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(sc). In dem Blog „Katastrophenmedizin und Bevölkerungsschutz“ habe ich eine interessante These über den Ursprung der Ausbreitung des EHEC-Erregers gelesen. Der Autor des Artikels hält es für möglich, dass es sich vielleicht um einen Testlauf für einen bio-terroristischen Anschlag handeln könnte. Weit hergeholt ist seine These nicht, denn Anschläge mit Seuchenerregern – egal von welcher Organisation sie verübt werden – sind seit Jahren ein theoretisches Gedankenspiel im Bevölkerungsschutz [1] (Jan C. Irlenkaeuser: Agroterrorismus am Beispiel von Tierseuchen, In: Österreichische Militärische Zeitschrift, 45. Jg., 2007, Nr. 2, S. 167 – 172), aber auch der Belletristik (Ken Follett: Eisfieber, Leonard Goldberg: Lautloser Tod). Allerdings spielen dabei nur „richtige“ Seuchen eine Rolle, allen voran das Bakterium Yersinia pestis, das Ebloavirus oder das Milzbrandbakterium.

Gefährliche Erreger aufzutreiben ist zwar um einiges schwieriger, als ebenso verheerende chemische Giftstoffe zu erzeugen, aber keinesfalls unmöglich. Dies zu organisieren ist abhängig von den Zielen und den zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Um die Funktionsweise des Gesundheitssystems im Falle einer Seuche bzw. die Reaktion von Behörden und die Resilienz-Fähigkeit der Bevölkerung zu testen, genügt jedoch auch ein weniger virulenter Erreger. Es könnte also durchaus möglich sein, dass EHEC genau dazu dienen soll.

Das Ziel terroristischer Anschläge, wie wir sie aus dem Fernsehen kennen, ist möglichst große mediale Aufmerksamkeit und damit Angst zu erzeugen. Anschläge folgen also der westlichen Medienlogik: Eine Nachricht ist eine Nachricht, wenn es möglichst viele Tote und vor allem viele Bilder gibt. Die schnelle, ja, unmittelbare Verbreitung dieser Bilder ist dann die Botschaft. Im Falle eines bio-terroristischen Anschlages ist diese Medienlogik nur bedingt gültig, weil es an der Unmittelbarkeit fehlt. Dennoch zeigt die aktuelle Verbreitung des EHEC-Erregers, dass auch eine hohe, wenn auch lokale, Medienaufmerksamkeit erzielt und entsprechend Angst verbreitet werden kann.

[1] Die Lükex 2007 griff eine Grippepandemie als Übungsannahme auf. Die Reaktionsweisen und das Vorgehen im Falle eines bio-terroristischen Anschlages dürften ähnlich sein.

Kommentare

2 Kommentare zu “Nachgedacht: EHEC ein Anschlag?” (davon )

  1. Sueder80 am 30. Mai 2011 15:57

    Nach dem merkwürdigen auftreten der EHEC-Fälle ist mir auch der Gedanke gekommen das es sich vielleicht um eine bewusste kontaminierung der Lebensmittel handeln könnte. Ich hoffe mal das man die ganze Sache in kürze in den Griff bekommt.
    Wenn man sich nur etwas im Katastrophenschutz auskennt erkennt man mitunter sehr leicht Ideale Ziele für Terroristen.
    Darüber was mir da so einfällt werde ich natürlich nicht öffentlich schreiben und reden.

  2. Towae M. am 30. Mai 2011 16:16

    Zu diesem Artikel, genau diese Vermutung habe ich gestern Abend meiner Frau auch mal geschildert. Ich denke da in gewisserweise wie mein Vorschreiber.  Heftig wenn es so wäre und wenn würden wir es nicht erfahren und wäre auch besser. Hauptsache sie bekommen diese Geschichte in den Griff.

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