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(cl). Anfang März musste ich mit meiner Arbeitsplatz-Feuerwehr zu einem schweren Verkehrsunfall ausrücken. Ein Traktor hat beim Abbiegen einen Pkw (VW Golf älterer Bauart) überrollt. Für den Pkw-Fahrer kam jede Hilfe zu spät. Nur wenige Wochen später sah ich Bilder eines Einsatzes der Feuerwehr Damme. Sie sind zu einem fast identischen Unfall ausgerückt. Allerdings wurde der Pkw-Fahrer hier nur leicht verletzt.

Unfallstellen Grävenwiesbach und Damme

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Schnelle Hilfe griffbereit

Nach einem Unfall kommt es auf jede Sekunde an

Sind Menschenleben in Gefahr, zählt jede Sekunde. Vor allem bei schweren Autounfällen müssen Eingeklemmte schnellstens aus dem Fahrzeug befreit werden. Hier hilft die Rettungskarte, deren Einführung der ADAC fordert. Rettungskräfte erhalten so die wichtigsten Informationen über das Unfallfahrzeug, und zwar griffbereit am Unfallort.

Vor allem müssen die Retter wissen, wo und wie sie das verunglückte Auto aufschneiden müssen. Diese Informationen liegen bisher meist nicht direkt an der Einsatzstelle vor. Anders die ADAC-Rettungskarte: Sie wird hinter der Fahrer-Sonnenblende im Auto positioniert. Feuerwehren und andere Hilfskräfte haben die lebensrettende Information dann direkt am Fahrzeug vorliegen. Mit der Karte wissen sie, wo sie aufschneiden müssen und wo Airbags und Batterien liegen. Über Detailkenntnisse zur Fahrzeugkonstruktion müssen die Feuerwehren dank der vorhandenen Karte nicht verfügen.

Die Rettungskarte ist auch deshalb wichtig, weil eingesetzte Karosserieversteifungen bei modernen Fahrzeugen dazu führen können, dass die von Feuerwehren benutzten Rettungsscheren schnell an ihre Leistungsgrenze kommen. So geht wertvolle Zeit verloren. Zwar gibt es von einigen Automobilherstellern für manche Modelle bereits Rettungsleitfäden, diese befinden sich aber nicht im Fahrzeug. Retter kommen also nicht so einfach an die Informationen. Deshalb setzt sich der ADAC für eine Rettungskarte im Auto ein. Mit ihr könnte der Rettungsprozess wesentlich verkürzt werden.

Die Automobilhersteller sind aufgerufen, in allen Neufahrzeugen die DIN A 4 Rettungskarte im Bereich der Fahrer-Sonnenblende einzulegen. Der ADAC fordert außerdem die Feuerwehren auf, ihre technischen Ausstattungen (Rettungsscheren etc.) zu überprüfen und gegebenenfalls auf den neuesten Stand zu bringen.

[Quelle: ADAC]

Auch der DFV äußerte sich bereits in einer Pressemitteilung:

Deutscher Feuerwehrverband begrüßt ADAC-Initiative für mehr Informationen

Berlin (ots) – Ein Verkehrsunfall stellt die Einsatzkräfte der Feuerwehr vor viele Fragen: Welche Stelle ist am günstigsten, um das Fahrzeug zu zerschneiden? Wo liegt der beste Ansatzpunkt für den Hydraulikzylinder? An welchem Platz ist die Batterie eingebaut?

„Bei Verkehrsunfällen treffen die Feuerwehren auf eine Vielzahl von Fahrzeugen auf Deutschlands Straßen – diese haben völlig unterschiedliche Baujahre, Bauweisen und Sicherheitsstandards. Dies stellt hohe Anforderungen an die Rettungskräfte, insbesondere bei der Rettung von verunfallten Personen“, erläuterte Ludwig Geiger, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und zuständig für den Fachbereich Technik, bei der Vorstellung des Systems der „Rettungskarten“ durch den ADAC in München.

Der ADAC appelliert an die Fahrzeughersteller, bei Neuwagen an der Sonnenblende eine „Rettungskarte“ mit Informationen zu Schneid- und Druckpunkten, Airbagzonen und dem Standort der Batterie anzubringen. „Wir begrüßen die Idee der Rettungskarten, da dies eine weitere Hilfe für die Helfer vor Ort darstellt und ein wichtiger Baustein ist, um die Zeit bis zur erfolgreichen und patientengerechten Rettung von Opfern weiter zu verkürzen“, erklärte Geiger.

„Eine Karte in Papierform stellt aus unserer Sicht einen ersten Schritt dar, die Zukunft liegt sicherlich in einer digitalen Lösung, bei der die Daten über das Kennzeichen und den Fahrzeugtyp ermittelt werden. Für andere Einsatzgebiete gibt es das schon und für dieses wichtige Feld der Arbeit der Feuerwehren muss das aus Sicht des DFV auch zu lösen sein“, so der DFV-Vizepräsident.

Weiterführende Links:
Entwurf einer Rettungskarte (.pdf)
Infos zur Rettungskarte

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