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Gespielter Atemschutznotfall auf der Interschutz 2010

(sc). Es ist manchmal schon verrückt: Da referierte ich in einem Ausbildungsdienst über das Thema Vermeidung von Atemschutznotfällen durch Einhaltung von Grundlagen, u.a. durch Anwendung der Gefahrenmatrix im Innenangriff, und dann passiert mir eben so ein Fauxpas während einer Einsatzübung selbst. 

Als Atemschutztrupp gilt es jede Information aufzunehmen und zu verarbeiten, die für den Atemschutzeinsatz relevant ist. Das schließt den Einsatzauftrag durch den Einheitsführer ebenso ein, wie das Verfolgen des Einsatzstellenfunks und das Interviewen von Kameraden.

Der Atemschutztrupp sollte diese Informationen dann mit Hilfe der Gefahrenmatrix analysieren, um auf diese Weise auf mögliche Gefahren vorbereitet zu sein. Das ganze lässt sich also mit der Trias Informationsaufnahme – Analyse – Handlung schematisch darstellen.

Die AAAACEEEE-Regel steht für:

A      Atemgifte
A      Ausbreitung
A      Angstreaktion / Panik
A      Atomare Gefahren / ionisierende Strahlung

A     Absturz
C      Chemische Gefahren
E      Explosion
E      Erkrankung / Verletzung
E      Elektrizität
E      Einsturz

Gefahrenmatrix zur Führungskräfteausbildung der Feuerwehr. Quelle: Wikimedia Commons/

Gefahrenmatrix zur Führungskräfteausbildung der Feuerwehr. Quelle: Wikimedia Commons

Uns passierte eigentlich etwas ganz simples, weil wir unaufmerksam waren. Mit dem Einsatzstichwort „Rauchentwicklung aus Elektroraum“ ging es unter Atemschutz vorwärts. Angekommen im betreffenden Abschnitt fanden wir eine Person vor. Ich untersuchte den Raum flüchtig, bevor ich mich einem Sehen-Hören-Fühlen-Check der verunfallten Person zuwandte. Dazu legte ich meine Hand auf die Person. Und in diesem Augenblick freute sich die Übungsleitung.

Könnt ihr euch denken warum? Elektroraum? E-Gefahren. E wie Elektrizität! Im Augenblick des Auffindens der Person hatte ich vergessen, dass sich die Person in einem Elektroraum befindet und die Bewusstlosigkeit von einem Stromschlag herrühren könnte. Und genau diese Annahme hatte die Übungsleitung eingeplant.  Durch diese Aktion kam es dann zu einem Atemchutznotfall, den es abzuarbeiten galt.

Als Atemschutzgeräteträger lerne ich daraus, die Gefahrenmatrix nie aus den Augen zu verlieren und immer einen kurzen Augenblick inne zu halten, um die Situation zu erfassen.

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Kommentare

6 Kommentare zu “Erlebnisse: Die ACE-Regel ist überall [update]” (davon )

  1. Solgull am 1. Februar 2011 16:31

    Mich würde interessieren wie die Übungsleitung darauf reagiert hat. Hat sie direkt aufgelöst, gab es Konsequenzen für den Trupp (Zum Beispiel bewusstloser AGT) oder wurde erst am Ende der Übung aufgelöst?

  2. Stefan Cimander am 1. Februar 2011 16:34

    @Solgull: Da habe ich Doch tatsächich eine Kleinigkeit im Text vergessen zu erwähnen: Der AGT-Trupp wurde dann ein Atemschutznotfall. Ich ergänze es grad noch.

  3. Yannick am 1. Februar 2011 17:06

    Ist doch super: Diesen Fehler wirst du nie wieder machen und die anderen hatten auch einen Lerneffekt.
    Übungsziel erreicht ;)

  4. Cimolino am 1. Februar 2011 19:02

    Hallo,

    guter Lerneffekt. Allerdings ist die in Deiner Liste (und immer noch in den „offiziellen“ Unterlagen) fehlende Absturzgefahr auch und gerade im Innenangriff m.E. viel größer….
    Vgl. das von Dir verlinkte Thema (und ich streiche das 1. n… ;-):
    Ulrich Cimolino, Gefahren der Einsatzstelle (pdf)

     

  5. Stefan Cimander am 2. Februar 2011 09:18

    @UC habe Absturz ergänzt

  6. Obabazi am 2. Februar 2011 12:46

    Ich würde die Matrix auch noch um  V – Verkehr erweitern.
    Offiziell wäre es zwar schon in der Ausbreitung enthalten, ich halte aber die Gefährdung für so hoch, dass es einen eigenen Punkt in der Matrix verdient hat.
    Im Innenangriff natürlich ohne Bedeutung…

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