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Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Gastbeitrag von Steffen Seydel

Vor etwa zwei Jahren machte sich die Feuerwehr Sankt Blasien Gedanken über die Taktik im Brandeinsatz und führte das Schlauchpaket-System ein. Bei der näheren Betrachtung der bisherigen Systeme, sowie unseren Eindrücken aus Proben und Einsätzen, wollten wir mit der Einführung auch weitere Verbesserungen im Bereich Schlauchmanagement erreichen. 

Da sich immer wieder das richtige Anbringen von Schlauchhaltern in Treppenhäusern oder ähnlichem als problematisch erwies, haben wir zielbewusst einen eigenen Schlauchhalter Model „Sankt Blasien“ kreiert.
Der Schlauchhalter Model „Sankt Blasien“ beinhaltet zwei Ausrüstungsgegenstände in einem: Einen Schlauchhalter zur Sicherung der Leitung gegen Zurückrutschen in Treppenhäusern, und dem Klett-Fixierungsband für das Schlauchpaket.

Schlauchhalter einzeln. HMS-Karabiner, Gurt mit beidseitigem Klettband, Metallöse zur Herstellung einer Schlaufe. Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Schlauchhalter einzeln. HMS-Karabiner, Gurt mit beidseitigem Klettband, Metallöse zur Herstellung einer Schlaufe. Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Schlauchhalter mit Schlaufe an Absperrorgan-C angebracht. Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Schlauchhalter mit Schlaufe an Absperrorgan-C angebracht. Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Schlauchhalter Model "Sankt Blasien" als Fixierungsband zum Schnüren des Schlauchpakets. Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Schlauchhalter Model "Sankt Blasien" als Fixierungsband zum Schnüren des Schlauchpakets. Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Schnelle und einfache Herstellung der Schlauchsicherung. Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Schnelle und einfache Herstellung der Schlauchsicherung. Bild: Feuerwehr Sankt Blasien

Da auf dem Markt bisher keine Kombination aus Schlauchhalter und Fixierung für das Schlauchpaket zu erhalten ist und wir durchweg positive Erfahrung mit unserem System gemacht haben, möchten wir den Schlauchhalter vorstellen, um auch anderen Feuerwehren die Möglichkeit zu geben, diesen anzuwenden. Selbstverständlich sind wir für Feedback oder Anregungen dankbar.

Über den Autor

Steffen Seydel ist seit 2002 Mitglied der aktiven Abteilung der Feuerwehr Sankt Blasien. Er ist Truppführer und Gerätewart für den Bereich Technik.

Kommentare

7 Kommentare zu “Schlauchhalter Model „Sankt Blasien“” (davon )

  1. Patman am 5. Mai 2011 11:01

    Hallo! Ich bin seit beinahe 20 Jahren bei verschiedenen Feuerwehren in Deutschland aktiv und arbeite beruflich im Bereich des geistigen Eigentums, also des Patentwesens. Im Laufe meiner Feuerwehrzeit sind mir immer wieder tolle Ideen und praktische Lösungen für bestehende Probleme präsentiert worden, als neuesetes Beispiel hier also der Schlauchhalter Model “Sankt Blasien”.
     
    Ich finde es generell fabelhaft und sehr kameradschaftlich, wenn Kameraden ihre neuen Erfindungen möglichst vielen Feuerwehrlern zugänglich machen. Ein großes Problem besteht allerdings darin, dass sich die so bekanntgemachten Produkte im Nachhinein nicht mehr patentrechtlich schützen lassen, da für ein Patent oder Gebrauchsmuster die Voraussetzung der absoluten Neuheit gewahrt werden muss. Ich bediene mich hier der Einfachheit halber kurz der Beschreibung von wikipedia.de zu dem Suchwort „Patent“: Neu ist eine Erfindung, wenn sie nicht zum „Stand der Technik“ gehört (§ 3 PatG und Art. 54 EPÜ[18]). Den Stand der Technik bezeichnet alles, was vor dem Anmeldetag der Öffentlichkeit zugänglich war […]. Dazu zählen auch Veröffentlichungen des Erfinders selbst! Analoges gilt für europäische und weltweite Patentanmeldungen.

    Anders gesagt, was der Erfinder selbst einmal präsentiert hat, kann zu einem späteren Zeitpunkt (und das ist manchmal nur ein Tag!) nicht mehr patentiert und damit vor einer Vermarktung durch andere geschützt werden! Auch wenn ein Patentschutz und die damit einhergehende Vermarktung nicht unbedingt primäres Ziel des Kameraden waren, so kann es jedoch passieren, dass die eine oder andere feuerwehrspezifische Industrie die Idee aufgreift, vermarktet und damit Gewinne erzielt, und das alles auf Grundlage einer fremden (Eurer) Idee!
     
    Ich möchte Euch natürlich nicht davon abhalten, Eure neuesten Errungenschaften auf Foren zu präsentieren oder möglichst vielen Kameraden vorzuführen. Ihr solltet Euch jedoch zumindest kurz Gedanken darüber machen, ob Eure Idee/Erfindung vielleicht so gut ist, dass andere daraus Kapital schlagen könnten. Falls Ihr zu diesem Schluss kommt, solltet Ihr über einen Schutz Eures geistigen Eigentums nachdenken. Und glaubt mir, es gibt kaum etwas, dass sich nicht verkaufen lässt.

  2. Max60 am 5. Mai 2011 17:56

    Muss man den Karabiner abnehmen um den Gurt durch die Öse ziehen zu können?

  3. Steff am 6. Mai 2011 21:21

    @ MAX60
    Ja. Um eine Schlaufe herstellen zu können muss der Karabiner abgenommen werden.
    Gruß und schönes WE

  4. Tobi_live am 7. Mai 2011 09:05

    Hallo,
    super Idee. Wir werden es auf jeden Fall testen.
    Vielen Dank
     

  5. MatthiasM am 7. Mai 2011 14:13

    @ Max60, steff, kann man nicht den Gurt durch die kleine Öse „durchklappen“ und hat dann die Schlaufe?
     
    @ patman,
    Frage ist, wie soll eine Feuerwehr eine patentwürdige Erfindung oder Verbesserung im realen Einsatz testen, ohne daß das schon einer Veröffentlichung gleichkommt? Strenggenommen alle Beteiligten (FA, aber auch sonstige Augenzeugen, Betroffene, Presse usw. vor Tätigwerden ein Non-Disclosure-Agreement unterschreiben lassen?
    Alternative wäre wohl nur, das ganze theoretisch ausdenken, im stillen Kämmerlein so minimal wie es da halt nur möglich ist, antesten, dann Patent anmelden und die Schutzansprüche soooo schwammig weitgefaßt machen, daß noch reichlich Optimierung aus dem Einsatzalltag möglich ist, ohne aus dem Schutz rauszufallen, und dann erst mit der Nullserie in den Einsatzalltag gehen. Mit der Verfahrensweise wird es nichtindustriellen Erfindern natürlich ziemlich schwer gemacht.
    lG Matthias
     

  6. Steff am 7. Mai 2011 14:26

    @MatthiasM
    An diese Idee mit dem Durchklappen bin ich noch nicht gekommen, haben das Teil einmal angebracht und seit dem ist es dran. Soweit ich das beurteilen kann müsste das natürlich auch funktionieren.

  7. Patman am 9. Mai 2011 09:45

    @MatthiasM
    „Frage ist, wie soll eine Feuerwehr eine patentwürdige Erfindung oder Verbesserung im realen Einsatz testen, ohne daß das schon einer Veröffentlichung gleichkommt? Strenggenommen alle Beteiligten (FA, aber auch sonstige Augenzeugen, Betroffene, Presse usw. vor Tätigwerden ein Non-Disclosure-Agreement unterschreiben lassen?“
     
    Ganz soweit würde ich nicht gehen, obwohl Du prinzipiell Recht hast, dass jedwede Vorführung vor einem nicht geschlossenen Personenkreis einer Veröffentliching gleich zu stellen ist. Jedoch kommt es bei der Bewertung der Veröffentlichung auf die fünf Ws an (fast so wie bei der Notrufabfrage): Was, Wann, Wie, Wo, und durch Wen. Eine sogenannte offenkundige Vorbenutzung muss also mittels der fünf Ws bewiesen werden (entweder vom Patentamt oder von Dritten, die etwas gegen eine Patenterteilung haben könnten). Eine Versuchsreihe innerhalb der eigenen Feuerwehr (am besten mit beschränktem Personenkreis) und ohne das Ganze an die große Glocke zu hängen (also keine Pressetermine, Fotos oder Artikel wie hier oben) sehe ich nicht ganz so kritisch und sollten einer Anmeldung nicht zwangsläufug entgegenstehen.
     

    „Alternative wäre wohl nur, das ganze theoretisch ausdenken, im stillen Kämmerlein so minimal wie es da halt nur möglich ist, antesten, dann Patent anmelden und die Schutzansprüche soooo schwammig weitgefaßt machen, daß noch reichlich Optimierung aus dem Einsatzalltag möglich ist, ohne aus dem Schutz rauszufallen, und dann erst mit der Nullserie in den Einsatzalltag gehen.“
     
    Patentansprüche werden eh „etwas schwammig“ abgefasst, damit der Schutzbereich des Patentes nicht zu eng wird und somit nicht einfach umgangen werden kann, z.B. durch das Anbringen eines kleinen Extrateils. Es geht ja darum, die Grundidee zu schützen und nicht nur die eine bestimmte funktionierende Ausführungsform. Die Laufzeit eines Patents beträgt 20 Jahre, in der Zeit bleibt die technische Entwicklung ja nicht stehen. Werden z.B. andere Herstellungsmaterialien zugänglich, ist ein Patent auf nur eine Ausführungsform später praktisch nutzlos.
     
    Eine Patentanmeldung sollte auch möglichst in einem frühen Stadium der Entwicklung in Betracht gezogen werden, da es durchaus vorkommt, dass andere Personen an ähnlichen Entwicklungen arbeiten und dann gilt das Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Das habe ich alles auch schon bei der Feuerwehr erlebt. Ein Kamerad hat lange daran herumgestüftelt, wie man die Feuewehrleinen schneller und einfacher wieder in den Beutel bekommt. Seine Lösung mit einem bestimmten Brett hat er recht schnell gefunden, bis er damit aber gänzlich zufrieden war und eine Patentanmeldung tatsächlich in Betracht gezogen hatte, ist ein solches Brett auf der Interschutz 2005 von einem Kleinanbieter vorgestellt worden. Damit hatte sich das Thema erledigt.
     
    Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Kosten für eine Patentanmeldung viele davon abhalten, diesen Schritt des Schutzes zu wählen. Es gibt aber auch die Möglichkeit des Gebrauchsmusters, des sogenannten kleinen Patents. Geringe Gebühr, Laufzeit zehn Jahre und nur eine Formlaprüfung, d.h. keine substantielle Rechereche und das Aufwendige Prüfungsverfahren (also weniger Kosten). Allerdings ist dabei die Laufzeit auf 10 Jahre beschränkt. Der Vorteil des Gebrauchsmusters liegt darin, dass Du, sobald Dein erster Prototyp oder auch nur die Idee dazu besteht – es anmelden kannst (somit bereits Schutz erwirkst) und gegebenenfalls innerhalb von 12 Monaten darauf aufbauend eine „richtige“ Patentanmeldung nachreichen kannst. Der Anmledetag des Patents (wichtig für: Wer zuerst kommt, mals zuerst) ist dann der selbe Tag, wie der des Gebrauchsmusters. Anders gesagt, man bekommt ein Jahr Zeit, seine Erfindung weiter zu optimieren, ohne dass man Gefahr läuft, dass ein „Konkurrent“ einem zuvor kommt.
     
    Ich wollte mit meinem Beitrag auch bloß auf die Problematik der eigenen Vorveröffentlichung hinweisen, da es außerhalb des Patentwesens kaum Menschen gibt, die sich dessen bewusst sind. Ich habe das selbst immer wieder an der Uni und auch in der Feuerwehr erlebt. Viele sind der Meinung „Das ist ja meine Idee, dann kann ich die Erfindung auch herzeigen und später schützen lassen“. Dem ist ja leider nicht so.

    Ich habe mir mal die Mühe gemacht und in der Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamts (DEPATISnet) nach einem vergleichbaren Schlauchhalter zu suchen und habe auf die Schnelle nichts finden können. Das heißt vom patentrechtlichen her wäre das eine schöne Erfindung gewesen, die sich auch aufgrund der zugrunde liegenden Einfachheit hätte gut vermarkten lassen können.

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