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Der Begriff „Persönliche“ Schutzausrüstung ist schwer zu pauschalisieren. Mag das bei (über-)hosen, Jacken weniger zutreffen, gibt es doch einige Gegenstände, die eben ziemlich „persönlich“ sind. Insbesondere sind das Helm und Stiefel, teils auch Handschuhe.

Ich habe mich von meinen Stiefeln verabschiedet. Gekauft habe ich sie mir vor zig Jahren. Ich weiss nicht wie lange das her ist, aber ziemlich lange. Vielleicht mag ja ein geneigter Afficionado mir den genauen Produktnamen nennen – ich weiss nicht mehr, ob das fire oder flash oder was ist.

Ich weiss nur, dass es Haix* sind, und ich sie mir zu einem Zeitpunkt beschafft habe, zu dem es sehr verpönt war. Aktives Mitglied der FF einer großen Bayerischen Hauptstadt, mit damals völlig unzureichendem Knobel-Schuhwerk. Nach ein Paar mal umknicken ging’s dann los, in der Abteilung. Wir haben damals beschlossen, wenn überhaupt privat beschafft, dann einheitlich.

Der Besitzerstolz kam nicht mit dem Tragen (schon, ein Bisschen), aber eher mit den Blicken der Kameraden. Sehr gut war die Deckung und das dahinter-stehen unserer Abteilungsführung, denn einfach war das nicht. Viele andere Abteilungen hatten nicht den Mumm und befürchteten Repressalien. Interessanterweise hatten wir, egal wo wir mit den Stiefeln auftauchten, sehr viel zuspruch seitens der Berufskollegen – danke hierfür. Die bösen Blicke kamen vielmehr von den anderen FFen – möge man das deuten, wie man möchte. Aber eben deshalb ein Bisschen Gefühl des Rebellischen, und ganz sicher eine sehr innige Verbindung zu den eigenen, mit eigenem Geld beschafften Stiefeln.

Nun ja. Tatsache ist, dass die Profiltiefe der Sohle im Schnitt nur noch einen Millimeter beträgt, und dass sie nicht wirklich mehr wasserdicht sind. Die Sohle kann man neu machen lassen, wieviel das kostet, weiss ich nicht, aber auf jeden Fall eine Alternative, leider jedoch nicht für mich.

Keine Ahnung, ob ich jemals wieder so etwas bequemes bekomme. Vom Gewicht her waren sie optimal, und nach den Jahren wirklich angenehm zu tragen. Und zwar egal ob beim Katastropheneinsatz im Winter ’06,  oder mal eben 12km Gepäck-Fussmarsch bei 30°C auf Haiti.

Ausserdem ist das Leder an der Kappe gerissen – undundund. Ergo: irgendwann muss man einsehen, dass es so nicht richtig weitergeht.

Sicherheitsstiefel brauche ich im Schnitt wohl zweimal in der Woche. Brand müssen sie nicht können, aber bequem und sicher sein, deshalb habe ich mich für die Airpower X1, wieder von Haix, entschlossen (und selbst gekauft).

Wenn auch die alten Stiefel in den Schrank wandern, ganz aD sind sie nicht. Ich bin sicher, das eine oder andere Mal wieder jenseits meiner eigenen Feuerwehr in eine BSA pder RDA krabbeln zu dürfen, und da werden sie ganz sicher wieder reaktiviert.

Danke für eine tolle Zeit :)

*Disclaimer: Haix ist Werbekunde des FWnetz – hat aber nichts im Mindesten mit diesem Post zu tun

Kommentare

5 Kommentare zu “In eigener Sache: Abschied nehmen ist schwer” (davon )

  1. Niklas Obermeier am 7. November 2010 19:19

    Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich die selben Schuhe seit einem Jahr :-) Sind auch „noch“ top bequem :-))

  2. fratzi am 7. November 2010 19:35

    sehe ich auch so :)
     

  3. FrankU am 9. November 2010 10:26

    @Irakli
    ich gehörte auch lange Jahre der grossen komunalen FF an. Bei einem Einsatz war es dann soweit. Mit den Schaftstiefeln umgeknickt – mit RTW ins Krankenhaus – 4 Wochen ausser gefecht, etc. Interessanterweise beschäftigte sich in diesem Zeitraum die Redaktion der „Brandschutz“ damals mit dem gleichen Thema und hatte Vergleiche mit der Bundeswehr herangezogen. Dort waren die „Knobelbecher“ ja schon lange vorher durch Schnürstiefel abgelöst. Die Verletzungen bzw. verletzungsbedingte Ausfälle gingen merklich zurück!
    Anderes Schuhwerk gabe es deshalb noch lange nicht.
    In meiner derzeitigen Wehr werden regulär Schaftstiefel beschaft – mit einem geringem Eigenanteil können Schnürstiefel erworben werden. Ich habe jetzt seit 2004 Schnürstiefel und möchte sie nicht mehr missen.
     
     

  4. Bolde112 am 9. November 2010 21:53

    Ich bin vor mehreren Jahren bei einer Einsatzübung äußerst ungünstig umgeknickt. Am nächsten Tag konnte ich nicht mehr auftreten und bin beim Hausarzt vorgehumpelt. Krankenhaus, Röntgen, Chefarzt – Sie haben Glück im Unglück gehabt, Ihr Fuß ist nur stark gezerrt und knapp am Bruch vorbei. Damals trug ich die von der Gemeinde bezahlten Gummistiefel, weil sie genügen ja und mehr ist in der FwDV auch nicht vorgeschrieben. Das war Grund genug für mich, dass ich mir ein paar Schnürstiefel eines namhaften Unternehmens angeschafft habe und bin bis heute sehr sehr zufrieden damit. Andere Kameraden folgten mir, was das Schuhwerk anging. Der Großteil der Wehr entschied sich aber für Schnürstiefel Größenordnung 65 Euro. Diese Stiefel sind jetzt ca. 1 Jahr alt und im Schnitt wurden sie keine 100mal getragen. Die meisten davon konnten ausgemustert werden. Meine Stiefel haben zwar mehr gekostet, aber auch schon das doppelte an Alter und das 3fache an Tragezeit aufzuweisen.

  5. Firefighter BLN am 10. November 2010 18:26

    Ich musste letztens meine Helm tauschen weil der einfach zuviel Feuer gesehen hat und nichtmehr richtig leuchtete.
    Und leider wurde 2 Wochen vorherbeschlossen das nur noch Pensionäre ihren Helm behalten dürfen
    also konnte ich ihn nichtmal mehr käuflich erwerben =(
    Hat mich bissl doll geärgert!
    Man verbindet ja mit seinem Helm so ziemlich jedes Ereignis ob Feuer, Verkehrsunfall oder Wettkampf.

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