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Buchcover "Einsatzstress"

Buchcover "Einsatzstress"

(js). Das Thema „Psychologie und Feuerwehr“ sehen viele Einsatzkräfte nach wie vor eher kritisch. Schließlich hat man auch ohne den „Psychokram“ noch jedes Feuer ausbekommen. Ebenso haben Personen, die sich durch Einsatzstress belastet fühlen, häufig Hemmungen dies auch offen zuzugeben, aus Angst als „Weicheier“ dazustehen. Dies spiegelt sich auch in der Feuerwehr-Literatur wieder: Einsatzstress und seine Folgen sind ein wenig beachtetes Thema. Das Buch von Michael Steil füllt dementsprechend eine Lücke in der bestehenden Literatur.  

Michael Steil ist Bundeskoordinator der Psychosozialen Notfallversorgung des Deutschen Roten Kreuz und ist selbst Feuerwehrmann bei einer freiwilligen Feuerwehr. Er kennt sein Thema also aus eigener Erfahrung. Steil will mit seinem Buch keine akademische Abhandlung über Stress und seine Folgen liefern, sondern sein Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Praxis: Das Buch soll Einsatzkräften praktisch umsetzbare und relevante Hilfestellungen für den alltäglichen Gebrauch an die Hand geben.

Das Buch „Einsatzstress?“ ist grob in drei große Abschnitte aufgeteilt: Im ersten Abschnitt zeigt Steil, was Stress ist und wie er entsteht. Im zweiten Abschnitt legt er dar, wie man Stress und Belastungsstörungen durch Stress erkennen und bewältigen kann. Im dritten Abschnitt gibt Steil Tipps, wie die Feuerwehren ihre Angehörigen bei der Stressbewältigung unterstützen können.

Im ersten Abschnitt erklärt der Autor in einer für Laien zunächst verständlichen Sprache, wie Stress und Belastungsstörungen überhaupt zustande kommen, und anhand welcher Symptome man letztere (zum Beispiel bei einem Kameraden) erkennt. Sehr positiv fallen dabei die verdeutlichenden Grafiken auf (bspw. zu der Frage wie ein Trauma zu Stande kommt) sowie die „Erlebnisberichte“ aus dem Einsatzgeschehen, die das Geschriebene greifbarer machen. Steil beschränkt sich bei seinen knappen Ausführungen auf das Wesentliche, ohne das Thema jedoch zu sehr zu verkürzen. Laien dürften kaum Verständnisprobleme haben. Allerdings könnte der Autor Fachbegriffe noch konsequenter vermeiden. Warum „Coping-Strategien“ schreiben, wenn „Bewältigungsstrategien“ das gleiche meint, für den Laien aber wesentlich verständlicher ist? Zwar erklärt Steil die Fachbegriffe, wenn er sie verwendet, aber in einem Buch, das für die Praxis geschrieben ist, sollte man diese Erklärungen auf ein Minimum beschränken. Vorwerfen kann man den Autor auch – und das gilt für das gesamte Buch, nicht nur für diesen Abschnitt –, dass er es mit den Bildern und Fotos gelegentlich etwas zu gut gemeint hat: Manche Abbildungen sind einfach überflüssig und tragen wenig bis gar nichts zur Verdeutlichung des Geschriebenen bei. Alles in allem liefert dieser erste Abschnitt jedoch alles, was für das Verständnis des Themas Stress und Belastungsstörungen wichtig ist.

Im zweiten Abschnitt geht es um den Umgang mit Einsatzstress, also um Bewältigungsstrategien vor, während, und nach einem Einsatz. Steil bemüht sich hierbei besonders darum zu verdeutlichen, dass Menschen als Individuen auch auf Stress individuell unterschiedlich reagieren, und es keine „falschen“ oder „richtigen“ Reaktionen gibt. Des Weiteren klärt er über Faktoren auf, die der Entstehung von Stress und Belastungsstörungen entgegenwirken können. Positiv fallen hier die eingeflochtenen Checklisten und Fragebögen auf, mit Hilfe derer jeder selbst grob überprüfen kann, wie gut man gegen Stress gerüstet ist. Etwas kritisch ist dagegen die mit „So helfen Sie sich selbst“ überschriebenen Übungen zu sehen, die beispielsweise die Durchführung einer bestimmten Atemübung erklären: Auch wenn es sich hier nur um eine ungefährliche Atemübung handelt, sollten Betroffene solche Übungen zumindest am Anfang unter professioneller Aufsicht ausführen, denn nur so kann sichergestellt werden, dass diese Übungen auch tatsächlich einen Nutzen bringen.

Im letzten Abschnitt geht Steil schließlich darauf ein, wie die Feuerwehren dazu beitragen können, ihre Männer und Frauen vor Stress zu schützen und sie – falls nötig – dabei unterstützen können, bereits entstandene Erkrankungen zu bewältigen. Bedingt durch die weiter oben angesprochenen Berührungsängste von Feuerwehren mit dem Thema, stellt sich die Frage nach der praktischen Umsetzung der (zweifellos guten) Vorschläge, die Steil vorbringt. Bspw. sollte laut dem Autor ein so genanntes „Defusing“ (Einsatzkurzbesprechung) innerhalb der ersten 6-12 Stunden nach dem Einsatz stattfinden, aber auf jeden Fall vor dem ersten Nachtsschlaf. Man stelle sich die Anordnung dieser Maßnahme nach einem nächtlichen Einsatz unter der Woche bei einer freiwilligen Feuerwehr vor: Die Motivation an einer solchen Maßnahme teilzunehmen dürfte nicht allzu groß sein. Nichtsdestotrotz bietet dieser Abschnitt gute Ansätze und ist insbesondere für Führungskräfte interessant. Er enthält auch noch einen kurzen Abriss der Kommunikationspsychologie, der zwar als Überblick ganz interessant ist, aber für eine konsequente und praktische Umsetzung ist der Abschnitt dann doch etwas zu knapp.

Es folgt noch ein Anhang, der verschiedene praktische Anweisungen (z.B. wie man eine unter akutem Stress stehende Person betreuen sollte) und diverse Checklisten und Merkblätter enthält. Dieser Anhang ist vorbildlich, denn Praxisrelevanz wird hier ganz groß geschrieben und einige der Informationen bieten sich geradezu dazu an, herauskopiert, verkleinert, und als „Spickzettel“ mit in den Einsatz genommen zu werden.

Alles in allem hat Michael Steil mit seinem Buch ausgezeichnete Arbeit geleistet: Das selbst gesteckte Ziel, in einer für Laien verständlichen Weise über Entstehung und Bekämpfung von Stress und Belastungsstörungen aufzuklären, erfüllt er mit Bravour. Zusätzlich gibt es eine Fülle von Informationen und Anregungen für Führungskräfte und Feuerwehr-Verwaltungen sowie auf die Praxis zugeschnittene Hilfestellungen. Die große Stärke des Buches liegt in seiner Kürze und Prägnanz sowie seinem konsequent praxisorientierten Ansatz. Die Lektüre kann man allen bei einer Feuerwehr oder einem Rettungsdienst tätigen Personen ausdrücklich empfehlen. Es ist zu hoffen dass durch dieses Buch auch das Bewusstsein für die Problematik „Einsatzstress“ geschärft wird. (Autor der Rezension: Jan Schlösser / Edit: Stefan Cimander, www.fwnetz.de)

Michael Steil: Einsatzstress? So helfen Sie sich und anderen! Umgang mit psychischen Folgen belastender Feuerwehreinsätze, Heidelberg. 2010, 128 Seiten, Softcover, Eur (D) 29,95 ISBN 978-3-609-68632-5.

Über den Autor der Rezension

Jan Schlösser ist Doktorand und war bis Mai 2011 am Lehrstuhl für Kognitive Psychologie an der Universität Konstanz beschäftigt. Er beschäftigt sich in seiner Dokotorarbeit in erster Linie mit der Frage, wie sich die visuelle Aufmerksamkeit unter verschiedenen Einflüssen (z.B. Zeitdruck oder Bezahlung für gute Leistung) verändert. Er war von April 2009 bis Mai 2011 außerdem Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr am Bodensee. Sein zukünftiger Wirkungsort ist ab Juni 2011 Berlin.

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Kommentare

27 Kommentare zu “Rezension: „Einsatzstress? So helfen Sie sich und anderen!“” (davon )

  1. Ludger Kotulla am 1. Mai 2011 07:37

    #001
    Es stimmt. Bestimmte Belastungen inerhalb von Feuerwehren, egal ob ehren- oder hauptamlich(!!),  werden zu wenig thematisiert.
    Dazu gehört auch, dass Führungskräfte überhaupt erkennen müssen, dass ein Problem vorliegt.
    Insofern hoffe ich, dass Bücher wie diese dazu beitragen, das Problem Einsatzstress alltäglich zu machen.

  2. Markus Rebholz am 1. Mai 2011 08:47

    #002
    Interessantes Thema. Dieses Buch hätte ich vermutlich selber nicht gefunden bzw. finden wollen ;-)

    Hoffentlich Gewinne ichs ja hier :-) Sonst muss ich halt schon wieder ein Buch kaufen.

  3. Ulrich Wolf am 1. Mai 2011 12:12

    #003
    Es ist gar nicht so einfach für selbst zu erkennen, das man Hilfe braucht. Und es gehört schon einiges dazu, dann sich auch zu öffen und diese angebotene Hilfe auch anzunehmen. Ganz wichtig ist, das diese Hilfe überhaupt angeboten wird und auch in verschiedenen Formen. Die einen wollen Gespräche unter vier Augen, die anderen in der Gruppe. Manchmal wird nach einem belasteten Einsatz gefragt: Braucht jemand ein Gespräch? Wir könnten da mal…. Selten werden sich einzelne aus der Gruppe melden und sagen: Ich hätte Bedarf. Ich denke, der Einstieg sollte da anonym sein. So wird keiner als „Memme“ abgestempelt. Oder es gibt auf jeden Fall eine Gesprächsrunde in der jeder für sich merken kann, ob er das Erlebte allein verarbeiten kann, oder nicht.
    Ich findes diese Buch sehr wichtig.

  4. Sven Lipinski am 1. Mai 2011 14:18

    #004
    Ein sehr interessantes Thema, dem man sich auf alle Fälle in der Feuerwehr und auch in anderen Hiorg´s unbedingt widmen muss.
    Es würde mich freuen, das Buch zu gewinnen, um mein Wissen dahingehend erweitern zu können.

  5. Joker9797 am 1. Mai 2011 15:45

    #005
    Die große Hürde des „starken Mannes“ zu überwinden und dabei das Outing als „Weichei“ vermeiden. Vielleicht gib dieses Buch ein paar Tips. Dass Streßbewältigung eine notwendige Maßnahme ist, haben wir sicherlich alle akzeptiert, doch wie schaut´s in der Praxis aus. Wie fällt die Antwort nach „Alles o.k. mit Dir?“ aus?

  6. Max60 am 1. Mai 2011 16:40

    #006
    Auch wenn man bisher von solchen Ereignissen vielleicht nicht direkt betroffen war, liegt es nun mal in der Natur der Sache dass man als Feuerwehrangehöriger, egal ob freiwillig oder beruflich, irgendwann mal mit einem schlimmen oder erschütternden Ereignis konfrontiert werden kann.
    Wenn man sich im Vorfeld mit dem Thema auseinander gesetzt hat, verhält man sich in solchen Situationen dann vielleicht anders (auch anderen gegenüber) und kann besser mit ihnen umgehen.
     
    Von daher sicherlich ein interessantes Buch, welches theoretisch in den Schränken aller aktiven Einsatzkräfte vorhanden sein müsste.

  7. Medevac71 am 1. Mai 2011 16:59

    #007
    *Buchverlosung*  Es kann nie falsch sein, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
    Wir als Feuerwehr kommen eh nur (normalerweise) wenn etwas Schlechtes passiert ist/passiert. Dies geschieht in den seltensten Fällen wenn die Gegebenheiten (Wetter, pers. Stimmung, etc) gut sind.

  8. tobiaspaeper am 1. Mai 2011 17:28

    #008
    Sehr interessantes Buch, bei dem ich mir nach nun doch überlege es zu kaufen, wenn ich es nicht gewinnen sollte.

    Das Thema sollte in Feuerwehren (und ich nehme mal an in anderen HiOrgs ist es nicht anders) viel mehr thematisiert werden und nicht erst ausgegraben werden sollte wenn mal wieder ein belastendes Ereignis eingetreten ist.

  9. Marc_112 am 1. Mai 2011 18:56

    #009
    Wichtiges Thema, das häufig viel zu kurz kommt.
    Sollte in die Ausbildungsplanung jeder Feuerwehr und HiOrg eingearbeitet werden.

  10. TilMar am 1. Mai 2011 19:56

    #010
    selbst an den lehrgängen der landesfeuerwehrschulen kommt mMn das thema zu kurz, gut das es dann so bücher gibt :) (jetzt müssen sie nur noch gelesen werden)

  11. paedsen am 1. Mai 2011 20:46

    #011
    Wichtiges und stark unterschätztes Thema.

  12. Florian am 1. Mai 2011 21:10

    #012
    Ein sehr unterschätztes Thema bei der Feuerwehr.
    Wir haben mittlerweile schon öfters einen „Seelsorger“ nach schweren Einsätzen bei uns gehabt und möchten diese Hilfe nicht mehr vermissen. Ebenso ist die Besprechung solcher Einsätze unter den Einsatzkräften nach dem Einsatz wichtig.

  13. darthvader am 1. Mai 2011 23:10

    #013
    Interessantes Thema über das ich viel zu wenig weiss, daher würde ich mich über das Buch freuen.

  14. diggler am 2. Mai 2011 02:25

    Hier wurden in den letzten zwei Jahren vermehr Feuerwehrmänner mit PTSD (post traumatic stress disorder) diagnostiziert, was aber meist (von den Kollegen selbst) geheimgehalten wurde, da man sich ja immer noch `Schämt` sowas öffentlich zu diskutieren.

    Die Diagnosen wurden hier von Spezialisten der Canadian Armed Forces durchgeführt, da man dort seit längerem auch eingesteht, das sowas existiert und den Betroffenen entsprechen helfen muss.

    Die FW steckt da wohl eher noch in den Kinderschuhen wenn es um die öffentliche Diskusion von PTSD geht.

  15. m_maag am 2. Mai 2011 08:51

    #014
    Hallo,
    ich finde es gut, dass hier immer wieder auf wichtige Themen und brauchbare Fachliteratur hingewiesen wird. Ich denke auch, dass das Thema oft als zu gering eingeschätzt wird. Ich persönlich finde es auch sehr schwierig mit psychischen Belastungen um zu gehen. Man weiß einfach nicht was die betroffenen möchten. Vielleicht findet das Thema in den nächsten Jahren mehr Gehör.

  16. Magnus Hammerl am 2. Mai 2011 09:23

    #015
    Nachdem ich bereits einige Lehrgänge zur im Buch behandelten Thematik besucht habe, bin ich gespannt, ob in diesem neue Aspekte oder weiterführende Hinweise genannt werden.
    Im Thema als solches hat sich glücklicherweise in den vergangen Jahren einiges getan – bis es allerdings in den letzten Ecken (und Köpfen) angekommen ist, wird es schon noch seine Zeit dauern.
    „Ein Einsatz ist erst nach der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft von Mannschaft und Gerät beendet.“
    … würde man nur annähernd soviel Zeit und Aufwand in die Menschen stecken, wie man es bei der Gerätepflege stecken…

  17. Andy am 2. Mai 2011 20:09

    #016
    Ich hab das Gefühl dass dieses Thema viel zu sehr „verdrängt“ wird – leider!

  18. Günni am 3. Mai 2011 09:46

    #017
    Hallo,
    dieses Thema ist für mich als Angehöriger einer eher seltener mit solchen belastenden Situationen konfrontierten Wehr ein sehr interessantes. Auch wenn es bei uns glücklicherweise ein Kriseninterventionsteam gibt, ist es trotzdem besser wenn man sich auch ein wenig in solchen Situationen selbst helfen kann neben der Hilfe von außen und anderen Kameraden helfen kann. Ich denke, dass vor allem jüngere Kameraden ihre Probleme mit Einsatzstress haben, da diese viele Situationen zum ersten Mal erleben und nicht so recht wissen wie sie damit umgehen sollten.
    Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen. Dieses Thema sollte viel häufiger in die Ausbildung mit einbezogen werden und nicht erst dann, wenn es „zu spät“ ist.

  19. EMikro am 3. Mai 2011 11:00

    #018
    Hallo. 

    Ich bin in einer Stadt mit Berufsfeuerwehr, welche sogar ein Einsatz Nachsorge Team hat.
    Sie besteht aus vielen Mitgliedern. Vom Leitenden Branddirektor (Leiter der Feuerwehr) bis zum Freiwilligen von der Berufsfeuerwehr, stehen viele Ansprechpartner zur Verfügung.

    Aus diesem Grund glaube ich, dass es bei uns in die richtige Richtung geht.
    Trotzdem gehe ich davon aus, dass der erste Ansprechpartner immer in der eigenen Feuerwehr gesucht wird.

    Daher wäre so ein Nachschlagwerk überhaupt nicht verkehrt!

  20. Magnus Hammerl am 3. Mai 2011 17:30

    @Günni:
    kleine Anmerkungen:
    Das Kriseninterventionsteam ist in der Regel „nur“ für Betroffene (Hinterbliebene, Vermissende) zuständig und ausgebildet. Für Einsatzkräfte sind speziell ausgebildete „Helfer“, am besten aus der eigenen Organisation, sinnvoll.
    „Probleme mit Einsatzstress“ können nicht nur bei jüngeren Auftreten, sondern insbesondere auch bei den „alten Hasen“ und Führungskräften. Dies wurde durch entsprechende Studien belegt.
    Nichtsdestotrotz ein Thema, welches weder dramatisiert noch tabuisiert werden sollte

  21. nibe am 3. Mai 2011 19:52

    #019
    Erst vor kurzem hatten wir beim Dienst einen Gastreferenten, aus dem Notfallseelsorge Team meiner Heimatstadt zu besuch. Ist in jedem fall ein sehr interessantes und wichtiges Thema! Ich glaube das diese Teams viel zu wenig gerufen werden, es aber auch bei der Feuerwehr viel zu große Hemmungen gibt diese zu rufen.

  22. JAnders am 4. Mai 2011 08:27

    #020
    Um mal auf Ulrich’s Kommentar zurück zu kommen. Mir ging es den Anfangsjahren in der feuerwehr so, dass ich wohl nach „stressigen“ Situationen/Einsätzen meine Umwelt damit „belastete“, das ich ihnen immer wieder von dem erlebten berichtete.
    Heute, wenn ich selber als Verantwortlicher vor meinen Einsatzkräften stehe, sehe ich zu das wir über das Ereignis gemeinsam reden. Ggf. auch das ansprechen was nicht so optimal lief.

  23. pmew am 4. Mai 2011 09:25

    #021
    Ich denke dass das Thema in den letzten Jahren bei der FW an Bedeutung gewonnen hat, wir sind aber noch weit vom optimalen Zustand entfernt. Es müsste selbstverständlich sein, dass jeder FWA nach einem belastenden Einsatz (anonym und in der Gruppe) Hilfe in Anspruch nehmen kann. Gut dass man sich auch hier mit dem Thema beschäftigt!

  24. B.Tschirley am 4. Mai 2011 20:15

    #022
    Also ich habe vor kurzen die Vorlesung Krisenmanagement und PSNV besucht und mir ist klar geworden, wie wichtig das Thema für die HiOrgs und Feuerwehren ist.
     
    Gerne würde natürlich das Buch zum Thema gewinnen.
     

  25. LarsR am 5. Mai 2011 08:51

    #023
    Zunächst einmal vorne weg: Bei mir war dieses Thema bereits in der mittlerweile fast zehn Jahre zurückliegenden Grundausbildung enthalten und ist auch seitdem immer wieder Bestandteil der Aus- und Fortbildung. Ich habe auch selbst schon nach einem Einsatz, bei dem ein gut bekannter Kamerad beteiligt war und tödlich verunglückte, die Möglichkeiten in Anspruch genommen und empfand das als sehr gut und hilfreich.
    Aber – und vielleicht lehne ich mich mit dieser Meinung hier verglichen mit all denen, die anscheinend nur Belangloses schreiben, um ein Buch zu gewinnen, sehr weit aus dem Fenster: Man sollte seinen Leuten auch nichts einreden. Teilweise habe ich den Eindruck, dass man als Feuerwehrmann heutzutage schief angeschaut wird, wenn man nach einem Einsatz mit Toten oder Schwerverletzten nichts besonderes fühlt und zur Tagesordnung übergeht.
    Grundsätzlich muss ein Feuerwehrmann m. E. auch belastende Einsätze aushalten bzw. das mit den eigenen Mitteln und den Möglichkeiten der eigenen Gruppe in den Griff bekommen. Natürlich kann es immer ungünstige Konstellationen geben (bekannte Beteiligte, zeitliche Zufälle, Erinnerungen, Ähnlichkeit mit der persönlichen Situation usw.), die einen aus der Bahn werfen, und gerade junge Kameraden, die belastende Situationen zum ersten Mal erleben, sollte man im Auge haben.
    Teilweise habe ich aber den Eindruck, dass in manchen Gebieten der Notfallseelsorger, die Einsatznachsorge usw. automatisch bei jedem Einsatz mit Toten oder Schwerverletzten alarmiert werden. Ich kann es ja verstehen, dass die Engagierten dort – und das ist wie in anderen Bereichen absolut nachzuvollziehen – auch helfen wollen, wenn sie schon da sind. Aber man sollte das Angebot m. E. eben nicht übertreiben.
    Der normale, wenn auch belastende Einsatz gehört zum Tagesgeschäft und sollte m. E. in dieser Hinsicht auch nicht überbewertet werden. Eine kurze Nachbesprechung in den eigenen Reihen, meinetwegen auf der Rückfahrt oder am Standort ist Gold wert. Ohne groß auf dieses Thema speziell einzugehen, einfach um Informationen zum Einsatzablauf weiterzugeben und Eindrücke der verschiedenen Ebenen (vom Truppmann bis zum Einsatzleiter), so dass jeder ein möglichst vollständiges Bild hat. Ich sehe die Gefahr, dass man mit einem zu offensiven Vorgehen bei „normalen“ Einsätzen eher das Gegenteil erreicht und die FA gegenüber dieser wichtigen und richtigen Institution abstumpfen.

  26. CP85 am 6. Mai 2011 18:42

    #024
    Das Buch klingt sehr interessant. Vor allem weil das Thema durch die alte, harte Garde bisher eher belächelt wird und daher in vielen Feuerwehren große Hemmschwellen bestehen, über erlebtes zu reden und es gemeinsam zu verarbeiten.

  27. Stefan Cimander am 8. Mai 2011 20:03

    Der Zufallsgenerator hat entschieden …. Wer gewinnt das Buch …. 24 gültige Kommentare wurde abgegeben …. Wer hat das Buch gewonnen …. *Fanfare* …. and the winner is ….. Ulrich Wolf. Random.org hat sich für die Zahl 3 entschieden!

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