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In Sachsen-Anhalt kam es in den vergangenen Tagen zu mehreren Waldbränden. Bei einem Einsatz (10ha Wald brannten) forderte die Einsatzleitung Unterstützung aus der Luft in Form von Hubschrauber mit Aussenlastbehältern an.

Hubschrauber des Heeres bei einer Übung in Bayern auf flickr

So einfach war das aber nicht. Zwar kam ein Polizeihubschrauber mit einem 800-Liter Behälter angeflogen und war auch 2 Tage lang im Einsatz, aber der Behälter war für eine effektive Brandbekämpfung zu klein. Die größeren Hubschrauber der Bundeswehr mit großen Wasserbehältern kamen nicht zum Einsatz. Die Kostenübernahme war nicht geklärt. Nachdem der Waldbesitzer (eine bundeseigene Gesellschaft) erreicht werden konnte, erklärte er sich sofort schriftlich zur Kostenübernahme bereit. Allerdings wurde das Schriftstück vom Innenministerium Sachsen-Anhalts zurückgewiesen, weil es das falsche Datum trug. Nachdem der Landkreis sich zur Kostenübernahme bereit erklärt hat, hätten die Hubschrauber kommen können – Allerdings ohne Löschwasserbehälter. Denn diese sind nicht in Sachsen-Anhalt bevorratet, sie hätten erst aus Niedersachsen per Lkw angefahren werden müssen.

Nachdem das klar wurde, forderte die Einsatzleitung Hubschrauber einer Privatfirma aus Ahlen in Westfalen an. Diese waren nach 52 Minuten am Einsatzort und konnten den Brand effektiv bekämpfen.

Das Innenministerium äußerte sich nicht im Detail, räumte aber einen Nachbesserungsbedarf ein.

[Links]Mitteldeutsche Zeitung eins, zwei, drei, Agrarflug Helilift

Kommentare

10 Kommentare zu “Woher kommt der Löschhubschrauber?” (davon )

  1. penpen’s microblog am 12. Mai 2011 21:54

    Woher kommt der Löschhubschrauber? : FWnetz – Feuerwehr im Netz…

    Man kann Heiligenverehrung auch übertreiben. Es tut nicht wirklich Not, Sankt Bürokratius ein Brandopfer darzubringen….

  2. hansdampf am 12. Mai 2011 22:45

    Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren ist an klare Regeln gebunden. Sie darf auf Anforderung einer anderen Behörde im Rahmen der Amtshilfe im Einzelfall tätig werden. Die anfordernde Behörde hat dann die anfallenden Kosten zu tragen. Dies ist alles im Ministerialblatt des Verteidigunsministers 2008 nachzulesen (Seite 8).
    Die entstehenden Kosten können ganz schnell ziemlich hoch werden. Die Kostensätze stehen ebenfalls in diesem Ministerialblatt (Seite 16).

    Zur Problematik der Feuerlöschbehälter:
    Es gibt für die CH 53 (ich nehme mal an das es um die ging) der Bundeswehr in Deutschland zwei verschiedene Arten von Behältern: Semat und Smokey.
    Der Smokey wird hauptsächlich bei den mittleren Transporthubschrauberregimentern in Rheine und Laupheim sowie an der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg vorgehalten.

    Der Semat5000 ist, je nach Bundesland, gar nicht vorhanden oder bei bestimmten Feuerwehren stationiert. Beispiel Bayern: Wolfratshausen, München. Des weiteren können zwei dieser Behälter im Laderaum des Hubschraubers transportiert werden. Link

    Sollten Smokeys benötigt werden (z.B. weil ein Bundesland keine eigenen Feuerlöschbehälter im Bereich von 5000 Litern hat) müssen diese entweder mit geeigneten Transportflugzeugen wie Transall oder über den Landweg an die Einsatzstelle verbracht werden. Dies kostet entweder Zeit und Geld oder nur Zeit. Ein Transport als Außenlast am Hubschrauber ist nicht praktikabel, da die maximale Reisegeschwindigkeit von 130 kt auf ca. 60- 80 kt sinkt und vor jeder Landung zur Betankung der Behälter ausgehängt und durch Fachpersonal vor dem Weiterflug wieder im Lasthaken eingehängt werden muss. Liegt die Einsatzstelle in annehmbarer Entfernung (< 2 Stunden Flugzeit) relativiert sich das ganze natürlich.

    Ich hoffe ich konnte einen Einblick in die Problemchen (oder Probleme) geben, die sich aus so einem doch eher zeitkritischen Einsatz ergeben.

  3. Christian Lewalter am 13. Mai 2011 10:04

    Übrigens dazu passend: Das aktuelle FWPIX: http://www.flickr.com/photos/fwpix/5710509595/

  4. pmew am 13. Mai 2011 10:37

    Mich würde mal interessieren, wie viel so ein Behälter kostet, weil offensichtlich in manchen Bundesländern kein einziger vorgehalten wird. Das kann ja eigentlich nicht die Welt kosten und „frisst kein Brot“ wenn es einmal angeschafft wurde.
     
    Mir stellt sich bei dem Artikel die Frage, ob das ein Einzelfall ist oder ob es in ganz Deutschland zu solchen bürokratischen und logistischen Problemen kommen würde. Dann sollte dringend etwas unternommen werden.

  5. MatthiasM am 13. Mai 2011 11:20

    Liest sich fast schon so, als ob man ein paar Canadairs aus Südfrankreich schneller und einfacher nach DE bekäme (zumindest erlebe ich im Urlaub dort, mit welch kurzen Hilfsfristen, an denen manche normale Feuerwehr hierzulande schon mit Mühe kratzt, selbst bei kleinsten Entstehungsbränden ein, zwei der Maschinen in Aktion sind.)  . OK, Südeuropa hat „Tradition“ und regelmäßige Erfahrung mit Waldbränden.

  6. hansdampf am 13. Mai 2011 12:56

    @Christian: ist übrigens von mir ;)
     
    @pmew: Wenn die Behälter angeschafft sind, kosten die relativ wenig, aber das drum herum ist schon ein wenig aufwändiger. Sie müssen irgendwo stationiert werden, es werden meistens geländetaugliche Zugfahrzeuge und Anhänger benötigt und dann natürlich noch das Personal, welches im Umgang und Ablauf der ganzen Außenlastgeschichte ausgebildet werden muss. Das teuerste daran werden wohl aber die Übungen sein, bei denen die entsprechenden Luftfahrzeuge benötigt werden. Bei diesen Kosten kommt es aber auf die jeweiligen Landesregierungen an, wie die das handhaben. Soweit ich informiert bin gibt es wohl einen Vertrag zwischen der bayerischen Staatsregierung (oder dem Innenministerium) und der Bundeswehr für die Einheiten in Penzing (Luftwaffe, UH-1D), Niederstetten (Heer, UH-1D) und Laupheim (Heer, CH-53) über einen bestimmten Flugstundenansatz für Übungen mit den Feuerwehren in Bayern.
     
    Hier noch die Doktorarbeit von Steffen Thomas Patzelt für den Interessierten.

  7. LarsR am 15. Mai 2011 10:13

    Wieso übernimmt die Kosten für notwendige Maßnahmen eigentlich nicht derjenige, der dafür zuständig ist (sprich der Träger der Feuerwehr, sofern gesetzlich kein Kostenersatz vorgesehen ist)?

  8. Bolde112 am 15. Mai 2011 10:56

    In meiner Feuerwehr haben wir einen Smokey mit 5000l Fassungsvermögen. Wir sind am Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen stationiert. So ein Kübel ist in der Anschaffung bestimmt finanzierbar und die Unterhaltung hält sich in Grenzen. So muss man aber sehen, dass man einmal im Jahr nach Nürnberg fahren muss und dort die Abnahme ähnlich TÜV für den Flugverkehr stattfindet. Hier wird die Öffnungsmechanik der Wasserabgabe getestet, die Dichtheit und Beschaffenheit des Behälters, Bebänderung usw. Auch der Anhänger wird durchgeschaut. Bei uns ist es so, es gibt keine Übungen! Wir sind bis vor ein oder zwei Jahren mit einem 3-Mann-Trupp samt Behälter in die Kaserne nach Roth gefahren und wurden dort in einem 4-tägigen Lehrgang mit dem Behälter, dem Hubschrauber usw. vertraut gemacht. Es wurde an einem Tag eine praktische Übung abgehalten und das war es bei uns auch schon. Anders sieht das in Oberstdorf und Gemeinden in Alpennähe aus. Dort wird öfters mal geübt.
    Ich denke, als Einsatzleiter ist es keine leichte Entscheidung einen Hubschrauber in Größenordnung CH-53 zu bestellen weil hier enorme Kosten auflaufen. Eine Flugstunde kostet soviel wie ein schicker Kleinwagen. Und wenn man dann addiert was jeweils 2 Stunden hin und zurück allein an Flugzeit kosten und dann eventuell noch 3 Stunden Brandbekämpfung dazu kommt, muss man sich wahrhaftig überlegen ob man nicht noch die Gemeinden A-F rausholt und im Fall der Fälle weitere Feuerwehren alarmiert.
    Wer Interesse an Material bezüglich der Außenlastbehälter haben möchte, kann mir gerne eine Mail an s.puchinger@ffw-bischofsheim.de schreiben mit dem Betreff FWNetz Hubschrauber. Dann kann ich gerne ein paar Infos über die Standorte der Hubschrauber und der Behälter usw. per E-Mail verschicken.

  9. MatthiasM am 15. Mai 2011 23:55

    Mich würde mal bei Kosten speziell bei Bundeswehr-Hubschraubern interessieren, wieviel der auf die abkassierte Flugstunde umgerechneten Kosten sowieso entstehen, egal ob die Maschine fliegt oder steht und wieviel von den Flugstunden, die im Einsatzfall auf Kosten des Bestellers abgerechnet werden, ansonsten als Übungs- und sonstige Flüge verflogen werden und ohne Diskussion aus dem normalen Haushaltstopf  der Bundeswehr abgerechnet werden würden (Pflichtstunden der Piloten etc.?)

    Wenn da aus eher virtuellen Kosten ein vorab in der Höhe unkalkulierbares, und sehr real mit echtem Geld aus einem normalerweise nicht vorhandenen/ nicht vertretbarem Haushaltsposten zu füllendes Haushaltsloch bei einer kleinen Kommune wird, versteh ich auch, daß ein Einsatzleiter eher alle anderen Möglichkeiten ausschöpft, bevor er die Bundeswehr anzufordern versucht.

    Ist der Zwang, da möglicherweise zu „Marktpreisen“ abzurechnen, der Lobbyarbeit privatwirtschaftlicher Hubschraubertransportfirmen geschuldet, die bei evtl. zu preisgünstigen Bundeswehrflügen unliebsame Konkurrenz wittern?
     

  10. hansdampf am 22. Mai 2011 19:44

    @MatthiasM: Wenn die Maschine steht, sind die Kosten nicht so hoch, wie wenn sie fliegen würde. Das hängt damit zusammen, das die Wartungskosten und der Sprit den Löwenanteil ausmachen. Außerdem kann man die Einsatzstunden nicht 1:1 mit Trainingsstunden gleichsetzen. Dem Hubschrauber wäre das egal, was dann auch auf die Kosten zutreffen würde. Aber das Personal muss die Befähigung haben, Feuer aus der Luft löschen zu dürfen (im realen Einsatz).
     
    Wenn es dann aber um Übungen mit der Feuerwehr geht sieht die Sache wieder anders aus. Wenn ein „Interesse der Truppe an Ausbildung“ besteht dann ist es mehr oder weniger egal, ob 4:30h lang das Wasser aus dem nahegelegenen Baggersee geholt wird und damit Teile des Flugplatzes gewässert werden, oder ob man eine gemeinsame Übung abhält. Deswegen gibt es auch diesen von mir in einem vorherigen Beitrag genannten Vertrag der dies mit den Feuerwehren in Bayern regelt.
     
    Die Abrechnung zu Marktpreisen erfolgt eher nicht, da in der zivilen Hubschraubertransportbranche anders abgerechnet wird. Wenn die Bundeswehr einen „zivilen“ Einsatz fliegen soll, muss wieder das „Ausbildungsinteresse“ bestehen und die zuständige Handelskammer muss bescheinigen, dass kein ziviler Anbieter in der Lage ist diesen Auftrag durchzuführen.
     

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