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(sc). Interessante Lösungsansätze für die Probleme des Desinfektions-Alltags präsentierte die Firma OWR GmbH (früher: Odenwaldwerke Rittersbach) auf ihrem Messestand auf der Interschutz 2010 in Leipzig. Das Thema Hygiene war der Schwerpunkt der ausgestellten Produkte. Dazu zeigte  Innova Solutions zusammen mit seinem Vertriebspartner OWR u.a. mehrere Geräte aus dem Bereich der Kaltnebeldesinfektion.

Gerätedesinfektion mit trockenem Wassernebel

Die Kaltnebeldesinfektion eignet sich aufgrund der physikalischen Eigenschaften von Nebel als schnelle und einfache Desinfektionsmaßnahme. Nebel hat nämlich die gleichen Eigenschaften wie Gas und breitet sich in einem abgeschlossenen Raum gleichmäßig aus. Deshalb erreicht der Nebel auch kleinste Ritzen und gewährleistet eine Desinfektion von nahezu einhundert Prozent. Mit der Nebeltechnik vermeiden die Nutzer außerdem die Nachteile der Wischtechnik, die nicht nur weniger sauber war, sondern auch Schäden verursachten konnte. Hierbei war natürlich der Faktor Mensch die Ursache für mangelnde Desinfektion und mögliche Schäden.

Obwohl die Kaltnebeldesinfektion aus Wasser und einem speziellen Zusatzstoff besteht, ist der Nebel trocken. Das Nebelverfahren soll insgesamt Schäden vermeiden bzw. reduzieren. Aus diesem Grund eignet sich das Desinfektionsverfahren für empfindliche Gerätschaften sowie für die Innen- und Außenbereiche von Fahrzeugen und Flugzeugen. Auch für Gebäudeinnenräume ist das Verfahren verwendbar. So können Nutzer vom Innenraum eines Panzers bzw. Rettungswagens, große Räume bis hin zu Schläuchen und Rohrleitungen alles desinfizieren. Der Clou dabei ist neben der vollständigen Desinfektion, die schnelle Wiederverwendbarkeit der desinfizierte Fahrzeuge und Räume. Dies ist gerade für den medizinischen Bereich (Rettungswagen, Krankenhaus) ein großer Vorteil. Zudem ist der Wasserverbrauch durch das Nebelverfahren gering.

Der Zusatz macht’s

Das Nebelverfahren an sich ist nicht neu, innovativ ist aber das dem Trockennebel beigemischte, nicht korrosive Biozid, das die im April 2010 eingetragene Firma Innova Solutions entwickelt hat. Dieses unter dem Namen „Fog-it®“ vertriebene Produkt befindet sich nach Angaben von Innova Solutions in der Phase der Patentfindung. Hauptwirkstoff ist ein kationisches polymerisiertes Guanidin. Guanidin ist ein Stoff, der zu den stärksten organischen Basen gehört. Basen sind wasserlöslich und haben eine zerstörende Wirkung auf organische Stoffe. Je nach Anwendungsgebiet, kann ein Anwender noch weitere Zusätze beimischen. „Fog-it®“ ist dabei frei von elementarem Chlor, Formaldehyden, Peroxyden, Essigsäuren und anderen irritierenden Chemikalien. Der Hersteller betont, dass das Biozid nach dem Trinkwasser- und Lebensmittelschutzgesetz zugelassen ist.

Funktionsprinzip der Kaltnebeldesinfektion

Das Funktionsprinzip des Kaltnebeldesinfektionsgeräts und des Biozids ist für alle vorgestellten Produkte das gleiche: Mit Hilfe von Druckluft und speziellen Düsen zerstäubt das jeweilige Gerät die elektrisch positiv geladene Flüssigkeit im Nanobereich. Der so entstandene trockene Nebel verteilt sich gleichmäßig und weiträumig. Treffen die Nebelteilchen auf die Keime in der Luft oder an der Oberfläche, tötet der Nebel die Mikroorganismen ab. Gleichzeitig wirkt der Nebel geruchsneutralisierend. Damit reinigt er die Luft und bildet auf allen Oberflächen – auch in Ritzen und Fugen – im molekularen Bereich einen antibakteriellen Film. Dieser Film in Molekülstärke verhindert eine Neuansiedlung von Keimen, bis der Film, z.B. mit Wasser, weggewischt wird. Abhängig sind die Eigenschaften auch davon, welche zusätzlichen Stoffe ein Anwender dem Biozid beigemischt hat.

Die Geräte eignen sich, nach Angaben von OWR, für den Einsatz gegen nahezu alle Arten von Bakterien, Viren, Pilzen und Sporen. Bisher hat OWR das Produkt bei der Desinfektion von Geräten, Fahrzeugen, Lager- und Produktionshallen, Tierställen, Gewächshäusern und in Krankenhäusern an 380 Spezies erfolgreich getestet.

Produkte

Als konkrete Produkte präsentierte OWR unter anderem die Desinfektionskaltnebelgeräte BFOG und Hygi-Med-Control (HCM), ein mobiles Gerät zur Schlauchdesinfektion sowie das Druckluft-Impuls-Spülgerät DISG 20.

Das Kaltnebeldesinfektionsgerät BFOG ein einfaches, für den allgemeinen Gebrauch gedachtes Gerät. Dagegen ist das Hygi-Med-Control (HMC) technisch ausgereifter und ist speziell für medizintechnische, pharmazeutische und öffentliche Einrichtungen sowie Reinräume gedacht.

Das HMC ist ein Kaltnebeldesinfektionsgerät speziell für sensible Umgebungen, wie Krankenhäuser. Foto: Pfalztechnik / Innova Solutions / OWR; Montage. sc

Das HMC ist ein Kaltnebeldesinfektionsgerät speziell für sensible Umgebungen, wie Krankenhäuser. Foto: Pfalztechnik / Innova Solutions / OWR; Montage. sc

Beide Geräte sind geeignet für Raumgrößen von bis zu 500 Kubikmetern. Das 39 Kilogramm schwere HMC ist so konstruiert, dass es autark in dem zu desinfizierenden Raum eingesetzt werden kann. Das Gerät ist dank Logging- und Timerfunktionen leicht zu bedienen und ist einfach an die Gegebenheiten anpassbar. Anwender können Raumgröße, Vernebelungszeitpunkt, Mittelverbrauch, Ambientdaten und ggf. Nutzerinformationen sind mit Hilfe eines Netzwerkanschlusses oder mit Bluetooth festlegen. Das HMC kann nach Eingabe der Rahmenbedingungen (Raumgröße, Zweck) selbstständig die Mittelmenge berechnen. Die Ausrichtung der Düsen kann ebenfalls an den Raum angepasst werden. Eine Durchflussmengenüberwachung sorgt außerdem für Prozesssicherheit.

Das BFOG ist ein einfaches Kaltnebenldesinfektionsgerät. Foto: Pfalztechnik / Innova Solutions / OWR

Das BFOG ist ein einfaches Kaltnebenldesinfektionsgerät. Foto: Pfalztechnik / Innova Solutions / OWR

Ähnlich interessant ist das vorgestellte Mobile Schlauchdesinfektionsgerät. Dieses dient der Desinfektion von Trinkwasserschläuchen. Auch hier kommt das Kaltnebeldesinfektionsverfahren zum Einsatz. Der Nebel kann sich über die komplette Oberfläche verteilen und benetzt diese. Damit ist auch hier eine schnelle Desinfektion gewährleistet. Besonders von Vorteil ist, dass das Gerät während der Anwendung kein Bedienpersonal bindet und die Applikationszeiten gering sind. Damit eignet sich das Schlauchdesinfektionsgerät ideal für den Einsatz vor Ort.

Das Schlauchdesinfektionsgerät reinigt Trinkwasserschläuche. Foto: Pfalztechnik / Innova Solutions / OWR

Das Schlauchdesinfektionsgerät reinigt Trinkwasserschläuche. Foto: Pfalztechnik / Innova Solutions / OWR

Ähnlich wie bei Trinkwasserschläuchen ist das Druckluft-Impuls-Spülgerät DISG 20 auf die Reinigung und Desinfektion von Rohrleitungen anwendbar. Biofilme und Ablagerungen aus angeschwemmten Teilchen und chemischen Ausfällungen entfernt der charakteristische Nebel ohne Probleme. Gleichzeitig entzieht der mit einem Desinfektionswirkstoff versetzte Nebel Bakterien und möglichen Krankheitserregern den Nährboden. Weil das Gerät einen Höchstdruck von vier Bar hat, sind die Belastung für das Rohrleitungsnetz minimal. Eine gepulste Einbringung von Druckluft ist möglich.

DISG20 - Gerät zur Kaltnebeldesinfektion. Foto: Pfalztechnik / Innova Solutions / OWR

DISG20 - Gerät zur Kaltnebeldesinfektion und Reinigung von Rohrleitungen. Foto: Pfalztechnik / Innova Solutions / OWR

Innova Solutions wickelt den Generalvertrieb für die Produkte in Deutschland ab. Die Geräte selbst stammen von der Firma Pfalztechnik. OWR ist der Vertriebspartner von Innova Solutions für den Bereich ABC-Dekontamination den öffentlichen Bereich. (Autor: Stefan Cimander, www.fwnetz.de)

Links

Der Besuch des FWNetz-Teams auf der Interschutz 2010 wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Resqtec.

Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Effektive Desinfektion mit Kaltnebel” (davon )

  1. diop am 6. Oktober 2010 11:44

    Weitere Informationen zur Kaltnebeldesinfektion: Schauen Sie sich einmal das Kaltvernebelungsverfahren mit dem Trendprodukt Wasserstoffperoxid an:
    http://www.diopgmbh.com
    Freundliche Grüße,
    DIOP GmbH & Co. KG
     

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