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Gastartikel von Timo Schmidt

Die Aufrechterhaltung der Tageseinsatzstärke ist Land auf, Land ab ein wichtiges Thema in den Feuerwehren. Viele ehrenamtliche Einsatzkräfte arbeiten nicht vor Ort oder werden von ihren Arbeitgebern nicht für Einsätze freigestellt. Für mehr hauptamtliche Einsatzkräfte fehlt den Kommunen das Geld. Doch es gibt noch eine andere Stellschraube: Das Personal der Gemeinde- und Stadtverwaltungen mit Nicht-Feuerwehraufgaben, die aber ehrenamtlich der Feuerwehr zur Verfügung stehen.

Jedoch ist es schwierig, gezielt Personal mit Feuerwehr-Hintergrund auf Stellen ohne Feuerwehraufgaben zu besetzen. Bei der Besetzung von Stellen im öffentliche Dienst ist es üblich, behinderte Menschen bei gleicher Eignung besonders zu berücksichtigen. Die Feuerwehrgesetze der Länder schreiben hingegen eine geistige und körperliche Eignung vor. Wäre die Mitgliedschaft in einer Feuerwehr Stellenvoraussetzung, hätten Schwerbehinderte also keine Chance.

Die meisten Stellenausschreibungen, die eine Feuerwehrmitgliedschaft besonders erwähnen, bezeichnen diese als „wünschenswert“.

Stadt Hofheim am Taunus [Link]:

„Bewerbungen von Mitgliedern der Einsatzabteilungen der freiwilligen Feuerwehren sind wünschenswert.“

Gemeinde Schöneck [Link]

„Die Teilnahme am aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr wäre wünschenswert“

Gemeinde Nottuln [Link]:

„Eine Mitgliedschaft in der Nottulner Feuerwehr wäre wünschenswert, ist aber nicht Voraussetzung für die Einstellung.“

Stadt Raunheim [Link]:

„Bewerber/innen, die mit der Qualifikation Atemschutzträger/in für Tageseinsätze der Freiwilligen Feuerwehr Raunheim zur Verfügung stehen können, sind erwünscht.“

Bei der Stadt Bad Honnef gibt es das genaue Gegenteil zu finden. Nicht die Stadt wünscht sich die Mitarbeit bei der Feuerwehr, sondern der eventuelle Wunsch eines Bewerbers wird unterstützt [Link (pdf)]:

„Bei entsprechendem Interesse unterstützt die Stadt auch die Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Bad Honnef; ggf. kann die Aufnahme in die Tagesbereitschaft direkt erfolgen.“

Die Stadt Aschaffenburg schreibt zumindestens für eine Stelle (Landmaschinenmechaniker/in bzw. Kfz-Mechaniker/in) [Link (pdf)]:

„Eine Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr ist von besonderem Vorteil.“

Die österreichische Marktgemeinde Karlstein an der Thaya bietet sogar eine Stelle im Bauhof an, in der die Feuerwehrmitgliedschaft im Anforderungsprofil steht [Link (doc)]:

„Mitglied einer NÖ Freiwilligen Feuerwehr“

Ungeachtet der dienstrechtlichen Probleme bei der Vergabe von Stellen, langfristig brauchen die Gemeinden neue Ideen (z.B. Part-Timer-Systeme), um den Brandschutz sicherstellen zu können. Für den einzelnen freiwilligen Feuerwehrangehörigen heißt es bereits heute bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst, offensiv mit seiner Feuerwehrtätigkeit umzugehen. Eine Garantie für den Erfolg einer Bewerbung ist die Feuerwehrmitgliedschaft jedoch nicht. (Autor: Timo Schmidt)

Kommentare

2 Kommentare zu “„Eine Mitgliedschaft in der frw. Feuerwehr ist von Vorteil“” (davon )

  1. Jochen Petzinger am 4. Februar 2011 13:16

    Schön, wenn das Städte / Gemeinden so machen.
    Als Akademiker in der Feuerwehr sieht das leider anders aus. Ich bin nicht nur einmal in Bewerbungsgesprächen in der freien Wirtschaft sehr genau über mein Hobby Feuerwehr, meine Leidenschaft dafür und die Einsatzahlen/-zeiten ausgefragt worden…

  2. Harald Laier am 4. Februar 2011 14:43

    In meiner Verwaltung und im dazugehörigen Bauhof rennen einige Leute weg, wenn der Melder piepst – mich eingeschlossen.

    Meiner Meinung nach muss jede Kommune mit gutem Beispiel vorangehen. Schließlich sollen andere Arbeitgeber vor Ort auch ihre Leute freistellen, wenn’s „brennt“.

    Aber nicht nur Neueinstellungen, sondern auch Azubis sollten sich für den Feuerwehrdienst engagieren. Bereits während einem Vorstellungsgespräch sollten die Kandidaten gefragt werden, ob sie sich in der Feuerwehr engagieren möchten. Soweit meine Meinung.

    Leider ist mir aus Gesprächen mit KameradInnen aus meiner Umgebung bekannt, dass nicht alle Verwaltungen ihre Mitarbeiter für die Feuerwehr freistellen. Das ist meiner Meinung nach ein falsches Signal sowohl in Richtung Arbeitgeber anderer Feuerwehrangehörigen als auch in der eigenen Verwaltung.

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