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Befreien des PatientenWen’s interessiert: gestern haben wir in Osnabrück Tiefbauunfälle geübt, und zwar sowohl nach „US/UK“-Lehre als auch nach dem hierzulande geläufigen Verbau. Der Bericht ist hier bei HRG nachzulesen. Die Bilder dazu gibt’s hier bei Flickr. Viel Spaß beim Lesen / schauen!

Kommentare

10 Kommentare zu “Übung „Tiefbauunfall“ in Osnabrück” (davon )

  1. Marvin am 1. November 2010 15:00

    Hallo,
    ich hab das schon mal bei einem anderen Beitrag zur selben Thematik gefragt.
    Ist der Aufwand für eine Leichenbergung wirklich sinnvoll?
    Du schreibst „30min“ bis mit Freigraben begonnen werden kann. Gibt es Informationen darüber, ob nach so einer langen Zeit wirklich mal eine „Rettung“ stattgefunden hat?
    Wenn der Kopf begraben ist werden 30min wohl zu lang sein? Und wenn der Kopf frei sein sollte, wie lange hält man einen so hohen Druck auf den Oberkörper / die Lungen aus?
    Von der Technik her, die ihr da verwendet habt, ist es schon beeindruckend.
    Ich bin Laie was diese Art der Rettung angeht und natürlich geht Eigenschutz über alles, aber ist es realistisch?
     
     

  2. Irakli West am 1. November 2010 16:24

    Marvin,

    das lässt sich nicht pauschal beantworten. Du wirst Dich wundern, wo Leute noch lebend herausgekommen sind, bzw. wiederbelebt werden konnten. Dokumentation gibt es ausreichend, unter Anderem in der Fachliteratur (Buch: Martinette),

    Es gibt nur einen Fall, in dem der „Aufwand“ nicht zwingend notwendig ist – wenn der Patient gesichert Ex ist. In allen anderen Szenarien muss ich von einem lebenden Patienten ausgehen, egal wie minimal die Wahrscheinlichkeit ist, dass es tatsächlich der Fall ist.

    Der „Aufwand“ ist eigentlich kein allzu großer, wenn man das ein Paar Male durchgespielt hat. Einen Verbau würde ich als Einsatzleiter auf jeden Fall setzen, und zwar zum Eigenschutz.

    Vergessen wir nicht, diese Unfälle müssen nicht zwingend Werktags passieren, wo man unter Umständen auf Fachfirmen zurückgreifen kann. Denken wir an den Lichtschachtsetzer hinterm Privathaus am Wochenende.

    Realistisch? Auf jeden Fall.

     

     

  3. Towae M. am 2. November 2010 08:52

    Eine sehr interessante Diskussion. Die Frage welche MArvin hier stellte hab ich mir auch schon sehr oft gestellt, ob ich für eine Rettung einen solch „aufwändigen“ Verbau befehlen würde ?!?
     
    Ich denke, dass es immer zu einer heiklen Situationsentscheidung des Einsatzleiters kommen wird. Bei der Bergung einer Leiche auf jeden Fall, hier sehe ich auch keine Gefahr in Verzug, was aber evtl. bei einer Rettung eher gegeben ist.
    Interessant wären Einsatzberichte wie in solchen Situationen geretttet wurde !!
     
    Auch gebe ich Marvin recht, das die Vorgehensweise egal ob Deutsche oder Internationale sehr beeindruckend ist und das sie auf jeden Fall geübt werden muss !

  4. jansued am 2. November 2010 15:58
  5. Towae M. am 2. November 2010 16:43

    Danke Jan für die Liste an Berichten. Aber genau das was ich oben versucht habe zu beschreiben ist bei einigen Situationen auch genmacht worden.
    http://www.chamer-feuerwehr.de/einsaetze-2009/august/verschuettete-person-untertraubenbach/
    Hier war es, muss man zugeben nicht ganz ohne. Wäre auch mehr als nur aufwendig gewesen eine 8 m tiefe Grube abzustützen…..
     
     
    http://www.katastrophenschutz.graz.at/cms/beitrag/10150708/2091310/
    Hier sehe ich auch die pfiffigkeit der Retter, einen simplen und schnellen Verbau ganz deutlich im Vordergrund der Rettung. Schnell, Einfach und effektiv.
    Aber wie so oft, ist alles absolut Lageabhängig und es gibt eben keine gleichen Einsatzstellen.
     
    Das ist es mitunder warum Helfen bzw. die Feuerwehrarbeit so Spass macht. Improvisieren wo es nur geht.

  6. jansued am 2. November 2010 20:57

    Ganz ehrlich – das was dort gezeigt wird ist kein Verbau
    und angesichts eines nicht lebensbedrohten Patienten genau das Gegenteil von professionell.
    Dabei ist das nicht einmal ein direkter Vorwurf an die Beteiligten, die sie während ihrer Ausbildung vermutlich keine Optionen kennengelernt haben.
    Um so wichtiger ist es hier einen Mindeststandard zu entwickeln, entweder die Normbeladung eines RW zu erweitern oder sich im regionalen Verbund zu spezialisieren.
    Leider ist die Feuerwehrarbeit nicht nur da, um uns Spass zu machen. Und imprvosieren, also das Abweichen von einem üblichen Verfahren kann ich nur, wenn es ein übliches Verfahren gibt. Wie sähe das denn genau aus im Fall des Tiefbauunfalles?

  7. Towae M. am 2. November 2010 22:20

    Also der Spass den ich meinte darf man nicht falsch interpretieren. Ich sehe es als Herausforderung in Situationen zu helfen oder zu reagieren wenn andere evtl. nicht mehr weiterkommen.
    Natürlich müssen die entsprechenden Komponenten wie RW 2, AB Rüst etc. in irgendeiner Weise im Alarmierungsplan drin sein und die Einsatzstelle anfahren.
     
    Aber wie lange schaue ich denn als erst eintreffende Einheit zu ohne die entsprechenden Werkzeug und Hilfsmittel. Wieviel km/Zeit Anfahrtweg im regionalen Verbund kann ich dulden oder in zeitlicher Hinsicht auf meine Maßnahmen projezieren… Dann seh ich doch eher Handlungsbedarf und arbeite mich, wie bei dem einem Einsatzbeispiel mit einer Europalette heran, okay ne 2. auf der anderen Seite wäre auch schöner gewesen.
    Aber wie du oben auch richtig geschrieben hattest, ist der Patient lebensbedrohend Verletzt oder gar verschüttet??!! Aber jetzt kommen wir wieder in den Bereich der nicht immer sich gleichen Einsatzstellen.
    Regeln, Vorschriften und Erfahrungswerte müssen unsere Leitfäden bleiben, jedoch soll man auch bereit sein von diesen evtl. abzuweichen, wenn es denn die Situation erfordert.
    Dennoch möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster legen und nehme gerne den Rat anderer an. Nur so bin ich bereit meinen Horizont um neue Erfahrungen zu erweitern.

  8. jansued am 2. November 2010 23:18

    Es wird immer eine Einzelfallentscheidung sein, wenn man vor einer Lage steht, für die man nicht richtig ausgebildet/ausgestattet ist, etwas inkl. seine eigene Haut zu riskieren.
    Mindestvoraussetzung dafür ist aber die Kenntnis der Gefahr. Und hier gibt es starke Defizite, wenn man sich die Bilder so ansieht. Käme ja auch keiner auf den Gedanken, ohne PA in ein heftiges Feuer zu laufen.
    Mindestens genauso schlimm ist aber die „das kriegen wir schon hin“ Mentalität, bei der Spezialisten gar nicht angefordert werden, dann selbst unter Lebensgefahr „improvisiert“ und sich nachher auf die Schulter klopft…

  9. Ulrich Wolf am 3. November 2010 22:31

    @jansued: Wenn man noch klopfen kann…

  10. Marcel Normann am 3. November 2010 23:15

    Ganz frischer Einsatz, ich selbst war an dem Tag leider gerade im Ausland: http://www.loeschzug-gummersbach.de/einsaetze/verschuettete_bei_tiefbauarbeiten

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