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(sc). Wehrpflicht, Zivildienst und Heimatschutzpflicht sind Schlagworte, die derzeit die öffentliche Agenda, insbesondere der jungen Leute prägen. Die Wehrpflicht soll nach den Vorstellungen des Verteidigungsministers aus Kostengründen ausgesetzt werden. Mit dieser geplanten Maßnahme verliert der ohnehin schon stark reduzierte Zivildienst seine Legitimation und fällt folglich auch fort. Ebenfalls fällt die Möglichkeit sich vom Wehrdienst für Aufgaben des Zivil- und Katastrophenschutzes freistellen zu lassen.

Als Ersatz für das bisherige Konzept schlug der Innenminister von Niedersachsen, Uwe Schünemann, eine Art Heimatschutzpflicht vor. Dieser Wahlpflichtdienst soll die jungen Männer zunächst in einer zivil-militärischen Grundausbildung unterrichten, und dann in eine Spezialisierung übergehen. Diese Spezialisierung soll dabei entweder in der Bundeswehr oder in einer Zivil- und Katastrophenschutzorganisation erfolgen. Dem soll, so Schünemann, eine Reservistenzeit bzw. ein ziviler Anschlussdienst folgen.

Unabhängig von Schünemanns Vorschlag fällt auf, dass der Aspekt der „Freistellung“ in der öffentlichen Diskussion nicht Gegenstand des Diskurses ist. Zu Recht. Denn zahlenmäßig fallen die „Freigestellten“ kaum ins Gewicht. Diese Tatsache vertrat der Leiter der Berliner Feuerwehr Landesbranddirektor Wilfried Gräfling am 15. September beim Berliner Abend des DFV. Sowohl bei der Feuerwehr, als auch beim THW sinkt die Zahl der Freigestellten.

Einen Pflichtdienst zur Personalgewinnung einzuführen, ist damit kritisch zu beurteilen. Denn „Zwang“ wirkt sich auf die Motivation und damit auf die Qualität der Arbeit aus. Außerdem ist die Ausbildung eins Pflichdienstleistenden für die Gesellschaft „teuer“, wenn dieser nach Ablauf seines Dienstes für die ausebildete Aufgabe nicht mehr zur Verfügung steht.

Um Personal langfristig zu gewinnen und an die Organisation zu binden, ist eine intensive Jugendarbeit von Nöten, die auch politisch unterstützt werden muss. Zwang ist dazu sicherlich das am wenigsten geeignete Mittel, mit sich an den in den letzten Jahren gebildeten Pflichtfeuerwehren sehr gut ablesen lässt.

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Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Heimatschutzpflicht als Lösung aller Probleme?” (davon )

  1. firebuff911 am 16. September 2010 21:05

    „Wehrpflicht“ und „Zivildienstpflicht“ verstehe ich – aber was hat man sich unter einer „Heimatschutzpflicht“ vorzustellen?
    Und was unter einer „zivil-militärischen“ Grundausbildung?
    Bei der „HAZ“ findet sich ein Hinweis: Schünemann will Dienstpflichtige auch zur Polizei schicken.
    Ob es aber eine gute Idee ist, jemanden nach einem dreimonatigen Crashkurs eine Schusswaffe in die Hand zu drücken und ihn auf die Bürger loszulassen? Ich bezweifle es.
     

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