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(iw) Schon komisch, innerhalb von einer Stunde zwei unabhängige, aber völlig zusammenhängende Infos gelesen. Zunächst der Artikel „Fahrzeuginformationen beim Verkehrsunfall / PKW-Brand“ in der aktuellen Brandschutz 09/10. Hier geht es um die Vorhaltung von Rettungsdatenblättern, und insbesondere um die Forderung einer Kennzeichenabfrage. Im Prinzip einfach: Kennzeichen eingeben, Infos über das Fahrzeug bekommen.

So, und hier die Meldung: „Ein Nummernschild für mehrere Autos“ in Handelsblatt. Es soll nächstes Jahr ein Kennzeichen eingeführt werden, das auf drei Autos geführt werden kann:

Das Prinzip ist einfach und praktisch: Künftig werden bis zu drei Autos mit dem gleichen Nummernschild gefahren. Dadurch sparen Fahrzeughalter Versicherungsprämie. Zum Leidwesen der Versicherer.

Und leider auch der Feuerwehren, sollte man hinzufügen. Schön, wenn in vielen Ländern Auto = Kennzeichen gilt, und zwar ein Leben lang. Ich habe nie so richtig verstanden, warum man daraus den Wohnort lesen können soll, aber das ist eine andere Geschichte.

Sicher ist: es ist komplex genug, und insbesondere das Moditech-Team (die mit dem Crash Recovery System, für mich ein Muss) wird sich den Kopf darüber zerbrechen, wie man eine Abfrage künftig, mit den so genannten Wechselkennzeichen, eine 100% richtige Abfrage fährt. Fehler darf man sich hier nicht erlauben. Ob das Kennzeichen kommt, wie die Abfrage laufen soll, und wie man die Datenbank aktuell halten soll, das wird sicher recht spannend. Ob man nicht die Fahrgestellnummer abfragen könnte?

Foto: Wikimedia Commons

Kommentare

11 Kommentare zu “Techwatch: Kennzeichenabfrage (?)” (davon )

  1. Sebastian Busch am 8. September 2010 16:51

    Wie ich es einem früheren Artikel entnehmen konnte, wird trotz Wechselkennzeichen unterschieden, z. B.:

    M-FW 11|1
    M-FW 11|2
    M-FW 11|3

    Die Ziffer nach dem | verbleibt also fest am Fahrzeug, der Rest des Kennzeichens wird von Fahrzeug zu Fahrzeug umgehangen. So sollte also eine eindeutige Zuordnung des Kennzeichens zum dazugehörigen Fahrzeug erfolgen können.

    Das Wechselkennzeichen gibt es für bis zu drei Fahrzeuge eines Halters.

  2. Irakli West am 8. September 2010 17:06

    @sebastian – klingt einleuchtend.

  3. Cimolino am 8. September 2010 17:19

    Hallo,

    die Forderung nach der Kennzeichenabfrage haben wir schon 2002 mit der Erstauflage von THL PKW und am Beispiel von NL aufgestellt…
    Schade, dass das so lange gedauert hat, bis das „offiziell“ wurde und man zwischenzeitlich den Irrweg mit den Rettungskarten verfolgt hat, der niemals das gleiche leisten können wird, schon deshalb, weil der Mensch nunmal der Mensch ist …

  4. Christian Lewalter am 8. September 2010 19:04

    UC hat das Modell der Niederlande angesprochen: Das FWNetz berichtete im Rahmen der Interschutz darüber Artikel (letzter Absatz)

  5. Brusti am 8. September 2010 20:09

    Wie kann man sich denn eine solche angedachte Kennzeichenabfrage vorstellen? Abfrage des Kennzeichens per Funk bei der Leitstelle….und was genau soll als Ergebnis einer solchen Abfrage herauskommen?
     

  6. firebuff911 am 8. September 2010 21:30

    Das sind dann wohl Daten aus dem Register des Kraftfahrtbundesamtes, also im Prinzip das, was in der Zulassungsbescheinigung steht. Da gibt es verschiedene Datenfelder: Hersteller und Typ als Text; als Nummern, wie man es vom Versicherungsantrag kennt; und die Fahrzeugidentifikationsnummer, früher Fahrgestellnummer. Mit der FIN als Schlüssel könnte eine Datenbank mit Rettungsleitfäden abgerufen werden, die von den Herstellern und ggfs. auch von den Nutzern aktuell gehalten werden muss. Die Abfrage des Halters könnte man vermutlich im Sinne des Datenschutzes der Polizei überlassen?

  7. Ole am 8. September 2010 23:52

    Vieleicht einmal in der Schweiz und Österreich nachfragen, die schon seit Jahrzehnten Wechselkennzeichen ausgeben.

  8. Christian Lewalter am 9. September 2010 06:17

    @Brusti In den NL ist es so, dass man in den beschriebenen Tablet-PC das Kennzeichen eingibt. Das System wirft dann zu dem Fahrzeug die Crash Recovery Daten aus. Hier im letzten Absatz beschrieben. Ein Abfrage über die Leitstelle ist nicht nötig.

  9. martien am 9. September 2010 08:17

    Der Niederlaendische Feuerwehrmann gibt ein Kennzeichen ein. Per GSM (sprich Handy) wird eine Datenabfrage bei der Schwester des Kraftfahrbundesamtes gemacht und wird mitgeteilt und welches Fahrzeug es sich handelt. Alle Rettungsblaetter sind im Tablet abgespeichert und so erscheint innerhalb von 10 Sekunden die gefragte Info.
    (Rettungsblaetter sind im Tablet, das bedeutet das Aktualisieren des Bestandes wichtig ist; bei Stoerungen der Handy-Verbindung kann man dann aber die Karte manuell durch Eingeben von Marke, Typ, Baujahr (wenn noetig) erhalten.

  10. joergheck am 9. September 2010 11:12

    Interessante Diskussion, wobei meiner Meinung nach schon die Ursprungsfrage ein typisch deutsches Problem zeigt: Man will immer 120%. Kaum ist absehbar, dass auch Rettungsdienste Kennzeichenabfragen durchfüren können (und das zu erreichen hat lange genug gedauert) sucht man schon wieder nach Lücken in diesem Vorgehen :-)

    Zum Wechselkennzeichen hat das KBA vor einiger Zeit folgendes Mitgeteilt: „Die Diskussion über Wechselkennzeichen ist noch nicht abgeschlossen, derzeit sind noch zwei Varianten im Gespräch. Informationen/Daten zu Fahrzeugen mit Wechselkennzeichen werden entweder durch ein  eineindeutiges Kennzeichen für das konkrete Fahrzeug geliefert oder bei Umsetzung der österreichischen Variante zu allen zu diesem Kennzeichen gespeicherten Fahrzeugen herausgegeben.“ Zwischenzeitlich habe ich aber gehört, dass man eher Variante 1 den Vorzug geben möchte (s. Kommentar von Sebastian Busch).

    Wie in der Diskussion schon deutlích geworden ist, hilft eine Kennzeichenabfrage alleine noch nicht wirklich. Wichtig ist die elektronische Verknüpfung der Abfrage mit Fahrzeuginformationen, wie dem Crash Recovery System. Das das auch im operativen Umfeld gut funktioniert zeigen nicht nur Beispiele aus den Niederlanden (z.B. http://www.moditech.com/rescue/index3.php?lang=german&action=newsletter&detail=42)

  11. Brusti am 9. September 2010 18:30

    Ok so in der Art hab ich mir das auch vorgestellt.
    Meines Wissens gibt es aber in den Brandschutzgesetzen oder den SOG noch keine Ermächtigungsgrundlagen für derartige Abfragen durch die Feuerwehr oder?
     
    @firebuff911: Wozu um alles in der Welt sollte man denn den Halter feststellen? Wer in dem Fahrzeug sitzt ist meines Erachtens völlig irrelevant.
     
     

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