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Abbildung Buchcover "Einsätze im Bereich von Bahnanlagen"

(sc). Die Aus- und Fortbildung freiwilliger Feuerwehrleute ist vor dem Hintergrund veränderter sozialer und beruflicher Bedingungen schwieriger geworden. Ohne das private Engagement des einzelnen Feuerwehrmanns scheint es kaum noch möglich, alle Inhalte ihrer Relevanz gemäß in der regulären Ausbildung zu vermitteln, wie die Autoren des Buchs im Vorwort darlegen. Um diese private Fortbildungsbereitschaft zu unterstützen, legen Christian Meyer und Konrad Vogt mit dem Taschenbuch „Einsätze im Bereich von Bahnanlagen“ aus der Reihe ecomed „Fachwissen Feuerwehr“ einen Einstieg in die komplexe Thematik von Einsätzen an und in Bahnfahrzeugen und Gleisanlagen vor.

In 14 Kapiteln, die sich über 96 Seiten erstrecken, legen die Autoren die Spezifika von und das taktische Vorgehen an Bahnanlagen dar. Als besonders praktisch erweist sich die Lernkontrolle am Ende von insgesamt zwölf Kapiteln. Eine Reihe von Multiple-Choice-Fragen fragt den Inhalt des jeweils vorangegangenen Kapitels ab – Mehrfachantworten sind dabei möglich. Raten bringt also nichts. Ferner sind wichtige Aussagen optisch hervorgehoben.

In den einzelnen Kapiteln diskutieren die Autoren die besonderen Merkmale des Schienenverkehrs, das unzureichende Wissen der Feuerwehrleute in Bezug auf Bahnanlagen, die rechtlichen Grundlagen und die Notwendigkeit von Einsatzplanung und -vorbereitung. Dem Informationsmanagement kommt dabei ein großer Stellenwert zu. Ferner legen die Autoren das betreiber- und bahnspezifische Notfallmanagement, die Notfalltechnik, die (offiziellen) Aufgaben des Notfallmanagers dar und erklären die in unterschiedlichen Varianten von der Bahn zur Verfügung gestellte und vorgehaltene Technik. Anschließend zeigen die Autoren die Arten von Schienenfahrzeugen und deren besondere Merkmale. Das Kapitel sechs greift einen Teilbereich der Einsatzplanung auf, nämlich die Alarmierung der Einsatzkräfte.

Nach diesen theoretischen Darlegungen folgen in den nächsten Kapiteln Einsatzgrundsätze und -taktiken. Die im Bereich von Gleis- und Bahnanlagen bestehenden Gefahren und die sich daraus ergebenden Einsatzgrundsätze sind ebenso Thema, wie die zu ergreifenden Sicherungsmaßnahmen. Der „Strom“ ist dabei zentraler Punkt der Ausführungen. Immer wieder weisen Meyer/Vogt auf die Gefahren durch den Strom hin und fordern deshalb ein funktionierendes Informationsmanagement. Die Besonderheiten der Brandbekämpfung und den Nutzen verschiedener Löschmittel, die Herausforderungen bei der technischen Hilfeleistung und Gefahrguteinsätze auf Gleisanlagen runden den Inhalt ab. Dabei zeigen die Autoren die technischen und einsatztaktischen Hürden, die zum Beispiel bei der technischen Hilfeleistung an Schienenfahrzeugen auftreten. Abschließend zeigen die Autoren Möglichkeiten der Aus- und Fortbildung auf.

Einsätze an, in und auf Bahnanlagen stellen ein komplexes und ausbildungsintensives Thema dar, von dem glücklicherweise nicht jede Feuerwehr in gleichem Ausmaß betroffen ist. Auch dem Autor der Rezension war dieses Thema bisher weitgehend „fremd“, trotz Teilnahme an Einsätzen und Übungen im Bereich von Bahnanlagen und Schienenfahrzeugen. Die dabei gewonnenen (intersubjektiven) Erfahrungen stimmen leider nicht mit der im Buch und in anderen Publikationen dargestellten Realität überein – gerade im Hinblick auf das Notfallmanagement.

So wie dem Autor der Rezension, dürfte bei einem Großteil der Feuerwehrleute in punkto Wissen über Bahnanlagen eine Lücke bestehen. Allein aus diesem Grund ist „Einsätze im Bereich von Bahnanlagen“ ein sinnvoller (Wieder-)Einstieg in die Materie.

Zu Beginn des Taschenbuchs sprechen die beiden Autoren die Zielgruppe des Buchs etwas schwammig formuliert mit „Interessierten“ an. Die im Buch dargebotenen Informationen betreffen jedoch hauptsächlich die Führungskräfte und weniger den Befehle ausführenden Feuerwehrmann. Als Einstieg ist das Buch für Führungskräfte aber genauso geeignet, wie für den gemeinen „Befehlsempfänger“, der mit den Informationen, insbesondere aus dem Kapitel über die Gefahren, durchaus Rückschlüsse auf das eigene Verhalten ziehen kann. Im Grunde nutzt Führungswissen auch der Mannschaft!

Besonderer Vorteil ist die Kompaktheit des Buches und inhaltlich der Verzicht „jedes Schräubchen“ darzulegen. Für die Arbeit mit dem Buch wäre es praktikabel, wenn es innerhalb der Kapitel Querverweise auf Aspekte in den anderen Kapiteln (oder auf weiterführende Literatur) gäbe. Auch die aus nur zwei Punkten bestehende Literatur- und Quellenverzeichnisliste sollte ausführlicher sein, gerade für Führungskräfte, die sich tiefer mit dem Thema beschäftigen wollen. Da sich das Buch explizit als Einstieg in das Thema anpreist, fällt das Fehlen von weiterführender Literatur negativ auf.

Besonders positiv hervorzuheben ist die Forderung nach einem umfassenden Informationsmanagement. Die Feuerwehren müssen sich bereits im Vorfeld intensiv mit Bahnanlagen beschäftigen, und dazu die Informationsangebote u.a. der Bahn nutzen. Je mehr eine Feuerwehr im Vorfeld informiert ist, desto effizienter läuft der Einsatz, und desto weniger Überraschungen treten auf. Dazu gehören das Auffinden von Informationsquellen und Erkennen von Gefahren z.B. anhand der Kennzeichnung des Schienenfahrzeugs. Getreu dem Motto „Vertrauen ist, gut Kontrolle ist besser“, müssen die Feuerwehren Informationen vor, aber gerade während eines Einsatzes verifizieren und hinterfragen.

Das Kapitel Einsatzplanung und -vorbereitung stellt die Aufgaben im Vorfeld in aller Kürze dar. Mehr sollte zu dem Thema an dieser Stelle auch nicht stehen, da es sich in diesem Bereich um tiefes Expertenwissen handelt – eigentlich. Nach Meinung des Rezensenten könnte das Kapitel sechs, Alarmierung, in einer weiteren Auflage sogar hier aufgehen. Alarmierungs- und Meldewege gehören nämlich in den Bereich der Planung und Vorbereitung.

Auch wenn das Buch nur als Einstieg gedacht ist, und die Autoren mehrfach an die Eigeninitiative der Feuerwehrleute appellieren, wäre es praktikabel, wenn es ein konkretes Beispiel für die Arbeit mit den viel erwähnten Einsatzmerkblättern gäbe. Denkbar wäre hier die Form eines Praxiskapitels, in dem nicht Fragen zur Beantwortung, sondern die Autoren eine Aufgabe zur Lösung stellen. Inhalt könnte z.B. die Analyse von Kennzeichnungen an Schienenfahrzeugen sein.

Der Darstellung der Schienenfahrzeuge hätten die Autoren durchaus etwas mehr Raum schenken können, denn die visuell wahrgenommenen Informationen an einer Einsatzstelle, sind die ersten und unmittelbaren, die ein Feuerwehrmann erhält. Diese ersten Eindrücke verkleinern die Chaosphase. Deshalb wäre es enorm wichtig, den Bereich der Güterwagen ausführlicher zu erklären, und zu versuchen, „Klassen“ zu entwickeln, die handlungsleitend sein können. Dieser Kritikpunkt des Rezensenten ergibt sich aus der Feststellung der Buchautoren, dass es für Güterwagen keine Einsatzmerkblätter gibt.

Die Gefahren an der „Einsatzstelle Gleis“ sind eindrücklich dargestellt, jedoch wäre zu überlegen, die Gefahren in Form der Gefahrenmatrix, z.B. abschließend in einer Tabelle zu präsentieren. Diese Forderung ist deshalb sinnvoll, weil die Gefahren die unmittelbare Arbeit der Feuerwehrleute betreffen. Die gleiche Anmerkung ist für das Kapitel Löschmittel vorzubringen. Auch hier bietet eine Tabelle einen schnellen Überblick.

Die Autoren weisen richtigerweise auf die Kompetenzen des THW hin. Ein kurzer Abriss dieser Kompetenzen wäre sinnvoll. Richtig ist die Forderung, dass sich die Feuerwehren zumindest über die Möglichkeiten des THW informieren sollten. (Vgl. Stefan Cimander: Blau und Rot – gemeinsam stark)

Abschließend bleibt festzustellen, dass die Autoren das Thema mit seinen wichtigsten Facetten darstellen und dabei immer wieder auf die Gefahren des Stroms, die Zusammenarbeit mit dem Notfallmanager und die Notwendigkeit von Aus- und Fortbildung hinweisen. (Autor der Rezension: Stefan Cimander, www.fwnetz.de)

Meyer, Christian; Konrad Vogt: Einsätze im Bereich von Bahnanlagen. Reihe: Fachwissen Feuerwehr. Heidelberg et al.: ecomed Sicherheit 2011. Softcover, kartoniert, glanzkaschiert, 96 Seiten. ISBN 978-3-609-68462-8. (Datensatz bei der Deutschen Nationalbibliothek)

Einzelpreis: EUR 9,95, bei Bezug mehrerer Exemplare gibt der Verlag Rabatt, abhängig von der Anzahl der Bestellungen.

[Update 31.03.2011]

Wir, das FWNetz, verlosen in Zusammenarbeit mit dem Verlag ecomed Sicherheit ein Exemplar des Taschenbuches “Einsätze im Bereich von Bahnanlagen” von Christian Meyer und Konrad Vogt.

Um an der Verlosung teilzunehmen, müsst ihr über eure Erfahrungen, Erlebnisse in oder euer Wissen über Einsätze im Bereich von Bahnanlagen einen Kommentar verfassen. Den Kommentar setzt ihr bitte unter die Rezension des Buchs “Einsätze im Bereich von Bahnanlagen”!

Die Verlosung selbst dauert bis zum 7. April 2011, 18 Uhr MESZ. Jeder Kommentar bekommt von mir eine Nummer (bitte selbst keine Nummern vergeben!). Am 7. April bestimme ich dann mit Hilfe eines Zufallsgenerators den Gewinner.

Bitte beachtet, dass pro Person nur ein Kommentar zählt. Gibt jemand also mehrere Kommentare ab, dann zählt nur der erste. Achtet ferner darauf, dass ihr mir eine gültige Emailadresse hinterlasst. Diese müsst ihr nicht in den Kommentartext eintragen, es genügt, wenn diese in euren Anmeldedaten hinterlegt ist. Sollte jemand binnen einer Woche nicht auf seine „Gewinnnachricht“ reagieren, auf den Gewinn verzichten, oder eine ungültige Emailadresse hinterlassen haben, ermittle ich mit dem Zufallsgenerator einen neuen Gewinner.

[Update 07. April 2011]

Die Verlosung ist zu Ende und gewonnen hat der Schreiber von Kommentar Nr. 8. Wie immer habe ich den Gewinner mit Hilfe von random.org ermittelt.

Bildmaterial

Das Bildmaterial ist mit Erlaubnis von ecomed Sicherheit in den Artikel eingebunden.

Links

Auswahl an Rezensionen im FWNetz/Feuerwehr Weblog

Kommentare

29 Kommentare zu “Rezension „Einsätze im Bereich von Bahnanlagen“” (davon )

  1. Torben am 31. März 2011 10:08

    #01
    Interessanter Bereich über den ich mein Wissen gern noch einmal vertiefen würde.

  2. JAnders am 31. März 2011 10:23

    #02
    Meinen ersten „Bahneinsatz“ hatte ich, als ich noch recht frisch in der Einsatzabteilung war. Ich saß seiner Zeit mit nem Freund (auch FA) vorm Fernseher, als wir in gut 2 km Entfernung  (spätere Einsatzstelle) einen Blitz am Horizont sahen. Kurze Zeite später ertönte der FME und alarmierte meine FF zu einer „brennenden Person“. Zunächst sahen wir keinen Zusammenhang zwischen Blitz und der späteren Alarmierung. Erst beim Eintreffen an der Einsatzstelle konnten wir einen Zusammenhang feststellen; im Gleisbereich einer S-Bahnhaltestelle lag ein junger, schwerverletzter Mann, offensichtlich schwere Kopfverletzungen, zu dem Verbrennungen – seine Daunenjacke brannte. Passanten hatten bis zum Eintreffen der ersten Rettungskräfte die Flammen schon mit Wasser aus Gießkannen abgelöscht. Was war passiert? Vermutlich in suizidaler Absicht war die Person an einem Mast der Oberleitung hinaufgeklettert und hatte Kontakt zum Fahrdraht, nach dem Stromschlag stürzte er vom Mast ins Gleisbett, wo ihn dann Passaten bzw. die Rettungskräfte vorfanden. Nach notärztlicher Versorgung kam er in eine Klinik. Wie das Unglück letztendlich für ihn ausging ist mir nicht bekannt.
    Für mich war dieser Einsatz zunächst der erste und auch für lange Zeit der letzte im Zusammenhang mit Schienenfahrzeugen bzw. Bahnanlagen. Nach meinem Umzug nach Stuttgart, in einen Stadtbezirk mit U-/S-Bahn sowie Güterverkehr änderte sich das schnell.
    http://feuerwehr-weilimdorf.de/Einsatz/2011/25_2011.htm
    http://www.weilimdorf.de/unfallschwerpunkt_haltestelle_giebel_pkw_kollidiert_mit_stadtbahn
    http://www.weilimdorf.de/erneuter_ubahnunfall_in_giebel_mit_stadtbahn_kollidiert
    http://www.imagebroker.net/image_details.php?iid=1032021
    http://www.holo2magik.de/schulweg/blank.php?path=content/printable.php&contentid=23&PHPKITSID=f0b8c1f4a0e45f1970ef7a0246738303

  3. MatthiasM am 31. März 2011 12:25

    #03
    Erst mal für mich als E-Techniker interessant.

    Meine alten Erfahrungen als FA mit Bahnanlagen neben den leider obligatorischen zahlreichen S-Bahn-Selbstmördern beziehen sich auf Brandbekämpfung in einer elektr. Güterzuglok. War in dreifachem Sinne spannend, Einsatzgeschehen sowieso, ungewöhnliches Objekt und Einsatzort – der Zug stand auf einer Autobahnbrücke – und spannend im elekrischen Sinne. Ich bin mir nicht mehr sicher, inwieweit durch Kräfte der DB damals die Fahrleitung abgeschaltet und auch geerdet war.

    Interessant wäre auch der Bereich „Gefahrgut und Eisenbahn“ v.a. wegen der ganzen Einsatzlogistik mit teils weiträumigen Sperrungen usw. – da war ich lang nach meinen Feuerwehrzeiten nochmal involviert, weil wegen eines Gefahrgutunfalls Schiene ein ganzer Ort dank Sperre wesentlicher Straßen- und Fußgängerunterführungen zweigeteilt war und hunderte Schulkinder irgendwie geordnet auf Umwegen nach Hause gelotst werden mußten – da war die Nachrichtenkette und die Information zwischen Bahn, Feuerwehr, Polizei, Schulen und letztlich den Eltern zuhause erst mal etwas „unbeholfen“.
     
    lG Matthias

  4. Thomas am 31. März 2011 12:47

    #04
    Ein sehr interessantes und großes Einsatzspektrum und daher ist ein Buch über Einsätze im Bahnbereich eine tolle Sache.
    In unserem Ausrückebereich lagen die Einsätze meist im Bereich der Personensuche oder Personen mit suizidalen Absichten.

  5. Ulrich Wolf am 31. März 2011 12:53

    #05
    Mich interessiert diese Buch ganz besonders. Eine der Hauptgefahren im Bereich Bahn ist Elektrizität. Und darum geht es in meinem Blog pvsafety. Seit der Rezension hier auf FWnetz steht das Buch auf meiner Wunschliste. Und wenn man eins gewinnen kann, umso besser.
    Einsaätze dieser Art hatt ich bisher noch nicht, allerdings führt eine 2-gleisige Bahntrasse direkt am GH meiner A-Platzwehr vorbei und so ist ein Einsatz nicht unwahrscheinlich. Im Großen und Ganzen ist mir das Vorgehen und die Gefahren zwar bekannt, aber ich würde mich gerne noch intensiever informieren.
    Gruß
    UW 

  6. Markus Rebholz am 31. März 2011 13:49

    #06
    Wir hatten 2003 einen brennenden Dieseltriebwagen.

    War zum Glück nur ein Schwelbrand und keine elektrifizierte Stecke.

    Aber mir hats gereicht, denn Dummerweise hat der Lokführer auf einem Bahndamm gehalten und das Ein- und Aussteigen auf offener Strecke ist auch nicht so einfach. Ganz zu schweigen von der Wasserversorgung ;-)

  7. Andy am 31. März 2011 15:09

    #07
    Vor kurzem hatten wir eine Übung im Bereich der Bahn. Insgesamt mussten 55 Personen (teils schwere Verletzungen) aus dem Zug „befreit“ werden. Hierbei war eine gute Zusammenarbeit mit dem THW zu sehen, welche mit dem EGS eine Ausstiegshilfe am Zug anbrachten.
    Der Preis ist auf alle Fälle ein Schnäppchen! :)

  8. Marc_112 am 31. März 2011 15:27

    #08
    Sehr interessantes Thema. Würde mich gerne mit dem Buch fortbilden, da ich selber in diesem Gebiet nur wenig erfahrung habe.

  9. Ackermann Jürgen am 31. März 2011 19:43

    #09
    Hatten zum Glück bis jetzt nur die obligatorischen Bahndamm brände.  Das Thema würde mich sehr interessieren. Besonders wie man sich eigentlich richtig verhalten soll wenn der Bahnbetrieb nicht eingestellt wird!

  10. hannibal am 1. April 2011 07:50

    #10
    Ach ja.. Bahneinsätze. Leider gibt es über das offizelle Notfallmaterial der Bahn hinaus nur wenig wirklich brauchbares Material. Auch die Möglichkeiten dort mal zu üben und auch mal was kaputt zu machen (welche Kräfte brauche ich für einen Nahverkehrswagen klein zu bekommen?) sind recht übersichtlich.
    Deshalb hoffe ich das mit diesem Buch neues, relevantes Wissen in die Wehren getragen wird.
    Denn auch wenn Bahnfahren relativ sicher ist, die Wahrscheinlichkeit das ein Zug in einer nicht vorbereiteten Gemeinde verunfallt ist leider relativ hoch.

  11. Joker9797 am 1. April 2011 10:35

    #11
    Bahneinsätze? Seit zehn Jahren Glück gehabt, aber dennoch gibt es in unserem Bereich viel Güterverkehr mit gefährlichen Gütern für die Chemie-Industrie. In den umliegenden Feuerwehren, denke ich, eine vernachlässigtes Thema, da ja „lange Zeit“ nichts war. Somit gilt für mich:“Vorbereitet sein!“

  12. Max60 am 1. April 2011 15:23

    #12
    Wir hatten in den letzten Jahren öfter mal Einsätze im Bereich von Bahnanlagen. Sei es eine Baumkrone, in welche ein Zug gefahren ist, oder ein Personenschaden mit suizidialem Hintergrund.
    Als „einfache“ Einsatzkraft ohne Führungsverantwortung macht man in solche Fällen zwar nur das, was einem „gesagt wird“, aber trotzdem ist es sicherlich ganz interessant, mal die entsprechenden Hintergründe zu erfahren usw.

  13. Stefan am 1. April 2011 21:12

    #13
    Meine bisherigen Erfahrungen im Bezug auf Einsätze im Bereich von Bahnanlagen sind sehr Überschaubar.
    1. Kreisweite Übung „S-Bahn Unglück“ in stillgelegtem Bahntunnel als JF’ler
    2. Übung während des GF-Lehrgangs (Kind in Kesselwagen gestürzt
     

  14. Sven Lipinski am 2. April 2011 23:29

    #14
    Einsätze an Bahnanlagen sind immer etwas besonderes und ungewöhnliches. Einsatzkräfte brauchen aufgrund der Spezifika dieses Verkehrsweges (Strom in Freileitungen / lange Bremswege / Hochspannung anliegend in den Schienenfahrzeugen) besonderes Fachwissen, um Einsätze im Bereich des Schienenverkehrs erfolgreich abarbeiten zu können.
    Dieses Buch hilft sicher dabei, sich das nötige Wissen unkompliziert und effektiv anzueignen.

  15. FrankU am 4. April 2011 12:58

    #15
    Die Stadtbahnlinie S32, Eine Industriebetrieb mit Gleisanschluss so wie die ICE Trasse Stuttgart-Mannheim liegen in unserem Ausrückebereich. Gott sei Dank bisher nur wenige Einsätze. Das Vorhalten von Sondergerät und die ständige Aus-und Weiterbildung auch auf diesem Sektor sind aber notwendig. Von diesem Buch verspreche ich mir klare Strukturen und Handlungsweisen und gute Unterstützung im Einsatz- und Übungsfall.

  16. Jochen Petzinger am 4. April 2011 15:36

    #16
    Nach inzwischen mehreren Einsätzen im Bahnbereich (Suizide und Brände im Gleisbereich) ist das Buch sicherlich eine interessante Ergänzung für mein Feuerwehrregal. Die Lage zwischen Mannheim und Heidelberg, direkt am Eisenbahnkreuz MA-HD und F-KA wird auch in Zukunft für „Nachschub“ sorgen.
    Der mit Abstand kurioseste Einsatz war bisher aber das Wässern eines kompletten Zuges mit Kalksand. Durch das Sommerwetter war der so trocken, dass es bei der Fahrt aus den Anhängern wehte.

  17. JeNS am 4. April 2011 17:06

    #17
    wir selbst haben in unserem Ausrückebreich ca. 10 km Gesamtstreckenlänge, der Saarbahn, die gößtenteils auf der Straße zusmammen mit dem PKW und LKW verkehr läuft, und diesen auch immer wieder kreuzt. Demnach liegt unser Gefahrenmpotenzial bei Verkehrsunfällen mit der Straßenbahn, etlichen Gebäuden bei denen Erdungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen um einen sicheren Drehleiterbetrieb zu gewährleisten. Hierzu haben wir eigens ein Ausbildungsvideo erstellt, um uns und unsere Kollegen in den Nachbarorten in Sachen, Erden und Kurzschlusserden schulen zu können.
    Denke dass man durch die Thematik im Buch nochmal ein Stück mehr Ruhe und Sicherheit in das Thema reinbringen kann.
    http://www.ff-riegelsberg.de/?p=2889
    http://www.ff-riegelsberg.de/?p=2689
    http://www.ff-riegelsberg.de/?p=1271

  18. Boss910 am 4. April 2011 23:00

    #18
    In den letzten Jahren haben wir einige Flächen- und Böschungsbrände entlang der Bahnstrecke gehabt. Hier ist es wichtig an den nötigen Abstand zum Fahrdraht einzuhalten. Desweiteren gab es vor ein paar Jahren mal den Fall, das ein vollbeladener Holz LKW von der Strasse abgekommen war und auf die Bahnstrecke stürzte.

  19. tschaggoman am 6. April 2011 08:06

    #19
    Einsätze an Bahnanlage sind immer Gefährlich und Kritisch. In unserem Ausrückebereicht liegt die Neubaustrecke Köln Frankfurt. Dort sind die Gefahren auch wegen der auftretenden Spannung sehr groß. An einer Nebenbahn die auch im Bereich liegt, kommt es sehr oft zu Böschungsbränden, aber auch zu Lokbränden.
    Hier ist es wichtig immer gut zu schulen.

  20. Florian Körblein am 6. April 2011 11:58

    #20
    Gerade bei Einsätzen in oder an Bahnanlagen lauern eine Menge Gefahren mit denen man rechnen muss. Ich sehe hier in der allgemeinen Feuerwehrausbildung (zumindest in Bayern) noch Nachholbedarf. Es gibt zwar Lehrgänge zu diesem Thema an der SFS Geretsried, jedoch kann man noch nicht davon sprechen, die breite Masse aller Wehren damit erreicht zu haben.

  21. Yannick am 7. April 2011 07:27

    #21
    Durch die Stadt läuft eine viel befahrene Bahnstrecke (Fern- sowie vor allem Güterverkehr) die in Zukunft sogar noch ausgebaut werden soll.
    Jedoch sind wir glücklicherweise bis jetzt von größeren Unfällen verschont worden. Ausbildung bei Einsätzen mit Schienenverkehr hatten wir in meiner Zeit auch noch nicht, umso mehr würde ich mich über das Buch freuen. So könnte ich mich selbst Weiterbilden und das Buch den anderen weitergeben ;)

  22. Florian Sperber am 7. April 2011 08:22

    #22
    Für mich als GF ist Thema besonders wichtig.
    Gerne vergisst man einen Punkt bei den gefährlichen Einsätzen in Bahnanlagen und deshalb ist jede Weiterbildung und Fortbildung wichtig.

  23. JohnnyKnoxville am 7. April 2011 08:41

    #23
    Wir haben i.d. Wehr einen Bahnangestellten. Sehr interessant war daher mal eine Übung, bei der ein Stromunfall an einem Masten angenommen wurde. Wir hatten auch bereits mehrmals eingeklemmte Personen. Besonders intensiv war ein Einsatz, bei dem ein Mädchen unter einer Schnellbahn eingeklemmt war. Auch eine Entgleisung fiel mit in unseren Einsatzbereich. Am interessantestn bei Bahnunfällen ist sicherlich der Führungsvorgang, da hier besondere Grundsätze und Verhalten gelten müssen, auf die man im regulären Einsatzgeschehen nicht trifft.

  24. Julian Backs am 7. April 2011 09:29

    #24
    Ein Buch mit viel Input zu einem seeehr umfangreichen Thema.

  25. Helmnummer23 am 7. April 2011 14:11

    #25
    Innerorts wird in Kürze eine Straßenbahn gebaut. Eine Thematik, mit der man sich bisher noch nicht auseinandersetzen musste. Nun macht man sich zunehmend Gedanken. Um sich besser auf die Gefahren der kommenden Schienenfahrzeuge einzustellen, wäre die Fachliteratur sicher optimal.

  26. Dirtdiver am 7. April 2011 16:53

    #26
    Meine Erfahrungen mit Einsätzen an Bahnanlagen bezieht sich auf 3 nennenswerte Fälle:

    1. Laut Meldung sollte weißer Phosphor aus einem Kesselwaggon auslaufen. Der Betreffende Güterwaggon war mit den anderen Waggons im Verbund auf ein Abstellgleis ohne Fahrdraht verbracht worden. Die TUIS wurde durch uns verständigt und war mit einem Gefahrgutzug bereit zum Ausrücken. Bei der ersten Erkundung durch die Besatzung eines GW-Mess stellte dann jesoch heraus, dass es sich nur um Wasser handelt. Dieses war nach der Entnahme des Phosphors aufgefüllt worden und die Kennzeichnung aufgrund der fehlenden Reiningung am Waggon verblieben. Das Leck konnte somit schnell gestoppt werden.
    2. Im Bahnhof schwelte ein mit Kupferbarren beladener Flachwaggon. Um auf Nummer sicher zu gehen, warteten wir auf den DB Notfallmanager, ließen den Fahrdraht abschalten und erden und begannen dann erst den Schwelbrand zu löschen.
    3. Bei Gleisarbeiten im Hochsommer kam es immer wieder zu Böschungsbränden, die zum Teil durch die Bahnarbeiter selbst, aber auch in einigen Fällen durch uns und die Nachbarwehr bekämpft werden mussten. Daher wurde ein Brandsicherheitswachdienst durch uns eigerichtet. Wir bekamen einen verkürzten Flachwaggon, auf den wir einen Wassertank, weiteres Equipment, sowie einige Bänke und Verpflegung stellen. Wir wurden dann mit einem, für den Schienenverkehr ausgerüsteten, Bagger an die Einsatzstelle geschoben. Parrallel zu der Strecke an der gearbeitet wurden, verlief eine zweite, noch aktive Strecke. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir einiges zu den Sicherungsmaßnahmen bei Schienenverkehr.

    Des weiteren leider die Einsätze nach Suizid versuchen.
    Alles in allem also ein Thema, mit dem man sich bei uns beschäftigen muss.

  27. Stefan Cimander am 7. April 2011 19:32

    And the winner is: Kommentar Nr. 8. Wie immer habe ich die Zufallszahl mit Hilfe von random.org ermittelt

  28. Marc_112 am 7. April 2011 19:47

    Juhu! Da freu ich mich aber! Sehr schön!!!

  29. Ulrich Wolf am 7. April 2011 20:17

    @Marc_112 Herzlichen Glueckwunsch..

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