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Dieses Bild ist eine Folie aus meiner „Big Lift“-Präsentation. Wie man nachlesen kann, passiert „grosse Scheisse“ durchaus mal. Ist übrigens nicht meine Erfindung, sondern das habe ich bei Jan Südmersen gesehen, in Böblingen. Grosse Scheisse passiert – wir hatten mal eine wunderbare Diskussion über „Big Shit Rescue“ – nur: darf man das so sagen?

Hand aufs Herz: wer ein Problem mit „Scheisse“ hat, hat vermutlich mit Feuerwehr allgemein ein Problem. In den höheren Sphären mag das anders sein, aber unsereins? Gehört zum Alltag, und, solange nicht alles „Fucking“ ist, wie in USA, ist das absolut akzeptabel.

Soweit der Hintergrund. Worum es eigentlich geht: darf man so etwas in die Ausbildung, bzw. in die Lehre einbauen? Der Nachteil für den Vortragenden mag wohl klar auf der Hand liegen: man ist unglaubwürdig, vulgär. Andererseits: ist das im Großteil der Ausbildung nicht angebracht? Damit meine ich nicht Scheisse (sorry), aber etwas lebensnähere Inhalte. Darf ich denn nicht „Gottverdammt“ oder gar nur „verarschen“ oder Ähnliches verwenden?

Ich meine, wenn man natürlicher spricht, hören die Leute auch mehr zu. Gerade bei der obigen Folie geht meistens ein Raunen, Schmunzeln durch den Raum, immer Zustimmung. Und mit „Grosse Scheisse“ bekomme ich die Botschaft deutlicher und nachhaltiger herüber als „üble Unfälle“. Üble Unfälle mögen passieren ist keine Folie.

Auslöser dieser Gedanken? Dieser Artikel bei (einem meiner Lieblingsblogs) PsyBlog „The Persuasive Power of Swearing„, wo Untersuchungen ergeben, dass (milde) Schimpfwörter die Aufmerksamkeitsspanne wesentlich erhöhen. Kann ich nur unterschreiben.

Zusatz: nur ganz wenig, nur am Anfang oder am Ende

Kommentare

8 Kommentare zu “Darf Scheisse passieren?” (davon )

  1. Stefan Cimander am 20. Oktober 2010 19:28

    Ich kenne es so, dass die Ausbildung sehr stark vom Amtsdeutsch und den in der DV vorgeschriebenen Begriffen geprägt ist. Ich komme mir dann oft vor „wie auf dem Amt“. Ich finde es allgemein gesprochen besser, wenn man den Ausbildungsunterricht in verständlicher Sprache oder Umgangssprache hält. Ich denke Dein Verweis auf den Vortrag von Jan ist passend. So wie er seine Sache vorträgt, hört das Publikum zu, eben weil er sich vom Amtsschimmel abhebt. Wie gesagt vulgäre Ausdrücke sollte man mit beacht und wohl dosiert einsetzen, aber an der richtigen Stelle platziert, entfalten sie große Wirkung (und Aufmerksamkeit).

  2. MatthiasM am 20. Oktober 2010 23:40

    Hmm, Beispiel aus meinem jetzigen Berufs- und nicht „earlier“ Feuerwehr-„Life“:
    Bei Diskussionen generell um Sinn/Unsinn von Technik oder auch wenn’s um die Ingenieursethik und gesellschaftliche Verantwortung geht (z.B. Landminen, wenn ich’s nicht mache, macht’s jemand anderer), oder auch ganz profan wenn es um krasse Fehlkonstruktionen geht, benutze ich gelegentlich den Kraftausdruck „Ingenieurshirnscheiße“. Dem Raunen im Saal setz ich dann drauf „Ich darf das sagen, ich bin selber aus der Zunft“. Und selbst wenn dann die ganze Anzugträgerriege offiziell betreten schweigt, in den Pausengesprächen bekomme ich oft umso mehr Zustimmung…
    meint
    Matthias

  3. Max Martin am 21. Oktober 2010 02:33

    Mit der anschaulichste und „unterhaltsamste“ Unterricht den ich bisher gehört hab, war der von einem Ausbilder der auf Hochdeutsch einen Scheiss gegeben hat und einfach geredet hat wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
    Mit dem Erfolg: Die meisten konnten sich wiederfinden und der Unterricht war lebendig und alles andere als langweilig.

  4. jansued am 21. Oktober 2010 09:50

    Schön, wenn denn wenigstens etwas von mir erhalten bleibt, ist dies die Einführung des Begriffes „Scheiße“ in die deutsche Feuerwehrausbildungssprache…
     
    ;-)

  5. B.Hoeft am 21. Oktober 2010 10:49

    Ich persönlich verwende durchaus deutliche Begriffe bei meinen Vorträgen. natürlich darf das Ganze nicht zu fäkalisch werden, aber ein wohl dosiertes gebräuchliches Umgangswort mittendrin schadet nicht, sondern verstärkt nur den Lehrstoff und hilft, dass Vortragender und Zuhörender eine gemeinsame Basis finden.
    Selbstverständlich ist das aber auch vom Publikum abhängig. Ab einer gewissen Ebene gelten auch gewisse Spielregeln, an die man sich besser hält. Das gilt dann aber auch für die Präsentation an sich.
    Gruß
    B. Hoeft

  6. firebuff911 am 21. Oktober 2010 20:22

    Den meisten wird es egal sein, ich finde es sogar gut; aber falls doch mal jemand dabei ist der da empfindlich ist: schreib doch „Sh**“ oder so.

  7. Magnus Hammerl am 22. Oktober 2010 10:42

    Die Sprache sollte passen – und zwar zum Publikum als auch zum „Redner“. Sobald es gekünstelt wirkt ist es wohl schon weniger glaubwürdig, egal in welche Richtung…

  8. René am 25. Oktober 2010 09:36

    Nun ich denke; es kommt immer auf das Thema des Referates an und welche Zielgruppe man vor sich hat. Also bei einem Lehrgang o.ä bei der JF würde ich persönlich auf solche Formulierungen verzichten. Doch ansonsten spielt auch das Thema eine Rolle. Also wenn es heißt
    „Neulich ist mir in der Küche ein rohes Ei herrunter gefallen – …..“ dann kann man den Satz auch damit beenden „Pech gehabt!“ und nicht mit „Shit Happens“
    Wenn es aber heißen könnte
    „Ein LKW voll beladen mit 40000 Eiern ist morgens um halb vier auf der Bundesstraße umgekippt!“ Dann hat es schon fast nicht mehr mit Pech zu tun.
     
    Also ich finde es erfrischend, dass man auch mal über solche Themen diskutieren kann :)

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