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(sc). In loser Folge stellt das FWNetz im “Feuerwehr Weblog” Blogs aus den Bereichen Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophen-/Zivilschutz vor. Heute erzählt uns der rettungsscherge etwas über seinen Weblog “rettungsscherge.wordpress.com”.

Der Rettungsscherge schreibt in seinem Blog über seine Erlebnisse im Rettungsdienst.

Stellen Sie Ihren Blog in einem Satz vor!

Mein Blog stellt im Wesentlichen ein Abbild meines Kopfes dar. In meinem Blog finden sich viele persönliche Erfahrungen, Meinungen, Geschichten und Themen aus dem Rettungswesen und privatem Umfeld – eben alles, was mich beschäftigt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen einen Blog über Ihren Beruf zu führen?

Das war, ehrlich gesagt, zu Beginn eine ziemlich eigensüchtige Idee. Primär wollte ich mir etwas Luft verschaffen, und die Gedanken aus meinem Kopf auf virtuelles Papier transferieren.

Dann veröffentlichte ich die ersten Berichte über lustige Dinge, über die ich auch heute noch herzlich mit Kollegen lachen kann. Einige Dinge sind einfach zu schön, um sie nur im kleinen Kreise zu halten. So entstand im Laufe der Zeit ein vielseitiges Blog.

Gibt es innerhalb Ihres Blogs inhaltliche Schwerpunkte?

Ich versuche, den Blog im Wesentlichen auf drei Gebiete zu unterteilen: Rettungsdienst, Ausbildung und Privates.

Bisher gelingt das gut, auch wenn ich mich mit den Geschichten aus dem Rettungsdienstalltag momentan etwas schwer tue. Es schwingt immer ein negatives Gefühl mit, wenn ich über schwierige Patienten und merkwürdige Angehörige schreibe, zumal andere RD-Blogger damit schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ich bin zumindest vorsichtiger geworden und lasse bewusst Details aus. Das hat leider auch schon dazu geführt, dass einige Artikel in den Mülleimer wanderten. Das prägnante am Erlebten ist nun mal das Detail.

Trennen Sie in ihrem Blog zwischen Beruflichem und Privatem oder ist beides gemischt?

Bei mir gibt es beides zu lesen – manchmal sogar in nur einem Artikel. Sobald ein Blog eine persönliche Note bekommen soll, kommt man um so was nicht herum.

Verfolgen Sie mit Ihrem Blog ein spezifisches Ziel, oder wollen Sie einfach nur über Ihren Alltag berichten?

Ich habe mich bewusst gegen Ziele bei der Eröffnung von rettungsscherge entschlossen. Die meisten Projekte scheitern an einer zu hohen Erwartungshaltung. Ich möchte hier einfach nur meine Gedanken mitteilen – für wen auch immer sie interessant sein mögen. In der Kategorie „Ausbildung“ freue ich mich immer über viel Resonanz, auf ein gewisses „Quizzen“ – dadurch kann ich viel näher am Leser sein.

Worüber schreiben Sie am liebsten?

Viel Spaß bereitet mir der tägliche Wahnsinn von Mitmenschen, Patienten und Angehörigen.

Teilweise sind die Erlebnisse so außergewöhnlich, dass es mir schwer fällt, durch Worte auch nur annähernd eine Kulisse zu bieten, durch die sich lustige oder traurige Situation vorstellen lassen. Blog-Kollegen können da bestimmt wohl wissend mit dem Kopf nicken.

Worüber fällt es Ihnen am schwersten zu schreiben?

Schwer fallen mir detaillierte Erlebnisse, die ich selber noch nicht vollständig verarbeitet habe. Das Schreiben unterstützt mich aber im Ganzen dabei, so dass ab und an brauchbare Artikel entstehen.

Bloggen ist für Sie, um auf einige Ihrer Antworten zurückzukommen, eine Form der Therapie?

Für eine Therapie sollte ich zunächst krank werden – durch das Bloggen versuche ich belastende und lustige Situationen festzuhalten und so zu verarbeiten. Das ist also eher eine Art der Prävention, aber auch Dokumentation für die „Nachwelt“,  soweit dies eben Möglich ist.

Was war Ihr größter Erfolg als Blogger?

Für meinen Blog habe ich keine Erwartungshaltung, da fällt es schwer Erfolge zu messen.

Am meisten habe ich mich aber gefreut, dass trotz „Sommerpause“ eine relativ konstante Anzahl von Lesern zu Besuch kam.

Wie kam Ihr Blog bei Kollegen und Vorgesetzten an?

Ich halte den Blog im Allgemeinen geheim. Bis auf drei Ausnahmen, weiß keiner der Kollegen vom rettungsschergen. Das finde ich unheimlich wichtig, um vor allem nicht in den Strudel der Zensur oder in Erklärungsnöte zu kommen.

Wie sind Ihre Kontakte zu anderen BOS-Blogs?

Ich lese regelmäßig, ob nun passiv oder aktiv, auf anderen Kollegen-Blogs. Außer den Erwähnungen in meiner Blogroll findet aber keine Kooperation statt. In meiner Blogroll landen übrigens auch nur Blogs, die ich für besonders Lesenswert halte.

Bloggen Sie alleine oder steht hinter Ihrem Blog ein ganzes Team?

Die wenigen Kollegen, denen ich von meinem Blog erzählt habe, wollten einen Gastbeitrag schreiben. Leider hat sich das nie ergeben, oder ich habe die Geschichten schon vorweg gegriffen. Somit bleibt rettungsscherge ein „One-man-Blog“, und das finde ich nicht mal schade, nur so kann es authentisch bleiben.

Was wünschen Sie sich in Bezug auf Ihren Blog?

Wichtig sind mir verständnisvolle Leser. Es kann nämlich zu einer längeren Pause zwischen meinen Beiträgen kommen. Ich habe mir selbst den Anspruch gesetzt, eher auf die Qualität, als auf Volumen zu achten.

Seit wann bloggen Sie? Gab es Vorläufer des Blogs?

Mein erster Eintrag auf rettungsscherge war im August 2009. Das waren zugleich auch meine ersten Berührungen mit Blogs.

Stellen Sie sich kurz vor.

Ich bin im Frühjahr 1986 geboren. Für die Rettungsmedizin interessiere ich mich seit dem 14ten Lebensjahr. Da ich schon sehr früh auf eigenen Beinen stehen wollte – und dafür schnelles Geld brauchte –, habe ich zunächst einige Jobs in der damals aufblühenden EDV-Branche wahrgenommen. In der Rettung bin ich seit 2006 aktiv. Und einen geeigneten Beginn für ein Medizin-Studium werde ich noch finden.

Vielen Dank an den Rettungsschergen für das Interview und die Bereitstellung des Fotos. Das Interview führte Stefan Cimander für www.fwnetz.de.

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