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Nicht jeder Unfall geschieht bei angenehmen 20 Grad, und nicht jedes Mal wird ein unverformter, 20 Jahre alter PKW vorgefunden. Das Gegenteil davon dürfte dieser Einsatz aus dem Februar letzten Jahres gewesen sein. Der mit drei älteren Damen besetzte PKW war von der Straße abgekommen und dachlings im Entwässerungsgraben gelandet. Eine Insassin konnte von Passanten gerettet werden, für die zwei anderen kam jede Hilfe zu spät: sie ertranken.

Von der Dramatik bz. Tragik abgesehen, ein eher passender Einsatz für diese Jahreszeit, und eine gute Gelegenheit nochmal kurz nachzudenken: wie würdet ihr bei einer solchen Lage vorgehen? Versucht mal, bis ins Detail zu denken – habt ihr beispielsweise Wathosen, und wie lange ist ein Einsatz im eiskalten Wasser möglich? Welche Logistik benötige ich dann zusätzlich?

Vielen Dank an Christoph nach Heppenheim für die Bilder (Bild: mit freundlicher Genehmigung Jürgen Strieder; Click für größere Ansicht)
Einsatzbericht Heppenheim

Meldung bei HR Online

Kommentare

9 Kommentare zu “THL Sonderlage / Feuerwehr im Winter” (davon )

  1. Christian Lewalter am 17. Dezember 2010 17:46

    Irgendwo gab es mal eine kleine Sammlung von Tipps für den TH-Einsatz im Winter.

    Ich trug damals diesen dazu bei: Wärmen des Eingeklemmten während der Befreiung mit Strahlern.

    Bild auf flickr Wir hatten die Brücke mit 2 1000-Watt-Strahlern auf die Rückbank gestellt. Hat den Innenraum schön gewärmt.

  2. Toemmel am 17. Dezember 2010 19:15

    1000-Watt-Strahler auf der Rückbank, das ist warm – aber nicht ganz ungefährlich.
    Ich habe mal eine Feuerwehr-Einheit in der Weite von Schwedens Smaland besucht. Die haben auf Ihren „RW“ extra Warmluft-Generatoren eingebaut, mit denen sie im Einsatz über Belüftungsschläuche erwärmte Luft zu den Eingeklemmten blasen können, bis sie die befreit haben. So ähnliche Schläuche wie, die über die wir Leichtschaum an die Brandstelle spülen/blasen.
    Dass so etwas nützlich sein könnte, war mir vorher auch nicht in den Sinn gekommen. Im Nachhinein natürlich schon.

  3. Ulrich Wolf am 17. Dezember 2010 21:26

    Ich hätte auch etwas Bedenken, Halogenlampen im Innenraum als Wärmestrahler zu nutzen..Wäre nicht ein oder zwei einfache Schnellheizer mit Gebläse effektiver? Diese sind zwar nicht genormt, aber recht kostengünstig. Und man hat die Halogenstrahler noch zur Beleuchtung/Wäremquelle von außen frei..

  4. Patrick Allinger am 17. Dezember 2010 21:51

    Die Strahler können auch von außen ins Fahrzeug gerichtet werden. Auch dann geben sie noch einiges an Wärme ab. Außerdem sollte versucht werden, Scheiben, Türen und Dach erst so spät wie möglich abzunehmen.
    Ich bin gerade dabei einen ausführlichen Artikel zum Thema Wärmeerhaltung zu erstellen. Dabei geht es dann ebenfalls um die Methoden aus Skandinavien mit Heizgebläsen, Schutzfoliensäcke, …

  5. Günni am 18. Dezember 2010 11:17

    Hat jemand zufällig weitere Bilder von der Anwendung von 1000W-Strahlern als Wärmequelle?
    Egal ob von innen oder außen.

  6. Max60 am 18. Dezember 2010 14:50

    m.W. ist der Wärmeerhalt nicht nur im Winter ein Thema. Soweit ich weiß, neigt der Körper bei schweren Verletzungen auch bei weitaus wärmeren Temperaturen zur Auskühlung, also auch bei 20°C+. Ist da was dran?
     
     
     
     

  7. Patrick Allinger am 18. Dezember 2010 14:54

    @Max60 Ja das stimmt. Sobald der Körper viel Blut verliert, kühlt er auch bei diesen Temperaturen sehr schnell aus!
    Gerade deshalb ist die Wärmeerhaltung fast immer ein Thema, im Winter noch wesentlich mehr als im Sommer. Hier können wir uns in Mitteleuropa noch sehr viel von den skandinavischen Ländern abschauen, z.B. keine Dachentfernung, Schnelleinsatzzelte, Warmluftgebläse, …

  8. Christian Lewalter am 18. Dezember 2010 15:18

    @Günni Leider nur die Bilder, die ich oben schon verlinkt habe.

    @Toemmel @Uli Die 1.000W-Strahler haben wir mangels Alternative genommen. Besser als nichts. Wieso habt Ihr Bedenken gegen den Einsatz der Strahler. 2 Nachteile gibt es: 1. Der Innere Retter kann sich dran verbrennen. 2. Die Strahler stehen draußen nicht als Beleuchtung zur Verfügung.

    Lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

  9. Gempi112 am 19. Dezember 2010 00:50

    Wir haben uns nach dem oben genannten Einsatz übrigens einen Überlebensanzug zugelegt und die Kooperation mit unserer DLRG Ortsgruppe ausgebaut!! Heist konkret: Bei Einsätzen die Gewässer betreffen wird das DLRG seit November von Anfang an mit alarmiert…
    Bzgl. Wathose ist alles schön und gut…aber auf die Dauer doch ziemlich kalt…mit einer Nomex Hose kommst du da nicht rein…die Kollegen sind zT in Boxer-Shorts in die wathose gestiegen…

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