungen betragen 5.254 x 1.954 (1.944) x 1.834 Millimeter. Der Radstand von 3.095 Millimeter erlaubt einen Wendekreis von 12,95 Meter. Das Fahrzeug ist wattfähig bis 500 Millimeter.

VW bietet den Amarok mit einem 2,0-l-BiTDI und einem 6-Gang-Schaltgetriebe an. Dieser leistet 120 kW (163 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. VW bietet drei Antriebskonzepte an: Die Kraftübertragung erfolgt im einfachen Modell mit einem Heckantrieb. Optional ist ein permanenter Allradantrieb mit Torsendifferenzial oder ein manuell zuschaltbarer Allradantrieb mit Untersetzung erhältlich.

Der Amarok hat eine Doppelkabine, die fünf Personen Platz bietet und hat auf seiner Ladefläche einen Platz von 2,52 Quadratmeter. Diese ist gegenüber der Konkurrenz größer, da die Karosserie des Amarok 10-20 Zentimeter breiter ist, als vergleichbare Konkurrenzprodukte. VW bietet den Amarok in zwei Varianten an: Als Amarok DoubleCab und als DoubleCab Highline. VW plant ab 2011 auch einen Zweitürer anzubieten. (Autor: Stefan Cimander, www.fwnetz.de)

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Der Besuch des FWNetz-Teams auf der Interschutz 2010 wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Resqtec.

Kommentare

5 Kommentare zu “Schnellangriffsfahrzeug für Wald- und Flächenbrände” (davon )

  1. Cimolino am 7. Juli 2010 09:01

    Hallo,

    der Amarok ist ein interessantes Konzept auch für Pickup-Löschfahrzeuge.

    Um ein Feuer zu löschen, benötigt man v.a. eins:
    AUSREICHEND Löschmittel.

    Fein verteiltes Wasser bindet mehr Wärme, weils schneller verdampft (daher Vorteil Sprühstrahl vor Vollstrahl) zu fein verteiltes Wasser erreicht aber weder sonderlich große Wurfweiten noch relevante Eindringtiefen.

    Vegetationsbrände in der Anfangsphase oder vermutlich noch mehr bei Nachlöscharbeiten oder zur Unterstützung von Handarbeit wären eine mögliche Anwendung.
    Insofern ist so ein Konzept für bestimmte Anwendungsfälle ggf. sinnvoll (wie sehr müsste man im Praxisversuch testen!).

    Aber Vorsicht vor Pauschalierungen!
    Schon für einen echten PKW-Brand gabs mit HD-Anwendungen in diversen Vorführungen interessante „Ergebnisse“.

    Mehr zum Thema Löschen…:
    http://www.einsatzpraxis.org/de/home/buecher/brandbekaempfung_m._wasser_u._schaum.html

  2. dbildhauer am 8. Juli 2010 11:34

    Moin,
     
    sieht ja als Blickfänger o.ä.  ganz nett aus, nur würd mich das Kosten/(Nutzen+Flexibilität+Gewicht) Verhältnis im Vergleich zur „konventionellen“ Variante:
    Pickup (hü) mit 2x80m D-Schlauch / 40mc C mit C-DCD Verteiler und 2x50m D, D-HSR 35l/min, Wasserfaß und TS 2/5
    mal interessieren – sowohl was Anschaffungskosten als auch Wartungskosten und tatsächlichen Nutzen angeht.
    Das erwähnte Betreiben von Wasserangetriebenen Aggregaten ist doch auch eher theoretischer Natur oder?
     
     

  3. Stefan Cimander am 8. Juli 2010 11:41

    Bzgl. der Kosten frage ich mal nach.

    Es folgt in den nächsten Tagen (oder Wochen) noch ein Artikel, der das gleiche System als Wechselaufbau vorstellt, d.h. die Pumpeneinheit ist dort auf jedem Pickup platzierbar.

  4. diggler am 8. Juli 2010 22:21

    Zitat: „…. Pickup-Modell für den nicht-amerikanischen Markt. „

    Leider umfasst das auch den Canadischen Markt und das obwohl der Name „Amarok“ aus der Inuit Sprache stammt und „Wolf“ bedeutet :-(

    Ansonsten ein interessantes Konzept auch wenn man hier doch „richtige“ Pick up Trucks bevorzugt (z.B. Chev Silverado oder Ford F-450) und Wert darauf legt auch Wasser aus Seen und Fluessen benutzten zu koennen. Low Tech ist in der Wildniss  zuverlaessiger!

  5. diggler am 8. Juli 2010 22:32

    Hier nochmal unsere All Terrain Pump (ATP). Ziemlich veraltet was das Fahrwerk angeht aber super zuverlaessig wenn es um die Ausruestung geht. Die ATP’s sollen naechstes Jahr mit neuen Fahrzeugen ersetzt werden (hoffentlich)!

     

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