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Am 25. September fand in diesem Jahr das „Wipfelfeuer 2010“ in Braunschweig (Niedersachsen) statt.

Das Fachsymposium zum Thema Vegetationsbrandbekämpfung wurde dieses Jahr schon zum vierten Mal von dem Verein „@fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e.V.“ organisiert und durchgeführt. Der aus Deutschland stammende Verein hat sich die Waldbrandbekämpfung und die Übernahme spezieller Feuerwehrtätigkeiten im Ausland zur Aufgabe gemacht. So war zum Beispiel ein USAR-Team („Urban Search and Rescue“) von @fire im Januar 2010 in Haiti, um nach dem verheerenden Erdbeben, nach Verschütteten zu suchen. Die Mitglieder verteilen sich über ganz Deutschland und sind in regionale Teams gruppiert.

Wipfelfeuer 2010 (Alle Rechte bei @fire)

Wipfelfeuer 2010 (Alle Rechte bei @fire)

An der Veranstaltung nahmen Teilnehmer aus dem Bereich Brandschutz und Forst teil, die aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden angereist waren. Die Gruppe der nationalen Referenten aus Brandschutz, Katastrophenschutz und Wissenschaft sowie der US-Amerikaner Alan Sinclair konnten das Fachsymposium als besuchenswerte Fortbildung etablieren. Insgesamt nahmen 150 Teilnehmer, fünf  Referenten und 15 Organisationen und Aussteller an der im Gebäude der Öffentlichen Versicherung Braunschweig stattfindenden Veranstaltungen teil.

Der Veranstaltungsablauf gliederte sich in drei Phasen: Fachvorträge, Ausstellung und Produktpräsentation sowie Workshops.

Begrüßt wurden alle Besucher durch das @fire Organisationsteam um den Moderator Detlef Maushake, der die Teilnehmer durch die Veranstaltung führte. Die offizielle Begrüßung, gefolgt von einer Kurzvorstellung der Feuerwehr Braunschweig, fand durch den Brandrat und Abteilungsleiter Gefahrenabwehr Dipl.-Ing. Torge Malchau statt. In der Zeit von 9.00 bis 12.30 Uhr wurde durch angesehene Referenten ein Einblick in die unterschiedlichen Aspekte der Waldbrandbekämpfung gegeben.

Begrüßung durch den Abteilungsleiter Gefahrenabwehr der Feuerwehr Braunschweig Dipl.-Ing. Torge Malchau

Den Anfang bei den Fachvorträgen machte das Vorstandsmitglied von @fire Detlef Maushake. Er berichtete über Vegetationsbrandbekämpfung in kommunalen Feuerwehren. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Schaffung von einheitlichen Begriffen, Einsatzbeispielen und möglichen Taktiken.

Im Anschluss referierte Dr. Klaus-Peter Wittich vom Zentrum für agrarmeteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes. In seinen Ausführungen stellte er die Waldbrandstufen vor und vermittelte auf beeindruckende Weise, wie die unterschiedlichen Stufen ermittelt werden. Desweiteren stellte Herr Wittich wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema Verursachung von Waldbränden durch Glasscherben und Zigarettenkippen vor. Hier wurde mit einigen irrtümlichen Aussagen über Brandursachen „aufgeräumt“!

Über Optionen für die luftgestützte Waldbrandbekämpfung referierte Michael Hütte vom @fire Partnerunternehmen Helialert. Ausführlich wurden die Einsatzgebiete und Ressourcen von Helialert vorgestellt.

Einen Einblick in die Führung und Leitung bei Großbränden, mit dem internationalen Standard Incident Command System, konnte der Amerikaner Alan Sinclair vermitteln. Sinclair ist beim „Bureau of Indian Affairs“ tätig und hat zuvor 19 Jahre für den „United States Forest Service“ gearbeitet. Er schilderte den Ablauf von Einsätzen und die sich aus der Größe der Schadenslage entwickelnden Zusammensetzung der Einsatzleitung. Anders als in Deutschland werden in den USA keine Einheiten sondern Funktionen alarmiert um die Einsatzleitung bedarfsgerecht zu verstärken.

Verleihung des Ehrenpreises “Silvanus – Hüter des Waldes” an Dr. Klaus-Peter Wittich

Im Anschluss der Fachvorträge wurde von Forstdirektor a.D. Peter Lex eine Laudatio für Dr. Klaus-Peter Wittich bezüglich seines jahrzehntelangen wissenschaftlichen Einsatzes im Bereich der Waldbrandforschung und Vorhersage gehalten. Er erhielt den zum zweiten Mal verliehenen Ehrenpreis “Silvanus – Hüter des Waldes”.

In der Zeit von 12.30 bis 14.30 Uhr fand neben der Mittagpause auch eine Fachmesse statt, bei der viele einsatzrelevante Produkte durch die Hersteller und Organisationen in der Tagungsstätte und auf dem Vorplatz präsentiert wurden. Namenhafte Hersteller präsentierten ihre Fahrzeugkonzepte, Armaturen, Spezialschäume, PSA und Handwerkszeug. Auch die Feuerwehr Braunschweig stellte einen Teil ihres Fuhrparkes vor.

Gegen 14.30 Uhr startete dann die Workshopphase. Jeder Teilnehmer hatte im Vorfeld die Möglichkeit sich für drei Workshops einzutragen.

In den Workshops hatte jeder die Gelegenheit praktisch mitzuarbeiten und die vorgestellten Einsatzmittel oder Handlungsweisen auszuprobieren. Angeboten wurden folgende acht Praxisworkshops:

–          Wasser, die wertvolle Ressource – Effizienter Einsatz bei der Vegetationsbekämpfung
–          Der sichere Waldbrandeinsatz
–          Handwerkzeuge im Waldbrandeinsatz
–          Pump & Roll
–          Effiziente Waldbrandbekämpfung mit Druckluftschaum
–          Einsatztaktischer Grundwert eines Druckzumischsystems
–          Vorstellung der Einsatzmöglichkeiten eines Waldbrand-Tanklöschfahrzeuges
–          Produktpräsentation unterschiedlicher Schaummittel

Einsatztaktisches Planspiel im Sandkasten

In dem von Detlef Maushake durchgeführten Workshop „Der sichere Waldbrandeinsatz“ wurden erst in der Theorie Taktiken zur Waldbrandbekämpfung vermittelt und im Anschluss an ein Planspiel, in einem Sandkasten, die Brandbekämpfung an einer Hanglage nachgestellt. Besonderes Augenmerk hatte hierbei das sichere Vorgehen der eigenen Mannschaft sowie die Wahl des richtigen und noch zu schützenden, sinnvollen Einsatzzieles. Während des Planspieles wurde insbesondere auch auf die Berücksichtigung von Temperatur, Wind, Hanglage und Brandlast eingegangen. Hier konnten dann die Teilnehmer ihr neues Wissen ein erstes Mal anwenden.

Die Workshops „effizienter Wassereinsatz“, „Pump & Roll“ und „Brandbekämpfung mit Handwerkzeug“ fanden auf einem Acker am Stadtrand von Braunschweig statt. Hier hatte man die Möglichkeit kontrollierte Feuer selbst zu bekämpfen und Produkte, wie ein Strahlrohr mit Schaumpatrone, zu testen. Parallel wurde der Einsatz mit D-Rohren und Wasserrucksäcken vorgeführt. Auch die Teilnehmer konnten den Einsatz von Feuerpatschen üben. Weiter wurde vermittelt wie man mittels Schaufel Sand zur Brandbekämpfung einsetzen kann. Hier wurden die in kommunalen Feuerwehren weniger anzutreffenden Handwerkszeuge vorgestellt und deren Umgang gelehrt. Unter anderem wurden die Pulaski Waldbrand-Axt, der Waldbrandrechen, Hacken wie die Mc Leod und Kultursicheln, sog. Brush Hooks, zum Testen bereitgestellt.

Am Beispiel eines Tragkraftspritzenfahrzeuges der Feuerwehr Braunschweig wurde das Vorgehen beim „Pump & Roll“ vermittelt. Ein Schwerpunkt lag hierbei bei der Anwendung der Taktik und der korrekten Fahrweise im Schwarzbereich oder am Schwarzbereich und die Verwendung taktischer Handzeichen.

Praktische Workshops

Als Fazit des Besuches des Fachsymposiums kann der Autor die Veranstaltung jeder Führungskraft und jedem Feuerwehrangehörigen empfehlen. Die vermittelten Taktiken und Methoden, die vorgestellten Tricks zur Optimierung von Vorgehen und Ausrüstung, aber auch der Austausch zwischen den Besuchern aus unterschiedlichsten Regionen sind eine Bereicherung für den Erfahrungsschatz. (Autor: Sebastian Jacobsen für www.fwnetz.de)

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