Team | AGB | Impressum | Datenschutzbestimmungen | Kontakt | Bilder | Facebook | Twitter | Werben im FWnetz

Der Unimog im LSHD und bei der Feuerwehr

Unimog TLF 8/8

TLF 8/8 auf Mercedes-Benz Unimog mit Aufbau von Voll, Bj. 1963, in Dienst bis 1990 bei der Feuerwehr Winnenden

(sc). Ein Großteil der Unimog-TLF, welche die Feuerwehren in Deutschland ab Ende der 1970er Jahre nutzten, stammte aus dem Luftschutz-Hilfsdienst (LSHD), so wie das  auf der Retro Classics ausgestellte Unimog-TLF der Feuerwehr Winnenden. Die Neukonzeption des erweiterten Katastrophenschutzes integrierte damals die ehemaligen LSHD-Fahrzeuge in die Feuerwehren.

Bis 1964 wurden 1.752 Fahrzeuge vom Typ Unimog S als Serienfahrgestell für das TLF 8 bestellt und bis 1968 an das Innenministerium ausgeliefert. Ganz ohne Konkurrenz war der Unimog im LSHD jedoch nicht. 1963 ließ das Innenministerium drei andere Fahrzeuge testen. Dabei erwies sich der Henschel HWR-50 dem Unimog als überlegen. Dennoch blieb der LSHD dem Unimog treu, abgesehen von acht Borgward B 2500 A/O in Nordrhein-Westfalen.

Der LSHD stellte verschiedene Fachgruppen bereit. Dazu gehörte auch eine Gruppe, deren Aufgabe Brandbekämpfung war. Diese Einheiten stellten eine Art „Feuerwehr des Bundes“ dar. Für den zivilen Einsatz als Feuerwehr waren sie nicht gedacht. Der LSHD hatte die Aufgabe die Selbstschutzmaßnahmen der Bevölkerung im Verteidigungsfall zu unterstützen bzw. Schäden wirksam zu bekämpfen. Er war überörtlich aufgestellt und am Rand von Ballungszentren konzentriert. Untergestellt waren die LSHD-Fahrzeuge oft bei der Feuerwehr. Für einige Feuerwehren am Rand großer Städte war die Stationierung dieser Fahrzeuge ein enormer Technologieschub. Teilweise waren die Unimog S die ersten motorisierten Fahrzeuge.

Der Unimog nahm in der Konzeption des LSHD eine zentrale Rolle ein. Pro LS-Bereitschaft (88 Mann, 23 Fahrzeuge) gab es fünf Unimog TLF 8. Wegen seiner Geländegängigkeit hatte das TLF dabei u.a. die Funktion eines Erkundungsfahrzeuges und die eines „Vorauslöschfahrzeuges“.

Das TLF 8 musste neben der Brandbekämpfung auch zum Krankentransport geeignet sein. Der Aufbau war so konzipiert, dass LSHD-Helfer von der Pumpe her eine Krankentrage hereinschieben konnten. Der dritte Sitzplatz im Aufbau ließ sich zu diesem Zweck umdrehen. Der Feuerwehrmann, der dort saß, betreute die verletzte Person. Das TLF führte neben einem 800 Liter fassenden Tank, einer fest eingebauten FP 8/8 S (Fördermenge 1.600 Liter pro Minute) auch die erforderliche feuerwehrtechnische Ausrüstung mit. Normmäßig waren außerdem eine Aluminiumsteckleiter und das Ersatzrad auf dem Dach.

 

Unimog U20 und Mercedes-Benz Zetros

Unimog U20 und Mercedes-Benz Zetros

Unimogs unter sich

Unimog S und Unimog U20

Mercedes-Benz Unimog U 401, Bj. 1956, OM 636 Motor, 1.767 ccm Hubraum, 25 PS Leistung bei 2.350 U/min. Der U 401 ist ein Vertreter der ersten Kommunalfahrzeuge.

Mercedes-Benz Unimog U 401, Bj. 1956, OM 636 Motor, 1.767 ccm Hubraum, 25 PS Leistung bei 2.350 U/min. Der U 401 ist ein Vertreter der ersten Kommunalfahrzeuge.

Mercedes-Benz Unimog U 400

Mercedes-Benz Unimog U 400, Bj. 2010, Motor OM 906 LA, 6.370 ccm, 238 PS leistung, Vollsynchronwendegetriebe. Der U 400 ist Nachfolger des U 406.

Mercedes-Benz Unimog U 411

Mercedes-Benz Unimog U 411, Bj. 1958, 32 PS Leistung, 1.767 ccm Hubraum

 

Links

Literatur

  • Dirk Biemer: Feuerwehr-Unimogs. Geschichte – Typen – Technik. Gebundene Ausgabe, 166 Seiten, 1. Auflage März 2007, Verlag Geramond.
  • Dirk Biemer: Der Unimog in der Feuerwehr: auf der ganzen Welt im Einsatz. Die Geschichte eines Erfolges. 2 Bd. Bremen 1992.
  • Peter Kupferschmidt: LSHD und Katastrophenschutz – ein Update, in: Brandschutz: Deutsche Feuerwehr-Zeitung, 58. Jg., 2004, Nr. 2,  S. 90 – 97.
  • Peter Kupferschmidt: Einsatzfahrzeuge im Luftschutzhilfsdienst 1953 bis 1968, Bd.1, Willich 2008.
  • Peter Kupferschmidt: Einsatzfahrzeuge im Luftschutzhilfsdienst 1953 bis 1968, Bd.2, Willich 2008.
  • Michael Hase: Einheitlich, aber leistungsstark: die LSHD-Fahrzeuge: Fahrzeugentwicklung im Brandschutzdienst, in Brandschutz: Deutsche Feuerwehr-Zeitung,  57. Jg., 2003,  Nr. 2,  S. 119 – 135.

Kommentare

Ein Kommentar bisher zu “Snippets von der Retro Classics (1): Der Unimog” (davon )

  1. Ole am 27. März 2011 10:59

    Schöner Artikel und herrliche Bilder !
    Aber am Ende ließ die Konzentration dann etwas nach :-)

    Wie kommst Du auf 5 Unimog pro Bereitschaft?
    Ich zähle 2 A-Züge mit je
    1xVLF
    2xTLF
    =6 Unimog

    Weiterhin hat das TLF eine Stahlleiter auf dem Dach (Alu rostet bekanntlich nicht. Denn ich hatte bei meinem TLF reichlich Arbeit damit, die Leiter wieder vom Flugrost zu befreien und neu zu lackieren).

    Zudem ist es eine Schiebleiter und keine Steckleiter.
    (Das Teil hat nichts mit den üblichen Feuerwehrleitern gemeinsam, außer, dass sie auch aus Holmen und Sprossen besteht).

    Olaf

Bottom