Team | AGB | Impressum | Datenschutzbestimmungen | Kontakt | Bilder | Facebook | Twitter | Werben im FWnetz

(sc). Gerade auf Messen und Ausstellungen hat man als Feuerwehrfotograf seine liebe Mühe, ausgestellte Fahrzeuge ordentlich auf ein Foto zu bringen. Seien es nun Interschutz, RettMobil oder die RetroClassics, entweder stehen die Fahrzeuge eng aufeinander oder der Abstand zwischen Objekt und Fotograf ist „vorgegeben“, sodass ein gutes Fotos selten zustande kommt. Weniger ambitionierte Fotografen greifen dann zum Weitwinkel. Dies führt bei großen Fahrzeugen aber meistens zu ungewollten Verzerrungen – sofern diese unter künstlerischen Aspekten nicht erwünscht sind. Abhilfe schafft hier ein Verfahren, dessen Bezeichnung die meisten unter euch als erstes mit Landschaftsfotografie verbinden, nämlich das Panorama. Ein Panorama ist zunächst ein aus mehreren Einzelfotos zusammengesetztes Foto und Sammelbezeichnung für unterschiedliche Techniken.

Seerhein in Konstanz mit Alter Rheinbrücke und Rheintorturm

Klassisches Panoramabild: Seerhein bei Rheinkilometer 0 in Konstanz mit Alter Rheinbrücke (links) und Rheintorturm, dahinter der Turm des Konstanzer Münsters.

Panoramen lassen sich wunderbar im Bereich der Fahrzeug- und sogar in der Makrofotografie einsetzen. Je nach Kamera und Lichtverhältnissen braucht man auch nicht unbedingt ein Stativ. Zu empfehlen ist es jedoch. Ein spezieller Nodalpunktadapter für das Stativ, der den Drehpunkt der Kamera ausgleicht, benötigt man nicht für jedes Motiv.

Nebenraum im Konstanzer Münster

Die Panoramtechnik ist auch für größere Räume geeignet, wie hier der Nebenraum im Konstanzer Münster.

Ich möchte bei meinem Problem mit den Fahrzeugfotos bleiben, und ein konkretes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit geben. Auf der vergangenen RetroClassics gab es die Sonderausstellung „Mercedes/Daimler-Benz Löschfahrzeuge“ zu bewundern. Unter den Exponaten befand sich ein DL, deren Leiterpark teilweise aufgerichtet war. Die Drehleiter war nahezu kreisförmig umrahmt von den anderen Austellungsstücken, sodass nur wenig Platz zum optimalen Fotografieren des Fahrzeuges blieb. Da ich selbst mit Weitwinkel nicht gut herankam, setzte ich die Panorama-Methode ein, die ich kurze Zeit zuvor in einem Kurs bei der vhs vorgestellt bekommen hatte.

DL 25 auf Daimler-Benz mit Aufbau von Metz der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd, Bj. 1959, im Einsatzdienst bis 1987.

Hier das Corpus delicti, das mich vor Probleme beim Fotografieren stellte: DL 25 auf Daimler-Benz mit Aufbau von Metz der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd, Bj. 1959, im Einsatzdienst bis 1987.

Zunächst suchte ich mir einen geeigneten Abstand aus und stellte die gewünschte Brennweite ein. Wenn man es genau nimmt, sollte man Belichtungszeit und/oder Blende, Weißabgleich und ISO-Zahl fest einstellen. Damit vermeidet man Abweichungen in den Einzelfotos hinsichtlich der genannten Einstellungen. Mit dem Sucher fuhr ich dann das Objekt ab, um einzuschätzen, wie viele Einzelfotos ich benötigen würde. Das waren in meinem Fall 6 Stück. Bei der Bemessung der Einzelfotos sollte man pro Foto an den Rändern etwa 30-50 Prozent Überlappung einkalkulieren. An diesen Stellen findet dann später das Zusammenrechnen (Stitching) der Einzelfotos statt. Man sollte also immer mehr fotografieren, als auf dem Foto später zu sehen sein soll. Es gibt ja Werkzeuge zum Zuschneiden von Bildern.

Bild Nr. 1

Bild Nr. 2

Bild Nr. 3

Bild Nr. 4

Bild Nr. 5

Bild Nr. 6

 

Da es sich bei meinem Objekt um ein vertikales Panorama handelte, begann ich mit dem ersten Foto am Hallenboden und ging dann in festgelegten Abständen nach oben in Richtung Hallendecke. Da ich außer meinem Stativ keine weiteren Utensilien für die Panormafotografie besitze, benutzte ich die im Okular sichtbaren Messfelder meiner Kamera als grobe Orientierung für den Schwenkbereich. Ich bin dazu wie folgt vorgegangen: Für das erste Foto merkte ich mir, an welchem Punkt im Objekt etwa das mittlere Messfeld zu sehen war (bei meiner Canon EOS 1000D habe ich 7 Messfelder). Für das nächste Foto brachte ich das untere Messfeld mit diesem „gemerkten“ Punkt in Einklang usw. Ich wiederholte diese Schritte, bis ich beim letzten benötigten Foto angekommen war.

Der Rest ist jetzt einfach. Mit einer Stitching-Software bzw. mit der entsprechenden Photoshop-Funktion fügt man nun die Fotos zusammen. Das Endergebnis ist eine ziemliche Große Bilddatei, die man nun bearbeiten und zuschneiden kann.

 

DL 25 auf Daimler-Benz mit Aufbau von Metz der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd, Bj. 1959, im Einsatzdienst bis 1987.

So sieht dann das fertige "Panorama" aus.

Kommentare

2 Kommentare zu “Panorama-Technik für Fahrzeugfotografie” (davon )

  1. JayeM am 19. Mai 2011 11:44

    Wow, muss sagen das Ergebnis sieht toll aus, coole Sache – gerne weitere Tipps aus dieser Kategorie :)

  2. Max60 am 20. Mai 2011 20:29

    Super Tip. Wird bei Zeiten mal ausprobiert. Schließe mich JayeM an: Gerne weitere Tipps aus Deinem VHS-Kurs. ;)

Bottom